Zum Inhalt springen

Superfood

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Superfood ist ein Marketingbegriff, der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen beschreibt. Teilweise beruhen die mit bestimmten Lebensmitteln in Verbindung gebrachten positiven gesundheitlichen Wirkungen auf wissenschaftlich erwiesenen Zusammenhängen. Allerdings ist es fraglich, wie sich solche wissenschaftlichen Erkenntnisse, die etwa unter Laborbedingungen, mit Tierversuchen oder unter Verabreichung sehr hoher Dosen erlangt wurden, auf echte Ernährungsweisen übertragen lassen.

Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel schreibt zum Thema Superfoods:

"... und obwohl wissenschaftliche Studien oft positive gesundheitliche Wirkungen ergeben, lassen sich die Resultate nicht unbedingt auf die reale Ernährung übertragen."<ref name="eufic">Superfood: Was verbirgt sich wirklich dahinter? Europäische Rat für Ernährungsinformationen (EUFIC), 11. Dezember 2012, abgerufen am 10. März 2026.</ref>

Das Werben mit Superfood und ähnlichen Begriffen, die den Verzehr von Produkten mit gesundheitsfördernden Effekten in Verbindung bringen, ist gemäß Health-Claims-Verordnung der Europäischen Union verboten, solange eine Wirksamkeit nicht durch ein strenges Zulassungsverfahren bestätigt wurde.

Besonders gerne nutzen Frauen, jüngere Leute und die Biokundschaft Superfood.<ref name=":1">Trend-Phänomen Superfoods | Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), 13. Juli 2022, abgerufen am 10. März 2026.</ref>

Definition[Bearbeiten]

Der Begriff Superfood wird bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts verwendet, ist allerdings erst in den letzten Jahren allgemein bekannt geworden. Es findet sich keine offizielle oder rechtlich bindende Begriffsdefinition.

Laut dem Wörterbuch Oxford English Dictionary wird mit dem Begriff ein „nährstoffreiches Lebensmittel, das als besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden erachtet wird“, bezeichnet.<ref name="eufic" />

Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel bezeichnet „Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, die aufgrund ihres Nährstoffgehaltes einen höheren gesundheitlichen Nutzen als andere Nahrungsmittel haben“, als Superfood.<ref name="eufic" />

Auf der Konferenz „Super(?)foods and Supplements – Risky or Healthy?”<ref>BfR-BVL Joint Meeting “Super(?)foods and Supplements – Risky or Healthy?” 2022, abgerufen am 7. August 2024.</ref> schlug Marc Birringer (Professor für Angewandte Biochemie für Ernährung und Umwelt an der Hochschule Fulda<ref>Prof. Dr. Marc Birringer. Abgerufen am 7. August 2024.</ref>) im Jahr 2022 folgende Definition vor: „Superfood ist ein Marketingbegriff, der gesetzlich nicht reguliert ist. Er beschreibt (teure) Lebensmittel und Nahrungsergänzungen mit (zumeist) vorgeblichen Gesundheitsaussagen (Health Claims), die auf schwacher wissenschaftlicher Evidenz beruhen.“<ref>Trend-Phänomen Superfoods. Abgerufen am 7. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Lebensmittel (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Der Heidelbeere werden die Eigenschaften eines Superfoods zugeschrieben.<ref>Heidelbeeren – heimisches "Superfood" in blau. Niedersächisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, 26. Juli 2024, abgerufen am 28. Juli 2026.</ref> Dies lässt sich zum einen darauf zurückführen, dass Heidelbeeren reich an Anthocyanen sind. Diese sollen das Wachstum krebsartiger Zellen im Dickdarm verlangsamen und diese sogar abtöten können. Des Weiteren enthalten Heidelbeeren weitere Antioxidantien, die in Tierversuchen dem altersbedingten Gedächtnisschwund vorbeugen und ihn zum Teil umkehren konnten.<ref>Malin DH et al.: Short-term blueberry-enriched diet prevents and reverses object recognition memory loss in aging rats. Nutrition, Volume 27, Issue 3, ScienceDirect 2011.</ref>
  • Die Açai-Beere wird ebenfalls oft als Superfood bezeichnet.<ref>Katharina A. Goerg: Acai – Südamerikanisches „Superfood“. In: Ernährungs Umschau. Nr. 2, 2017, S. 5–8.</ref> Das Fruchtfleisch des Obstes enthält antioxidativ wirksame Substanzen. Allerdings ist ein Nachweis dadurch hervorgerufenen gesundheitlichen Nutzens beim Menschen noch nicht erbracht worden.<ref>Ramona Lichtenthäler et al.: Total oxidant scavenging capacities of Euterpe oleracea Mart. (Açaí) fruits. International Journal of Food Sciences and Nutrition, Volume 56, Issue 1, Informa UK Ltd UK 2005.</ref>
  • Kakao soll durch einen hohen Flavonoidgehalt dazu beitragen können, den Blutdruck zu senken und dadurch das Risiko von Herzerkrankungen zu reduzieren.<ref>Penny M. Kris-Etherton, Carl L. Keen: Evidence that the antioxidant flavonoids in tea and cocoa are beneficial for cardiovascular health. Current Opinion in Lipidology, Volume 13, Nummer 1, LWW 2002.</ref> Allerdings werden die Mengen, die einen signifikanten Effekt mit sich bringen könnten, beim regelmäßigen Konsum von Kakao, etwa in Form von Schokolade, kaum erreicht. Gleichzeitig würde bei entsprechendem Konsum nicht nur die Aufnahme der Flavonoide gesteigert, sondern auch die anderer Nährstoffe, bezüglich derer zum Teil empfohlen wird, weniger zu sich zu nehmen.<ref name="eufic" />
  • Dem Gemeinen Bocksdorn wird nachgesagt, sehr nährstoffreich zu sein. Die auch Goji-Beeren genannten Früchte liefern Vitamine und Mineralstoffe, wie anderes Obst auch. Laut Werbung sollen sie durch die große Menge von enthaltenen Antioxidantien vor freien Radikalen schützen. Sie werden als „natürliche Anti-Aging-Quelle“ vermarktet. Die Goji-Beere sei „gesund, aber sie habe normalem Obst und Gemüse nichts voraus“, fasst der Ernährungswissenschaftler Emilio Martínez de Victoria von der Universität Granada zusammen.<ref>Goji-Beere: Entzauberung der Wunderbeere. focus.de, 18. Dezember 2010.</ref>
  • Grünkohl wird ebenfalls als Superfood gehandelt, da er vor allem reich an den Vitaminen A, C und E, Senfölen sowie Kalzium ist.<ref>Beate Splett und Rita Kundt: Grünkohl: Superfood für Knochen, Augen und Darm. In: mdr.de. 22. Januar 2021, abgerufen am 28. Dezember 2022.</ref>
  • Die Yacon hat Wurzelknollen mit dem unverdaulichen Kohlenhydrat Inulin; dies trägt zur gezielten Förderung erwünschter Darmbakterien bei, die den Stoffwechsel anregen. Die Stängel werden als Gemüse gegessen. Die Knollen werden als diätetisches, energiearmes Lebensmittel besonders in Japan stärker gefördert.<ref>, Seite 2087</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Wiktionary: Superfood – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />