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Usedomer Bäderbahn

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UBB Usedomer Bäderbahn GmbH

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Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1994
Sitz Am Bahnhof 1, 17424 Seebad Heringsdorf
Leitung Dörte Basler (Vorsitzende)

Chris Wittmann<ref>Über uns – Unser Management Website UBB. Abgerufen am 8. September 2026.</ref>

Mitarbeiterzahl rd. 218<ref>Über uns – Unternehmensprofil Website UBB. Abgerufen am 22. September 2026.</ref>
Umsatz 28,2 Mio. Euro
Branche Verkehr
Website www.ubb-online.com
Stand: 31. Dezember 2025

Die Usedomer Bäderbahn GmbH (UBB) mit Sitz im Seebad Heringsdorf ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG (DB) und Eigentümer der Bahnanlagen auf der Insel Usedom sowie auf den Strecken Züssow–Wolgast und Velgast–Barth. Neben der Verantwortung als Eisenbahninfrastrukturunternehmen ist sie Anbieterin von touristischen Leistungen. Die UBB GmbH hat mit der UBB Polska ein 100%iges Tochterunternehmen in Polen. Das Tochterunternehmen betreibt die Eisenbahninfrastruktur auf der Strecke Ahlbeck-Grenze – Swinoujcie Centrum, während die Eisenbahnverkehrsleistung von der UBB GmbH gestellt wird.<ref>Über uns – Unternehmensprofil Website UBB. Abgerufen am 15. September 2026.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Heringsdorf Bahnhof Eingang.JPG
Bahnhof Heringsdorf, 1894 erbaut (linker Teil) und nach 1900 erweitert (rechter Teil)

Gründung und Aufbau

Nach der politischen Wende war der Fortbestand der Bahn auf Usedom gefährdet. Um den drohenden Niedergang abzuwenden, wurde die UBB 1994 als 100-prozentige Tochter der Deutschen Bahn gegründet. Am 1. Juni 1995 übernahm die UBB die Strecken Peenemünde–Zinnowitz und Wolgaster Fähre–Ahlbeck. Damit wurde das Eisenbahnnetz vor der offiziellen Stilllegung bewahrt.<ref>J. Boße, „Von der Stilllegung zur Netzerweiterung — UBB: Eine Nebenbahn auf Erfolgskurs,“ in Motive und Handlungsansätze im Freizeitverkehr, Berlin, Springer, 2003, p. 243–250. Abgerufen am 16. September 2026.</ref> Mit der Fertigstellung der kombinierten Straßen- und Bahnbrücke in Wolgast im Jahre 2000 wurde die ehemalige Stichstrecke von Züssow nach Wolgast Hafen ebenfalls vollständig übernommen, wobei der Bahnhof Züssow nicht zur UBB kam, sondern bei der Deutschen Bahn verblieb. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2002 kamen der Betrieb der Regionalzüge auf der Strecke Barth–Stralsund sowie Züssow–Stralsund dazu, wobei die Infrastruktur der Teilstrecke Velgast–Barth (sogenannte Darßbahn) von DB Netz (heute DB InfraGO) gekauft wurde. Gleich zu Beginn des Betriebes durch die UBB wurde der Taktverkehr eingeführt. Auf der Strecke von Velgast nach Barth übernahm die UBB den alleinigen Betrieb. Im Jahr 2008 folgte die Verlängerung der Strecke über die Staatsgrenze. Seit dem 20. September 2008 verkehren die Züge bis nach Świnoujście Centrum (Swinemünde), wobei die UBB über ihre Tochter UBB Polska auch als polnischer Infrastrukturbetreiber agiert.<ref>U. B. GmbH, „Geschichte der UBB,“ [Online]. Available: https://www.ubb-online.com/ubb/ueber-uns/geschichte-ubb. Abgerufen am 16. September 2026.</ref> Aufgrund der steigenden Fahrgastzahlen starten 2014 die UBB-Fernbuslinien. 2016 gefolgt von der Übernahme weiterer Regionalbusverkehrslinien.<ref>Über uns – Geschichte der UBB Website UBB. Abgerufen am 16. September 2026.</ref>

Neuere Entwicklung

Nach einer Ausschreibung durch die Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV) werden die Verkehrsleistungen auf der Insel Usedom seit Dezember 2017 für 13 Jahre von der DB Regio Nordost erbracht. Die Verbindung zwischen Züssow und Stralsund bleibt für zwei Jahre Bestandteil der Vergabe. Ab Dezember 2019 fließen diese Verkehre in das „Netz Ostseeküste“. Die Betreuung des Netzes bleibt weiterhin in der Hand der Usedomer Bäderbahn, womit die mittlerweile gesetzlich vorgeschriebene Trennung von Netz und Betrieb vollzogen wurde. Mit Tagesfahrten und Erlebnisreisen, grenzüberschreitendem Bahnverkehr und der UBB-Fernbuslinie entwickelte sich das Unternehmen weiter. Von 2016 bis 2025 fand der Ausbau des ÖPNV-Regionalbusverkehrs statt und die Etablierung neuer Reisebüros in Wolgast und Barth folgten. Im Jahr 2025 feiert die UBB 30-jähriges Jubiläum.<ref>Über uns – Geschichte der UBB Website UBB. Abgerufen am 16. September 2026.</ref>

Infrastruktur[Bearbeiten]

Datei:Peenebrücke Wolgast 01 09.jpg
Die Peenebrücke Wolgast ist eine kombinierte Straßen- und Bahnbrücke.

Die UBB betreibt als Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) ein Schienennetz mit einer Streckenlänge von 82,4 km. Dieses ist weitestgehend eingleisig ausgebaut und wird gemäß der Klassifizierung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) als nicht zum übergeordneten Netz zugehörig eingestuft.<ref>[1] Eisenbahn - Bundesamt. Abgerufen am 23. September 2026.</ref>

Technische Parameter der Streckenabschnitte

Die folgende Tabelle gibt die technischen Parameter gemäß den Schienennetzbenutzungsbedingungen der UBB aus dem Jahr 2025 wieder.<ref>[2] Website UBB - Teilbetrieb Bahn - Netzzugang. Abgerufen am 23. September 2026.</ref>

Strecke Länge Klasse Vmax Besonderheiten
Züssow – Wolgast Hafen 18,1 km D4 100 km/h Übergang zum Netz der DB InfraGO in Züssow.
Velgast – Barth 10,4 km D4 100 km/h Übergang zum Netz der DB InfraGO in Velgast.
Wolgast Hafen – Heringsdorf 35,6 km B1 80 km/h Querung der Peenebrücke Wolgast (Straßen- und Eisenbahnklappbrücke)
Heringsdorf – Ahlbeck Grenze 4,4 km B1 80 km/h Übergang zum polnischen Streckennetz der UBB Polska.
Zinnowitz – Peenemünde 12,8 km B1 80 km/h Betrieb als reine Stichstrecke

Serviceeinrichtungen und Bahnhöfe

Die UBB unterhält spezialisierte Anlagen zur Instandhaltung und Versorgung.


Technisches Zentrum Heringsdorf: Vom EBA zugelassene Werkstatt für Schienenfahrzeuge, spezialisiert auf die Baureihe 646, inklusive eigener Tankstelle und Waschanlage.

Bus-Werkstatt Ahlbeck: Umgestaltung des ehemaligen Bus-Depots in eine spezialisierte Kfz-Werkstatt, die auch Leistungen für externe Kunden erbringt.<ref>[3] „Nach Wegfall der ÖPNV-Flotte auf Usedom: UBB-Werkstatt in Ahlbeck stellt sich neu auf,“ [Online]. Abgerufen am 24. September 2026.</ref>

Güterumschlag und Abstellung: Im Bahnhof Wolgast betreibt die UBB eine eigene Ladestelle für den Güterverkehr, inkl. Abstell- und Entladegleise. Weitere Abstellkapazitäten bestehen in Ahlbeck, Heringsdorf und Zinnowitz.

Verkehrsstationen: Das Unternehmen verantwortet 12 Bahnhöfe und 17 Haltepunkte. Eine Besonderheit hierzu ist das architektonische Gesamtbild der Stationen: Im Jahr 2009 wurden die Bahnhöfe der UBB vom Verband Allianz pro Schiene als „Bahnhof des Jahres“ für ihre gepflegte und touristisch ansprechende Gestaltung ausgezeichnet.

Ehemaliger Verkehr[Bearbeiten]

(Stralsund–)Velgast–Barth[Bearbeiten]

Datei:UBB nach Stralsund im Bahnhof Greifswald 02.JPG
UBB-Triebwagen auf dem Weg nach Stralsund im Bahnhof Greifswald

Siehe Hauptartikel:
Abschnitt Velgast – Barth

Stralsund–Züssow–Heringsdorf–Świnoujście/Swinemünde[Bearbeiten]

Siehe Hauptartikel:
Abschnitt Züssow – Wolgast
Abschnitt Wolgast – Świnoujście

Zinnowitz–Peenemünde[Bearbeiten]

Siehe Hauptartikel:
Bahnstrecke Zinnowitz–Peenemünde

Besonderheiten[Bearbeiten]

Bei den Tarifen gab es einige Besonderheiten: Der UBB-Abschnitt wurde bei Fahrkarten von außerhalb des alleinigen UBB-Bedienungsgebietes nach NE-Anstoßtarif im TBNE berechnet, d. h. der Abschnitt kam gegebenenfalls zusätzlich zum DB-Maximalpreis dazu. Die UBB gewährte die bei der Deutschen Bahn übliche freie Familienkindermitfahrt bis 14 Jahre auf den Normalpreis nicht.

Die UBB führte keine erste Klasse. Die BahnCard wurde erst bei Fahrten über 50 Kilometern anerkannt, obwohl die UBB ein 100-prozentiges Unternehmen des DB-Konzerns ist. Die UBB verkaufte keine Fahrscheine im Wechselverkehr mit der Deutschen Bahn.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Die DB Regio, Region Nordost als Eisenbahnverkehrsunternehmen setzt Verbrennungsmotorfahrzeuge der Baureihe 646 der UBB und bis zu 4 eigene Triebwagen der Baureihe 642 ein. Die letzten Ferkeltaxen (771 007 und 771 065) wurden im September als Dauerleihgabe ans Bahnbetriebswerk Arnstadt historisch e. V. verliehen und im gleichen Monat nach Arnstadt überführt. Der 771 013 aus Heringsdorf wurde an den Erfurter Bahnservice veräußert und zuerst nach Karsdorf überführt, inzwischen steht er in Adorf. Ein Packwagen der ehemaligen Deutschen Reichsbahn steht im Bahnhof Heringsdorf. Dieser wurde jedoch für den Tag der Schiene im Jahr 2024 im Betriebswerk Heringsdorf äußerlich hergerichtet. Außerdem stehen im Bahnhof Heringsdorf drei Wagen eines ehemaligen Hilfszuges von der ehemaligen Reichsbahn, sowie bis März 2025 der Triebwagen 646 123, der in Koserow an einem Bahnübergang verunfallte<ref>Usedom: Lkw kollidiert mit Zug – mehrere Verletzte. In: Der Spiegel. 27. September 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 26. Mai 2026]).</ref> und mittlerweile verschrottet wurde.

Vor dem UBB-Betrieb wurden die Strecken Velgast–Barth und Züssow–Wolgast Hafen mit elektrischen Wendezügen der Deutschen Bahn bedient. Neben den Schienenfahrzeugen gehören auch Busse zum Fuhrpark. Die UBB setzte auf Linienbusse der Marken Setra, Mercedes-Benz und Iveco und betrieb auf Usedom und Stadt Wolgast den örtlichen und regionalen Busverkehr bis Ende 2025. Bei Reisebussen hat sich die Usedomer Bäderbahn auf Busse der Marke Setra beschränkt.

Busverkehr[Bearbeiten]

Linienbusverkehr[Bearbeiten]

Am 1. Januar 2016 übernahm die UBB die Buslinien 271 bis 274, 281 bis 287 sowie 290 und 291 von der Ostseebus GmbH, Ahlbeck, nachdem sie die Konzession für die nächsten 10 Jahre erhielt. Nach dem Auslaufen der Konzession Ende 2025 stellte die UBB den Linienbusverkehr wieder ein.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.UBB-Bus: Buslinien (Memento vom 26. Dezember 2015 im Internet Archive)</ref>

Fernbusverkehr[Bearbeiten]

Seit Februar 2014 betreibt die UBB auch Fernbusverkehr zur Anbindung Vorpommerns. Derzeit (April 2026) fahren Fernbusse täglich von Usedom nach Hamburg. Die Strecke nach Berlin wurde eingestellt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Der Geschäftsführer Jörgen Boße erhielt im Oktober 2008 für seine Verdienste um die UBB die Goldene Umweltschiene, die jährlich vom Bundesverband Führungskräfte Deutsche Bahnen vergeben wird.
  • Im September 2009 wurden die Bahnhöfe der UBB für ihr „Gesamtbild“ durch den Verband Allianz pro Schiene ausgezeichnet.<ref>Bahnhöfe wie Perlen an einer Kette. Abgerufen am 5. März 2021.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludger Kenning: Die Usedomer Bäderbahn. 2. Auflage. Kenning, Nordhorn 2010, ISBN 978-3-933613-51-6.
  • Bernd Kuhlmann: Eisenbahnen auf Usedom. 3. Auflage. Alba, Düsseldorf 2005, ISBN 3-87094-241-X.
  • Bernd Kuhlmann: Peenemünde. Das Raketenzentrum und seine Werkbahn. 2. Auflage. GVE, Berlin 2003, ISBN 3-89218-081-4.
  • Christoph Riedel: UBB. Eine Inselbahn im Aufwind. In: Jahrbuch Lokomotiven 2006. Verlag Podszun, Brilon 2005, ISBN 3-86133-402-X.
  • Bernd Kuhlmann: Eisenbahnen auf Usedom. 2., erweiterte Auflage, Bildverlag Böttger GbR, Witzschdorf 2022, ISBN 978-3-96564-025-2

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Usedomer Bäderbahn – Album mit Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang DB Regio Nordost | Preßnitztalbahn | Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen | Usedomer Bäderbahn Vorlage:Klappleiste/Ende