Die VRM Wetzlar GmbH ist ein Tochterunternehmen des Mainzer Medienkonzerns VRM. In ihm sind eine Reihe mittelhessischerTageszeitungen zusammengefasst, die zuletzt als Zeitungsgruppe Lahn-Dill bezeichnet wurden. Hauptausgabe ist die Wetzlarer Neue Zeitung (WNZ), die unten genannten Lokalausgaben erscheinen als Kopfblätter. Hervorgegangen ist die heutige Tochtergesellschaft aus dem Verlag der Wetzlarer Neuen Zeitung (zuletzt Wetzlardruck GmbH,<ref>VRM Wetzlar GmbH. In: northdata.de. Abgerufen am 13. November 2024.</ref> zuvor bis 1970 Wetzlarer Verlagsdruckerei), der über die Jahrzehnte durch Kooperationen und Übernahmen zu einem regionalen Medienunternehmen heranwuchs und 2019 von der VRM übernommen wurde.
Die verkaufte Auflage beträgt 41.686 Exemplare, ein Minus von 49,7 Prozent seit 1998.<ref> laut IVW (Details auf ivw.de)</ref> Gemessen an der verkauften Auflage ist die Zeitungsgruppe zusammen die größte Tageszeitung Mittelhessens und eine der größten Hessens. Der Sitz der Zeitungsgruppe befindet sich in Wetzlar, die Lokalberichterstattung entsteht vor Ort in den einzelnen Lokalredaktionen. Die Inhalte aller Ausgaben erscheinen außerdem im gemeinsamen Online-Portal mittelhessen.de. Die Gruppe der Zeitungen der VRM Wetzlar ist das wichtigste lokale Presseorgan mit quasi-monopolartiger Stellung in weiten Teilen Mittelhessens.
Die Ursprünge der späteren Wetzlardruck und heutigen VRM Wetzlar liegen in der Wetzlarer Verlagsdruckerei, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Wetzlarer Neue Zeitung verlegte. Entscheidender Punkt in der Entwicklung zum regionalen Medienunternehmen war der am 1. Dezember 1950 geschlossene Pachtvertrag mit der Heinzerling’schen Buchdruckerei aus Biedenkopf, womit der Heinzerling’sche Hinterländer Anzeiger künftig in Wetzlar zusammen mit der WNZ gedruckt wurde. Darauf gingen weitere Zeitungen ähnliche Vereinbarungen mit der Wetzlarer Verlagsdruckerei ein (siehe Liste unten). Im Jahr 1970 wurde aus der Verlagsdruckerei die Wetzlardruck GmbH, die die Gruppe an Zeitungen formell zusammenfasste und zum größten Zeitungsverlag in Mittelhessen aufstieg. In den folgenden Jahrzehnten wurden Synergien genutzt, indem die zuvor vollständig eigenständigen Zeitungen ihren Mantelteil zentral in Wetzlar produzieren ließen und so zu Kopfblättern der WNZ wurden. Diese gemeinsame Gruppe bezeichnete die Wetzlardruck als Zeitungsgruppe Lahn-Dill.
In der jüngeren Zeit ist die Übernahme des Druck- und Verlagshauses E. Weidenbach in Dillenburg zum 1. Juli 2016 zu nennen, womit auch die Dill-Zeitung sowie einige lokale Anzeigenblätter Teil der Zeitungsgruppe der Wetzlardruck wurden.<ref>Johannes Freytag: Wetzlardruck übernimmt Dill-Zeitung. In: Presse Report. 23. Juni 2016, abgerufen am 31. Juli 2022.</ref><ref>DJV Hessen besorgt um die Zeitungsvielfalt im Lahn-Dill-Kreis. In: djv-hessen.de. 12. August 2014, abgerufen am 31. Juli 2022.</ref> Bereits einige Jahre zuvor war die Wetzlardruck an am Verlagshaus Weidenbach finanziell beteiligt, lieferte bereits den Mantel und druckte die Zeitungen.<ref name=":0">Tagesaktuell informieren, hautnah an den Menschen - Lokales - mittelhessen.de. (mittelhessen.de [abgerufen am 6. Oktober 2025]).</ref> In den Folgejahren wurde die Zusammenarbeit verstärkt. In den Jahrzehnten zuvor hatte Wetzlardruck in seiner Zeitungsgruppe Lahn-Dill zu allen drei Produkten des Verlagshauses Weidenbach (Dill-Zeitung und ihre Kopfblätter Haigerer Kurier und Herborner Echo) einen Konkurrenztitel, nämlich die Dill-Post, die Haigerer Zeitung und das Herborner Tageblatt. Der gesamte „Dill-Block“ der Wetzlardruck erreichte eine Auflage von 9817 Exemplaren.<ref>laut IVW, zweites Quartal 2026, Mo–Sa
</ref> Nach der Übernahme des Weidenbach-Verlagshauses blieben als Titel nur die Dill-Zeitung aus dem Verlagshaus und das Herborner Tageblatt aus der Zeitungsgruppe erhalten, wobei die Dill-Post als inhaltlich gleiche Ausgabe noch einige Zeit weitergeführt wurde.
Im April 2018 wurde bekannt, dass sich die Gießener Anzeiger Verlags GmbH & Co KG (GAV), welche bereits seit 2014 zum VRM-Konzern gehörte,<ref>Fusion Wetzlardruck & Gießener Anzeiger - ver.di: "verlorene Pressevielfalt". In: Osthessen News. 23. April 2018, abgerufen am 31. Juli 2022.</ref> mit der Wetzlardruck GmbH zu einem gemeinsamen Verlag zusammenschließen will. Nachdem das Bundeskartellamt der Transaktion am 8. Mai 2018 zustimmte, ist die VRM GmbH & Co. KG aus Mainz Mehrheitseigner des daraus hervorgegangenen Verlagshauses, das mit dem 4. Januar 2019 von Wetzlardruck zu VRM Wetzlar GmbH umfirmiert wurde. Damit wurden die Zeitungstitel der Wetzlardruck Teil des VRM-Konzerns. Die Schnitzler Verlags- und Kinne Beteiligungs-GmbH aus Wetzlar hält die verbleibenden Anteile. Die Beteiligungsgesellschaft Rossano-Eifinger schied als Gesellschafter von Wetzlardruck aus.<ref name="VMR">Beteiligung der VRM-Gruppe: Zusammenschluss von Wetzlardruck und Gießener Anzeiger. VRM Holding GmbH & Co. KG, 23. April 2018, abgerufen am 28. Februar 2020.</ref>
Als Teil des Medienkonzerns VRM steht den Zeitungen der VRM WetzlarFrank Kaminski seit Juli 2023 als Chefredakteur aller Zeitungen des Konzerns aus dem Land Hessen vor. Titelverantwortlicher für die Zeitungen der Gruppe und zugleich stellvertretender Chefredakteur des Gesamtunternehmens ist, ebenfalls seit Juli 2023, Christian Keller.<ref>Führungswechsel in der VRM Wetzlar. In: mittelhessen.de. 1. Juli 2023, abgerufen am 20. September 2026.</ref> Die Lokalredaktionen der einzelnen Lokalausgaben, also die früheren Tageszeitungen, stehen unter der Führung eines Redaktionsleiters.
Vor der Umstrukturierung zum Juli 2023 lag der Posten des Chefredakteurs noch direkt bei der Zeitungsgruppe Lahn-Dill. Diesen hatte Frank Kaminski bereits seit Oktober 2022 inne.<ref>VRM Wetzlar: Frank Kaminski ist Chefredakteur. In: kress.de. Abgerufen am 5. Oktober 2025.</ref> Auf dem Posten an der Spitze der Zeitungsgruppe folgte er auf Uwe Röndigs (2011–2022), Alois Kösters (2008–2011) und Dirk Lübke (2000–2008).
Hauptsitz der VRM Wetzlar ist das Medienhaus im Wetzlarer Stadtteil Sturzkopf an der Elsa-Brandström-Straße. Es wurde bereits zu Wetzlardruck-Zeiten gebaut und beherbergt rund 300 Mitarbeiter in Verlag und Druckerei auf einer Grundstücksfläche von zirka 25.000 Quadratmetern.<ref name=":0" />
Darüber hinaus wurden im Laufe der Zeit auch einige Zeitungstitel, die Teil der Gruppe waren, eingestellt oder an andere Eigner veräußert. Dazu zählen:
Datei:Haigerer Zeitung Logo.gifLogo der Haigerer ZeitungHaigerer Zeitung (ab 1996 identisch mit Herborner Tageblatt und Dill-Post, 2014 eingestellt, aufgegangen in Dill-Post, dann in Dill-Zeitung)
Datei:Dill-Post Logo.gifLogo der Dill-PostDill-Post (ab dem 1. November 1950 Teil der Gruppe, ab 1996 identisch mit Herborner Tageblatt und Haigerer Zeitung, bei Übernahme der Dill-Zeitung zum 1. Juli 2016 zugunsten dieser eingestellt)