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Schwertlilien

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Schwertlilien
Datei:Iris versicolor 1.jpg

Verschiedenfarbige Schwertlilie (Iris versicolor)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Unterfamilie: Iridoideae
Tribus: Irideae
Gattung: Schwertlilien
Wissenschaftlicher Name
Iris
L.

Die Schwertlilien, auch Iris genannt, bilden eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Iridoideae in der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) innerhalb der Einkeimblättrigen Pflanzen.

Die an Arten umfangreiche Gattung mit Blütenblättern in sämtlichen Farben (ausgenommen nur das Rot des Klatschmohns) wurde gemäß Genaust von Carl von Linné nach der griechischen Göttin des Regenbogens (griechisch Ἶρις Íris, deutsch ‚Regenbogen‘) (Iris) benannt.<ref>Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Birkhäuser, Basel/Stuttgart 1976, ISBN 3-7643-0755-2, S. 207.</ref> Der wissenschaftliche Name ist auch im deutschen Sprachgebrauch geläufig. Die Iris-Arten, besonders aber die seit Jahrhunderten gärtnerisch durch Kreuzungen erzeugten Kulturformen (Sorten), werden wegen ihrer schönen und auffälligen Blüten als Zierpflanzen geschätzt. Sie sind trotz ihres Namens nur entfernt mit Lilien verwandt, weshalb der im Deutschen eingebürgerte Name „Schwertlilien“ (in alten Texten auch „Schwertel“ bzw. swertel) missverständlich ist.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Datei:Iris persica (Sowerby).jpg
Illustration von Iris persica der Untergattung Juno (Scorpiris) mit Knolle (1791 beschrieben von James Sowerby)
Datei:Iris tuberosa Ypey72.jpg
Illustration des Hermesfingers Iris tuberosa
Datei:Iris reichenbachii.JPG
Kapselfrucht der Reichenbach-Schwertlilie (Iris reichenbachii)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Schwertlilienarten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden Rhizome oder Knollen, die oft unzutreffend „Zwiebeln“ genannt werden, als Überdauerungsorgane. Neuerdings werden auch die Arten der Gattung Belamcanda (beispielsweise Belamcanda chinensis, nun: Iris domestica) zu Iris gerechnet. Die hier folgende Beschreibung gilt für alle Iris-Arten, die nicht zur Gattung Belamcanda gehört haben.<ref name="Goldblatt-Mabberley2005" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die zwittrigen Blüten der Schwertlilien sind dreizählig. Es sind sechs Blütenhüllblätter vorhanden, die trompetenförmig verwachsen sind; drei äußere als sogenannte „Hängeblätter“ mit stets nach links gedrehter Knospenlage und die bei einigen Arten auffällige Kämme oder Bärte tragen, sowie drei innere, häufig aufrecht stehende „Domblätter“. Über jedem „Hängeblatt“ steht ein ebenfalls wie ein Blütenhüllblatt geformter und gefärbter Narbenast. Es sind nur drei Staubblätter vorhanden. Der Griffel ist „dreiästig“, wobei jeder „Griffelast“ über der Narbe zweilappig ist. Bestäubungsbiologisch bildet jedes „Hängeblatt“ mit einem Narbenast und dem dazwischenliegenden Staubblatt eine Blume (Meranthium), d. h. jedes Drittel der Blüte kann unabhängig voneinander von Insekten (insbesondere Hummeln) angeflogen werden (Entomogamie).

Die lokuliziden Kapselfrüchte reißen bei Reife an den Rückennähten jedes Fruchtblattes auf. Außer bei Schwertlilien treten solche Kapselfrüchte auch bei Narzissen sowie Nachtkerzen und vielen Liliengewächsen auf. Es befinden sich 4 bis 20 Samen in ein bis zwei Reihen je Kapselfach. Die Samen sind mit oder ohne Arillus.

Datei:Iris orjenii Bräuchler & Cikovac Iris pseudopallida Trinajstic coll. Cikovac.jpg
Blüten von Iris pseudopallida und Orjen-Schwertlilie (Iris orjenii). Die zwei nahverwandten südostadriatisch-mediterranen Arten aus der Gruppe der Bartirise (Untergattung Iris Sektion Iris) haben angenehm duftende Blüten. Sie wurden aufgrund kosmetischer (Parfüm) und gärtnerischer Eignung in ganz Europa eingeführt.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Iris wurde durch Carl von Linné aufgestellt. Synonyme für Iris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Tourn. ex L. sind: Hermodactylus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mill., Xiphion Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mill., Xyphion Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Medik. orth. var., Belamcanda Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans. nom. cons., Beverna Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans., Chamoletta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans., Gemmingia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Heist. ex Fabr., Iriastrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Heist. ex Fabr., Xuris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans., Chamaeiris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Medik., Gattenhofia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Medik., Pseudo-iris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Medik., Xeris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Medik., Pardanthus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ker Gawl., Evansia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb., Thelysia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb., Juno Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Tratt., Limniris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Tausch) Rchb., Oncocyclus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Siemssen, Limnirion Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Opiz, Costia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Willk., Coresantha Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Alef., Neubeckia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Alef., Spathula Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fourr., Xyridion Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Tausch) Fourr., Joniris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Spach) Klatt, Ioniris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Baker orth. var., Cryptobasis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nevski, Sclerosiphon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nevski, Iridodictyum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rodion., Siphonostylis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wern.Schulze, Junopsis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wern.Schulze, Pardancanda Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.W.Lenz, Pardanthopsis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Hance) L.W.Lenz, Alatavia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rodion., Ophioiris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Y.T.Zhao) Rodion., Eremiris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Spach) Rodion., Dielsiris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.B.Crespo, Lophiris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Tausch) M.B.Crespo, Phaeiris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Spach) M.B.Crespo, Rodionenkoa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.B.Crespo, Mart.-Azorín & Mavrodiev, Syrianthus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.B.Crespo, Mart.-Azorín & Mavrodiev, Tectiris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.B.Crespo, Mart.-Azorín & Mavrodiev, Zhaoanthus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.B.Crespo, Mart.-Azorín & Mavrodiev.<ref name="WCSP" />

Innere Systematik[Bearbeiten]

Datei:Eriskirch-EriskircherRied3-Asio.JPG
Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) aus der Sektion Limniris in der Untergattung Limniris; Massenbestand im Eriskircher Ried am Bodensee

Die Gattung Iris wird in sechs Untergattungen gegliedert:

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Datei:Iris helena-IMG 2208.jpg
Iris acutiloba subsp. lineolata
Datei:Iris albicans fort worth.jpg
Iris albicans
Datei:Iris bismarckiana (7071447621).jpg
Iris bismarckiana
Datei:Iris bucharica 01.jpg
Buchara-Schwertlilie (Iris bucharica)
Datei:Iris danfordiae 20040207-0835-01.JPG
Danford-Schwertlilie (Iris danfordiae)
Datei:Douglas iris fort ross california.jpg
Douglas-Iris (Iris douglasiana)
Datei:Iris foetidissima-flower-1.jpg
Übelriechende Schwertlilie (Iris foetidissima)
Datei:Iris fosteriana 01.jpg
Iris fosteriana
Datei:Iris graminea 2007-05-13 398.jpg
Gras-Schwertlilie (Iris graminea)
Datei:Iris grant-duffii 2.jpg
Iris grant-duffii
Datei:Iris histrio 1.JPG
Lichtblaue Zwerg-Schwertlilie (Iris histrio)
Datei:Iris humilis (Sand-Schwertlilie) IMG 8478.JPG
Sand-Schwertlilie (Iris humilis)
Datei:Iris innominata 1.jpg
Regenbogen-Schwertlilie (Iris innominata)
Datei:Iris japonica 5.JPG
Gefranste Schwertlilie (Iris japonica) in Japan (Fukushima)
Datei:Iris xiphioides.jpg
Pyrenäen-Schwertlilie (Iris latifolia) in den Pyrenäen
Datei:Iris lutescens (habitus).jpg
Gelbliche Schwertlilie (Iris lutescens)
Datei:금붓꽃 01.JPG
Iris minutoaurea
Datei:Iris missouriensis 9423.JPG
Rocky-Mountain-Schwertlilie (Iris missouriensis)
Datei:Schwarze-lilie.jpg
Schwarze Schwertlilie (Iris nigricans) in Jordanien
Datei:Iris pseudacorus 02.jpg
Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus)
Datei:Iris pumila sl27.jpg
Bestand der Zwerg-Schwertlilie (Iris pumila) in Niederösterreich
Datei:Iris pumila sl18.jpg
Zwerg-Schwertlilie (Iris pumila)
Datei:Zwergiris.jpg
Netzblatt-Schwertlilie (Iris reticulata)
Datei:Iris sanguinea 2007-05-13 361.jpg
Ostsibirische Schwertlilie (Iris sanguinea)
Datei:Iris sibirica 060603.jpg
Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)
Datei:Iris sintenisii.JPG
Sintenis-Schwertlilie (Iris sintenisii)
Datei:Iris unguicularis 170208.jpg
Kretische Schwertlilie (Iris unguicularis)
Datei:Iris variegata 2.jpg
Bunte Schwertlilie (Iris variegata)
Datei:Iris0023.jpg
Verschiedenfarbige Schwertlilie (Iris versicolor)
Datei:Iris winogradowii (12985800285).jpg
Winogradow-Schwertlilie (Iris winogradowii)
Datei:Iris xiphium 003.JPG
Spanische Schwertlilie (Iris xiphium)

Die 200 bis 285 Arten stammen alle von der Nordhalbkugel, meist aus den gemäßigten Zonen. In den gemäßigten Gebieten Asiens kommen 241 Arten, in Westasien 117 Arten, in China 61 Arten, in Zentralasien 70 Arten und in Afghanistan 34 Arten vor.<ref name="WCSP" />

Die World Checklist of Selected Plant Families<ref name="WCSP" /> zählt (Stand 2020) folgende 304 Arten auf:

Naturhybriden sind:

Datei:Iris 'Purple Sensation'.jpg
Holländische Schwertlilie (Iris ×hollandica) Sorte ‘Purple Sensation’
Datei:Iris Iris × robusta Flowers 2000px.jpg
Iris ×robusta
Datei:Iris histrioides 'Katharine Hodgkin' 3.JPG
Iris-Hybride ‘Katharine Hodgkin’ (Iris histrioides × Iris winogradowii), nach Howard Hodgkins Mutter benannt<ref name="pacific" />

Aus der Gattung Iris auszuschließen ist:

Kulturformen[Bearbeiten]

Datei:Breadth Iris Dauntless - TB group - Merian Gardens.jpg
Iris „Dauntless“

Von vielen Arten wurden Sorten gezüchtet, die als Zierpflanzen in immer neuen Farbkombinationen Liebhaber finden. Es gibt inzwischen unzählige Gartenkulturformen (Sorten), Züchtungen vor allem aus England und den USA. So entstand für einige Zeit eine Art Wettbewerb unter den Züchtern um die erste Iris, in deren Blüte ein Klatschmohn-Rot auftritt, was jedoch bis heute nicht gelungen ist. Auch die Sorte „Dauntless“, die als "rot" bezeichnet wurde, ist nicht rot, sondern violett, und inzwischen zeigen viele weitere neue Iris-Sorten einen Farbton, der zwischen Rot und Blau liegt; mal dominiert Rot, mal Blau.

In der Gattung werden gärtnerisch zwei Hauptgruppen unterschieden, von denen eine in weitere drei Untergruppen unterteilt wird:

  • Knollen-Iris-Arten sind winterhart und benötigen während der Wachstumsperiode einen sonnigen Standort mit viel Feuchtigkeit.
  • Rhizom-Iris, sie sind in der Regel winterhart und bevorzugen einen sonnigen Platz; einige der bartlosen Schwertlilien bevorzugen sehr feuchten Boden.
    • bartlose Irisformen
    • Evansia-Iris oder Kamm-Iris, die statt eines Bartes einen aufrechten Kamm besitzen.
    • Bart-Iris (Iris ×barbata); es sind bekannte in Kultur entstandene Hybriden mit „Bärten“ aus bunten Haaren auf den Hängeblättern: Für den Gärtner sind insbesondere die Bart-Iris-Sorten wichtig. (Anmerkung zur Nomenklatur: Der gärtnerisch verwendete Name Iris Barbata bezeichnet keine Art, sondern eine Gruppe von Kultursorten.) Von ihnen gibt es ein so großes Sortiment, dass sie selbst für Kenner kaum noch zu überblicken sind. Die Bart-Iris werden zur besseren Orientierung in drei Gruppen unterteilt, wobei Wuchshöhe und Blütezeit für die Unterteilung entscheidend sind.
      • Hohe Bart-Iris (Iris-Barbata-Elatior-Hybriden). Diese werden über 70 cm hoch und blühen ab Ende Mai
      • Mittelhohe Bart-Iris (Iris-Barbata-Media-Hybriden). Diese sind zwischen 40 und 70 cm hoch und haben eine Blütezeit, die zwischen den Zwerg- und hohen Bart-Iris-Sorten liegt.
      • Niedrige Bart-Iris oder Zwerg-Schwertlilien (Iris-Barbata-Nana-Hybriden). Diese erreichen nur eine Höhe von 15 bis 30 cm und blühen bereits ab der zweiten Aprilhälfte.

Verwendung der Veilchenwurz(el) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.[Bearbeiten]

Von der Antike bis zur späten Neuzeit wurden Rhizome von blauen Schwertlilien unter dem Namen „Veilchenwurz“ (auch „Lilienwurzel“<ref>Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 417 (lilienwurtzel, liligenwurtzel: Wurzelstock von Schwertlilienarten, synonym veyelwurtz, lilienwurz, lilii radices).</ref> als Heilmittel und als Kosmetika verwendet.

Quellen – Antike:<ref>Pedanios Dioskurides, 1. Jahrhundert. De Medicinali Materia libri quinque, Buch I, Kapitel 1: Iris (nach Berendes 1902, S. 23–25) (Digitalisat)</ref><ref>Plinius, 1. Jahrhundert. Naturalis historia Buch 21, § 19 (Abschnitt 39–42): Iris (Online-Ausgabe Chicago) (Übersetzung Külb 1855)</ref><ref>Galen, 2. Jahrhundert. De simplicium medicamentorum temperamentis ac facultatibus,lib. 8, cap. 14: De yride, iridi agresti (Ausgabe Kühn, Band 12, S. 87 (Digitalisat))</ref>. – Mittelalter:<ref>Avicenna, 10.–11. Jahrhundert. Kanon der Medizin. Überarbeitung durch Andrea Alpago (1450–1521). Venedig 1555, Buch 2, Kapitel 358: Ireos (Digitalisat)</ref><ref>Constantinus Africanus, 11. Jahrhundert. Liber graduum (nach der Druck-Ausgabe Basel 1536), S. 358: Iris. (Digitalisat)</ref><ref>Macer floridus, 11. Jahrhundert. Edition: Ludwig Choulant. Leipzig 1832 Cap. 43: Iris (Digitalisat)</ref><ref>Circa instans, 12. Jahrhundert. Druck-Ausgabe Venedig 1497, Blatt 200r: Iris (Digitalisat)</ref><ref>Pseudo-Serapion, 13. Jahrhundert. Druck-Ausgabe, Venedig 1497, Blatt 200ra: Iris (Digitalisat)</ref><ref>Herbarius Moguntinus, Mainz 1484, Kapitel 74: Ireos vel iris (Digitalisat)</ref><ref>Hortus sanitatis, Jacob Meydenbach, Mainz 1491, Teil 1, Kapitel 513: Yreos (Digitalisat)</ref>. – Neuzeit:<ref>Otto Brunfels. Contrafayt Kreüterbuch, Schott, Straßburg 1532, S. 113: Blaw Gilgen (Digitalisat)</ref><ref>Hieronymus Bock. New Kreütter Bůch, Rihel, Straßburg 1539, Teil II, Cap. 48: Von Blowen und Gelen Schwertel (Digitalisat)</ref><ref>Leonhart Fuchs. New Kreüterbůch, Isingrin, Basel 1543, Kapitel 119: Blaw Gilgen (Digitalisat)</ref><ref>Pietro Andrea Mattioli. Commentarii, in libros sex Pedacii Dioscoridis Anazarbei. 1554, S. 17–19 Iris (Digitalisat); Übersetzung durch Georg Handsch 1563 (Digitalisat)</ref><ref>William Cullen. A treatise of the materia medica. Charles Elliot, Edinburgh 1789, Band 2, S. 459: Iris Florentina: (Digitalisat) - Deutsch. Samuel Hahnemann. Schwickert, Leipzig 1790, Band 2, S. 513: Veilchenwurzel (iris florentina) (Digitalisat)</ref><ref>Jean-Louis Alibert. Nouveaux éléments de thérapeutique et de matière médicale. Crapart, Paris 1804/05, Bd. II, S. 23–24: Iris de Florence (Digitalisat)</ref><ref>Theodor Husemann. Handbuch der gesammten Arzneimittellehre. Springer, Berlin (2. Auflage) 1883, S. 410–411: Rhizoma Iridis – Veilchenwurzel (Digitalisat)</ref><ref>Philipp Lorenz Geiger. Handbuch der Pharmacie zum Gebrauche bei Vorlesungen & zum Selbstunterrichte für Ärzte, Apotheker & Droguisten. Wolters, Stuttgart, 2. Band, 1. Hälfte 1830, S. 360–361: Iris Florentina (Digitalisat)</ref><ref>Wolfgang Schneider. Lexikon zur Arzneimittelgeschichte. Govi-Verlag, Frankfurt a. M., Band 5/2 (1974), S. 201–206: Iris (Digitalisat)</ref>

Im Mittelalter wurde aus dem Rhizom der (blauen) Schwertlilien (griechisch-lateinisch auch ireos oder Yreos (eigentlich Genitiv zu Iris bzw. Yris<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 193 (Iris […]).</ref>)<ref>Wouter S. van den Berg (Hrsg.): Eene Middelnederlandsche vertaling van het Antidotarium Nicolaï (Ms. 15624–15641, Kon. Bibl. te Brussel) met den latijnschen tekst der eerste gedrukte uitgave van het Antidotarium Nicolaï. Hrsg. von Sophie J. van den Berg, N. V. Boekhandel en Drukkerij E. J. Brill, Leiden 1917, S. 219.</ref> genannt) eine Latwerge (diayris) zu medizinischen Zwecken (mit gleicher Heilanzeige wie Kümmel und Kreuzkümmel) hergestellt.<ref>Konrad Goehl: Beobachtungen und Ergänzungen zum „Circa instans“. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 34, 2015 (2016), S. 69–77, hier: S. 71.</ref> Aus dem Rhizom der Veilcheniris oder „Florentinischen Schwertlilie“ (Iris germanica var. florentina, Synonym: Iris pallida), auch Veilchenwurz(el) oder Violwurtz genannt, wurden die im 19. Jahrhundert beliebten Veilchenparfüms gewonnen und in alten Zeiten daraus auch ein Brechmittel hergestellt. Das Rhizom enthält ein ätherisches Öl, das mit zunehmendem Alter einen feinen Veilchenduft verströmt und in der Antike zur Würze des Weins oder zur Beseitigung von Mund- beziehungsweise Schweißgeruch diente. Als Fixativ wird das Rhizom in der Kosmetik und bei der Herstellung von Potpourris benutzt. Außerdem wird es auch als Zusatz zu Likören (Benediktiner, Danziger Goldwasser, Cordial Medoc) und zum Aromatisieren von Weinen und Tabaken verwendet. In seinem Ratgeber für Landwirtschaft, Gewerbe und privates Leben, Georgica curiosa, von 1682 rät Wolf Helmhardt von Hohberg, das Rhizom schal gewordenem Bier beizumischen.<ref>Hubert Weitensfelder: Technikgeschichte - Eine Annäherung. In: Christoph Augustynowicz, Markus Cerman, Friedrich Edelmayer, Andrea Komlosy, Martin Scheutz, Andrea Schnöller, Peer Vries (Hrsg.): Basistexte Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Band 3. new academic press (nap), Wien 2013, ISBN 978-3-7003-1866-8, S. 64.</ref> Noch bis in unsere Zeit wird es zahnenden Kindern zum Beißen gegeben, da es in Verbindung mit Speichel eine weiche, gummiartige Konsistenz entwickelt.

Da der Veilchenduftstoff Jonon vom Körper nicht verdaut wird, also unverdaut wieder ausgeschieden wird, dienten Erzeugnisse mit Veilchenwurz, ebenso wie das beliebte kandierte Veilchenkonfekt<ref>Blütenkonfekt bei wien.info</ref>, dazu, um am Klosett besseren schicklichen Duft zu hinterlassen.

Kulturgeschichtliches[Bearbeiten]

Datei:Lilie stilisiert 2.svg
Fleur-de-Lys
  • Als Lilie (mittelhochdeutsch gilge, lateinisch lilium) wurden sowohl Lilien-Arten (Lilium spec., insbesondere Lilium candidum) als auch Schwertlilien (Iris spec., insbesondere Iris germanica, die Blaue Lilie) bezeichnet.<ref>Vgl. etwa Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 133 (Gilge, Gilgenblatt, Gilgen öle, Gilgenwurz).</ref>
  • Die alten Bezeichnungen Iris (bzw. Yris) und (eigentlich Genitiv zu Iris) Ireos (bzw. Yreos) standen für Iris germanica bzw. Iris florentina (mit purpurnen bzw. weißen Blüten). Die Arzneidroge Radix Iridis (= „Radix Ireos“) bezog sich bis in die Neuzeit zudem auch auf die Wurzel von Iris pallida (mit hellvioletten oder blassblauen Blüten).<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 193 (Iris).</ref>
  • Die Bezeichnung „Veilchenwurz“ (im Mittelalter auch veyelwurtz, feyelwurtz und ähnlich) für den Wurzelstock von Schwertlilienarten konnte sich auf die Sumpf-Schwertlilie oder die Deutsche Schwertlilie beziehen. Als veyelcraut oder veyelcraut („Veilchenkraut“) wurden die Blätter und Stengel insbesondere dieser Schwertlilienarten (möglicherweise auch vom Duftveilchen) benannt<ref>Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 376 (zu Veyelcraut und Veyelwurtz).</ref>
  • In der Malerei des Jugendstils ist die Iris (neben anderen Pflanzen wie z. B. der Birke) ein Leitmotiv, vor allem zur symbolischen Darstellung weiblicher Schönheit.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • British Iris Society, Species Group (Hrsg.): A Guide to Species Irises. Their Identification and Cultivation. Cambridge University Press, Cambridge 1997, ISBN 0-521-44074-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
  • Norlan C. Henderson: Iris. In: (englisch).
  • S. I. Ali, Brian Mathew: Flora of Pakistan 202: Iridaceae. University of Karachi, Department of Botany, Karachi 2000, online. (englisch)
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1481–1485.
  • D. A. Webb, A. O. Chater: Iris L. In:
  • N. Alexeyeva: Genus Iris L. (Iridaceae) in the Russia. In: Turczaninowia, Volume 11, Issue 2, 2008, S. 5–68.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Christensen"> Knud Ib Christensen, H. Askin Akpulat: Iris celikii (Iridaceae), a new species from north-eastern Turkey. In: Nordic Journal of Botany. Band 24, Nr. 2, 2004, S. 207–210, doi:10.1111/j.1756-1051.2004.tb00834.x. </ref> <ref name="Goldblatt-Mabberley2005"> Peter Goldblatt, David J. Mabberley: Belamcanda Included in Iris, and the New Combination I. domestica (Iridaceae: Irideae). In: Novon: A Journal for Botanical Nomenclature. Band 15, Nr. 1, 2005, S. 128–132. (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A744%26volume%3D15%26issue%3D1spage%3D128%26date%3D2005~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D) </ref> <ref name="FoC"> Yu-tang Zhao, Henry J. Noltie, Brian F. Mathew: Iris. In: </ref> <ref name="pacific"> Reticulata Irises – Iris 'Katherine Hodgkin. auf pacificbulbsociety.org. </ref> <ref name="iOrjenii2007"> Christian Bräuchler, Pavle Cikovac: Iris orjenii (Iridaceae) - a new species from the littoral dinaric alps. In: Wildenowia, Volume 37, Issue 1, 2007, S. 221–228, PDF. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Schwertlilien (Iris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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