Beatrix von Storch
Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg (* 27. Mai 1971 in Lübeck), ist eine deutsche Politikerin (AfD). Sie war von Dezember 2019 bis Juni 2022 stellvertretende Bundessprecherin ihrer Partei. Bei der Bundestagswahl 2017 über die Landesliste der AfD Berlin in den Bundestag gewählt, ist sie seit Oktober 2017 eine der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion. Von 2014 bis 2017 war sie Mitglied des Europäischen Parlaments und dort von April 2016 bis 2017 Mitglied der rechtspopulistischen Anti-EU-Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie (EFDD). Von Januar 2016 bis November 2017 war sie als Teil des Notvorstands<ref name="mopo170902" /> eine von zwei kommissarischen Landesvorsitzenden der Berliner AfD; danach war sie eine von drei stellvertretenden Landesvorsitzenden.<ref>Von Storch raus – Berliner AfD verliert Doppelspitze. In: sueddeutsche.de. 4. November 2017.</ref><ref>Landesvorstand. In: AfD Berlin. Abgerufen am 12. August 2019.</ref> Sie gehört dem rechtskonservativen Parteiflügel<ref>Dietmar Neuerer: Beatrix von Storch: AfD-Europaabgeordnete im Zwielicht. In: Handelsblatt, 22. September 2014, abgerufen am 11. Januar 2025.</ref> innerhalb der rechtsextremen<ref>Institut für Menschenrechte: Rassistisch und rechtsextrem: Klare Abgrenzung von der AfD geboten (7. Juni 2021).</ref> AfD an.
Gemeinsam mit ihrem Mann Sven von Storch ist sie in teilweise selbst initiierten und gesteuerten rechten Politiknetzwerken aktiv; sie gilt als Lobbyistin.
Familie[Bearbeiten]
Beatrix von Storch ist die älteste Tochter des Bauingenieurs Huno Herzog von Oldenburg (* 1940) und seiner Frau Felicitas geb. Gräfin Schwerin von Krosigk.<ref name="Arendt">Dorthe Arendt: Die Herzogin heißt jetzt von Storch. In: Ostholsteiner Anzeiger. 25. Oktober 2010.</ref><ref name="Walterskirchen_122">Helene Walterskirchen: Aristokraten. Leben zwischen Tradition und Moderne. Ueberreuter, Wien 2000, ISBN 3-8000-3778-5, S. 122.</ref> Sie wuchs mit ihrer Schwester Sophie (* 1972)<ref>Huno, Herzog von Oldenburg. In: GeneAll.net.</ref> in der Gemeinde Kisdorf im schleswig-holsteinischen Kreis Segeberg auf.<ref name="Walterskirchen_122" />
Der Großvater väterlicherseits war der letzte Erbgroßherzog Nikolaus von Oldenburg,<ref>Rasmus Buchsteiner: Luckes bunte Truppe für Brüssel. Auch Herzogin von Oldenburg wird Europa-Abgeordnete. In: NWZOnline. 27. Mai 2014.</ref> Mitglied der NSDAP und der SA. Ihr Großvater mütterlicherseits war Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, der 1932–1945 als Reichsfinanzminister amtierte<ref name="Tagesspiegel">Fabian Leber: Beatrix von Storch. Knallhart konservativ – und bald die wichtigste Frau der AfD. In: Der Tagesspiegel, 24. April 2014.</ref> und 1949 im Wilhelmstraßen-Prozess zu zehn Jahren Haft als Kriegsverbrecher verurteilt wurde.<ref>Das Haus Oldenburg und die Nazis: Eine schrecklich braune Familie, taz, 5. Dezember 2016</ref><ref>Christian Bommarius: Schädlicher Kampf gegen Hass im Netz., Frankfurter Rundschau, 5. Januar 2018, abgerufen am 11. Januar 2025.</ref>
Seit Oktober 2010 ist sie mit Sven von Storch verheiratet.<ref name="Arendt" /><ref>Sven von Storch in Die Freie Welt</ref> Das Paar hat keine Kinder.<ref name="Tagesspiegel" /> Von Storch ist evangelisch.
Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]
Nach dem Abitur am Gymnasium Kaltenkirchen 1990 und einer Ausbildung zur Bankkauffrau in Hamburg studierte sie Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Lausanne.<ref name="Walterskirchen_122" /> Die Erste Juristische Staatsprüfung absolvierte sie in Heidelberg,<ref name="Walterskirchen_125">Helene Walterskirchen: Aristokraten. Leben zwischen Tradition und Moderne. Ueberreuter, Wien 2000, ISBN 3-8000-3778-5, S. 125.</ref> das Referendariat in Brandenburg. Seit 1998 lebt sie in Berlin. Nach dem Zweiten Staatsexamen 2001 wurde sie als Rechtsanwältin zugelassen und spezialisierte sich auf Insolvenzrecht.<ref>Beatrix von Storch: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Zur Person. ( vom 10. September 2013 im Webarchiv archive.today) In: BeatrixVonStorch.de. Abgerufen am 10. September 2012.</ref> 2008 arbeitete sie für die Wirtschaftskanzlei Voigt & Scheid Rechtsanwälte<ref>Thomas Claer: Der Deutsche Wirtschaftsanwalt 2009/2010. Handbuch für Unternehmen. Lexxion, Berlin 2009, ISBN 978-3-939804-02-4, S. 622.</ref> und nach deren Auflösung zum 1. Januar 2009<ref>Markus Lembeck: Auseinander: Insolvenzverwalter von Voigt & Scheid gehen getrennte Wege. In: Juve.de, 28. Januar 2009.</ref> in der Kanzlei Voigt Salus in Berlin-Charlottenburg.<ref>https://www.voigtsalus.de/de/kontakt</ref><ref>Helmut Dawal: Disko-Zelt: Insolvenzverfahren gegen Musik-Zirkus-Köthen GmbH. In: Mitteldeutsche Zeitung, 30. Juni 2011, abgerufen am 28. Mai 2021.</ref> 2011 gab sie laut einem Tagesspiegel-Bericht ihre Arbeit als Anwältin für Insolvenzrecht auf, und betätigte sich als Protestunternehmerin.<ref name="Tagesspiegel" />
Netzwerkaktivitäten und Lobbyismus[Bearbeiten]
Von Storch ist seit Mitte der 1990er Jahre politisch aktiv. Für ihren Einfluss auf die Politik nutzt sie ein konservatives Netzwerk aus Vereinen und Initiativen, die von ihr und ihrem Ehemann Sven gegründet wurden und geleitet werden. Dazu gehören insbesondere der Göttinger Kreis, die Zivile Allianz e. V., der BürgerKonvent sowie die Internet-Präsenzen FreieWelt.net und Abgeordneten-Check.de.<ref name="Kemper">Andreas Kemper: Rechte Euro-Rebellion. Alternative für Deutschland und Zivile Koalition e. V. Münster 2013, S. 91, 94, 95, 97.</ref><ref>Dietmar Neuerer: Konservativ, liberal, rechts – wohin steuert die AfD? In: Handelsblatt online, 28. Juni 2013, abgerufen am 11. Januar 2025.</ref><ref name="FAZ_100314" /> In der Öffentlichkeit wird sie verschiedentlich als Lobbyistin wahrgenommen.<ref>Hendrik Ankenbrank: Gegen Rechte von Schwulen und Muslimen: Christliche Alternative für Deutschland. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 10. März 2014; Die Parteien zur Europawahl. In: tagesspiegel.de, 25. April 2014; Konrad Litschko: Ergebnis der AfD bei der Europawahl: Der Populismus der Neulinge. In: taz, 26. Mai 2014, abgerufen jeweils am 30. Mai 2016.</ref>
Von Storch ist Autorin der Zeitschrift eigentümlich frei und Mitglied der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft, welche sie jedoch Anfang 2016 zum Austritt aufforderte.<ref>Eine Mitteilung des Vorstands der Hayek-Gesellschaft in Bezug auf die Mitgliedschaft von Frau Beatrix von Storch in der Hayek-Gesellschaft. In: Friedrich A. von Hayek Gesellschaft e. V. 29. November 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Dezember 2019; abgerufen am 10. Dezember 2019.</ref>
„Göttinger Kreis“ und „Allianz für den Rechtsstaat“[Bearbeiten]
Von Storch ist Mitbegründerin des Vereins Göttinger Kreis – Studenten für den Rechtsstaat e. V., der sich für eine Wiedergutmachung der Vertreibungen und Enteignungen durch die Boden- und Industriereform in der Sowjetischen Besatzungszone einsetzt.<ref name="Walterskirchen_125" /><ref>Philip Plickert: Zurückkaufen, was einem einst gehörte. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. August 2013. Abgerufen am 16. September 2013.</ref> Der Verein organisierte verschiedene Veranstaltungen unter anderem mit Michail Gorbatschow.<ref>Helene Walterskirchen: Aristokraten. Leben zwischen Tradition und Moderne. Ueberreuter, Wien 2000, ISBN 3-8000-3778-5, S. 126.</ref> Die von ihr geführte Allianz für den Rechtsstaat fordert ebenfalls die Rückgabe des Bodenreformlandes an die vorherigen Eigentümer.<ref name="Sirleschtov" /> Sowohl Storch selbst als auch der Verein hat Verbindungen zur rechtskatholischen Brasilianischen Gesellschaft zur Verteidigung von Tradition, Familie und Privateigentum.<ref>Andreas Kemper: Beatrix von Storch und die TFP. 16. November 2022, abgerufen am 20. November 2022.</ref>
BürgerKonvent[Bearbeiten]
Beatrix von Storch war unter anderem zusammen mit Vera Lengsfeld Vorstandsmitglied des überparteilichen Vereins Bürgerkonvent. Der Verein wurde im Mai 2015 aufgelöst.<ref>Homepage des Bürgerkonvents. Abgerufen am 8. August 2015.</ref><ref>Georg Meck: Konservative Plattform – Der Bürgerkonvent ist am Ende. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. August 2015, ISSN 0174-4909 (faz.net).</ref> Laut Satzung hatte der Verein das Ziel, „durch staatsbürgerliche Bildung die Mitwirkung an der politischen Willensbildung der Bevölkerung zu fördern“ und zur „Verbesserung der Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft in Deutschland und Europa“ beizutragen. Führende Gründungsmitglieder waren der Bonner Politologe Gerd Langguth und der Sozialwissenschaftler und Publizist Meinhard Miegel.
Zivile Allianz[Bearbeiten]
Von Storch war 2005 Mitgründerin und Erste Vorsitzende, Sprecherin und Schriftführerin des Zivile Koalition e. V. (später: „Zivile Allianz e. V.“). Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung entstammen alle sieben Gründungsmitglieder der eigenen Familie, ihr Mann Sven ist Zweiter Vorsitzender und Kassenführer.<ref name="FAZ_100314">Hendrik Ankenbrand: Christliche Alternative für Deutschland. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. März 2014.</ref> Der Verein versteht sich als ein Zusammenschluss von Bürgern, die sich für mehr zivilgesellschaftliches Engagement einsetzen und ihre gemeinsamen Interessen gegenüber Regierungen und Parlamenten vertreten.<ref>zivilekoalition.de: Wer wir sind (Der Link ist verwaist; Stand 26. Januar 2016)</ref> Zum Netzwerk gehören der Blog Die Freie Welt, deren Herausgeber ihr Mann Sven ist und für dessen Öffentlichkeitsarbeit Beatrix von Storch zuständig ist,<ref>AfD-Politikerin sorgt für Aufsehen – Für Beatrix von Storch sind andere Meinungen oft „irre“. RP Online, 25. Januar 2016</ref> sowie auch das Institut für Strategische Studien (ISSB) und die Allianz für den Rechtsstaat und Initiative Familienschutz.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.FreieWelt.net ( vom 10. Juli 2018 im Internet Archive) bei Lobbypedia</ref>
Die Zivile Koalition initiierte und organisierte eine Sammelklage von über 5000 Bürgern vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen den Ankauf von Staatsanleihen verschuldeter EU-Länder durch die Europäische Zentralbank (EZB).<ref>Günther Lachmann: Deutsche Massenklage gegen EZB vor EU-Gericht. In: Die Welt, 10. Januar 2013.</ref>
Das Handelsblatt bezeichnete die Zivile Koalition 2012 als ein Protest-Unternehmen, das sich einem konservativen Weltbild verpflichtet fühlt.<ref>Dirk Heilmann, Dorit Heß, Donata Riedel, Daniel Delhaes: Wutbürger sammeln sich zum Euro-Angriff. In: Handelsblatt. 29. Mai 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. April 2015; abgerufen am 25. März 2014.</ref>
Entsprechend einem im Cicero erschienenen Artikel spielt von Storch über die Zivile Koalition – mit 14 Angestellten (Stand 2013) als Hauptstütze des von ihr organisierten Widerstands gegen den Euro-Rettungskurs – eine wichtige Rolle „im konservativen Lager außerhalb der Union“. Sie verfüge über „knapp hunderttausend“ Unterstützer. Angeschlossen sei auch die Initiative Familienschutz, die unter anderem für das Betreuungsgeld und gegen die gleichgeschlechtliche Ehe eintrete.<ref name="Magnis">Constantin Magnis: Ihr Hauptberuf ist Protest. In: Cicero, 12. Juni 2013.</ref> Diese Angaben werden allerdings immer wieder in Zweifel gezogen. Laut einem Bericht des Tagesspiegels besteht der Verein ausschließlich aus Familienangehörigen, die Zahl der Unterstützer liege weit unter den angegebenen 100.000.<ref name="Leber">Fabian Leber: Die Angst in der AfD vor einer FDP 2.0. In: Der Tagesspiegel, 23. Januar 2014.</ref>
Laut Einschätzung von Andreas Kemper ist die Zivile Koalition „die politisch wirksamste christlich-fundamentalistische Kraft in der AfD“.<ref>Andreas Kemper: Antiemanzipatorische Netzwerke und die Geschlechter- und Familienpolitik der Alternative für Deutschland. In: Alexander Häusler: Die Alternative für Deutschland: Programmatik, Entwicklung und politische Verortung. Springer, 2016, S. 95.</ref>
Vorwurf privater Nutzung von Spendengeldern[Bearbeiten]
Eine Woche vor der Bundestagswahl im September 2013 berichtete die Welt am Sonntag, dass ihr vorliegende Dokumente, Aussagen und eidesstattliche Versicherungen eine Finanzierung privater Ausgaben der von Storchs durch Spendengelder des Zivile Koalition e. V. nahelegten. Danach habe Sven von Storch im Jahr 2012 innerhalb weniger Wochen 98.000 Euro in bar in sieben gleich hohen Tranchen von einem Vereinskonto abgehoben, für deren Verbleib es keine Belege gebe. Zudem seien aus Geldern des Vereins mehrere Stromrechnungen für eine Wohnung der von Storchs und für „Skulpturen und Gartenartikel“ beglichen worden sowie die Miete für eine Wohnung am Kurfürstendamm. Auf einer mehrwöchigen Chile-Reise habe der dort gebürtige Sven von Storch außerdem 10.000 Euro in bar abgehoben. Fabian Leber kommentierte im Tagesspiegel: „Das Pikante daran ist, dass der Vorstand laut Vereinsregisterauszug nur aus dem Ehepaar von Storch besteht – sie ist Vorsitzende und Schriftführerin, er ihr Stellvertreter und Kassenprüfer.“<ref>Lars-Marten Nagel, Marc Neller: AfD-Politikerin: Das Rätsel um ein Schließfach mit 98.000 Euro. In: Welt am Sonntag, 15. September 2013, abgerufen am 15. September 2013; Cordula Eubel: Hat eine AfD-Politikerin Spenden privat genutzt? In: Der Tagesspiegel, 15. September 2013. Abgerufen am 16. September 2013.</ref>
Beatrix von Storch erklärte die Barabhebung von 10.000 Euro damit, dass die Bankkarte ihres Mannes im Ausland nicht funktioniert habe. Das Darlehen sei mit vier Prozent verzinst worden.<ref name="Bender" /> Zum Verbleib der 98.000 Euro aus dem Jahr 2012 erklärte sie wiederholt, das Geld sei wegen der Unsicherheit auf den Finanzmärkten und der Eurokrise in einem Schließfach deponiert worden. Dies habe ein Berliner Notar am 16. September 2013 testiert: „Sämtliche Belege liegen vor und werden selbstverständlich ordnungs- und fristgemäß dem zuständigen Finanzamt eingereicht.“ Sie wies alle „Vorwürfe und Mutmaßungen“ als „haltlos und nicht begründet“ zurück und sprach von einer „durchsichtigen Verleumdung“, die auf den Angaben einer ehemaligen Mitarbeiterin beruhe, der Anfang 2013 gekündigt worden sei. Es sei „bezeichnend“, dass diese Frau aktives FDP-Mitglied sei.<ref>Beatrix von Storch: AfD-Politikerin weist Vorwurf zurück. In: Berliner Zeitung, 16. September 2013 (dpa).</ref><ref>Lars-Marten Nagel, Marc Neller: AfD-Kandidatin: Beatrix von Storch war jetzt beim Notar. In: Welt Online, 16. September 2013.</ref> Es handle sich um eine „Medienkampagne“.<ref name="Bender">Justus Bender: Kandidatur für Europaliste. AfD-Politikerin Storch weist Untreuevorwurf zurück. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Januar 2014.</ref>
Politik[Bearbeiten]
Von Storch war 2011 kurzzeitig Mitglied der FDP.<ref>Tobias Heimbach: Von Storchs FDP-Episode: „Ich bin zu keiner einzigen Sitzung gegangen“. Welt Online, 15. Februar 2018.</ref> 2013 war sie eine der 68 Hauptzeichner der Wahlalternative 2013<ref>Gründer und Hauptzeichner. Wahlalternative 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Februar 2013; abgerufen am 17. Februar 2015.</ref> und trat der im selben Jahr gegründeten Partei Alternative für Deutschland (AfD) bei. Beim Bundesparteitag der AfD im Juli 2015 in Essen wurde von Storch zur stellvertretenden Bundessprecherin (Bundesvorsitzenden) gewählt. Sie erhielt 86,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. Im Januar 2016 wurde von Storch vom Berliner Landesparteitag zur Landesvorsitzenden der AfD Berlin gewählt. Sie erhielt 189 Stimmen bei 54 Nein-Stimmen und 22 Enthaltungen.<ref>Beatrix von Storch ist neue AfD-Landesvorsitzende. In: Rundfunk Berlin-Brandenburg. 16. Januar 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Januar 2016; abgerufen am 16. Januar 2016.</ref> Nach Betrugsvorwürfen wegen doppelter Stimmabgaben, notarieller Neu-Auszählung<ref>Sigrid Kneist: Querelen um Betrugsvorwurf bei Vorstandswahlen. In: Tagesspiegel. 23. Februar 2016.</ref> sowie der Feststellung zweier Parteigerichte, dass von Storch unrechtmäßig im Amt war, erfolgte im November 2017 eine Neuwahl des Vorstandes. Der Aufforderung des Gerichts, die Parteimitglieder über die ungültige Wahl zu informieren, war von Storch bis September 2017 nicht nachgekommen.<ref name="mopo170902">Ulrich Kraetzer: Berliner AfD-Führung verschwieg Wahlbetrug. In: Berliner Morgenpost. 2. September 2017.</ref> Seit dem Bundesparteitag im Dezember 2017 in Hannover ist von Storch nicht mehr stellvertretende Bundessprecherin, sondern Beisitzerin im vierzehnköpfigen Bundesvorstand.<ref name="faz171203">Gespalten und noch ein bisschen weiter rechts. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. Dezember 2017.</ref> Im 19. Deutschen Bundestag war von Storch ordentliches Mitglied im Ausschuss für Inneres und Heimat, sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz.<ref>Deutscher Bundestag - Abgeordnete. Abgerufen am 15. Januar 2021.</ref>
Beim Parteitag der AfD Berlin am 13. März 2021 unterlag Beatrix von Storch bei der Wahl zur Berliner Landesvorsitzenden Kristin Brinker im vierten Wahlgang knapp mit 120 zu 122 Stimmen.<ref>faz.net: Brinker überraschend zur Berliner AfD-Vorsitzenden gewählt. Sieg gegen Beatrix von Storch, 13. März 2021.</ref>
Von Storch wendet sich gegen eine angebliche „Sexualisierung der Gesellschaft“, vertritt einen konservativen Umgang mit Geschlechterrollen sowie ein traditionelles Familienbild und lehnt die gleichgeschlechtliche Ehe ab.<ref>Beatrix von Storch: Die Katze ist nun aus dem Sack. Die Genderei verliert ihre Maske. In: kath.net, 3. April 2014.</ref><ref name="Tagesspiegel" /> Sie war laut eigener Aussage eine Mitorganisatorin der gegen den Bildungsplan 2015 gerichteten „Demo für alle“ in Stuttgart<ref>Norbert Blech: Homophober Vortrag. Beatrix von Storch: Ich organisiere die „Demos für Alle“. In: queer.de</ref> und nahm im September 2014 in Berlin an der Demonstration „Marsch für das Leben“ der Lebensrechtsbewegung gegen Abtreibung und Sterbehilfe teil.<ref>Kristiana Ludwig: Demo der Abtreibungsgegner in Berlin: Gänzlich patriarchales Weltbild. In: taz, 21. September 2014, abgerufen am 28. September 2014.</ref> Sie lehnt die Kampagne „Mach’s mit“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ab, die mit Plakaten für den Gebrauch von Kondomen zur Verhinderung von ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten wirbt. Laut Storch soll es stattdessen eine öffentliche Kampagne für sexuelle Enthaltsamkeit geben.<ref>Markus Wehner: Die Protestunternehmerin. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. August 2015.</ref>
Auf dem AfD-Parteitag in Dresden im April 2021 stellte von Storch sich gegen einen von dem thüringischen AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke eingebrachten Vorschlag für das neue Wahlprogramm der AfD für die Bundestagswahl 2021. Höcke und dessen Seite der Partei (ehemals Der Flügel) hatten mit einer zunächst mehrheitlichen Abstimmung der AfD-Delegierten auf dem Parteitag ein sogenanntes „Migrationsmoratorium“, welches den Stopp jeglicher Zuwanderung beinhaltete, gefordert. Von Storch kritisierte dies mit den Worten: „[…] wir haben gerade beschlossen, dass Migranten, die zu uns kommen wollen, und die weniger als fünf Millionen Euro mitbringen, hier nicht mehr willkommen sind. Nur noch mit 4,5 Millionen kann man hier nicht mehr einwandern!“<ref>AfD „völlig irre“: Sogar Beatrix von Storch ist DIESER Beschluss zu rechts. In: derwesten.de. 12. April 2021, abgerufen am 12. April 2021.</ref> Dafür erhielt von Storch eine Rüge des leitenden Präsidiums, da sie sich zunächst zur Geschäftsordnung gemeldet hatte und ihre Redezeit jedoch für ihre Kritik an Höckes Forderung verwendet hatte.<ref>Gregor Mayntz: Wahlprogramm verabschiedet: Höckes Parteitag. 11. April 2021, abgerufen am 12. April 2021.</ref>
Von Storch unterstützt die Behauptung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, ihm sei 2020 die Wiederwahl gestohlen worden. Obwohl der Supreme Court Trumps Klage hierzu abgewiesen hatte, sagte von Storch zu ZDFheute, sie sei „sicher, dass die Wahlen manipuliert worden sind dort, ja“.<ref>Julia Klaus, David Gebhard: Wie die AfD Zweifel an der Briefwahl schürt www.zdf.de, 9. September 2021</ref>
Im Juli 2021 traf sie den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro und dessen Sohn Eduardo Bolsonaro auf einer Auslandsreise.<ref>Brasilien: Jair Bolsonaro hat Beatrix von Storch empfangen. In: Der Spiegel. Abgerufen am 26. Juli 2021.</ref><ref>Patrick Gensing, Silvia Stöber: In autoritärer Gesellschaft www.tagesschau.de, 27. Juli 2021</ref>
Kandidatur zur Bundestagswahl 2013[Bearbeiten]
Von Storch kandidierte bei der Bundestagswahl 2013 auf Platz 2 der Landesliste Berlin und als Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis Berlin-Mitte;<ref name="Sirleschtov">Antje Sirleschtov: „Untragbare Belastungen für den Bürger“. In: Der Tagesspiegel, 7. August 2013.</ref> sie erhielt 3,0 % der Erststimmen.<ref>Endgültiges Ergebnis. (PDF) S. 8.</ref>
Während des Wahlkampfes schrieb von Storch einen offenen Brief an den katholischen Erzbischof Robert Zollitsch, in dem sie sich gegen die sogenannte Homo-Ehe wandte, ein konservatives Familienbild präsentierte und dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz wegen dessen öffentlicher Warnung vor der AfD Amtsmissbrauch vorwarf.<ref>Offener Brief von Beatrix von Storch, zitiert nach: Sie missbrauchen ihr Amt, um vor uns zu warnen! In: kath.net, 9. August 2013; abgerufen am 16. September 2013.</ref> Günther Lachmann verurteilte in der Welt zwar die politische Einflussnahme des Erzbischofs, bezeichnete den offenen Brief Storchs jedoch als ungeeignet, von diesem „Ausrutscher“ politisch zu profitieren. Der Brief sei in seiner Wortwahl anmaßend und ein „zum Scheitern verurteilte[r] Versuch, einen Mann Gottes zu moralisieren.“ Von Storch liefere den Gegnern ihrer Partei Argumente, die die AfD „zur Strecke bringen“ könnten.<ref>Günther Lachmann: Warum die AfD dem Bischof mit Homo-Ehe kommt. In: Welt Online, 16. August 2013.</ref>
Kandidatur zur Europawahl 2014[Bearbeiten]
Am 25. Januar 2014 wurde von Storch vom AfD-Bundesparteitag in Aschaffenburg mit 142 von 282 Stimmen auf Platz vier der Liste zur Europawahl 2014 gewählt.<ref>Kathrin Haimerl: AfD-Parteitag: Lucke nimmt Anti-Kurs auf Europa. In: sueddeutsche.de, 25. Januar 2014.</ref> Laut einem Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll von Storch bei dieser Wahl von der parteiinternen Gruppierung Christen in der Alternative für Deutschland unterstützt worden sein, die in ihrer Grundsatzerklärung u. a. ein Abtreibungsverbot sowie ein Verbot der Sterbehilfe fordert und die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften ablehnt.<ref name="FAZ_100314" /> Im Vorfeld dieser Nominierung hatte von Storch nach Berichten des Spiegel und der taz die angebliche Macht einer sogenannten Schwulen-Lobby angeprangert.<ref>Melanie Amann: Erzkonservative in der AfD: Auf Stimmenfang bei Homophoben. Spiegel Online, 18. Januar 2014; Konrad Litschko: AfD diskutiert Programm: Rechtsrum nach Brüssel. taz.de, 24. Januar 2014.</ref>
Mitglied des Europäischen Parlaments[Bearbeiten]
Bei der Europawahl in Deutschland 2014 wurde sie als Kandidatin der AfD zum Mitglied des Europäischen Parlaments gewählt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Alphabetisches Verzeichnis der Gewählten nach Parteien: AfD. ( vom 27. Mai 2014 im Webarchiv archive.today) In: Bundeswahlleiter.de.</ref> Dort war sie Mitglied im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) und im Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter (FEMM) sowie Stellvertreterin im Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON). Sie gehörte außerdem der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Chile (D-CL) und der Delegation in der Parlamentarischen Versammlung Europa-Lateinamerika (DLAT) an. 2014 kandidierte sie erfolglos für das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden des Frauenausschusses.<ref>Frauenausschuss im EU-Parlament lehnt Beatrix von Storch ab. In: Zeit Online, 8. Juli 2014.</ref> Nach der Wahl beschäftigte sie den Landesvorsitzenden der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, in ihrem Berliner Büro als Büroleiter.<ref>Vom Radio-Studio auf die Landtagsbühne. In: svz.de, 5. September 2016, abgerufen am 27. Februar 2017.</ref><ref>Schloss und Riege. In: sueddeutsche.de, 4. September 2016, abgerufen am 27. Februar 2017.</ref><ref>Kai Biermann, Philip Faigle, Astrid Geisler, Karsten Polke-Majewski, Max Schörm, Tilman Steffen, Sascha Venohr: Rechts bis extrem. In: zeit.de, 5. September 2016, abgerufen am 2. Januar 2018.</ref>
Mit ihrer Wahl in den Bundestag gab von Storch im November 2017 ihre Mitgliedschaft im Europäischen Parlament an Jörg Meuthen ab.<ref>AfD-Chef Meuthen wird EU-Parlamentarier. Spiegel Online, 7. November 2017.</ref>
Äußerungen zur Flüchtlingssituation 2016 – Schusswaffeneinsatz gegen Flüchtlinge[Bearbeiten]
In der Flüchtlingsdebatte erklärte von Storch in einem Facebook-Beitrag Ende Januar 2016, dass über Österreich nach Deutschland einreisende Menschen nach Paragraph 18, Absatz 2 des Asylgesetzes kein Recht auf Asyl hätten und man ihnen deshalb die Einreise verweigern solle. Unter Bezug auf § 11 des Gesetzes über den unmittelbaren Zwang (UZwG) folgerte sie: „Und wenn [s]ie das HALT an der Grenze nicht akzeptieren, können die Vollzugsbeamten im Grenzdienst Schusswaffen auch gegen Personen einsetzen.“ Auf Nachfrage wollte sie davon auch Frauen und Kinder nicht ausnehmen.<ref>Beatrix von Storch will Frauen und Kinder an Grenze mit Waffengewalt stoppen. In: stern.de, 31. Januar 2016, abgerufen am 5. Februar 2016.</ref> Nach Kritik nahm sie Kinder, nicht aber Frauen von ihrer Forderung aus; gegen Kinder sei der Schusswaffeneinsatz „richtigerweise nicht zulässig“. Ihre, sowie eine ähnliche Aussage Frauke Petrys, wurden von Politikern aller anderen Parteien, Gesellschaftsvertretern und in der Medienöffentlichkeit heftig kritisiert und von der Gewerkschaft der Polizei zurückgewiesen.<ref>„Frauen sind anders als Kinder verständig“. In: welt.de, 1. Februar 2016, abgerufen am 5. Februar 2016.</ref><ref>AfD-Vizechefin will Polizei sogar auf Kinder schießen lassen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. Januar 2016, abgerufen am 17. Januar 2017.</ref><ref>Beatrix von Storch will doch nicht auf Kinder schießen. In: Zeit online, 31. Januar 2016, abgerufen am 4. Februar 2016.</ref>
Auf Kritik von Mitgliedern des AfD-Bundesvorstands, die Äußerungen Petrys und Storchs nach Angaben des Spiegels als „taktischen Fehler, gleichsam das Offenlegen der richtigen Gesinnung zum falschen Zeitpunkt“, beanstandeten, erklärte von Storch gegenüber Parteifreunden, sie habe „Mist gebaut“ und Petry „doch nur helfen wollen“. Ihre Aussage, der Beitrag sei ein „technischer Fehler“ gewesen, sie sei auf ihrer Computermaus „abgerutscht“,<ref>Melanie Amann, Matthias Bartsch, Jan Friedmann, Nils Minkmar, Michael Sauga, Steffen Winter: Im Schützengraben. In: Der Spiegel. Nr. 6, 2016, S. 1–15 (online).</ref> sorgte für Hohn und Spott im Internet. Auf Facebook dementierte von Storch mit den Worten, dass sie „die Geschichte mit der Maus“ nie gesagt habe, das sei „einfach zu dämlich“.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Rechtfertigung für Kommentar – „Das ist einfach zu dämlich“: AfD-Vize Storch dementiert „Maus-Abrutsch-Aussage“. ( vom 4. Januar 2018 im Internet Archive) In: Focus online, 10. Februar 2016.</ref>
Nach Meinung des Staatsrechtlers Christoph Schönberger ist der Einsatz von Schusswaffen durch Polizisten an der Grenze „allenfalls theoretisch“ vorstellbar. Ein Schusswaffeneinsatz sei unverhältnismäßig, wenn eine unbewaffnete, nicht aggressive Person versuche, in die Bundesrepublik hineinzukommen. Das Gesetz habe die Konstellation vor Augen, dass eine Person sich systematisch der Kontrolle entziehe. Das gelte insbesondere bei Verbrechern oder bei Drogenkriminalität. Der bloße Schutz der Außengrenze vor der Einreise eines Flüchtlings reiche auf keinen Fall, um Schusswaffen einzusetzen.<ref>Schusswaffengebrauch an der Grenze? - „Der Flüchtling ist in keinem Fall ein Angreifer“. In: Deutschlandfunk. 2. Februar 2016, abgerufen am 6. Februar 2016.</ref>
Im Mai 2016 berichtete die Bild-Zeitung, dass von Storch wegen Morddrohungen gegen sie unter Polizeischutz stehe.<ref>LKA-Beamte beschützen AfD-Politikerin von Storch rund um die Uhr. In: Focus. 1. Mai 2016, abgerufen am 5. Mai 2016.</ref>
Ausschluss aus der Europapartei ECPM und Fraktionswechsel[Bearbeiten]
Von Storch gehörte seit Juli 2014 der Europapartei Europäische Christliche Politische Bewegung (ECPM) als Einzelmitglied an. Laut einem Bericht des Reformatorisch Dagblad schloss der ECPM-Vorstand im März 2016 von Storch aus der Partei aus und nannte als Gründe hierfür ihre Äußerungen zum Schusswaffengebrauch an der Grenze gegen Frauen und Kinder sowie ihre Kontakte zur FPÖ.<ref>Harald Tittel: Europese christelijke partij schrapt AfD’er Von Storch. In: Reformatorisch Dagblad. 24. März 2016 14:31 Uhr (niederländisch).</ref>
Einem Ausschluss aus der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformisten (EKR)<ref>Screenshot der Pressemitteilung der Parlamentsfraktion der Europäischen Konservativen und Reformer zur Austrittsaufforderung in dem Tweet Freiwillig gehen-oder Rauswurf: #AFD-Abgeordnete sollen ECR-Fraktion im #EU-Parlament bis 31.3 verlassen @tagesschau des WDR-Journalisten Markus Preiß. 8. März 2016, abgerufen am 9. April 2016 (englisch).
Europaparlament: Fraktion will AfD-Abgeordnete loswerden. Spiegel Online, 8. März 2016 19:31 Uhr, abgerufen am 10. April 2016.
Streit im EU-Parlament. AfD-Abgeordnete sollen Fraktion verlassen. tagesschau.de, 8. März 2016.
Sebastian Schöbel: Von Storch über drohenden EU-Fraktionsausschluss. „Wir haben keinen Grund, zu gehen“. tagesschau.de, 9. März 2016.</ref> kam von Storch durch einen Austritt zuvor. Am 8. April 2016 wechselte sie zur rechtspopulistischen Fraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie (EFDD) ein.<ref>Severin Weiland, Christoph Titz, Melanie Amann: Fraktionsaustritt: AfD-Politikerin Storch will zu EU-Gegnern wechseln. Spiegel Online, 8. April 2016; abgerufen am 10. April 2016.
AfD-Vize Beatrix von Storch bricht mit ihrer Fraktion. Welt Online, 8. April 2016, abgerufen am 8. April 2016.
Vor drohendem Ausschluss. Von Storch wechselt in Farage-Fraktion. tagesschau.de, 8. April 2016.
Malte Pieper: Europa-AfD. Auf dem Weg nach Rechtsaußen. In: tagesschau.de. Norddeutscher Rundfunk A. d. ö. R., 8. April 2016 20:45 Uhr, abgerufen am 9. April 2016; in ähnlicher Form auch als Audio Europa-AfD auf dem Weg nach Rechtsaußen. 8. April 2016 17:26 Uhr.
Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Nach Streit um Einsatz von Schusswaffen. AfD-Europaabgeordnete von Storch wechselt Fraktion. ( vom 22. August 2016 im Internet Archive)
Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Mitgliedsseite von Beatrix von Storch ( vom 9. April 2016 im Webarchiv archive.today) in der Parlamentsfraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie, abgerufen am 9. April 2016 (englisch).
Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Posting von Beatrix von Storch über ihren Beitritt zur Parlamentsfraktion. ( vom 9. April 2016 im Webarchiv archive.today) Website der Parlamentsfraktion Europa der Freiheit und der direkten Demokratie, abgerufen am 9. April 2016 (englisch; das Posting besteht aus einer als Zitat markierten Willkommensbekundung, deren Autor nicht genannt wird, darüber das Logo der Alternative für Deutschland, obwohl ihr AfD-Kollege Marcus Pretzell zu diesem Zeitpunkt noch Mitglied der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer war und dies bis zu seinem Ausschluss am 12. April 2016 blieb).</ref>
Bundestagsabgeordnete[Bearbeiten]
Für die Bundestagswahl 2017 kandidierte von Storch im Bundestagswahlkreis Berlin-Mitte für die AfD und erreichte mit 7,9 % der Erststimmen den fünften Platz der Direktkandidaten. Sie zog über die Landesliste der AfD Berlin in den 19. Deutschen Bundestag ein.
Am 5. Oktober 2017 wurde sie zu einer von fünf stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion gewählt.<ref>Kampfabstimmung: Leif-Erik Holm neuer Vize-Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion. In: Nordkurier.de. 5. Oktober 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Oktober 2017; abgerufen am 6. Oktober 2017.</ref>
Für die Bundestagswahl 2021 kandidierte von Storch wieder im Bundestagswahlkreis Berlin-Mitte und erreicht mit 5,5 % der Erststimmen diesmal nur den sechsten Platz der Direktkandidaten. Über die Landesliste zog sie als Spitzenkandidatin ihrer Partei wieder in den Bundestag ein. Im 20. Deutschen Bundestag wurde sie erneut zur stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion gewählt, zudem war sie Mitglied im Ausschuss für Digitales und stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen für Kultur und Medien, für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im Auswärtigen Ausschuss sowie in der Kinderkommission.<ref>Deutscher Bundestag - Beatrix von Storch. In: bundestag.de. Abgerufen am 6. Dezember 2024.</ref>
Bei der Bundestagswahl 2025 wurde von Storch erneut zur Spitzenkandidatin ihrer Partei in Berlin gewählt<ref>„Als Nächstes überflügeln wir die CDU“: Berliner AfD wählt von Storch zur Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl. In: tagesspiegel.de. Tagesspiegel, 12. Oktober 2024, abgerufen am 6. Dezember 2024.</ref> und trat diesmal im Bundestagswahlkreis Berlin-Lichtenberg an, den sie mit 21,9 % gegen die Linke Ines Schwerdtner mit 34 % der Erststimmen nicht gewann. Daher zog sie erneut über die Landesliste ihrer Partei ins Parlament ein.<ref>Beatrix von Storch, Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2025. In: AfD-Bezirksverband Lichtenberg. 30. November 2024, abgerufen am 6. Dezember 2024.</ref>
Verfassungsschutz[Bearbeiten]
Fünf Zitate von Storchs zählten zu einer auf Aussagen von 50 AfD-Funktionären fußenden Begründung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) im Januar 2019, dass es „Anhaltspunkte für eine gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung ausgerichtete Politik der AfD“ gebe. Insbesondere wird von Storch zitiert mit Darstellungen eines angeblichen Zusammenhangs zwischen islamischer Erziehung und gesteigerter Gewaltbereitschaft, Forderungen nach einer „Anti-Scharia-Gesetzgebung“ und pauschaler Überwachung von Moscheen, Pauschalisierung einer Nicht-Integrierbarkeit von Muslimen in westlich geprägte Gesellschaften und Gleichsetzungen des politischen System der Bundesrepublik mit Entwicklungen im NS-Staat. Das BfV sieht in den Zitaten Anhaltspunkte für Verletzung der Menschenwürde nach Art. 1 GG, der Religionsfreiheit nach Art. 4 GG, Forderungen zur Ausrichtung des Handels bzw. Tätigwerden des Verfassungsschutzes nicht an Recht und Gesetz, sondern an politischen Vorgaben sowie eine derartige Verächtlichmachung der politischen Verhältnisse, dass von Anhaltspunkten für Bestrebungen gegen das Demokratieprinzip ausgegangen werden könne.<ref>netzpolitik.org: Verfassungsschutz-Gutachten zur AfD. 28. Januar 2019, abgerufen am 6. November 2019.</ref> Auch eine daraufhin von der AfD eingerichtete Arbeitsgruppe unter Roland Hartwig kam acht Monate später zu dem Schluss, dass „8 Anhaltspunkte vom Amt nachvollziehbar aufgeführt“ seien, darunter Vorwürfe gegen von Storch.<ref>AfD-Arbeitsgruppe findet Anzeichen für Verfassungsfeindlichkeit. In: Focus. 20. September 2019.</ref>
Politische Einordnung durch Politikwissenschaftler und Journalisten[Bearbeiten]
Von Storch wird dem rechtskonservativen Flügel der Partei zugerechnet. Oskar Niedermayer bezeichnete sie als eine „Erzkonservative“ im innerparteilichen Spektrum der AfD im Bereich der Familien- und Geschlechtspolitik.<ref>Oskar Niedermayer: Eine neue Konkurrentin im Parteiensystem? Die Alternative für Deutschland. In: ders. (Hrsg.): Die Parteien nach der Bundestagswahl 2013. Springer, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-02852-7. S. 175–207, hier: S. 204.</ref> David Bebnowski vom Göttinger Institut für Demokratieforschung bezeichnet von Storch als „reaktionär“.<ref>David Bebnowski: Beatrix von Storch: Restaurative Netzwerkerin. In: Die Alternative für Deutschland. Aufstieg und gesellschaftliche Repräsentanz einer rechten populistischen Partei. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-08285-7, S. 25–27, hier: 27.</ref> Sie sei „die radikale Kraft für die radikalen christlich-konservativen Belange“ der AfD, stehe für „restaurative Forderungen“ und gelte als „Repräsentantin“ eines „‚klassischen‘ Familienmodell[s]“, eines „militanten Antikommunismus“ und eines „nationaltümelnden Patriotismus“.<ref>David Bebnowski: Beatrix von Storch: Restaurative Netzwerkerin. In: Die Alternative für Deutschland. Aufstieg und gesellschaftliche Repräsentanz einer rechten populistischen Partei. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-08285-7, S. 25–27, hier: 26.</ref> Alexander Häusler bescheinigt von Storch ein „nationalistisches Verständnis von Demokratie“.<ref>Alexander Häusler, Rainer Roeser: Die »Alternative für Deutschland« – eine Antwort auf die rechtspopulistische Lücke?. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe – Analysen – Antworten. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-01983-9, S. 109.</ref>
Für Kathrin Haimerl, Nachrichten-Redakteurin bei Süddeutsche.de, wird die AfD mit der „ultrakonservativen“ Storch „anschlussfähig an den äußersten rechten Rand des politischen Meinungsspektrums“.<ref name="SZ_März_14">Kathrin Haimerl: AfD im Europawahlkampf: Rechts von der Union ist noch Platz. In: sueddeutsche.de. 14. März 2014, abgerufen am 26. März 2014.</ref>
Kontroversen[Bearbeiten]
Rechtsstreit mit der Berliner Schaubühne[Bearbeiten]
Am 15. Dezember 2015 wies das Landgericht Berlin Anträge Beatrix von Storchs und Hedwig von Beverfoerdes ab, der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz durch einstweilige Verfügung die Verwendung von Porträtfotos von ihnen in dem Stück FEAR von Falk Richter zu verbieten. „Richters Figuren“, schrieb Daniel Müller in Die Zeit, „haben in FEAR Schreckensvisionen, fallen in fieberhafte Albträume, schreien, grunzen, leiden. Im Hintergrund flirren unablässig Bilder von faulzahnigen, blutgeilen Zombies über die Bühne, die unter anderem mit den Porträts von Beate Zschäpe und […] eben auch von Beatrix von Storch sowie […] Hedwig von Beverfoerde gegengeschnitten werden.“<ref>Daniel Müller: Im Namen des Volkes. In: Die Zeit, 17. Dezember 2015, S. 52.</ref> Das Gericht sah darin aber keinen Eingriff in die Menschenwürde und auch keine schwere Persönlichkeitsverletzung. Eine Gleichstellung mit Massenmördern wie dem Rechtsterroristen Breivik oder Neonazis erfolge durch die Verwendung der Bildnisse nicht. Soweit durch das Theaterstück das Persönlichkeitsrecht der Antragstellerinnen gemäß Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz verletzt werde – wenn auch nicht in besonders schwerer Weise –, stehe das Recht auf Kunstfreiheit gemäß Art. 5 Abs. 3 Grundgesetz gegenüber. Im Rahmen der zu treffenden Abwägung gehe die Kunstfreiheit vor.<ref>Pressemitteilung der Berliner Justiz vom 15. Dezember 2015</ref>
Anzeigen der Polizei Köln und anderer wegen des Verdachts der Volksverhetzung[Bearbeiten]
Die Polizei Köln wünschte anlässlich der Silvesterfeierlichkeiten 2017 per Twitter allen Bürgern ein frohes neues Jahr. Dafür wurden vier inhaltlich identische Tweets in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch (in dieser Reihenfolge) veröffentlicht.<ref>polizei_nrw_k auf twitter.com</ref> Beatrix von Storch kommentierte unter dem Tweet mit arabischem Neujahrswunsch:
„Was zur Hölle ist in diesem Land los? Wieso twittert eine offizielle Polizeiseite aus NRW auf Arabisch. Meinen Sie, die barbarischen, muslimischen, gruppenvergewaltigenden Männerhorden so zu besänftigen?“
Die Polizei Köln erstattete daraufhin Strafanzeige gegen Beatrix von Storch wegen des Verdachts der Volksverhetzung (§ 130 Strafgesetzbuch [StGB]).<ref>Streit um Silvester-Tweet: Polizei erstattet Strafanzeige gegen Beatrix von Storch. In: Spiegel Online. 1. Januar 2018, abgerufen am 2. Januar 2018.</ref> Bei der Staatsanwaltschaft gingen „mehrere hundert“ weitere Strafanzeigen gegen von Storch ein.<ref name="faz15370168">Hunderte Strafanzeigen: AfD-Politikerin von Storch verteidigt ihren Silvester-Tweet. In: faz.net, abgerufen am 2. Januar 2018.</ref> Twitter löschte den Tweet wegen Verstoßes gegen die Regeln des Unternehmens über Hass-Inhalte. Daraufhin wiederholte sie ihren Twitter-Eintrag und setzte den Inhalt auf Facebook ein mit dem Zusatz, dass sie „mit Blick auf Muslime nur diejenigen meine, wegen denen der Staat für Frauen Schutzzelte eingerichtet habe“.<ref>Twitter legt von Storch Handschellen an. In: faz.net. 2. Januar 2018, abgerufen am 1. Januar 2018.</ref> Die AfD brachte die Sperrung des Twitter-Accounts in Zusammenhang mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das am selben Tag vollständig in Kraft getreten war.<ref name="faz15370168" /> Nach Ansicht des Rechtswissenschaftlers Matthias Jahn erfüllte der Tweet nicht den Straftatbestand der Volksverhetzung. Er argumentierte, dass die Juristin und AfD-Abgeordnete sich bewusst an der Grenze des Zulässigen bewege.<ref>Wolfgang Janisch: Juraprofessor: Von-Storch-Tweet „kein Fall für das Strafrecht“. In: sueddeutsche.de. 2018, abgerufen am 4. Januar 2018.</ref> Die Staatsanwaltschaft Berlin stellte das Ermittlungsverfahren Mitte Februar 2018 ein.<ref>Keine Anklage gegen Beatrix von Storch Kölner Stadt-Anzeiger, 16. Februar 2018</ref> Für den Germanisten Heinrich Detering hat von Storch das „muslimisch“ zwischen „barbarisch“ und „gruppenvergewaltigend“ „so selbstverständlich eingeschoben, als gehöre es zum selben Begriffsfeld“.<ref>Heinrich Detering: Was heißt hier „wir“? Zur Rhetorik der parlamentarischen Rechten. Reclam, Ditzingen 2019 (3. Aufl.), S. 12.</ref>
Verharmlosung der NS-Verbrechen[Bearbeiten]
Im Dezember 2019 veröffentlichte von Storch einen Facebook-Beitrag, in dem sie den zeitgenössischen politischen Diskurs mit der Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten verglich. Sie warf dem damaligen Justizminister Heiko Maas vor, ähnlich wie das nationalsozialistische Regime gegen „Unwahrheiten“ vorzugehen, und schrieb: „Es ist wieder soweit. Was 1933 als 'Unwahrheit' bekämpft wurde, heißt heute 'Fake'. Herr Maas, Sie können im 3. Reich einfach abschreiben.“<ref>Andre Meister, Anna Biselli, Markus Reuter: Verfassungsschutz-Gutachten zur AfD. In: siehe Textstelle mit dortigem Einzelbeleg Nr. 243. 28. Januar 2019, abgerufen am 6. November 2024.</ref>
Attacke gegen den VfL Osnabrück[Bearbeiten]
Im Frühling 2018 attackierte Beatrix von Storch den Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück für eine Kampagne „gegen Rechts“ mit den Worten „Liebe Honks vom VfL Osnabrück, könnt Ihr etwas präzisieren? Wer oder was genau ist ‚rechts‘? Und wann genau steht Ihr auf gegen ‚Links‘?“ Der Verein antwortete mit den Worten „Danke für die Reaktion, Beatrix von Storch, wir scheinen einen Nerv getroffen zu haben. Wir werten Ihre Beleidigung und den Inhalt Ihres Tweets als Kompliment und fühlen uns in unserer Haltung bestätigt.“ „Gegen Rechts“ stehe für „ein Zeichen gegen jegliche Art von Vorurteilen, Diskriminierung, Ausgrenzung, Rassismus, Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Hass, Gewalt und Homophobie“. Der VfL Osnabrück sagte von Storch außerdem im Falle einer Identifikation mit den Werten eine Zusendung eines Trikots der Aktion zu.<ref name="focus">AfD-Frau von Storch beleidigt VfL Osnabrück – Drittligist reagiert erstklassig. In: Focus Online. 2. April 2018, abgerufen am 3. April 2018.</ref>
Tweet anlässlich der Amokfahrt in Münster am 7. April 2018[Bearbeiten]
Die Amokfahrt in Münster am 7. April 2018 kommentierte von Storch, als noch nichts über den Täter bekannt war, auf Twitter mit dem Merkel-Zitat „Wir schaffen das“ in Versalien und einem wütenden Emoticon, womit sie die Tat in Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik stellte.<ref name="faz180409" /> Bei der Amokfahrt waren vier Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden.<ref>Amokfahrt von Münster: Polizei bestätigt - Kein rechtsextremer Hintergrund. In: tz. 26. April 2018, abgerufen am 22. Mai 2018.</ref> Der Generalsekretär der CSU Markus Blume forderte sie daraufhin auf, ihr Bundestagsmandat aufzugeben.<ref>Wegen Tweet zur Amokfahrt: CSU-Generalsekretär verlangt Storch-Rücktritt. In: Spiegel Online. 9. April 2018, abgerufen am 11. April 2018.</ref> Auch der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen kritisierte sie.<ref name="faz180409">Justus Bender: Schneller als die AfD erlaubt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. April 2018.</ref> Vier Tage später entschuldigte sie sich dafür, die Tat einem Flüchtling zugeschrieben zu haben, und bezeichnete den deutschen Täter Jens R. nun als „Nachahmer islamischen Terrors“.<ref>Beatrix von Storch nennt ihren Münster-Tweet „einen Fehler“. In: Spiegel Online. 12. April 2018, abgerufen am 13. April 2018.; Von Storch entschuldigt sich für Münster-Aussage. In: Die Welt. 12. April 2018, abgerufen am 13. April 2018.</ref>
Bundestagsrede vom 17. Februar 2022[Bearbeiten]
In der Bundestagsdebatte zum Internationalen Frauentag 2022 kritisierte von Storch „fast alle“ Mitglieder des Parlaments als Anhänger einer Genderideologie. In dem Zusammenhang bezeichnete sie die Bundestagsabgeordnete Tessa Ganserer biologisch und juristisch als Mann. Wenn sie „Rock, Lippenstift, Hackenschuhe trägt, dann ist das völlig in Ordnung“. Doch dass Ganserer über die Frauenquote der Partei Bündnis 90/Die Grünen in den Bundestag einzog und als Frau geführt wird, sei rechtswidrig. Katrin Göring-Eckardt, Vizepräsidentin des Bundestags, forderte von Beatrix von Storch Respekt gegenüber der „Kollegin Tessa Ganserer“. Britta Haßelmann, Fraktionschefin der Grünen, nannte von Storchs Äußerungen „niederträchtig, bodenlos, […] homophob und zutiefst menschenverachtend“.<ref>Plenarprotokoll 20017. (PDF; 1,5 MB) Deutscher Bundestag, S. 1142(D)-1144(D).</ref>
Ordnungsgeld im Bundestag Juni 2024[Bearbeiten]
Am 26. Juni 2024 wurde vom Bundestagspräsidium durch Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt gegen von Storch ein Ordnungsgeld verhängt, weil sie sich in der „heutigen Aussprache in der Aktuellen Stunde [...] während der Rede der Abgeordneten Schönberger“ mit „Zwischenrufen [...] erneut herabwürdigend und respektlos über die Abgeordnete Ganserer geäußert“ habe, „obwohl sie in dieser Angelegenheit bereits mehrfach ermahnt wurde und Ordnungsrufe erhalten hat. Sie hat damit bewusst und in einem nicht nur geringfügigen Maße gegen die parlamentarische Ordnung und Würde verstoßen. Ich setze namens und im Auftrag von meiner Kollegin Vizepräsidentin Pau gegen die Abgeordnete von Storch daher ein Ordnungsgeld fest.“<ref>Plenarprotokoll 20/17 S. 22951 (C) (D)</ref> Pau hatte nach Schönbergers Rede darauf hingewiesen, „dass ich mir die gesamte Debatte, die verbalen und protokollierten nonverbalen Äußerungen – nicht nur die, die vom Redepult kommen, sondern auch die, die aus dem Rund kommen – ansehe und mir vorbehalte, sollte es Bemerkungen gegeben haben, die Kolleginnen und Kollegen herabsetzen oder sonst in irgendeiner Weise diskriminieren, das auch nachträglich entsprechend zu würdigen.“<ref>Plenarprotokoll 20/17 S. 22915 (A)</ref> Näheres zu den beanstandeten Zwischenrufen teilte Göring-Eckardt nicht mit. Als einzige Äußerung Storchs zu Ganserer während der Rede Schönbergers ist im Protokoll der Ausruf des ursprünglichen, 2019 ohne förmliche Namensänderung abgeänderten Vornamens Ganserers festgehalten.<ref>Plenarprotokoll 20/17 S. 22914 (D)</ref> Ordnungsgelder werden vom Bundestagspräsidium nur sehr selten verhängt, meist erfolgt lediglich ein Ordnungsruf.<ref>welt.de vom 1. Juli 2024</ref> Am 29. Juni 2024 reichten die Koalitionsfraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP den Antrag ein, in der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages „jegliche beleidigenden oder diskriminierenden, insbesondere rassistischen oder sexistischen Äußerungen oder Verhaltensweisen“ zu untersagen, das für eine „Verletzung der Ordnung oder der Würde des Bundestages“ vorgesehene Ordnungsgeld auf 2.000 Euro, im Wiederholungsfall 4.000 Euro zu verdoppeln und es nach drei Ordnungsrufen innerhalb von drei Sitzungswochen zwingend vorzuschreiben.<ref>fr.de vom 1. Juli 2024</ref> Die erste Lesung im Plenum des Bundestages am 3. Juli 2024 endete mit der Überweisung an den zuständigen Ausschuss.<ref>bundestag.de</ref> Zu einer Entscheidung kam es bis konstituierenden Sitzung des 21. Bundestags am 25. März jedoch nicht. In dieser wurde abermals die Überweisung an den Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung beschlossen.<ref>Plenarprotokoll 21/1, 25. März 2025</ref>
Schriften[Bearbeiten]
- mit Sven von Storch, Botho Graf zu Eulenburg: Göttinger Kreis – Studenten für den Rechtsstaat e. V. In: Bruno J. Sobotka (Hrsg.): Wiedergutmachungsverbot? Die Enteignungen in der ehemaligen SBZ zwischen 1945 und 1949. v. Hase & Koehler, Mainz 1998, ISBN 3-7758-1369-1, S. 610–613.
Literatur[Bearbeiten]
- Helene Walterskirchen: Aristokraten. Leben zwischen Tradition und Moderne. Ueberreuter, Wien 2000, ISBN 3-8000-3778-5, S. 121–130 (Interview).
- David Bebnowski: Beatrix von Storch: Restaurative Netzwerkerin. In: Die Alternative für Deutschland. Aufstieg und gesellschaftliche Repräsentanz einer rechten populistischen Partei. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-08285-7, S. 25–27.
Weblinks[Bearbeiten]
- Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 345: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) in der Abgeordneten-Datenbank des Europäischen Parlaments
- Biografie beim Deutschen Bundestag
- Beatrix von Storch auf abgeordnetenwatch.de
- Beatrix von Storch im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
- Homepage
- Profil auf der Website der Partei
- Beatrix von Storch. In: Lobbypedia.de
- Interview
Porträts
- Constantin Magnis: Ihr Hauptberuf ist Protest. In: Cicero, 12. Juni 2013.
- Antje Sirleschtov: „Untragbare Belastungen für den Bürger“. In: Der Tagesspiegel, 7. August 2013.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Storch, Beatrix von |
| ALTERNATIVNAMEN | Storch, Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Lobbyistin, Politikerin (AfD), MdEP |
| GEBURTSDATUM | 27. Mai 1971 |
| GEBURTSORT | Lübeck |
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- Politiker (21. Jahrhundert)
- AfD-Bundesvorstand
- Vorsitzender der AfD Berlin
- Mitglied des Europäischen Parlaments für Deutschland
- Bundestagsabgeordneter (Berlin)
- FDP-Mitglied
- Rechtsanwalt (Deutschland)
- Blogger
- Lebensrechtsaktivist
- Familienmitglied des Hauses Oldenburg (Jüngere Linie Holstein-Gottorp)
- Familienmitglied des Adelsgeschlechts Storch
- Person (Kreis Segeberg)
- Deutscher
- Geboren 1971
- Frau