Cadillac Starlight
| Cadillac | |
|---|---|
| Bild nicht vorhanden | |
| Starlight | |
| Präsentationsjahr | 1959 |
| Fahrzeugmesse | Pariser Autosalon |
| Klasse | Oberklasse |
| Karosseriebauform | Coupé |
| Serienmodell | keines |
Der Cadillac Starlight war ein vom Turiner Karosseriebauunternehmen Pinin Farina entworfenes und hergestelltes Konzeptfahrzeug, das die zum General-Motors-Konzern gehörende Marke Cadillac im Oktober 1959 auf dem Pariser Autosalon vorstellte. Der Starlight war ein Einzelstück, das eng mit drei weiteren Pinin-Farina-Entwürfen der gleichen Ära verwandt war. Der Verbleib des Autos ist unklar. Zusammen mit seinen Vorgängern wird es teilweise zu „Pinin Farinas verlorenen Cadillacs“ gezählt.
Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]
Das 1930 gegründete Unternehmen Pinin Farina, das seit 1961 als Pininfarina firmiert, karosserierte seit den 1930er-Jahren auf Kundenwunsch einzelne Cadillac-Chassis. Zum Modelljahr 1959 erhielt Pinin Farina von Cadillac den Auftrag, die Serienversionen des Spitzenmodells Eldorado Brougham zu gestalten und in Serie herzustellen.<ref>Richard M. Langworth: Encyclopedia of American Cars 1930–1980, New York (Beekman House) 1984, ISBN 0-517-42462-2, S. 88.</ref> Diese sehr teuren und nur in Kleinstserie<ref group="Anm.">1959 baute Pinin Farina 99 Eldorado Broughams, im folgenden Jahr entstanden 101 Autos (s. Richard M. Langworth: Encyclopedia of American Cars 1930–1980, New York (Beekman House) 1984, ISBN 0-517-42462-2, S. 105).</ref> gebauten viertürigen Limousinen waren ab Spätsommer 1958<ref group="Anm.">Die zeitliche Zuordnung von Automobilen erfolgt in den USA in erster Linie anhand von Modelljahren. Modelljahre weichen üblicherweise von Kalenderjahren ab. Bei den meisten Herstellern beginnt bereits im Spätsommer eines Jahres nach den Werksferien, in denen Fertigungsstraßen umgebaut werden, ein neues Modelljahr. Das Modelljahr 1959 begann bei General Motors dementsprechend im August 1958.</ref> in den USA auf dem Markt. Als Ergänzung zu den Eldorado-Brougham-Limousinen gestaltete Pinin Farina im Auftrag von Cadillac<ref name="Hagerty">Larry Printz: Cadillac’s long-standing Italian love affair with Pininfarina. hagerty.com, 4. Oktober 2018, abgerufen am 6. Juli 2026.</ref> 1958 ein zweitüriges Coupé sowie ein Cabriolet mit der Bezeichnung Cadillac Skylight, die jeweils als Einzelstücke gebaut und ab Herbst 1958 als Show Cars auf Messen gezeigt wurden. Als im Spätsommer 1959 die dritte und letzte Eldorado-Brougham-Limousine auf den Markt kam, die zum Modelljahr 1960 gehörte und wiederum in Italien gebaut wurde, stellte Cadillac dem Serienmodell erneut ein Show Car mit individuellem Pinin-Farina-Aufbau zur Seite.<ref name="Hagerty"/> Dieses Einzelstück erhielt die Bezeichnung Cadillac Starlight.<ref name="Eldorado 53">James W. Howell, Jeanna Swanson Howell: Cadillac Eldorado. American Classics. Motorbooks International, 1. Auflage, Osceola, 1994, ISBN 978-0-87938-879-9, S. 53.</ref>
1961 entwickelte Pininfarina das Designkonzept des Starlight zum Cadillac PF Jacqueline weiter,<ref name="Veloce">Wallace Wyss: Pinin Farina’s Missing Cadillacs. velocetoday.com, 4. Februar 2014, abgerufen am 6. Juli 2026.</ref> der als zwei- und viertürige Variante entstand.<ref name="Eldorado 53"/> Pininfarina sah im Jacqueline einen Vorschlag für eine weitere Generation des Eldorado Brougham.<ref name="Eldorado 53"/> Cadillac entschied sich aber gegen eine Fortsetzung dieser sehr teuren Baureihe.
Beschreibung[Bearbeiten]
Der Cadillac Starlight war ein zweitüriges Stufenheckcoupé, das eine stilistische Weiterentwicklung des Skylight-Coupés von 1958 war. Gemeinsam hatten die Fahrzeuge das im Vergleich zu Cadillacs zeitgenössischen Serienmodellen schlichte Design.
Der Kühlergrill mit dünnen, waagerechten Chromstäben erstreckte sich über die gesamte Fahrzeugbreite und griff auch um die Fahrzeugecken. Darüber saßen Doppelscheinwerfer, unter denen rechteckige Blinker in den Kühlergrill eingelassen waren. Fahrzeugfront und -heck waren nach vorne geneigt.
Die Gürtellinie des Starlight verläuft waagerecht. Anders als sein Vorgänger von 1958 hatte der Starlight keine Heckflossen. Damit steht er im Gegensatz zu Cadillacs Serienmodellen jener Zeit, bei denen die Heckflossen in den Modelljahren 1959 und 1960 „lächerliche Ausmaße“<ref>Richard M. Langworth: Encyclopedia of American Cars 1930–1980. Beekman House, New York 1984, ISBN 0-517-42462-2, S. 87</ref> erreicht hatten. Die hinteren Kotflügel gingen am Fahrzeugheck in schmale, senkrecht angeordnete Rückleuchten über, die leicht geneigt waren. Im Gegensatz zum Skylight Coupé von 1958, das einen strengen trapezförmigen Dachaufbau mit breiter C-Säule hatte, verlief die Dachlinie des Starlight bogenförmig nach hinten. Der Starlight hat keine Panoramawindschutzscheibe. Die B-Säule fehlt. Die Besonderheit des Starlight war das Coupédach aus Plexiglas, das mit vier Metallplatten von innen abgedeckt werden konnte. War diese Abdeckung nicht erwünscht, konnten die vier Teile einzeln hinter der Hutablage aufbewahrt werden.
Die Speichenräder trugen Weißwandreifen.
Produktion[Bearbeiten]
Der Cadillac Starlight entstand 1959. Er war ein Einzelstück.<ref name="Carrozzieri"/> Einer Quelle zufolge war der Starlight kein komplett neues Auto, sondern identisch mit dem 1958 aufgebauten Skylight Coupé, wobei lediglich die Karosserie in Details verändert worden war.<ref name="Driventowrite">Bruno V.: Cadillac’s long-standing Italian love affair with Pininfarina. driventowrite.com, 11. August 2025, abgerufen am 6. Juli 2026.</ref> Ob das Auto fahrbereit war, ist unklar; einigen Quellen zufolge war es ein bloßes Pushmobile ohne Antriebstechnik, das auf einem Schemel hin- und hergeschoben werden musste.
Ausstellungen und Verbleib[Bearbeiten]
Der Cadillac Starlight wurde erstmals auf dem Pariser Autosalon 1959 gezeigt, der am 1. Oktober 1959 begann. Im Anschluss daran erschien der Starlight auf dem Turiner Autosalon (31. Oktober bis 11. November 1959). Der weitere Verbleib des Autos ist ungeklärt.
Einfluss des Designs[Bearbeiten]
Designdetails des Starlight griff Pininfarina später für Einzelstücke, aber auch für Serienmodelle anderer Hersteller auf. Eine dem Starlight sehr ähnlich gestaltete Frontpartie hatte Pinin Farinas Coupé Speciale auf der Basis des Fiat 2100, das 1959 vorgestellt und in mehreren Exemplaren als fahrbereites Auto hergestellt wurde.<ref>Alessandro Sannia: Enciclopedia dei carrozzieri italiani, Società Editrice Il Cammello, 2017, ISBN 978-8896796412, S. 436.</ref><ref name="Carrozzieri">Beschreibung und Abbildung des Autos auf www.carrozzieri-italiani.com (abgerufen am 6. Juli 2026).</ref> Der Heckabschluss mit den geneigt angeordneten senkrechten Rückleuchten findet sich unter anderem bei dem von Pininfarina gestalteten Peugeot 404 Coupé, das 1963 auf den Markt kam.<ref name="Driventowrite"/>
Auch andere Designer und Hersteller griffen Designmerkmale des Starlight auf. Der von Touring gestaltete Alfa Romeo 2000 Sprint Praho vorientierte sich im Bereich der Frontpartie an dem Starlight. Die Frontpartie des Opel Rekord P2 nimmt die über die ganze Wagenbreite reichende Verkleidung der Kühlluftöffnung auf. Senkrecht angeordnete schmale Rückleuchten, die sich unmittelbar an die hinteren Kotflügel anschließen, waren seit den 1960er-Jahren ein gängiges Designthema vieler Cadillacs.
-
Peugeot 404 Coupé
-
Opel Rekord P2
-
Alfa Romeo 2000 Sprint Praho
-
Cadillac Coupe DeVille (1971)
Anmerkungen[Bearbeiten]
<references group="Anm."/>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Literatur[Bearbeiten]
- Alessandro Sannia: Enciclopedia dei carrozzieri italiani, Società Editrice Il Cammello, 2017, ISBN 978-8896796412
- James W. Howell, Jeanna Swanson Howell: Cadillac Eldorado. American Classics. Motorbooks International, 1. Auflage, Osceola, 1994, ISBN 978-0-87938-879-9
Weblinks[Bearbeiten]
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Fotos und Beschreibung des Cadillac Starlight (englisch) ( vom 28. April 2021 im Internet Archive)
Aktuelle Modelle: Celestiq | CT5 | CT6 | Escalade | Escalade IQ | GT4 | Lyriq | Optiq | Vistiq | XT4 | XT5 | XT6
Historische Modelle: A | B | D | F | G | H | K | L | M | S | T | 30 | 51 | 53 | 55 | 57 | 59 | 61 | V-63 | Serie 10 | Serie 20 | Serie 30 | Serie 40 | Serie 60 | Serie 60 Special (1961–1964 • 1971–1976) | Serie 61 | Serie 62 | Serie 63 | Serie 65 | Serie 67 | Serie 70 | Serie 72 | Serie 75 | Serie 80 | Serie 85 | Serie 90 | Serie 314 | Serie 341 | Serie 353 | Serie 355 | Serie 370 | Serie 452 | Allanté | ATS | BLS | Brougham | Calais (1965–1970 • 1971–1976) | Catera | Cimarron | Civil | Commercial Chassis | CT4 | CTS | DeVille (1959–1960 • 1961–1964 • 1965–1970 • 1971–1976 • 1977–1984 • 1985–1988 • 1989–1993 • 1994–1999 • 2000–2005) | DTS | Eldorado (1953 • 1967–1970 • 1971–1978 • 1979–1985) | Eldorado Biarritz | Eldorado Brougham | ELR | Fleetwood (1985–1988 • 1989–1992 • 1993–1996) | Fleetwood Brougham | Fleetwood Limousine | Fleetwood 75 | Presidential State Car (2005) | Runabout | Seville | SLS | SRX | STS | STS-V | Tonneau | XLR | XTS
Von Cadillac entwickelt und produziert: LaSalle
Prototypen und Rennfahrzeuge: Aurora | BLS Concept | Castilian | Cien | Ciel | Converj | Cyclone | Debutante | Director | El Camino | Eldorado Brougham Town Car | Eldorado Fastback XP-840 | Eldorado Golden Anniversary | Eldorado Wagon | Eldorado XP-825 | Elevated Velocity | Elmiraj | El Rancho | Escala | Evoq | Fleetwood 60 Embassy | Fleetwood Coupe de Ville | Florentine | Gala | Imaj | InnerSpace Concept | La Espada | LaSalle II | Le Mans | Loewy Cadillac Sedan | LSE | Maharani | NART | Northstar LMP | Opulent Velocity | Orleans | Palomino | Park Avenue | PF 200 | PF Jacqueline | Provoq | Sixteen | Skylight | Solitaire | Sollei | Starlight | TAG Function Car | Townsman | Urban Luxury | Villa | Vizón | Voyage | V-One | XTS Platinum