Zum Inhalt springen

Chris Regn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Chris Regn in Die schwebenden Schwergewichte, Performance mit Muda Mathis und Sus Zwick (2013)

Chris Regn (* 4. Oktober 1964 in Nürnberg) ist eine in der Schweiz und Deutschland ansässige Konzeptkünstlerin und Aktivistin.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Chris Regn lebt in Basel und Hamburg als Künstlerin, Kuratorin, Archivarin und Lehrende. Sie arbeitet als Künstlerin kollektiv<ref>Artist's Window: Alias. In: dock-basel.ch. 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. September 2019; abgerufen am 23. August 2026.</ref> und prozessorientiert mit den Medien Zeichnung, Video, Aktion, Song, Performance und Interviews. Chris Regn schloss 2005 ihr Meisterstudium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg mit dem Projekt Meisterwerke ab.<ref>Ulrike Bergemann: Chris Regn – Meisterwerke. In: swiki.hfbk-hamburg.de. HfbK Hamburg, 7. Juli 2005, abgerufen am 23. August 2026.</ref>

Ihre Arbeit versteht sie vor dem Hintergrund der Videoarchive und Sammlungen von Bildwechsel, dem Dachverband für Frauen/Medien/Kultur in Hamburg, den sie mitträgt. Sie bezieht sich als Konzeptkünstlerin mit Recherchen, Aktionen, Präsentationen und Videos auf das Potential von Repräsentationen und Künstlerbildern.<ref>Andrea Saemann und Chris Regn: bildwechsel/Künstlerinnenarchiv und generation gap. In: performancechronikbasel.ch. Abgerufen am 23. August 2026.</ref>

1978 bildete eine kollektive Gruppenstruktur die Basis, im Frauenzentrum Nürnberg in gemeinsamen Aktionen politisch aktiv und künstlerisch produktiv zu werden. Ziel war es, politische Veränderungen zu bewirken und Lebensbedingungen neu zu gestalten. Dabei spielte die Auseinandersetzung mit künstlerischen Prozessen anderer Künstlerinnen eine wichtige Rolle. So wurde 1981 das Künstlerinnenarchiv Nürnberg gegründet.<ref>Doro Wiese: Mit seismographischen Störungen leben. In: Die Tageszeitung: taz. 9. August 2004, ISSN 0931-9085, S. 23 (taz.de [abgerufen am 5. November 2019]).</ref> Mit seiner Vielzahl an Büchern, Interviews und Video-Dokumenten wurde es zum Wissensfundus für weiteres künstlerisches Arbeiten.<ref>Andrea Saemann im Gespräch mit Chris Regn: bildwechsel/Künstlerinnenarchiv und generation gap. Performance Chronik Basel, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. März 2016; abgerufen am 26. März 2024.</ref> Unter dem Pseudonym Helga Broll führte sie eine virtuelle Galerie,<ref>Galerie Helga Broll. In: galerie-broll.com. Chris Regn, abgerufen am 23. August 2026.</ref> die während der Art Basel im Jahr 2000 als künstlerisches Projekt gegründet wurde.<ref>Anita Hugi: Neuland Magazin Nr. 22. Corinne Buchser, Bianca Dugaro, Lena Eriksson, Anita Hugi, Judith Stofer, abgerufen am 11. März 2017.</ref> Von 2008 bis 2020 koordiniert sie das Programm im Kaskadenkondensator Basel, Projektraum für aktuelle Kunst und Performance.

Datei:Dorothea Schürch und Chris Regn in der Show «Let's sing Arbeiterin*» von Les Reines Prochaines und Freundinnen*.jpg
Chris Regn und Dorothea Schürch in der Show Let’s sing, Arbeiterin*

Sie arbeitet mit verschiedenen Performance- und Künstlerinnengruppen wie Evi, Nic und C, Les Reines Prochaines oder Tischgespräche. Im Jahr 2015 gründete sie nach einem Recherche-Performanceprojekt nach langen Diskussionen mit Akteuren aus der ganzen Schweiz zusammen mit Andrea Saemann PANCH, das Performance Netzwerk Schweiz.<ref>PANCH</ref> In Zusammenarbeiten mit Andrea Saemann wie Performance Saga,<ref>Verena Kuni: Eine Saga von realer Gegenwart. In: Schweizer Kunstverein (Hrsg.): Kunstbulletin. 11 000 Exemplare Auflage. Band 11 2007. Zürich.</ref> Interviews mit Pionierinnen der Performance-Kunst, Einfach sagen,<ref>Fredi Bosshard: Performance-Saga «Einfach sagen». In: woz.ch. 17. Februar 2012, abgerufen am 23. August 2026.</ref> einer Theaterproduktion zu Überlieferungskulturen zwischen dem deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm und den performativen Salons der Marie-Jeanne L’Héritier, und das Konzil zur Situation der Schweizer Performanceszene,<ref>Konzil. In: kasko.ch. Kaskadenkondensator, abgerufen am 23. August 2026.</ref> interessiert sie sich für die Organisation und die Kontexte von Erinnerung und die Reaktualisierung von Ereignissen. Mit verschiedenen Künstlerinnen entwickelt sie Video-, Performance- und Bühnenprogramme, wie zum Beispiel für die Grenzgemeinde Gottlieben Die Gottlieber Revue,<ref>Kristin Schmidt: Gottlieben wird tschechisch. Abgerufen am 3. März 2019.</ref> die Bühnenproduktion Let’s sing Arbeiterin*<ref>Les Reines Prochaines auf der Höhe ihrer Kunst. Abgerufen am 3. März 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Dominique Spirgi: Hinreissende Audienz bei den unverwüstlichen Königinnen. In: Stadtschreiber. 24. Januar 2019, abgerufen am 3. März 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Badische Zeitung: Seit 30 Jahren im Kommen – Theater – Badische Zeitung. Abgerufen am 3. März 2019.</ref> und Alte Tiere hochgestapelt, letzteres eine Produktion des Theaters Basel.

Im Sommer 2022 kuratierten Muda Mathis, Chris Regn, Andrea Saemann und Lena Eriksson die Ausstellung Bang Bang – Translokale Performance Geschichten im Museum Tinguely.<ref>BANG BANG – translokale Performance Geschichte:n. Abgerufen am 3. November 2022.</ref><ref>Bang Bang im Museum Tinguely. Abgerufen am 3. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Jules Pelta Feldman: Looking at the moon: Davide-Christelle Sanvee and the embodiment of Swiss performance history. In: Performance: Conservation, Materiality, Knowledge. 4. August 2022, abgerufen am 4. November 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Sie gibt mit Lena Eriksson und Nicole Boillat unregelmäßig die Kopierschrift KAP heraus. Seit 2021 ist sie Verlegerin bei Existenz und Produkt, einem Verlag für Künstlerinnen von Iris Ganz, Nicole Boillat, Chris Regn und Lena Eriksson.<ref>Existenz und Produkt. In: Existenz und Produkt. Abgerufen am 17. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dort erschien unter anderem im Jahr 2022 begleitend zum Ausstellungsprojekt Bang Bang – translokale Performancegeschichten im Museum Tinguely in Basel die Zeitschrift Megazin mit sieben Ausgaben.<ref>Impressum. In: Nicole Boillat, Lena Eriksson, Iris Ganz und Chris Regn (Hrsg.): Megazin. Das Zine zur Ausstellung Bang Bang – Museum Tinguely, Basel 2022. 1 Saga. Existenz und Produkt, Basel 2022, ISBN 978-3-907364-01-7, S. 30.</ref><ref>Megazine 1-7. Abgerufen am 26. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Performances, Präsentationen und Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Kuratorien[Bearbeiten]

  • 1978–1992 Künstlerinnenarchiv, Nürnberg
  • Seit 1992 Konzeption und Archivleitung bei Bildwechsel, dem Dachverband für Frauen / Medien / Kultur, Hamburg zusammen mit Birgit Durbahn, Christina Schäfer, Viktoryia Levenko und Anderen
  • Seit 2000 Galerie Helga Broll, Arbeit als Veranstalterin und Kuratorin
  • 2008 Kunstraum Lodypop, Basel, Zu Hause:zu Gast mit Lena Eriksson
  • 2008 bis 2021 Programmveranmtwortliche für den Kaskadenkondensator Basel
  • 2015 Mitbegründerin PANCH – Performance Art Network Schweiz
  • Seit 2016 Who writes his tory? Wikipedia-Editiergruppe u. a. mit Nicole Boillat, Daniela Brugger, Lysann König
  • 2017 Kuratorium Performance Art Festival Giswil mit Andrea Saemann, Muda Mathis und Chris Hunter
  • Seit 2017 bildwechsel Basel und das Manifest zur verantwortlichen Veröffentlichung von Sammlungen die digitale See mit Muda Mathis und Andrea Saemann
  • Ab 2019 organisiert sie die ∑ SUMME als Festival selbstorganisierter Kunsträume in Basel
  • 2021 ∑ SUMME Festival, Radio Event und Festival der unabhängigen, nicht kommerziellen Kunst- und Projekträume der Region Basel, Kaskadenkondensator Basel, Radio X<ref>∑ SUMME auf Radio X. Abgerufen am 31. Oktober 2024.</ref>
  • 2022 Bang Bang – translokale Performancegeschichten im Museum Tinguely in Basel, mit Lena Eriksson, Muda Mathis, Andrea Saemann<ref>zephir.ch: The Art of Intervention. Abgerufen am 26. Oktober 2023.</ref>
  • 2023 Zum 35-jährigen Jubiläum der Ateliergemeinschaft VIA Audio Video Kunst präsentierten die Amerbach Studios in Basel ein Radio Event und eine grosse Videoausstellung mit über 70 Videoproduktionen von Beteiligten dieser ehemaligen Videogenossenschaft, die 1988 aus der Videoklasse der Schule für Gestaltung Basel entstand.

Publikationen[Bearbeiten]

  • mit Daniela Brugger (Hrsg.): Who writes his_tory? Feministische Stimmen zur Wikipedia. Existenz und Produkt, Basel 2026, ISBN 978-3-907364-27-7.

Videointerviews (Auswahl)[Bearbeiten]

Künstlerinnengruppen (Auswahl)[Bearbeiten]

Ehrungen, Stipendien, Preise (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1999–2003 Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
  • 2000 Preis des Ersten Manifests grosser und angesehener Künstlerinnen, Basel<ref>Erstes Manifest. In: xcult.org. Abgerufen am 23. August 2026.</ref>
  • 2003 Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
  • 2005 Ideelles Stipendium und Einladung in das Kolleg Dekonstruktion und Gestaltung: Gender, Hamburg
  • 2008 Kunstkredit Basel-Stadt für das Kunstprojekt Hochformat mit Nicole Boillat und Anita Hugi
  • 2019 Performancepreis Schweiz, Publikumspreis<ref>Performancepreis Schweiz. Abgerufen am 28. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> als Kollektiv mit Monika Dillier, Iris Ganz, Sibylle Hauert, Lysann König, Fränzi Madörin, Muda Mathis, Dorothea Mildenberger, Sarah Elena Müller, Barbara Naegelin, Andrea Saemann, Dorothea Schürch, Sus Zwick<ref>Vergänglich, aber lebendig und aktuell. Abgerufen am 5. November 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • 2022 Residenz am Kunstdepot Göschenen, mit Chris Hunter
  • 2022 Basler Kulturpreis, Les Reines Prochaines and Friends*, mit Fränzi Madörin, Muda Mathis und Sus Zwick, Chris Regn, Marcel Schwald, Sibylle Aeberli, Sibylle Hauert, David Kerman, Lukas Acton, Dorothea Schürch, Chris Hunter und Michèle Fuchs

Medienresonanz[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Chris Regn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein