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Dickblattgewächse

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Dickblattgewächse
Datei:Fetthenne Sedum spectabile.jpg

Prächtige Fetthenne (Hylotelephium spectabile)

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Dickblattgewächse
Wissenschaftlicher Name
Crassulaceae
J.St.-Hil.
Datei:Aeonium urbicum Phyt.Canar.1.JPG
Illustration von Aeonium urbicum

Die Dickblattgewächse (Crassulaceae) bilden eine Familie, die zur Ordnung der Steinbrechartigen (Saxifragales) gehört. Die Pflanzen dieser Familie sind in der Lage, in ihren dicken Blättern Wasser zu speichern und so an trockenen Stellen relativ konkurrenzlos zu überleben. Sie gehören somit zu den Blattsukkulenten und zählen zu den CAM-Pflanzen. Einige Arten werden als Zierpflanzen verwendet und von einigen Arten wurden die medizinischen Wirkungen untersucht.

Beschreibung[Bearbeiten]

Habitus und Laubblätter[Bearbeiten]

Es sind meist immergrüne, ein-, zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanzen oder verholzende Pflanzen, die entweder als Halbsträucher oder Sträucher wachsen. Die meisten Arten sind sukkulente Pflanzen mit oft fleischigen Sprossachsen.

Die Laubblätter sind wechselständig, gegenständig oder in Wirteln, in grundständigen Rosetten oder an der Sprossachse verteilt angeordnet. Meist sind die dickfleischigen Blätter einfach. Die Blattränder können glatt, gelappt oder gesägt sein. Die Stomata sind meist anisocytisch. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten stehen manchmal einzeln oder meist in end- oder seitenständigen, zymösen, rispigen, ährigen, traubigen Blütenständen zusammen. Die Blüten sind meist zwittrig; bei wenigen Rhodiola-Arten sind die Blüten selten eingeschlechtig, dann sind die Arten zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Es ist ein Blütenbecher (Hypanthium) vorhanden. Die radiärsymmetrischen Blüten sind meist vier- bis sechszählig (drei- bis 30-zählig); es sind also gleich viele Kelch-, Kron-, Fruchtblätter und Staubblätter je Staubblattkreis jeweils, meist vier bis sechs (drei bis 30) vorhanden. Die meist lange haltbaren Kelchblätter sind höchstens an ihrer Basis verwachsen. Die Kronblätter können frei oder teilweise zu einer kurzen Röhre verwachsen sein. Es sind ein oder zwei Kreise mit je drei bis 30 Staubblättern vorhanden. Die zweizelligen Pollenkörner besitzen meist drei Aperturen und sind meist colporat. Die oberständigen oder halbunterständigen Fruchtblätter sind nicht oder etwas an der Basis verwachsen. Je Fruchtblatt sind in submarginaler Plazentation selten ein bis fünf, meist bis zu fünfzig hängende, anatrope, bitegmische, crassinucellate oder tenuinucellate Samenanlagen vorhanden. Auf oder in der Nähe der Fruchtblätter befinden sich jeweils eine Nektarschuppe. Die freien Griffel enden jeweils in einer kopfigen Narbe. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die häutigen oder ledrigen Balgfrüchte sind frei oder an ihrer Basis verwachsen, aufrecht oder ausgebreitet und enthalten jeweils einen bis viele Samen. Bei einigen Taxa sind die Balgfrüchte zu Sammelfrüchten (Synkarp), bei Diamorpha sogar kapselfruchtförmig verwachsen. Die bräunlichen, kleinen, fadenförmigen bis ellipsoiden Samen enthalten höchstens wenig ölhaltiges Endosperm und einen geraden Embryo.

Inhaltsstoffe und Chromosomenzahlen[Bearbeiten]

Oft sind Alkaloide (Pyrrolidin- und Piperidin-Alkaloide) vorhanden. Proanthocyanidine (Cyanidin und/oder Delphinidin) oder Flavonole (Kaempferol, Quercetin, Myricetin) oder Saponine können vorhanden sein. Häufig sind Gerbstoffe vorhanden. Als Reservestoff wird Sedoheptulose gebildet.

Die Chromosomenzahlen betragen meist n=4-22.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Datei:Adromischus triflorus PICT1039.JPG
Unterfamilie Kalanchoideae: Adromischus triflorus am Naturstandort: Kleine Karoo nahe Barrydale, Provinz Westkap, Südafrika

Verbreitung[Bearbeiten]

Dickblattgewächse sind außer in der Antarktis auf allen Erdteilen zu finden. Die meisten Arten kommen allerdings in ariden Gebieten vor.

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Innerhalb der Ordnung der Saxifragales bilden die Crassulaceae mit den Aphanopetalaceae, Haloragaceae, Penthoraceae und Tetracarpaeaceae eine Klade.

Innere Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung des Familiennamens erfolgte 1805 durch Jean Henri Jaume Saint-Hilaire in Exposition des Familles Naturelles, Band 2, S. 123. Die Typusgattung ist Crassula Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.. Synonyme der Familie sind Cotyledonaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Martinov, Rhodiolaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Martinov, Sedaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Martinov, Sempervivaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.Juss. und Tillaeaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Martinov.<ref>Armen Takhtajan: Flowering plants. 2. Auflage, Springer, 2009, ISBN 978-1-4020-9608-2, S. 305, DOI:10.1007/978-1-4020-9609-9.</ref>

Da das Trocknen sukkulenter Pflanzen schwierig ist, kann das Aussehen von Herbarmaterial und lebender Pflanzen oft stark abweichen; das erschwert die Arbeit mit Herbarmaterial und damit die Abgrenzung von Arten und höheren Taxa. So war und ist die Taxonomie der Crassulaceae stark diskutiert. Alwin Berger gliederte die Familie 1930 in sechs Unterfamilien, Henk ’t Hart reduzierte diese 1995 auf zwei Unterfamilien. Neuere phylogenetische Untersuchungen führten zu einer Unterteilung der Familie in drei Unterfamilien und fünf Tribus, die sich wie folgt darstellt:<ref>J. Thiede, U. Eggli: Crassulaceae. 2007, S. 93.</ref>

 Crassulaceae 

 Sempervivoideae 

Telephieae


   

Umbiliceae


   

Semperviveae


   

Aeonieae


   

Sedeae


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Kalanchoideae


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Crassuloideae


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Die Familie Crassulaceae besteht aus folgenden Gattungen:<ref>J. Thiede, U. Eggli: Crassulaceae. 2007, S. 100–113</ref>

Datei:Sedum kamtschaticum 1.jpg
Unterfamilie Sempervivoideae Tribus Umbiliceae: Phedimus kamtschaticus
Datei:Umbilicus rupestris (Habitus) 2.jpg
Unterfamilie Sempervivoideae Tribus Umbiliceae: Umbilicus rupestris
Datei:Rhodiola rosea a4.jpg
Unterfamilie Sempervivoideae Tribus Umbiliceae: Rhodiola rosea
Datei:Aeonium simsii 050904.jpg
Unterfamilie Sempervivoideae Tribus Aeonieae: Aeonium simsii
Datei:Aeonium valverdense 0505261.jpg
Unterfamilie Sempervivoideae Tribus Aeonieae: Aeonium valverdense
Datei:Echeveria elegans0.jpg
Unterfamilie Sempervivoideae Tribus Sedeae: Echeveria elegans
Datei:Tylecodon paniculatum MS 9570.jpg
Unterfamilie Kalanchoideae: Tylecodon paniculatus
Datei:Crassula marnierana 1.jpg
Unterfamilie Crassuloideae: Crassula marnieriana
  • Die Systematische Stellung der Gattung Perrierosedum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(A.Berger) H.Ohba ist ungewiss. Sie verbindet möglicherweise die afrikanischen Kalanchoideae mit den asiatischen Telephieae. Die früher eigenständige Gattung Cremnophila Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rose wurde in die Gattung Sedum integriert.

Darüber hinaus existieren folgende Hybridgattungen:<ref>Crassulaceae. In: Urs Eggli: Sukkulenten-Lexikon Band 4. Crassulaceae (Dickblattgewächse). 2003, S. 1</ref>

Datei:Cremnosedum Little Gem flower.jpg
×Cremnosedum 'Little Gem'

Nutzung[Bearbeiten]

Vom Felsen-Nabelkraut (Umbilicus rupestris) können die Blätter roh oder gegart gegessen werden, auch die medizinische Wirkung wurde untersucht.<ref>Umbilicus rupestris bei Plants for a Future.</ref> Von einigen Dudleya-Arten können die Blätter roh gegessen werden.<ref>Dudleya bei Plants for a Future.</ref> Von einigen Rhodiola-Arten können mindestens die Blätter, manchmal auch andere Pflanzenteile roh und gegart gegessen werden.<ref>Rhodiola bei Plants for a Future.</ref> Die medizinische Wirkung von Orostachys japonica wurde untersucht.<ref>Orostachys japonica bei Plants for a Future.</ref> Sedum-Arten werden vielfältig genutzt: Sie dienen als Zierpflanze und Gewürzpflanze, Blätter können roh oder gekocht gegessen werden und medizinische Wirkungen wurden untersucht.<ref>Sedum bei Plants for a Future.</ref> Viele Arten aus mehreren Gattungen dienen als Zierpflanzen für Parks, Gärten und Räume.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • S. B. Gontcharova, A. A. Gontcharov: Molecular phylogeny and systematics of flowering plants of the family Crassulaceae DC. In: Molecular Biology. Band 43, Nummer 5, S. 794–803, DOI:10.1134/S0026893309050112.
  • Henk 't Hart, Urs Eggli: Evolution and Systematics of the Crassulaceae. Backhuis Publishers, Leiden 1995, ISBN 90-73348-46-3.
  • Urs Eggli: Sukkulenten-Lexikon Band 4. Crassulaceae (Dickblattgewächse). 2003, ISBN 3-8001-3998-7.
  • Pablo Carrillo-Reyes, Victoria Sosa, Mark E. Mort: Molecular phylogeny of the Acre clade (Crassulaceae): dealing with the lack of definitions for Echeveria and Sedum. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 53, Nr. 1, 2009, S. 267–276, DOI:10.1016/j.ympev.2009.05.022.
  • J. Thiede, U. Eggli: Crassulaceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants, Band 9. Flowering Plants. Eudicots. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 2007, ISBN 978-3-540-32214-6, S. 83–118, DOI:10.1007/978-3-540-32219-1 12.
  • David J. Mabberley: The Plant Book. A portable dictionary of the higher plants. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1987, ISBN 0-521-34060-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Hong Chang, Lei Zhang, Huanhuan Xie, Jianquan Liu, Zhenxiang Xi, Xiaoting Xu: The Conservation of Chloroplast Genome Structure and Improved Resolution of Infrafamilial Relationships of Crassulaceae. In: Frontiers in Plant Science. Band 12, 2021, e631884 (doi:10.3389/fpls.2021.631884).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Dickblattgewächse (Crassulaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien