Hessit
| Hessit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Symbol |
Hes<ref name="Warr" /> |
| Andere Namen |
|
| Chemische Formel | α-Ag2Te<ref name="StrunzNickel" /> |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Sulfide und Sulfosalze |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
II/A.03 II/B.05-040<ref name="Lapis" /> 2.BA.30c 02.04.02.01 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | monoklin |
| Raumgruppe | Vorlage:Raumgruppe<ref name="StrunzNickel" /> |
| Gitterparameter | Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator < |
| Formeleinheiten | Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator < |
| Häufige Kristallflächen | {100}, {110}, {111}<ref name="SchröckeWeiner" /> |
| Zwillingsbildung | Zwillings-Lamellen sichtbar in glänzenden Sektionen<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 2 bis 3<ref name="Handbookofmineralogy" /><ref name="SchröckeWeiner" /> |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 8,24 bis 8,45; berechnet: 8,395<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Spaltbarkeit | undeutlich nach {100}<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Bruch; Tenazität | eben, glatt; mit dem Messer schneidbar |
| Farbe | bleigrau bis stahlgrau, schwarz anlaufend |
| Strichfarbe | hellgrau |
| Transparenz | undurchsichtig |
| Glanz | Metallglanz |
Hessit, auch als Tellursilber oder Tellursilberglanz bekannt,<ref name="Schrauf" /> ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der chemischen Zusammensetzung α-Ag2Te<ref name="StrunzNickel" /> und ist damit chemisch gesehen Silbertellurid.
Hessit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und bildet bis zu 1,7 Zentimeter große, pseudokubische, irregulär gewachsene Kristalle, kommt aber auch in Form kompakter Massen oder feiner Körner vor. Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak). Die Kristalle sind von blei- bis stahlgrauer Farbe und weisen auf den Oberflächen einen metallischen Glanz auf. Mit der Zeit können die Oberflächen schwarz anlaufen.
Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]
Das Mineral wurde erstmals 1830 von Gustav Rose beschrieben. Dieser untersuchte ein Erz, das aus der Sawodinski-Mine in der Region Altai (Sibirien) stammte und im Museum in Barnaul ausgestellt wurde. Dort war es für Argentit gehalten worden. Durch Untersuchungen mit dem Lötrohr und weitere Tests erkannte Rose jedoch schnell, dass es sich um ein Silber-Tellur-Mineral handeln müsse, und bezeichnete es entsprechend als Tellursilber.<ref name="Rose" />
Seinen bis heute gültigen Namen Hessit erhielt das Mineral 1843 durch Julius Fröbel, der es nach dem schweizerisch-russischen Chemiker und Mineralogen Germain Henri Hess (1802–1850) benannte.<ref name="TypkatalogHamburg" />
Das Typmaterial des Minerals wird in der Mineralogischen Sammlung des Museums für Naturkunde in Berlin unter den Sammlungsnummern 1999-7528 und 1999-0072<ref name="TypkatalogHamburg" /> sowie im Bergbaumuseum (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden., MM) in Sankt Petersburg (Russland) aufbewahrt.<ref name="IMA-Typmaterialkatalog" />
Da der Hessit bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Hessit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.<ref name="IMA-Liste" /> Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Hessit lautet „Hes“.<ref name="Warr" />
Klassifikation[Bearbeiten]
Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Hessit zur Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort zur Abteilung „Sulfide etc. mit M : S > 1 : 1“, wo er gemeinsam mit Aguilarit, Akanthit, Argentit, Naumannit und Petzit in der „Argentit-Naumannit-Gruppe“ mit der Systemnummer II/A.03 steht.
Im zuletzt 2018 überarbeiteten „Lapis-Mineralienverzeichnis“, das sich im Aufbau noch nach der alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/B.05-040. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Sulfide, Selenide und Telluride mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te > 1 : 1“, wo Hessit zusammen mit Aguilarit, Akanthit, Argentit, Cervelleit, Chenguodait, Empressit, Naumannit, Stützit und Tsnigriit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer II/B.05 bildet.<ref name="Lapis" />
Auch die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Hessit in die Abteilung „Metallsulfide, M : S > 1 : 1 (hauptsächlich 2 : 1)“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „mit Kupfer (Cu), Silber (Ag), Gold (Au)“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 2.BA.30c bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Hessit die System- und Mineralnummer 02.04.02.01. Dies entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n) : p = 2 : 1“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 02.04.02, in der auch Cervelleit eingeordnet ist.
Kristallstruktur[Bearbeiten]
Hessit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 8,164 Å, b = 4,468 Å, c = 8,977 Å und β = 124,16° sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.
Modifikationen und Varietäten[Bearbeiten]
Bei einer Temperatur von 155 °C geht Hessit in eine kubische Form über.
Bildung und Fundorte[Bearbeiten]
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Hessit bildet sich unter hydrothermalen Bedingungen bei niedrigen oder mittleren Temperaturen sowie in geringen Mengen in Pyrit-Lagerstätten. Als Begleitminerale treten unter anderem Altait, Calaverit, Chalkopyrit, Empressit, Galenit, gediegen Gold, Petzit, Pyrit, Rickardit, Sylvanit, Tellur und Tetraedrit auf.
Als häufige Mineralbildung ist Hessit an vielen Fundorten anzutreffen, wobei weltweit bisher über 1000 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2023).<ref name="MindatAnzahl" /> Außer an seiner Typlokalität in der Altai-Region trat das Mineral in Russland noch an vielen Stellen unter anderem in Baschkortostan, Belgorod, Burjatien, Irkutsk, Kamtschatka, Murmansk, Sacha, Tscheljabinsk, Tschukotka zutage.
In Deutschland konnte Hessit bisher nur in einem Gabbro-Steinbruch (auch Bärensteinbruch) im Radautal nahe Bad Harzburg in Niedersachsen sowie in der Lagerstätte Schlema-Alberoda und in zwei Steinbrüchen nahe Neustadt in Sachsen gefunden werden.
In Österreich fand sich das Mineral bisher im Steinbruch „Holler“ bei Badersdorf im Burgenland, an mehreren Stellen in Kärnten (Klausengrube, Kluidscharte, Maltaberg, Reißeck, Stallhofen), in einer Tonlagerstätte bei Aspangberg-St. Peter in Niederösterreich, an einigen Orten im Salzburger Land (Mitterberg, Rotgülden, Schellgaden, Zell am See), bei Wolfsgruben, Dürnstein und Gasen in der Steiermark sowie auf der Freschalpe im Silbertal in Vorarlberg.
In der Schweiz kennt man Hessit bisher nur aus dem Val Calnègia im Tessin sowie aus Anniviers, vom Lac de Cleuson und aus dem Simplonpassgebiet im Kanton Wallis.
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Ägypten, Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Äthiopien, Australien, Belgien, Bolivien, Botswana, Brasilien, Bulgarien, Chile, China, der Dominikanischen Republik, in Dschibuti, Ecuador, auf der Fidschi-Insel Viti Levu, in Finnland, Frankreich, Ghana, Griechenland, Grönland, Guyana, Indien, Indonesien, Iran, Italien, Japan, Kanada, Kasachstan, Kirgisistan, Korea, Kuba, Malaysia, Mali, Mexiko, der Mongolei, in Marokko, Myanmar, Nepal, Neuseeland, Norwegen, Pakistan, Papua-Neuguinea, Peru, auf den Philippinen, in Polen, Portugal, Rumänien, Saudi-Arabien, Schweden, der Slowakei, Spanien, Südafrika, Tadschikistan, Tansania, im Tschad, Tschechien, der Türkei, Ukraine, Ungarn, Uruguay, im Vereinigten Königreich (Nordirland, Schottland, Wales) und den Vereinigten Staaten von Amerika (Alaska, Arizona, Colorado, Kalifornien, Michigan und anderen).<ref name="Fundorte" />
Auch in Mineralproben vom Mittelatlantischen Rücken, genauer aus dem Hydrothermalfeld „Semyenov-2“, konnte Hessit nachgewiesen werden.<ref name="Fundorte" />
Verwendung[Bearbeiten]
Auf Grund des hohen Silberanteils von 63,3 % ist Hessit ein Silbererz.
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
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Weblinks[Bearbeiten]
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- Vorlage:Mineralienatlas
- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.
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- Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF) ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.
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Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Chester"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Hintze"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Hessit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 30. Dezember 2023. </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF; 3,6 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] (PDF; 1,9 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden., archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 2024-07-29 (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="IMA-Typmaterialkatalog"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF 217 kB) Commission on Museums (IMA), Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Lapis"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Rose"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Schrauf"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="SchröckeWeiner"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="StrunzNickel"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="TypkatalogHamburg"> A. Matthies: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Universität Hamburg, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Warr"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> </references>