Jan Wenzel Schmidt
Jan Wenzel Schmidt (* 8. Oktober 1991 in Magdeburg) ist ein rechtsextremer deutscher Politiker (AfD). Er ist seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages, seit 2026 als fraktionsloser Abgeordneter. Zuvor war er von 2016 bis 2021 Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Anhalt.
Leben[Bearbeiten]
Schmidt schloss seine Hochschulreife 2012 an der Berufsbildenden Schule „Otto von Guericke“ in Magdeburg ab.<ref> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Bewerbung zur Landesliste der AfD zur Landtagswahl. ( vom 22. April 2016 im Internet Archive) Abgerufen am 11. März 2021.</ref> Er ist gelernter Kaufmann im Einzelhandel.<ref>Abgeordnetensuche - Jan Wenzel Schmidt. In: landtag.sachsen-anhalt.de. Landtag von Sachsen-Anhalt, abgerufen am 12. März 2021.</ref>
Schmidt ist verheiratet und hat zwei Kinder.<ref>https://www.bundestag.de/abgeordnete/biografien/S/schmidt_jan-861180</ref>
Berufliche Tätigkeiten[Bearbeiten]
Vor seiner politischen Karriere im Bundestag betrieb Jan Wenzel Schmidt Lotto-Annahmestellen. Nach seinem Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt bewarb er sich mehrmals erfolglos als Lotto-Bezirksleiter. Er deckte aufgrund seiner Kenntnisse interne Unregelmäßigkeiten und „Mauscheleien“ innerhalb der landeseigenen Lotto-Gesellschaft auf.<ref>AfD-Fraktion Sachsen-Anhalt: Jan Wenzel Schmidt: Wir wollen die Lotto-Toto GmbH schützen und wieder auf den richtigen Weg bringen. 28. Februar 2020, abgerufen am 15. Februar 2026.</ref><ref>Autor ungenannt: - Landtag untersucht Lotto Sachsen-Anhalt, s. Punkt 18. "PUA mit 13 Mitgliedern beschlossen". Landtag Sachsen-Anhalt, 20. August 2019, abgerufen am 15. Februar 2026.</ref> Seine Enthüllungen führten letztlich zur Ablösung der Geschäftsführung.<ref>Justus Bender, Reinhard Bingener: Die AfD macht sich den Staat zur Beute / Abgeordnete geraten unter Druck, Verwandte von Fraktionskollegen anzustellen. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 15. Februar 2026, Seite 1</ref>
Politik[Bearbeiten]
Schmidt war von 2015 bis 2021 Landesvorsitzender der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative in Sachsen-Anhalt. Die AfD Sachsen-Anhalt trat bei der Landtagswahl am 13. März 2016 erstmals an und erhielt 24,3 % der Stimmen.<ref>siehe auch Flüchtlingskrise in Europa 2015/2016 und Flüchtlingskrise in Deutschland 2015/2016</ref> Schmidt zog über die Landesliste der AfD in den Landtag von Sachsen-Anhalt ein. Er war im März 2016 „Redner und Ehrengast“ bei einer öffentlichen Versammlung der Identitären Bewegung in Wernigerode.<ref>Stephan Schulz: Streit um Besetzung der Parlamentarischen Kontrollkommission. In: mdr.de. 25. Mai 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 27. Mai 2016.</ref><ref>Wie weit rechts steht die AfD? In: MDR.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 16. August 2017.</ref> Er besuchte im April 2016 im Harz eine Kerzenaktion der Identitären Bewegung.<ref>Identitäre im Visier des Verfassungsschutz. Abgerufen am 6. Oktober 2022.</ref> Später frequentierte er Veranstaltungen der Identitären Bewegung Halle und deren Hausprojekt.<ref>Das identitäre Haus in Halle und wie die Stadt damit umgeht. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. November 2017; abgerufen am 8. November 2017 ((Nicht mehr online verfügbar.) In: mdr.de. Archiviert vom Original am 8. November 2017; abgerufen am 8. November 2017.). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Nach der Einstufung des Flügels durch das Bundesamt für Verfassungsschutz im März 2020 als rechtsextreme Gruppierung, die nun beobachtet wird, sagte Wenzel: „Ein Großteil“ der AfD-Mitglieder in Sachsen-Anhalt unterstütze die politischen Positionen der Gruppierung. Für die Themen, die der Flügel anspreche, gäbe es im Land besonders viele Unterstützer.<ref>Jan Schumann: „Flügel“ unter Beobachtung: Jetzt steht auch der AfD-Nachwuchs unter Druck. 12. März 2020, abgerufen am 13. März 2020.</ref>
Schmidt war Obmann der AfD-Fraktion im 18. Parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Nach seiner parlamentarischen Anfrage im Jahr 2019 wurde aufgedeckt, dass die Lottogesellschaft Sachsen-Anhalt die Verpflichtung zur Sportwetten-Konzession verletzt hatte. Dies führte zur Kündigung der Geschäftsführerin.<ref>Jens Schmidt, Volksstimme Magdeburg: Ex-Lottochefs doch ohne Abfindung? Abgerufen am 12. März 2021.</ref> Der Untersuchungsausschuss deckte mehrere Interessenkonflikte bei der Fördermittelvergabe der Lottogesellschaft auf.<ref>Staatsaffäre: Zocker an der Elbe: In Sachsen-Anhalt schwelt ein Wettskandal. Abgerufen am 12. März 2021.</ref>
Schmidt kandidierte bei der Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis Börde – Jerichower Land. Er stand auf Platz 2 der Landesliste der AfD Sachsen-Anhalt<ref>Höcke verzichtet auf Kandidatur für den Bundestag. In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Mai 2021, abgerufen am 23. Juli 2021.</ref> und zog über die AfD-Liste in den 20. Deutschen Bundestag ein.<ref>Liste der MdBs hier</ref>
Von 2022 bis 2025 war er Generalsekretär der AfD Sachsen-Anhalt.<ref>AfD-Generalsekretär Schmidt tritt zurück. In: sueddeutsche.de. 23. Februar 2025, abgerufen am 3. März 2025.</ref> Schmidt kandidierte bei der Bundestagswahl am 23. Februar 2025 für den Bundestagswahlkreis Börde – Salzlandkreis und gewann das Direktmandat mit 43,2 Prozent der Erststimmen.<ref>067: Börde–Salzlandkreis - Die Bundeswahlleiterin. Abgerufen am 2. März 2025.</ref> Am 3. März 2026 wurde er nach Vorwürfen der Vetternwirtschaft auf Antrag der Fraktionsspitze aus der AfD-Bundestagsfraktion ausgeschlossen.<ref name="n-tv-427300">AfD-Fraktion schließt Jan Wenzel Schmidt aus. In: n-tv.de. 3. März 2026, abgerufen am 3. März 2026.</ref>
Kontroversen[Bearbeiten]
Mitarbeiter[Bearbeiten]
Im April 2016 wurde bekannt, dass Schmidt in seinem Wahlkreisbüro Stefan Träger beschäftigt, der von der NPD 2009 als Bundestagskandidat aufgestellt worden war. Nach Aussage des parlamentarischen Geschäftsführers der AfD Daniel Roi habe sich Träger von der NPD distanziert.<ref>AfD-Abgeordneter stellt NPD-Mann als Mitarbeiter ein. In: Tagesspiegel.de. Abgerufen am 22. April 2016.</ref><ref>Richard Erche, Tilman Steffen: AfD-Mitarbeiter: Im Zweifel rechts außen. In: Die Zeit. 30. März 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 11. September 2017]).</ref>
Im Oktober 2022 wurde bekannt, dass Schmidt Mario Müller, einen Rechtsextremisten, mehrfach verurteilten Gewalttäter und Funktionär der rechtsextremen Identitären Bewegung, als wissenschaftlichen Mitarbeiter in seinem Bundestagsbüro beschäftigt. Ähnlich wie in der Causa Stefan Träger rechtfertigte Schmidt sich mit der Aussage, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdiene.<ref>Frederik Schindler: AfD: Bundestagsabgeordneter beschäftigt rechtsextremen Gewalttäter. In: Die Welt. 30. September 2022 (welt.de [abgerufen am 6. Oktober 2022]).</ref><ref>Marcus Bensmann et al.: Geheimplan gegen Deutschland. In: correctiv.org. 10. Januar 2024, abgerufen am 10. Januar 2024.</ref> Müller nahm Ende 2023 an einem konspirativen Treffen von Rechtsextremen in Potsdam teil, bei dem Medienberichten zufolge unter anderem über „Remigration“ und die massenhafte Vertreibung von Menschen mit Migrationsgeschichte aus Deutschland diskutiert wurde.<ref>Marcus Bensmann et al.: Geheimplan gegen Deutschland. In: correctiv.org. 10. Januar 2024, abgerufen am 10. Januar 2024.</ref>
Ebenso beschäftigt Wenzel Schmidt seit 2024 den u. a. durch den Satz „Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD“ bekannten Rechtsextremisten Christian Lüth. Diesem wurde 2020 als Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion gekündigt, nachdem er die „Vergasung“ von Migranten vorgeschlagen hatte.<ref name="zeit erschiessen">Christian Fuchs: „Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD“. In: Zeit Online. 28. September 2020, abgerufen am 28. September 2020.</ref>
„Ich bin der Auffassung, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient. Maßgeblich für die Einstellung war die fachliche Expertise von Herrn Christian Lüth, nicht seine frühere Funktion. Die Einstellung stellt keine Billigung früherer Äußerungen dar, sondern basiert auf einer sachlichen Bewertung seiner heutigen Arbeit.“
Der AfD-Fraktionsvorstand sah sich auf Nachfrage nicht zuständig für die Personalie.<ref>Er redete über die Vergasung von Migranten: Skandal-Sprecher der AfD zurück im Bundestag. 9. Juli 2024, abgerufen am 11. Juli 2024.</ref>
Mutmaßliche Geschäfte in China[Bearbeiten]
Im Oktober 2025 berichtete das Nachrichtenportal T-Online über mögliche Verbindungen Schmidts zu dem im Vormonat zu fast fünf Jahren Haft wegen Spionage verurteilten Jian Guo, Ex-Mitarbeiter von Maximilian Krah (AfD).<ref name=":0">tagesschau.de: Ex-Mitarbeiter von AfD-Politiker Krah wegen Spionage verurteilt. Abgerufen am 12. Dezember 2025.</ref> Das Urteil gegen Guo war zum Berichtszeitpunkt noch nicht rechtskräftig.<ref name=":0" />
Zudem wurde über mögliche geschäftliche Aktivitäten im Zusammenhang mit künstlichen Diamanten berichtet:<ref>Jonas Mueller-Töwe, Annika Leister: Die dubiosen Diamantendeals der Familie Schmidt. In: T-Online. 13. Oktober 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025 (deutsch).</ref> Schmidt soll demnach im Jahr 2023 mit Guo eine chinesische Diamantenproduktion besucht haben. Parallel dazu habe der Lebensgefährte von Schmidts Mutter in Berlin zwei Briefkastenfirmen zum Handel mit den Diamanten gegründet, deren Geschäftsführerin mit Natalja Bußmann eine Parteifreundin Schmidts sei. Diese leite laut Handelsregister auch Schmidts eigene Unternehmen und arbeite gemäß einer E-Mail des AfD-Landesvorstands Sachsen-Anhalt in seinem Bundestagsbüro.
Auf Anfragen von T-Online vor Veröffentlichung der Recherchen soll Schmidt die Reise mit Guo schließlich eingeräumt, eine „geschäftliche Zusammenarbeit“ hingegen bestritten haben. Außerdem stehe er „in keiner geschäftlichen Verbindung“ zu den Unternehmen des Lebensgefährten seiner Mutter. Im Dezember veröffentlichte T-Online jedoch eine Visitenkarte, die Schmidt als „Vertriebsleiter“ einer der Firmen ausweist – mit Telefonnummer aus seinem Bundestagsbüro. Daraufhin prüfte der AfD-Landesvorstand parteiinterne Ordnungsmaßnahmen gegen Schmidt wegen des Vorwurfs parteischädigenden Verhaltens.<ref>Annika Leister, Jonas Mueller-Töwe: Der Spion und die Diamanten - Diese Visitenkarte bringt AfD-Politiker in Erklärungsnot. In: T-Online. 11. Dezember 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025 (deutsch).</ref> Dieser äußerte, dass es sich um eine parteiinterne Kampagne handele und keiner der Vorwürfe „belastbar oder rechtlich relevant“ sei.<ref>Pauline von Pezold: AfD Sachsen-Anhalt will Bundestagsabgeordneten ausschließen – der wittert eine Kampagne. In: WELT.de. 10. Dezember 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025.</ref>
Anstellungsverhältnisse[Bearbeiten]
Gegen Jan Wenzel Schmidt werden laut Spiegel-Recherchen mehrere Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit seiner privaten unternehmerischen Tätigkeit und der Beschäftigung von Mitarbeitern erhoben. Im Zentrum steht der Verdacht, Schmidt habe Angestellte seiner E‑Zigarettenfirma als Minijobber in seinem Bundestagsbüro angemeldet, ohne dass diese dort tatsächlich gearbeitet hätten. Interne Unterlagen und Verdienstnachweise sollen darauf hindeuten, dass der Geschäftsführer, der Prokurist sowie eine Vertriebsmitarbeiterin des Unternehmens über das Abgeordnetenbudget bezahlt wurden. Ein Prokurist erklärte schriftlich, die Zahlungen seien „ohne Tätigkeit“ erfolgt und als Gehaltserhöhung dargestellt worden.
Parallel dazu soll Schmidt Personen aus seinem privaten Umfeld veranlasst haben, Minijob-Anstellungen in der E‑Zigarettenfirma zu erhalten, ebenfalls ohne erkennbare Arbeitsleistung. Zudem habe sich Schmidt selbst als Minijobber in seiner eigenen Firma eintragen lassen. Die Vorgänge werfen Fragen nach möglicher Scheinbeschäftigung und missbräuchlicher Verwendung von Bundestagsmitteln auf.
Weitere Vorwürfe betreffen Rechnungen über angebliche Beratungsleistungen in Höhe von 7000 Euro, deren Erbringung der Geschäftsführer nicht bestätigen konnte. Zudem soll Schmidt einen von der Firma finanzierten, über 60.000 Euro teuren Firmenwagen privat genutzt haben. Auch VIP‑Jahrestickets für Heimspiele des 1. FC Magdeburg sollen über das Unternehmen abgerechnet worden sein.
Schmidt weist sämtliche Vorwürfe zurück und bestreitet Rechtsverstöße. Innerhalb der AfD ist er bereits zuvor wegen angeblicher „Vetternwirtschaft“ und „skrupelloser Methoden“ kritisiert worden.<ref>Claas Meyer-Heuer, Sven Röbel: Vorwürfe gegen AfD-Bundestagsabgeordneten: Die seltsamen Geschäftspraktiken des Herrn Schmidt. In: Der Spiegel. 4. Dezember 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 13. Februar 2026] S+).</ref>
Laut dpa beschäftigte Schmidt die Ehefrau des Landeschefs Martin Reichardt. Reichardts Tochter sei ebenfalls bei Schmidt beschäftigt gewesen. Auch die Ehefrau des stellvertretenden AfD-Fraktionsvorsitzenden in Sachsen-Anhalt, Hans-Thomas Tillschneider, sei bei Schmidt beschäftigt gewesen.<ref name="zeit-dpa-20260211">Vorwurf der Vetternwirtschaft: AfD Sachsen-Anhalt: Neue Vorwürfe um Jobs für Familien. In: Die Zeit, 11. Februar 2026.</ref><ref>Martin Böhmer: „Family and Friends“: Tracker zur Vetternwirtschaft bei der AfD. In: correctiv.org. 27. Februar 2026, abgerufen am 1. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zu Schmidts ehemaligen Beschäftigten gehörten außerdem die Ehefrauen der Landtagsabgeordneten Lothar Waehler und Christian Hecht.<ref name="mz">Jan Schumann, Hagen Eichler: Alles bleibt in der Familie. Mitteldeutsche_Zeitung vom 14./15. Februar 2026, S. 3.</ref>
Vorwürfe der Vetternwirtschaft und Parteiausschlussverfahren[Bearbeiten]
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Schmidt erhob in einer an den Landesvorstand gerichteten E‑Mail Mitte Dezember 2025 schwerwiegende Vorwürfe gegen eine von ihm als „Pokerrunde“ bezeichnete Führungsgruppe des AfD‑Landesvorstands Sachsen‑Anhalt (siehe Vorwürfe der Vetternwirtschaft in der AfD). Namentlich beschuldigt er Martin Reichardt, Oliver Kirchner, Hans-Thomas Tillschneider, Tobias Rausch, Jan Moldenhauer, Matthias Büttner, Gordon Köhler und Phillipp‑Anders Rau. Politisch unterstützt werde ihr Vorgehen durch den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im September 2026, Ulrich Siegmund. Er wirft ihnen unsaubere Fahrtkosten‑ und Reiseabrechnungen, Privatreisen unter dem Deckmantel parlamentarischer Tätigkeit, Besuche der Berliner Spielbank auf Dienstreisen sowie systematische Vetternwirtschaft vor, darunter die Beschäftigung von Ehepartnern, Kindern und Geschwistern über Abgeordnetenstellen. Zudem spricht er von unzulässigen wirtschaftlichen Verflechtungen, falschen Privatinsolvenzen und Falschangaben bei Wahlen und Mitgliederaufnahmen.<ref>Franziska Klemenz: Ex-Generalsekretär erhebt schwere Vorwürfe gegen AfD-Landesvorstand Sachsen-Anhalt. In: Table.Briefings. Table.Briefings, 17. Dezember 2025, abgerufen am 31. Januar 2026.</ref><ref>Anika Leister: Sperrfeuer aus den eigenen Reihen gegen die Mission AfD-Alleinregierung. T-Online, 26. Dezember 2025, abgerufen am 31. Januar 2026.</ref> In der Mail drohte Schmidt noch – „unabhängig davon, ob formell eine Ordnungsmaßnahme eingeleitet wird oder nicht“: „Ab der zweiten Januarwoche werde ich wöchentlich strukturierte Mails an Bundesvorstand und Landesvorstand senden.“ In jeder Mail sollen konkrete Beweise, Zahlen, Namen und Dokumente enthalten sein.<ref name=":1">Gareth Joswig, David Muschenich: Streit in AfD Sachsen-Anhalt eskaliert / Abgeordneter des Bundestags erhebt Vorwürfe gegen „Pokerrunde“ / Dem AfD-Abgeordneten Jan Wenzel Schmidt droht der Parteiausschluss. Jetzt wirft er Gegnern Vetternwirtschaft, Privatreisen auf Steuerkosten und Straftaten vor. In: TAZ vom 18. Dezember 2025</ref>
Am 22. Dezember 2025 wurde bekannt, dass der Vorstand ein Parteiausschlussverfahren gegen Schmidt eingeleitet habe.<ref>Anna-Lena Schlitt, Tilman Steffen, dpa: Korruptionsvorwürfe: AfD in Sachsen-Anhalt will Jan Wenzel Schmidt ausschließen. In: Die Zeit. 22. Dezember 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 22. Dezember 2025]).</ref> Die gegen Schmidt erhobenen Vorwürfe im Parteiausschlussverfahren betreffen vor allem mutmaßliche Scheinarbeitsverhältnisse sowie den angeblichen Missbrauch seines Bundestagsmandats für geschäftliche Vorteile. Der AfD‑Landesvorstand Sachsen‑Anhalt wirft ihm vor, Mitarbeiter seiner Privatfirma in seinem Bundestagsbüro beschäftigt zu haben.<ref name=":1" /><ref>Martin Nejezchleba, Christian Parth und Tilman Steffen: Der Staat als Beute / »Mafiöse Strukturen«, »Terror-Reich«, »Trickbetrüger«: In der Filz-Affäre der AfD versagen die Abwehrmechanismen. Scheitern die Rechtspopulisten an sich selbst? In: DIE ZEIT vom 19. Februar 2026, Seite 4 </ref> Grundlage des Verfahrens sind eidesstattliche Versicherungen eines früheren Geschäftspartners, deren Glaubwürdigkeit Schmidt bestreitet.
Nach Schmidts Darstellung wurde das Verfahren jedoch nicht aus sachlichen Gründen, sondern aus parteiinternen Machtkämpfen heraus initiiert.<ref>dpa: AfD-Abgeordneter Schmidt wehrt sich gegen interne Sanktionen / Hat er die Beschäftigung von Angehörigen bei AfD-Kollegen zu offen angesprochen oder geht es um seine Geschäfte? Der Bundestagsabgeordnete Schmidt setzt sich gegen Vorwürfe zur Wehr. STERN, 19. Februar 2026, abgerufen am 19. Februar 2026.</ref> Er beschuldigt insbesondere eine informelle Führungsrunde um den stellvertretenden Landesvorsitzenden Hans‑Thomas Tillschneider und den Bundestagsabgeordneten Martin Reichhardt, einen Machtzirkel gebildet und gezielt Skandalisierungen vorbereitet zu haben. Zudem wirft er dem gesamten Landesvorstand vor, ihn frühzeitig öffentlich vorverurteilt, interne Informationen an Medien weitergegeben und damit rechtsstaatliche sowie innerparteiliche Grundsätze verletzt zu haben. Schmidt sieht darin eine politisch motivierte Kampagne, die ihn ausschalten soll.<ref>Pauline von Pezold („Politico“): Machtkampf in der AfD Sachsen-Anhalt eskaliert / Bundestagsabgeordneter Jan Wenzel Schmidt richtet massive Vorwürfe an den Landesvorstand. Von einer „Hetzkampagne“ gegen ihn und von „Doppelmoral“ ist die Rede. Gegen ihn läuft ein Parteiausschlussverfahren In: DIE WELT vom 30 Januar 2026, S. 4</ref>
Schmidt wurde schließlich am 3. März 2026 aus der AfD-Bundestagsfraktion ausgeschlossen.<ref name="n-tv-427300" />
Weblinks[Bearbeiten]
- Persönliche Website
- Biografie beim Deutschen Bundestag
- Jan Wenzel Schmidt auf abgeordnetenwatch.de
- Kurzbiografie beim Landtag von Sachsen-Anhalt
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmidt, Jan Wenzel |
| ALTERNATIVNAMEN | Schmidt, Jan |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (AfD), MdL |
| GEBURTSDATUM | 8. Oktober 1991 |
| GEBURTSORT | Magdeburg |
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- Bundestagsabgeordneter (Sachsen-Anhalt)
- Mitglied des Auswärtigen Ausschusses (Deutscher Bundestag)
- Landtagsabgeordneter (Sachsen-Anhalt)
- Politiker (21. Jahrhundert)
- Betroffener eines Parteiausschlussverfahrens (AfD)
- Mitglied der Jungen Alternative für Deutschland
- Deutscher
- Geboren 1991
- Mann