Molchow
Molchow Stadt Neuruppin
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(232)&title=Molchow 52° 59′ N, 12° 50′ O
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| Höhe: | 41 m | |||||
| Fläche: | 7,6 km² | |||||
| Einwohner: | 232 (31. Dez. 2023)<ref>Statistiken der Fontanestadt Neuruppin. (PDF; 61 kB) Stadt Neuruppin, abgerufen am 31. Dezember 2024.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 31 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 6. Dezember 1993 | |||||
| Postleitzahl: | 16827 | |||||
| Vorwahl: | 03391 | |||||
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Molchow ist ein Ortsteil<ref>Auflistung als Ortsteil von Neuruppin im Kommunalverzeichnis Brandenburg. Abgerufen am 4. Juni 2026.</ref> der Kreisstadt Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Land Brandenburg. Zu Molchow gehört der Wohnplatz Stendenitz.
Lage[Bearbeiten]
Das Runddorf liegt etwa drei Kilometer nördlich von Alt Ruppin an der Ruppiner Seenkette, die vom Rhin durchflossen wird, zwischen Tetzensee und Molchowsee in der Ruppiner Schweiz.
Geschichte[Bearbeiten]
Das Dorf ist slawischen Ursprungs, aber bereits in der Steinzeit lebten hier Menschen. Ein Walzenbeil und einige Mikrolithen aus der mittleren und ein Feuersteinbeil aus der Jungsteinzeit, welche hier gefunden wurden, belegen das. Ein gerippter Bronzearmring, dessen genaue Fundstelle nicht mehr bekannt ist, ist das bemerkenswerteste Zeugnis aus der Bronzezeit. Molchow selbst wird im Jahre 1462 erstmals erwähnt, schon in der heutigen Schreibweise. Damals war Molchow schon lange ein Teil der hier reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin unter der Landesherrschaft der Grafen von Lindow-Ruppin, die hier auch Grundherren waren. Die Grafen leisteten einige Abgaben aus dem Dorf an das Kloster Lindow und an die Kirche Neuruppin. Daneben hatten die von Gühlen zu Nackel und die von Lohe zu Wustrau das Recht von Abgaben durch einige Bauern. Der Ort gehörte zur Kirchengemeinde (eingekircht) in Alt Ruppin. Im Jahre 1525 mussten die Einwohner im Vorwerk Storbeck mitarbeiten. Zu dieser Zeit besaßen der eingesetzte Lehnschulze und 12 Ganzbauern (Vollhüfner) 20 Hufen Land und 60 Morgen Kiefernwald (Kiehn Heide) zur Holzung für die Brennholzgewinnung, der Lehnschulze zusätzlich eine Wiese auf Eggersdorf, und die Bauern nutzten Wiesen auf Fristow, Tornow, Stendenitz, Rottstiel und Steinberg. In jenem Jahr war Molchow wie das gesamte Ruppiner Land gerade zur Mark Brandenburg gelangt, Grundherr war nunmehr das Amt Alt Ruppin. In den folgenden Jahrhunderten schwankte die Ortsgröße zwischen 12 und 13 Bauernstellen. Dazu kam der Schulze, der 1590 auch die Fischerei- und Schankrechte besaß. Molchow hatte damals Weiderechte in der Quäste, also dem am Molchowsee gegenüberliegendem Teil der Feldmark Neuruppin.
Durch die Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges waren 1652 5 Höfe von 13 verwüstet, und am 11. April brannten 2 Häuser ab. Auch 1687 waren 5 Höfe noch nicht wieder aufgebaut, deren Land durfte durch die anderen Bauern genutzt werden. Eine Schäfer hatte „gute Hutung“, aber der Acker war schlecht. Immerhin gab es genug Brennholz. Die genutzte Ackerfläche betrug von nun an 20 Hufen. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts waren alle Bauernhöfe wieder aufgebaut. 1716 kümmerten sich ein Kuhhirt, ein Kälberhirt und ein Hirtenknecht um das Vieh. 1764 gab es neben dem Lehnschulzen und den 12 Bauern ein Hirtenhaus und einen Schmied, insgesamt zählte Molchow damals 15 Wohnhäuser, 13 Ställe und 13 Scheunen. Einige Bauern nutzten Wiesen auf der Wüstung Eggersdorf. Vom Lassbauer (Zinspflichtiger Bauer) Caspar Thiele als Besitzer eines Anderthalbhufengutes wird aus dem Jahre 1751 überliefert, dass seine anderthalb Hufen und Wiesen ca. 6 Morgen Land bedeuteten und das seine Jahreseinnahmen mit 1 Reichstaler 5 Groschen 8 Pfennige (nach Abzug der Abgaben) als notdürftig zu bezeichnen waren.<ref>Takashi Iida: Ruppiner Bauernleben 1648–1806 sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Untersuchungen einer ländlichen Gegend Ostelbiens. Lukas-Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86732-039-9, S. 82 bis 83 (google.de).</ref> 1770 bis 1777 führten überhöhte Fronforderungen des Amtes zum Widerstand auch der Molchower Bauern.
Molchow besaß nie eine eigene Kirche, sondern war 1541 in Alt Ruppin, 1602 in Krangen, 1775 in Alt Ruppin und seit 1800 endgültig nach Krangen eingemeindet.
Im Jahre 1759 dezimierte eine Viehseuche den Tierbestand
In Molchow standen im Jahre 1798 24 Wohnstätten (Feuerstellen) und unter den 113 Einwohnern befanden sich 1 Schäfer und Einlieger, 2 Hirten und 27 Dienstboten. Molchow gehörte bis 1872 zu Alt Ruppin.<ref name="brat" />
Am 6. Dezember 1993 wurde Molchow nach Neuruppin eingemeindet.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.</ref>
Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]
| Einwohnerentwicklung in Molchow<ref name="brat">Friedrich Wilhelm August Bratring: Die Grafschaft Ruppin in historischer, statistischer und geographischer Hinsicht ein Beitrag zur Kunde der Mark Brandenburg. Haym, Berlin 1799, S. 432 (google.de).</ref> | |||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1766 | 1786 | 1798 | 2017 | |||||||||||||
| Einwohner | 94 | 90 | 113 | 237 | |||||||||||||
Historische Landwirtschaft[Bearbeiten]
| Aussaat und Tierbestand 1798 in Molchow<ref name="brat" /> | |||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Aussaat | Roggen | Gerste | Hafer | Erbsen | Wicken | Kartoffeln | Buchweizen | Leinsamen | |||||||||
| Menge | 10 Winspel | 6 Winspel 18 Scheffel | 4 Winspel 12 Scheffel | 3 Winspel 10 Scheffel | 7 Scheffel | 4 Winspel 18 Scheffel | 14 Scheffel | 10 Scheffel | |||||||||
| Tierbestand | Pferde | Rinder | Schafe | Schweine | |||||||||||||
| Stück | 39 | 108 | 580 | 57 | |||||||||||||
Die Glocke von Molchow[Bearbeiten]
Die Legende nach Theodor Fontane[Bearbeiten]
In der waldreichen Umgebung fanden Molchower eine angebrochene Glock,e die zwischen zwei Bäumen aufgehängt war. Bei Nachforschungen über die Herkunft stellte sich heraus, dass es sich um die Glocke der ehemaligen Eggersdorfer Kirche handeln sollte. Der Ort war im 16. Jahrhundert wüst gefallen und wurde nicht mehr neu errichtet.
Am oberen Rand trägt die Glocke die lateinische Inschrift „Anno domini 1522 ave Maria, gratia plena dominus tecum“ (Im Jahr des Herrn 1522 Gegrüßet seist du Maria, der Herr sei mit dir voller Gnade).
Im Jahre 1692 erbauten die Molchower einen Turm für diese Glocke.
„Aus der Mitte des Platzes wächst ein Turm auf, unheimlich und grotesk, als habe ihn ein Schilderhaus mit einer alten Windmühle gezeugt.“
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
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Politik[Bearbeiten]
- Ortsvorsteher: David Kissner
- Ortsbeiratsmitglieder: Sabrina Nebel, Bettina Müller<ref>Amtsblatt 34.Jg. Nr. 4 vom 29. Mai 2024, S. 16 mit den Kandidaten</ref><ref>Amtsblatt 34.Jg. Nr. 6 vom 20. Juni 2024, S. 13 mit den Wahlergebnissen</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Ortsteil Molchow auf der Website der Stadt Neuruppin
- Molchow in der Reihe „Landschleicher“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg vom 26. Mai 2013
Literatur[Bearbeiten]
- Lieselott Enders: Molchow, in: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil II Ruppin; Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam Band 7; Hermann Böhlhaus Nachf., Weimar 1970, S. 178–179
- Dietrich Zühlke (Bearb.): Ruppiner Land, Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme, Reihe Werte unserer Heimat Band 37, Akademie-Verlag Berlin 1981
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Ortsteile: Alt Ruppin | Buskow | Gnewikow | Gühlen-Glienicke | Karwe | Krangen | Lichtenberg | Molchow | Nietwerder | Radensleben | Stöffin | Wulkow | Wuthenow
Gemeindeteile: Binenwalde | Boltenmühle | Kunsterspring | Neuglienicke | Pabstthum | Radehorst | Rheinsberg-Glienicke | Seehof | Steinberge | Stendenitz | Zermützel | Zippelsförde
Wohnplätze: Alte Schäferei | Ausbau Nietwerder | Ausbau Wulkow | Bechlin | Birkenhof | Bürgerwendemark | Bütow | Dietershof | Fristow | Gentzrode | Gildenhall | Heidehaus | Hermannshof | Lietze | Musikersiedlung | Neumühle | Quäste | Rägelsdorf | Roofwinkel | Rottstiel | Stöffiner Berg | Tornow | Treskow