Zum Inhalt springen

Stöffin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Stöffin
Stadt Neuruppin
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(227)&title=St%C3%B6ffin 52° 52′ N, 12° 45′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(227) 52° 52′ 12″ N, 12° 44′ 35″ O
 {{#coordinates:52,87|12,743055555556|primary
dim=10000 globe= name=Stöffin region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 44 m ü. NN
Einwohner: 227 (31. Dez. 2023)<ref>Statistiken der Fontanestadt Neuruppin. (PDF; 61 kB) Stadt Neuruppin, abgerufen am 31. Dezember 2024.</ref>
Eingemeindung: 6. Dezember 1993
Postleitzahl: 16833
Stöffin (Brandenburg)
Stöffin (Brandenburg)
Lage von Stöffin in Brandenburg
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Stöffin ist ein Ortsteil<ref>Auflistung als Ortsteil von Neuruppin im Kommunalverzeichnis Brandenburg. Abgerufen am 4. Juni 2026.</ref> der Kreisstadt Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Land Brandenburg.

Am 6. Dezember 1993 wurde Stöffin nach Neuruppin eingemeindet.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.</ref>

Geografie[Bearbeiten]

Das Straßendorf Stöffin liegt etwa 7 Kilometer südwestlich der Kernstadt von Neuruppin, ca. 1 km westlich der Bundesautobahn 24.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus 1256 als Steuin, in anderen Urkunden auch als Steffin, Stevin und Stoffin benannt. Eine Namensdeutung leitet sich vom slawischen Wort Stavn ab und bedeutet am stehenden Wasser liegendes Dorf.<ref>Märkische Oderzeitung, 5. September 2005, S. 10.</ref> Der Ort hat schon vom selben Jahr an einen eigenen Pfarrer namens Dom, auch die Feldsteinkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Seit dem 13. Jahrhundert war Stöffin ein Teil der hier reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin unter der Landesherrschaft der Grafen von Lindow-Ruppin.

Im Jahre 1447 hatte Stöffin drei Rittergüter, die der Familie von Gadow gehörten. 1491 gehörte das gesamte Dorf bis auf einen bis etwa 1800 der Pfarrkirche zu Neuruppin gehörendem Dreihüfnerhof und 2 Bauernhöfen des v.d. Gröben zu Dabergotz ebenfalls den v. Gadow, es handelte sich um 11 Bauernhöfen zu je drei Hufen Land, von denen zwei Höfe wüst lagen. Zum Rittersitz gehörten 9 Hufen, zur Pfarre 2 und zur Kommende Unser Lieben Frauen ebenfalls 2. 1524 starben die Grafen zu Lindow-Ruppin aus, das Land Ruppin und damit Stöffin kamen zum Kurfürstentum Brandenburg. Die Erfassung des neuen Besitzes für den Landesherrn ergab für Stöffin: 2 Dreieinhalbhüfner, 5 Dreihüfner (2 wüst), 1 Zweieinhalbhüfner, 1 Zweihüfner, 3 weitere Höfe (1 wüst), 6 wüste Hufen mit Hofstätten dazu, ein Wall mit Wasser drumherum, Schäferei und Schmiede. 1540 war Stöffin auf 15 Bauernhöfe gewachsen, jetzt gab es auch einen Schulzen und einen Krüger. 1580 zahlten Steuern: 16 Hüfner, 1 Kossät auf der Pfarre, 1 Hirt mit Vieh, 2 Pachtschäfer und 1 Wohnschmied. Die Feldmark war insgesamt 42 Hufen groß. Im Jahre 1617 verpfändeten Christoph und Matthias Ludewig von Gadow den Besitz an den Magistrat zu Neuruppin.1624 waren sogar 19 Hüfner in Stöffin ansässig.

Das Dorf wurde 1638 gänzlich niedergebrannt und hatte lange mit den Nachwirkungen des Dreißigjährigen Kriegs zu kämpfen. 1652 waren nur 2 von 19 Bauernhöfen besetzt. Noch 1687 lagen 11 Bauernhöfe brach.

Der Magistrat von Neuruppin erhielt ein Gut zum Eigentum als Lehngut vom Kurfürsten Georg Wilhelm (Brandenburg) (was jeweils 1651 und 1699 seine Bestätigung fand). Es wurde zu dieser Zeit als Kämmerei Gut bezeichnet und hatte 6 freie Hufen und bestand aus 3 Bauernhöfen und einem extra Bauernhof der Ruppiner Kirche, der von der Kalandbruderschaft verwaltet wurde. Die beiden anderen Güter gingen 1654 an die von Quast zu Protzen und die von Jurgaß zu Ganzer. Das letztgenannte v. Jurgaßsche Rittergut ging in Nachfolge an die Familie von Rohr, die im Jahr 1708 auch das Gut derer von Quast kauften. Letzteres hatte nach 1668 auch die ehemals von Gröbenschen Bauernhöfe erworben. Somit ging am 30. November 1709 der Gesamtbesitz an Stöffin und Wustrau an Hans Wilhelm, Karl Ehrenreich, Ludolf Otto und Joachim Friedrich von Rohr.<ref>Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz: Gesamthand. In: 1705–1709. Archivdatenbank.GStA.Spk-Berlin.de., 2022, abgerufen am 15. Dezember 2022.</ref> 1790 bis 1799 besaß das Fräulein von Knobloch zu Pessin zwei Anteile des Gutes zu 7 (von Abgaben) freien Hufen Ackerland, 4 freie Pfarrhufen, 1 freies Kirchenhufe und 7 Bauernhöfen. Der Erbzins-Besitzer des Kämmerei Gutes war zu jener Zeit Amtmann Bath, und Stöffin hatte 13 Ganzbauern (Vollhüfner), davon besaßen zwei Bauern von Abgaben befreite Höfe, mit 42 Hufen von mittelmäßiger Güte und Wiesen zur Heugewinnung im Wustrauschen-, Protzenschen- und Fehrbellinscher Luch.

Durch Tierseuchen verloren die Bauern in den Jahren 1749, 1751 und 1762 ihren Viehbestand. Ebenso im Jahr 1762 verstarb der damalige Erbherr zu Stöffin, Caspar Otto Christoph von Rohr, preußischer Landrat im Kreis Ruppin.

Unter den Einwohnern im Jahre 1798 befanden sich 3 Hirten, 11 Einlieger, 1 Schmidt und Zimmermann, 2 Schäfer und 64 Dienstboten. Das Patronatsrecht und die Gerichtsbarkeit lag bei den Gütern. Stöffin gehörte von 1773 bis 1872 dem Grafen von Königsmarck zu Berlitt (bekannt sind Generalmajor Hans Christoph von Königsmarck (1701–1779), sein Großneffe Hans Valentin Ferdinand von Königsmarck (1773–1849) und sein älterer Sohn Hans Karl Albrecht von Königsmarck (1799–1876)).<ref name="ring2" />

Um 1880 bestanden am Ort zwei Rittergüter. Stöffin I mit 372 ha war im Eigentum der Grafen Königsmark, Stöffin II mit 290 ha im Besitz der bürgerlichen Familie Scherz, welche zugleich eine Brennerei betrieb.<ref>P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. I. (Band 1): Das Königreich Preussen. 1. Lieferung: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlagsbuchhandlung Rudolf Stricker, Berlin Januar 1879, S. 156 f.</ref> Vor 1914 gab es nur noch das Rittergut I der Grafen Königsmark, vertreten durch Graf Hans von Königsmark (1865–1943), Sohn des Carl von Königsmarck. Hans von Königsmarck war Major und Erbhofmeister der Kurmark Brandenburg mit Hauptwohnsitz auf Schloss Plaue bei Brandenburg a. H. Die Begüterung bestand aus Stöffin In mit Gut Wahlendorf und Vorwerk Sankt Jürgen, gesamt 822 ha. Als Verwalter agierte Oberinspektor H. Kackebart, als Pächter ein Herr v. d. Oelsnitz.<ref>Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. 1914. Verzeichnis. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 130 f.</ref> Vor 1930 stellt sich ein ähnliches Bild dar. Hans Graf von Königsmark-Plaue ist Gutsherr, das Gut ist in Pacht, dieses Mal bei Max Wittstock. Nach amtlichen Quellen ist er ebenso Pächter von Stöffin II, über welches mehrere Jahrzehnte keine Kenntnisse vorlagen.<ref>Ernst Seyfert, Hans Wehner, A. Haußknecht, GF L. Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Provinz Brandenburg. 1929. Verzeichnis. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, Selbstverlag von Niekammer’s Adressbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 107.</ref> Letzter Gutsherr von 1943 bis 1945 wurde Hans Guido Graf von Königsmarck (1902–1979), auf Plaue und Netzeband, dessen Verwandte noch weiteren Güter in Brandenburg und Mecklenburg innehatten.<ref>Walter von Hueck, Erik Amburger, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1973. Band VII, Band 56 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1973, S. 245 f.</ref>

Die Dorfkirche[Bearbeiten]

Die Feldsteinkirche wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Die Kirche ist ein einschiffiger Bau aus Feldstein. Der Kirchturm, erst im Jahre 1659 erbaut, wurde am 8. Dezember 1703 durch Sturmböen umgerissen und begrub das Kirchenschiff unter sich. Die Reparatur der Kirche mit Turm erfolgte im Jahre 1727. Im Inneren befindet sich ein Altaraufsatz (Altarretabel), die Kanzel aus demselben Jahr und eine Sakramentsnische des 16. Jh. mit Schablonenmalerei, zur damaligen Aufbewahrung der Abendmahl- und Taufutensilien (lat. Vasa sacra).<ref>Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V.: Dorfkirche Stöffin. In: Dorfkirchen. Altekirchen.de., 2022, abgerufen am 15. Dezember 2022.</ref> Die Kirche gehört zur evangelischen Gesamtkirchengemeinde Protzen-Wustrau-Radensleben im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.<ref name="ring2">Friedrich Wilhelm August Bratring: Die Grafschaft Ruppin in historischer, statistischer und geographischer Hinsicht ein Beitrag zur Kunde der Mark Brandenburg. Haym, Berlin 1799, S. 597 bis 598 (Digitalisat).</ref> Die Kirche erhielt im Jahre 1869 eine Orgel, vom Orgelbauer Friedrich Hermann Lütkemüller.

Die Feuerwehr[Bearbeiten]

Am 10. Oktober 2009 wurde im Rahmen der Umstrukturierung der Feuerwehr Neuruppin aus der Freiwilligen Feuerwehr Stöffin zusammen mit den Feuerwehren aus Treskow und Buskow der neue Löschzug Südwest gebildet. Zeitgleich erfolgte die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses für diesen Löschzug an der Hermann-Riemschneider-Straße 2 in Neuruppin.

Datei:Neuruppin Stöffin Dorfstraße 23b Wohnhaus eines Kleinbauern.jpg
Ehemaliges Wohnhaus eines Kleinbauern Dorfstraße 23 b.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung in Stöffin<ref name="ring" />
Jahr 1766 1785 1798 2017
Einwohner 171 172 192 232

Historische Landwirtschaft[Bearbeiten]

Aussaat und Tierbestand Stöffin (mit Gut) im Jahre 1798<ref name="ring">Friedrich Wilhelm August Bratring: Die Grafschaft Ruppin in historischer, statistischer und geographischer Hinsicht ein Beitrag zur Kunde der Mark Brandenburg. Haym, Berlin 1799, S. 598 (Digitalisat).</ref>
Aussaat Weizen Roggen Gerste Hafer Erbsen Wicken Kartoffeln Leinsamen
Menge 11 Scheffel 35 Winspel 1 Scheffel 13 Winspel 6 Scheffel 15 Winspel 11 Scheffel 3 Winspel 13 Scheffel 10 Scheffel 7 Winspel 1 Winspel 13 Scheffel
Tierbestand Pferde Rinder Schafe
Stück 65 172 992

Politik[Bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten]

  • Ortsvorsteher Harald Krumhoff
  • Ortsbeiratsmitglieder Jan Gehrt, Frank Steiner
Datei:Neuruppin Stöffin Dorfstraße 48b Kulturhaus mit Gaststätte 02.JPG
Kulturhaus mit Gaststätte Dorfstraße 48 b.

Vereine[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Datei:Neuruppin Stöffin Dorfstraße 48b Kulturhaus mit Gaststätte 03.JPG
Detail. Kulturhaus.

Sagen[Bearbeiten]

<poem style="margin-left:2em;"> Der Schäfer von Stöffin Ein Schäfer verzog einmal von Stöffin nach Dahlhausen in der Prignitz, wo es ihm nicht gefiel. Einst trat er auf eine Anhöhe, sah mit schwerem Herzen nach der Richtung von Stöffin und rief: „Stöffin, Stöffin, du schönes Land Ruppin!“ „Dålhûsen is Kåhlhûsen!“ „Ên Ei? – Ick bliew hier nich!“ – „Twê Eier un’n Büss vull Botter“, „Wenn’t sô noch woll, denn bliew ick woll!“

  Mitgeteilt durch Herrn Lehrer Fehse zu Dierberg<ref>Karl Eduard Haase: 73. Der Schäfer von Stöffin. In: Volkstümliches aus der grafschaft Ruppin und Umgegend. Band (Teil) 1: Sagen. Verlag Rudolf Petrenz, Neu Ruppin 1887, S. 73. (Digitalisat)</ref>

</poem>

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Stöffin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Ortsteile: Alt Ruppin | Buskow | Gnewikow | Gühlen-Glienicke | Karwe | Krangen | Lichtenberg | Molchow | Nietwerder | Radensleben | Stöffin | Wulkow | Wuthenow

Gemeindeteile: Binenwalde | Boltenmühle | Kunsterspring | Neuglienicke | Pabstthum | Radehorst | Rheinsberg-Glienicke | Seehof | Steinberge | Stendenitz | Zermützel | Zippelsförde

Wohnplätze: Alte Schäferei | Ausbau Nietwerder | Ausbau Wulkow | Bechlin | Birkenhof | Bürgerwendemark | Bütow | Dietershof | Fristow | Gentzrode | Gildenhall | Heidehaus | Hermannshof | Lietze | Musikersiedlung | Neumühle | Quäste | Rägelsdorf | Roofwinkel | Rottstiel | Stöffiner Berg | Tornow | Treskow

Vorlage:Klappleiste/Ende