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Pierheim

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Pierheim
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(95)&title=Pierheim 49° 11′ N, 11° 16′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(95) 49° 11′ 1″ N, 11° 15′ 40″ O
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Höhe: 435 m ü. NHN
Einwohner: 95 (2015)[Ohne Beleg]Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/NoEinwQuelle
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Eingemeindet nach: Meckenhausen und Hilpoltstein
Postleitzahl: 91161
Vorwahl: 09179
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Pierheim (bis 1875 auch „Bierheim“) ist ein Gemeindeteil der Stadt Hilpoltstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Pierheim hat eine Fläche von 4,673 km². Sie ist in 450 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 10383,89 m² haben.<ref>Gemarkung Pierheim (093880). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 11. Oktober 2024.</ref> In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Bischofsholz.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 11. Oktober 2024.</ref>

Lage[Bearbeiten]

Das Dorf liegt in einem von der Autobahn A 9 und dem Main-Donau-Kanal gebildeten Winkel etwa fünf Kilometer östlich des Stadtkerns von Hilpoltstein an der Grenze zwischen dem Mittelfränkischen Becken und dem Vorland der Mittleren Frankenalb.<ref>Franz Tichy: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 163 Nürnberg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1973. → Online-Karte (PDF; 4 MB)</ref><ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 11. Oktober 2024 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Die Ortsflur war im 19. Jahrhundert circa 282 Hektar groß.<ref name="HistAtlasFI24-36">Wolfgang Wiessner: Hilpoltstein (= Kommission für Bayerische Landesgeschichte [Hrsg.]: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 24). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1978, ISBN 3-7696-9908-4, S. 36 (Digitalisat).</ref>

Ortsnamensdeutung[Bearbeiten]

Karl Kugler deutet den Ortsnamen als „Heim, wo sich Wild aufhält“ von „biar“ = „Wild“.<ref>Karl Kugler: Erklärung von tausend Ortsnamen der Altmühlalp und ihres Umkreises. Ein Versuch. Eichstätt 1873: Verlag der Krüll’schen Buchhandlung, S. 124, 195</ref> Eine andere Deutung sieht den Ortsnamen mit dem alten Personennamen „Biro“ zusammengesetzt; da der Ort aber erst verhältnismäßig spät urkundlich erschien, ist diese Deutung nicht haltbar. Auch „bira“ = Birnbaum ist in die Ortsnamensdeutung wenig überzeugend eingebracht worden.<ref name="HistAtlasFI24-12">Wolfgang Wiessner: Hilpoltstein (= Kommission für Bayerische Landesgeschichte [Hrsg.]: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 24). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1978, ISBN 3-7696-9908-4, S. 12 (Digitalisat).</ref><ref>Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 45 (1930), S. 105</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

1423 erscheint in einer Urkunde „Pürheim“.<ref>Franz Xaver Buchner: Archivinventar der katholischen Pfarreien der Diözese Eichstätt, Eichstätt 1918, S. 194</ref> Hier, im seit 1385 herzoglich-bayerischen Amt Hilpoltstein, hatte unter anderem laut einem Salbuch von 1491 die Herrschaft Jettenhofen Besitz.<ref>Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 53 (1937), S. 93</ref>

1505, nach dem Landshuter Erbfolgekrieg, kam das Amt Hilpoltstein und damit auch Pierheim zu dem neuen Herzogtum Pfalz-Neuburg. Mit dem pfalz-neuburgischen Amt Hilpoltstein war Pierheim von 1542 bis 1578 an die Reichsstadt Nürnberg verpfändet. Mit diesem Herrschaftswechsel war auch ein sofortiger Religionswechsel verbunden; so war das Amt Hilpoltstein und damit auch Pierheim ab 1542 protestantisch. Die von Nürnberg vorgenommene Güterbeschreibung, ein Salbuch von 1544, weist für „Pürheim“ 20 „Höf und Mannschaften“ aus, fünf öde liegend und 15 „bezimmert“. Davon gehörten grundherrlich

Pierheim war nach Meckenhausen gepfarrt, die Herrschaft (Hilpolt-)Stein hatte die hohe Gerichtsbarkeit inne.<ref>Carl Siegert: Geschichte der Herrschaft, Burg und Stadt Hilpoltstein, ihrer Herrscher und Bewohner. In: Verhandlungen des historischen Vereines von Oberpfalz und Regensburg 20 (1861), S. 220 f.</ref>

Ab 1578 war das verpfändete Amt Hilpoltstein und damit auch Pierheim von Pfalz-Neuburg wieder eingelöst. Da Pfalz-Neuburg inzwischen protestantisch geworden war, kam die Rückkehr zur katholischen Glaubensausübung erst, als unter Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm 1627 die Gegenreformation erfolgte. Hierzu waren in Hilpoltstein Jesuiten aus Eichstätt tätig.

Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, war Pierheim auf 27 Untertanen-Anwesen angewachsen, es hatte also Hofteilungen gegeben. Diese Untertanen-Anwesen gehörten elf Grundherren, nämlich

  • je eines dem pfalz-neuburgischen Landrichteramt Heideck, den Sigmund Christoph von Harsdorf auf Enderndorf (weibliche Erben), der Kirche Jahrsdorf, der Spitalstiftung Nürnberg (Deutschordensspital?) und der Heilig-Geist-Spitalstiftung Nürnberg,
  • je zwei der Protestantischen Kultusstiftung Nürnberg, dem kurbayerischen Klosteramt Seligenporten und der Chorstift-Stiftung Hilpoltstein.
  • vier der Pfarrkirche Hilpoltstein sowie
  • acht dem Rentamt Hilpoltstein.
  • Vier waren frei eigen.<ref name="HistAtlasFI24-229">Wolfgang Wiessner: Hilpoltstein (= Kommission für Bayerische Landesgeschichte [Hrsg.]: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 24). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1978, ISBN 3-7696-9908-4, S. 229 (Digitalisat).</ref>

Im neuen Königreich Bayern (1806) wurde ein Steuerdistrikt Jahrsdorf gebildet; zu ihm gehörte auch Pierheim sowie Bischofsholz, Grauwinkl, Solar und Schafhof, der Krohenhof und Patersholz mit Eibach. 1818 wurde Bischofsholz zum Steuerdistrikt Mörsdorf, 1820 zur Gemeinde Mörlach und 1950 zur Gemeinde Pierheim gegeben.<ref name="HistAtlasFI24-256f">Wolfgang Wiessner: Hilpoltstein (= Kommission für Bayerische Landesgeschichte [Hrsg.]: Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 24). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1978, ISBN 3-7696-9908-4, S. 256–257 (Digitalisat).</ref>

1867 hatte die Gemeinde Bierheim, also zusammen mit Bischofsholz, 166 Einwohner und 61 Gebäude; in Bierheim selber wohnten 122 Personen.<ref name="Ortsverzeichnis 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 712, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> 1871 gab es in der Gemeinde Pierheim (jetzt die neue Namensform) 60 Gebäude, davon 33 Wohngebäude. Die insgesamt 175 Einwohner hatten 1873 zwölf Pferde, 238 Rinder, 26 Schweine und neun Ziegen. Die Kinder von Pierheim gingen am Pfarrort Meckenhausen zur Schule, die Kinder von Bischofsholz besuchten die Schule von Mörlach.<ref name="Ortsverzeichnis 1871">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 890, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> Um 1900 hatte die Gemeinde nur noch 146 Einwohner, davon 112 in Pierheim selbst. Nunmehr wurden in der Gemeinde acht Pferde, 244 Rinder und 125 Schweine gehalten.<ref name="Ortsverzeichnis 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1220 (Digitalisat).</ref>

Bei der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Pierheim am 1. Juli 1972 aufgelöst; Pierheim wurde nach Meckenhausen eingemeindet, Bischofsholz nach Hilpoltstein. Am 1. Juli 1976 wurde auch die Gemeinde Meckenhausen nach Hilpoltstein eingemeindet.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.hilpoltstein.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 21. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hilpoltstein.de</ref>

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(nur Pierheim, ohne Bischofsholz)

Datei:Pierheim HIP (8).JPG
Die Marienkapelle aus südöstlicher Sicht
Datei:Pierheim HIP (12).JPG
Blick in das Innere der Kapelle
Datei:Pierheim HIP (2).JPG
Haus mit Fachwerkgiebel, wohl vom Ende des 18. Jahrhunderts

Katholische Marienkapelle[Bearbeiten]

Die spätbarocke Kapelle gehört zur Pfarrei Meckenhausen. Sie wurde 1820/21 von der Gemeinde aus Sandsteinquadern vom Kränzleinsberg in der Nähe von Hilpoltstein erbaut; Maurermeister war wahrscheinlich Alois Nißlbeck aus Meckenhausen. Süd-nördlich ausgerichtet, hat sie im Süden einen geschweiften Giebel mit Gurtgesimsen und auf dem Satteldach hinter dem Giebel einen offenen gekuppelten Dachreiter. 1928 erfolgte der Anbau einer Sakristei östlich der Apsis. 1934 wurden zwei Glocken übereinander in den Dachreiter gesetzt, die aber 1944 zu Kriegsmaterial eingeschmolzen wurden. 1950 wurden sie wieder ersetzt.<ref>Informationstafel an der Kapelle</ref> Der viersäulige barocke Marienaltar (mit klassizistischen Elementen und einer Marienfigur unter einer Krone) ist ein Werk von Franz Joseph Bittner.<ref>Gemeinsam unterwegs. Kirchen und Pfarreien im Landkreis Roth und in der Stadt Schwabach, Schwabach/Roth o. J. [2000], S. 108; Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bayern I: Franken. 2., durchgesehene und ergänzte Auflage, München: Deutscher Kunstverlag 1999, S. 845; Buchner II, S. 119</ref> Eine Madonna unter einem Baldachin befindet sich links in der Apsis.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Außer der Ortskapelle gilt das ehemalige Wohnstallhaus Pierheim 16, ein erdgeschossiger Steilsatteldachbau mit Fachwerkgiebel, vermutlich Ende des 18. Jahrhunderts erbaut, als Baudenkmal (Denkmalnummer D-5-76-127-109).<ref>Hans Wolfram Lübbeke und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern. Mittelfranken: Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler, München 1986, S. 467</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Pierheim

Verkehr[Bearbeiten]

Pierheim liegt an der Kreisstraße RH 28. Von dieser zweigt im Ort eine Gemeindeverbindungsstraße in Richtung Westen ab, die über Grauwinkl zur Staatsstraße 2238 führt. Den nahen Main-Donau-Kanal erreicht man über eine Straße, die im Ort in Richtung Norden geht. Von dieser zweigt ein Flurweg in Richtung des 1992 errichteten Wasserscheidendenkmals ab, einer Granitskulptur von Hansjörg Voth.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Pierheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

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