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Corzoneso

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Corzoneso
Datei:GW-TI-Corzonesco.png
Wappen von Corzoneso
Staat: Vorlage:CHE2
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Bleniow
Gemeinde: Acquarossai2
Postleitzahl: 6722 Corzoneso
frühere BFS-Nr.: 5034
Koordinaten: 714907 / 144934Koordinaten: 46° 26′ 45″ N, 8° 56′ 3″ O; CH1903: 714907 / 144934
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Höhe: 715 m ü. M.
Höhenbereich: 453–2377 m ü. M.
Fläche: 11,54 km²
Einwohner: 479 (2003)
Einwohnerdichte: 42 Einw. pro km²
Website: www.acquarossa.ch
Datei:Kirche Corzoneso Blick ins Dorf.JPG
Bei der Kirche Santi Nazario e Celso
Bei der Kirche Santi Nazario e Celso
Karte
Corzoneso (Schweiz)
Corzoneso (Schweiz)
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Corzoneso (lombardisch Curzönas Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.[kurˈdzønaz]<ref name="lsg">Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 267.</ref>) ist eine Ortschaft in der 2004 gebildeten politischen Gemeinde Acquarossa im Schweizer Kanton Tessin. Zuvor bildete sie eine eigenständige Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten]

Corzoneso liegt im mittleren Bleniotal, auf der westlichen Talseite, am Fuss des 2417 m hohen Pizzo Erra. Zur ehemaligen Gemeinde gehörten die auf Terrassen gelegenen Fraktionen Corzoneso (711 m ü. M.), Casserio (778 m ü. M.) und Cumiasca (838 m ü. M.) sowie das dichter besiedelte Gebiet des am Ufer des Brenno gelegenen Corzoneso Piano (499 m ü. M.) mit den Fraktionen Boscero, Scaradra, Roccabella, Pozzo und Stallaccia. Corzoneso Piano ist mit der früher zu Leontica gehörenden Fraktion Comprovasco und dem auf dem gegenüberliegenden Flussufer liegenden ehemaligen Ortsteil Acquarossa zum Siedlungskern der neu gegründeten Gemeinde Acquarossa zusammengewachsen.

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Corzoneso1.jpg
Pfarrkirche Santi Nazario e Celso
Datei:San Remigio Corzoneso – 01.jpg
Kirche San Remigio
Datei:San Remigio Corzoneso – 20.jpg
Fresken der Kirche San Remigio
Datei:Karte Gemeinde Corzoneso 2003.png
Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004
Datei:ETH-BIB-Casserio bei Corzonesco-LBS H1-015909.tif
Luftbild von Werner Friedli: Casserio bei Corzoneso (1953)

Das Dorf wird urkundlich erstmals 1210 als Cursonexe erwähnt. Der Ortsname geht womöglich auf einen lateinischen Personennamen zurück.<ref name="lsg" /> Eine volksetymologische Erklärung ist, dass Corzoneso eine Verkürzung von «cuore della zona» sei und auf die zentrale Lage der ehemaligen Gemeinde im Bleniotal hinweise.<ref name=":0">Luca Solari: Blenio: una valle a confronto. Salvioni arti grafiche, Bellinzona 1998, ISBN 88-7967-023-9, S. 26, 58 f., 74–79.</ref>

Für das Jahr 1270 wird ein Pilgerhospiz der Humiliaten bezeugt. Die Pfarrkirche Santi Nazario e Celso ist für 1211 belegt, stammt in der heutigen Form aber von 1671. Die Kirche San Remigio in Corzoneso Piano geht auf das Jahr 1249 zurück.<ref>Sonia Fiorini: Corzoneso. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 4. März 2021.</ref> Weitere historische Bauten sind die Casa Rotonda, eine frühere Knabenschule und spätere ärmliche Behausung des verkannten Fotopioniers Roberto Donetta, deren Bau 1818 vom aus Corzoneso stammenden Mailänder Geistlichen Giuseppe Donetti gestiftet wurde, sowie die frühere Mädchenschule Casa Comunale von 1855. Die ehemalige Ferienpension Ristorante Alpino, ein mehrstöckiges Gebäude, das erhaben über dem Dorf thront, entstand 1865 im Auftrag der in England und Australien wohlhabend gewordenen Brüder Bozzini.<ref name=":0" /> England war noch vor Frankreich und Belgien das beliebteste Ziel der halbjährlichen Emigration der Männer, die zumeist im Gastgewerbe Arbeit fanden, oder sich als Marroni-Verkäufer selbstständig machten.

Der Fluss Brenno trat regelmässig über seine Ufer und brachte Tod und Zerstörung. Am 27. September 1868 verursachten schwere Regenfälle Hochwasser in mehreren Regionen der Schweiz, die das Tessin besonders hart trafen. Bei Überschwemmungen und Erdrutschen starben hier 55 Menschen, davon 20<ref>Raffaello Ceschi: Ottocento Ticinese. 1. Auflage. Armando Dadò Editore, Locarno 1986, S. 94.</ref> allein in Corzoneso, drei Mädchen ertranken talabwärts in Malvaglia. In den Jahren 1897, 1914 und 1927<ref name=":0" /> ereigneten sich weitere Flutkatastrophen. Sie befeuerten die definitive Auswanderung, die sich, neben der saisonalen Auswanderung, im frühen 20. Jahrhundert verstärkte. Zielländer waren vor allem Australien und die USA.

1908 wurde eine Strassenverbindung zur im Talboden verlaufenden Hauptstrasse bei Rocabella eröffnet. Ein 1911 bis 1933 mit einem Chevrolet betriebener Autodienst brachte einen Anschluss an die Bahnlinie der Biasca-Acquarossa-Bahn. Zuvor war der Zugang nach Corzoneso nur über einen – bis heute bestehenden – steinigen Saumpfad möglich. Seit 1964 gibt es auch eine Strasse nach Leontica.<ref name=":0" /> In der Fraktion Casserio, die an guter Sonnenlage über dem Tal liegt, befanden sich bis Ende der 1940er-Jahre<ref name=":0" /> zahlreiche mehrere Meter hohe Harpfen (italienisch: rascane), die für die Nachreifung von Getreidegarben verwendet wurden. Wegen des alpinen Klimas konnte das Getreide nicht natürlich ausreifen. Die Holzmasten wurden später abgetragen, bis in die 1970er-Jahre<ref>Annemarie Egloff-Bodmer: Valle di Blenio. Bund Schweizerischer Pfadfinderinnen, Bern, S. 4 (Erscheinungsjahr ca. 1970, 30 Seiten (deutsch/französisch/italienisch/englisch)).</ref> gab es sie noch in Madra.

Am 4. April 2004 schloss sich Corzoneso nach einer Konsultativabstimmung mit Castro, Dongio, Largario, Leontica, Lottigna, Marolta, Ponto Valentino und Prugiasco zur neuen Gemeinde Acquarossa zusammen. Es bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.<ref>Patriziato di Corzoneso (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati</ref>

Bevölkerung[Bearbeiten]

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Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Datei:Kirche Corzoneso Aussenkappelle1.JPG
Aussenkapelle der Kirche Santi Nazario e Celso mit Fresko (15. Jahrhundert)

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  • Pfarrkirche Santi Nazario e Celso von 1671. In der Sakristei befinden sich die Gemälde Il Battista nel deserto und San Giuseppe col Bambino des Malers Lorenzo Peretti aus Buttogno<ref>Lorenzo Peretti (italienisch) auf ti.ch/decs/dcsu/pinacoteca-zuest</ref><ref name="Martinoli">Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Bellinzona 2007, S. 91–93, 99–100.</ref><ref>Pfarrkirche Santi Nazario e Celso In: Kulturgüterschutzinventar mit Objekten von nationaler Bedeutung. Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS, abgerufen am 13. Juli 2024 (mit Foto).</ref>. Aussenkapelle mit Fresko Madonna mit Kind und Heilige Sebastian und Rochus (15. Jahrhundert)
  • Kirche San Remigio im Ortsteil Corzoneso Piano, mit Fresken aus dem 13.–15. Jahrhundert<ref name="Martinoli" /><ref>Kirche San Remigio. In: Kulturgüterschutzinventar mit Objekten von nationaler Bedeutung. Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS, abgerufen am 14. Juli 2024 (mit Fotos).</ref>
  • Klosterruine San Martino Viduale im Ortsteil Corzoneso Piano<ref>Klosterruine (mit Fotos)</ref><ref name="Martinoli" />
  • Casa Comunale von 1855 (renoviert 1966)<ref name="Martinoli" />
  • mittelalterliches Turmhaus im Ortsteil Lorenzànas<ref name="Martinoli" />

Kultur[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Piero Bianconi: Arte in Blenio. Guida della valle. Grassi, Bellinzona/Lugano 1944; derselbe (Hrsg.): Corzoneso. In: Inventario delle cose d’arte e di antichità. Le Tre Valli Superiori. Leventina, Blenio, Riviera. Grassi & Co., Bellinzona 1948, S. 59, 65, 69.
  • Sonia Fiorini: Corzoneso. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2016.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0.
  • Ermanno Medici, Francesco Veglio: Piccola storia di Corzoneso in Val Blenio. Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona/Lugano 1948.
  • Agostino Robertini u. a.: Corzoneso. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1978, S. 95–104.
  • Celestino Trezzini: Corzoneso. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. Attinger, Neuenburg 1924, S. 629 f. (Digitalisat; PDF; 28,8 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Corzoneso – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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