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Garchinger Heide

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Naturschutzgebiet „Garchinger Heide“

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

Datei:Wiki Wandern Mai 2014 Stammtisch München Garchinger Heide 05.JPG
Baumfreie Offenlandschaft der Garchinger Heide mit Rosmarin-Seidelbast (Daphne cneorum)

Baumfreie Offenlandschaft der Garchinger Heide mit Rosmarin-Seidelbast (Daphne cneorum)

Lage Eching, Landkreis Freising, Oberbayern, Bayern, Deutschland
Fläche 27 ha
Kennung NSG-00389.01
WDPA-ID 81713
Natura-2000-ID [http://formulare.landkreis-muenchen.de/cdm/cfs/eject/gen?MANDANTID=1&FORMID=4112 DE-7735-371 DE-7735-371]
Geographische Lage 48° 17′ N, 11° 39′ OKoordinaten: 48° 17′ 23″ N, 11° 39′ 10″ O
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Einrichtungsdatum 1942
Verwaltung Regierung von Oberbayern, Sachgebiet 51 - Naturschutz;
Pflege durch den Heideflächenverein Münchener Norden e. V.
Datei:Garchinger Heide-Kuhschelle.jpg
Kuhschelle mit Schneeheide

Das Naturschutzgebiet Garchinger Heide befindet sich auf dem Gebiet und südöstlich der Gemeinde Eching im Landkreis Freising (Bayern). Sie wurde 1854 erstmals botanisch beschrieben und 1908 begann die Bayerische Botanische Gesellschaft mittels Spenden Flächen anzukaufen. So konnte die Gesellschaft 27 ha erwerben (Stand: 2015). Seit 1942 steht das Gebiet unter Naturschutz und hat heute die Kennung NSG-00389.01.

Mit 218 nachgewiesenen Pflanzenarten, von denen mehr als 50 auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen – darunter die Finger-Kuhschelle (Pulsatilla patens), die deutschlandweit nur noch hier vorkommt und nach der FFH-Richtlinie (Anhang II) geschützt ist – 40 Flechten, von denen 12 auf der Roten Liste stehen,<ref name="Jeschke Kiehl" /> 34 Moose, Pilze und einer Vielzahl von Tierarten hat diese Heidefläche überregionale Bedeutung.

Gebietsbeschreibung[Bearbeiten]

Wegen der Kombination aus Trockenheit und Nährstoffmangel haben sich in der Garchinger Heide Pflanzenarten erhalten, die andernorts durch konkurrenzstärkere Arten verdrängt wurden. Diese stammen aus sehr unterschiedlichen botanischen Großregionen. Während der Eiszeiten wanderten alpine Arten aus den vergletscherten Bergen in das Vorland. Zudem breiteten sich submediterrane Arten über die Provence und das westliche Alpenvorland bis ins heutige Bayern aus. Eine weitere Wanderbewegung kommt aus dem Südosten, wo pontische Florenelemente aus der Schwarzmeerregion bis ins Gebiet kamen. Außerdem gibt es Pflanzenarten der pannonischen Steppen Ungarns, die sich während der Eiszeiten bis zur Garchinger Heide verbreiteten.

Diese Kombination mit Arten aus vier Großregionen ist einmalig und die Garchinger Heide und ihr Umfeld sind der letzte verbleibende Rest dieser Landschaft, die noch im Jahr 1850 15.000 ha groß war.

Das Klima im Bereich des Naturschutzgebiets ist schwach subkontinental mit einem sommerlichen Niederschlagsmaximum. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt bei 883 mm und die Jahresmitteltemperatur bei 9 °C mit einem mittleren Minimum im Januar von -2 °C und einem mittleren Maximum im Juli von 18 °C.<ref name="Röder" />

Entstehung und frühere Nutzung[Bearbeiten]

Datei:DietersheimerStrGedenkstein Eching-01.jpg
Gedenkstein für einen verunglückten Reiter von 1908
Datei:GedenksteinGarchingerHeide Eching.jpg
Gedenkstein für Franz Vollmann (1858–1917), den „Retter der Garchinger Heide“

Die Garchinger Heide ist ein Relikt der Kulturlandschaft, die ehemals den gesamten Norden der Münchner Schotterebene bedeckte. Sie verdankt ihr Erscheinungsbild den Schottern, die am Ende der Eiszeiten durch die abschmelzenden Gletscher und deren gewaltige Wassermassen in die Ebene hinausgetragen wurden. Der Schotter ist ein Trockenstandort, weil Wasser schnell in das tief liegende Grundwasser versickert und nährstoffarm, weil bis zur Verfügbarkeit von Kunstdünger kaum Nährstoffe in das Gebiet eingebracht wurden.

Aus der Bronzezeit (1800–1000 vor Chr.) stammen zwei Hügelgräbergruppen im Nordosten und Südosten des Naturschutzgebietes. Die Bajuwaren legten auf den kargen Böden im frühen Mittelalter Hochäcker an, deren Reste noch im Osten des Naturschutzgebiets zu sehen sind. Durch die Nutzung als allgemeines Weideland (Allmende) bis zum Ende des 19. Jahrhunderts für Schafe, Rinder, Ziegen und Schweine oder einschürige Mähwiese entstand der landschaftsprägende niederwüchsige Kalkmagerrasen, der nur vereinzelt durch Hecken und Gehölze unterbrochen wurde. Die Umwandlung in Acker begann nach der Aufteilung der Allmende auf die dortigen Bauern gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Zwischen 1907 und 1914 kaufte die Bayerische Botanische Gesellschaft 23 ha Land, um die Umwandlung in Ackerland zu verhindern. Erst 1942 wurde die Fläche offiziell als Naturschutzgebiet „Garchinger Heide“ ausgewiesen, aber in den letzten Kriegsmonaten 1945 begannen Zwangsarbeiter aus dem Konzentrationslager Dachau die oberste Kiesschicht von Hand abzutragen, um ein 40 m breites und 300 bis 400 m langes Rollfeld für den Militärflughafen Schleißheim zu schaffen. Neben dem Rollfeld wurden Schützenlöcher von etwa 1 m² ausgehoben, die heute noch einen halben Meter tief sind.

Durch weitere Flächenankäufe in den Jahren 1933, 1959 (ehemaliger Acker Ost) und in den 1960er Jahren (ehemaliger Acker Ost) umfasst die Garchinger Heide heute 27,13 ha, davon 26,89 ha als Naturschutzgebiet.<ref name="Röder" /> Innerhalb des Naturschutzgebietes wurde auf zwei Flächen neben dem Rollfeld im Jahr 1980 (1829 m²) und 2000 der Oberboden abgetragen und auf dem südwestlichen Rollfeld wurde Kies aufgetragen. Im Jahr 1993 wurden in der nahen Umgebung der Garchinger Heide neue Kalkmagerrasen durch Oberbodenabtrag und Mähgutübertragung angelegt.<ref name="Jeschke Kiehl" />

Flora[Bearbeiten]

Datei:Daphne cneorum - Heideröschen Garchinger Haid.jpg
Rosmarin-Seidelbast (Daphne cneorum)

Die Einzigartigkeit der Garchinger Heide machen Pflanzen aus verschiedenen Florengebieten aus, wie die submediterranen Arten Hügel-Meier (Asperula cynanchica), Kelch-Traubenhafer (Danthonia alpina) und Hufeisenklee (Hippocrepis comosa), alpine Arten wie Clusius-Enzian (Gentiana clusii) und Herzblättrige Kugelblume (Globularia cordifolia) oder pontische Arten wie Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) und Finger-Kuhschelle (Pulsatilla patens).

Wissenschaftlicher Name Deutscher Name Familie
Achillea millefolium agg.<ref name="BotGes1" /> Gemeine Schafgarbe Korbblütler (Asteraceae)
Adonis vernalis<ref name="BotGes1" /> Frühlings-Adonisröschen Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Agrimonia eupatoria<ref name="BotGes1" /> Gemeiner Odermennig Rosengewächse (Rosaceae)
Agrostis tenuis<ref name="BotGes1" /> Rotes Straußgras Süßgräser (Poaceae)
Agropyron repens<ref name="BotGes1" /> Kriech-Quecke Süßgräser (Poaceae)
Ajuga genevensis<ref name="BotGes1" /> Genfer Günsel Lippenblütler (Lamiaceae)
Allium carinatum<ref name="BotGes1" /> Kiel-Lauch Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Alyssum alyssoides<ref name="BotGes2" /> Kelch-Steinkraut Kreuzblütler (Brassicaceae)
Antennaria dioica<ref name="BotGes2" /> Katzenpfötchen Korbblütler (Asteraceae)
Anthericum ramosum<ref name="BotGes1" /> Rispige Graslilie Spargelgewächse (Asparagaceae)
Anthyllis vulneraria<ref name="BotGes1" /> Echter Wundklee Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Arabis hirsuta<ref name="BotGes1" /> Rauhaarige Gänsekresse Kreuzblütler (Brassicaceae)
Arenaria serpyllifolia<ref name="BotGes1" /> Quendel-Sandkraut Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Arrhenatherum elatius<ref name="BotGes1" /> Gewöhnlicher Glatthafer Süßgräser (Poaceae)
Asperula cynanchica<ref name="BotGes1" /> Hügel-Meier Rötegewächse (Rubiaceae)
Asperula tinctoria<ref name="BotGes1" /> Färber-Meier Rötegewächse (Rubiaceae)
Aster amellus<ref name="BotGes1" /> Berg-Aster Korbblütler (Asteraceae)
Aster linisyris<ref name="BotGes2" /> Gold-Aster Korbblütler (Asteraceae)
Avena pratensis<ref name="BotGes1" /> Echter Wiesenhafer Süßgräser (Poaceae)
Avena pubescens<ref name="BotGes1" /> Flaumiger Wiesenhafer Süßgräser (Poaceae)
Bartschia alpina<ref name="BotGes2" /> Alpenhelm Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Biscutella laevigata<ref name="BotGes1" /> Glatt-Brillenschötchen Kreuzblütler (Brassicaceae)
Brachypodium pinnatum agg.<ref name="BotGes1" /> Fieder-Zwenke Süßgräser (Poaceae)
Briza media<ref name="BotGes1" /> Mittleres Zittergras Süßgräser (Poaceae)
Bromus erectus<ref name="BotGes1" /> Aufrechte Trespe Süßgräser (Poaceae)
Buphthalmum salicifolium<ref name="BotGes1" /> Ochsenauge Korbblütler (Asteraceae)
Calamintha alpina<ref name="BotGes2" /> Alpen-Steinquendel Lippenblütler (Lamiaceae)
Campanula glomerata<ref name="BotGes1" /> Knäuel-Glockenblume Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Campanula patula<ref name="BotGes1" /> Wiesen-Glockenblume Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Campanula rotundifolia<ref name="BotGes1" /> Rundblättrige Glockenblume Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Carduus defloratus<ref name="BotGes1" /> Alpen-Distel Korbblütler (Asteraceae)
Carex caryophyllea<ref name="BotGes1" /> Frühlings-Segge Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Carex ericetorum<ref name="BotGes1" /> Heide-Segge Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Carex flacca<ref name="BotGes1" /> Blaugrüne Segge Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Carex humilis<ref name="BotGes1" /> Erd-Segge Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Carex montana<ref name="BotGes1" /> Berg-Segge Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Carlina acaulis<ref name="BotGes1" /> Silberdistel Korbblütler (Asteraceae)
Centaurea jacea subsp. angustifolia<ref name="BotGes1" /> Wiesen-Flockenblume / Schmalblatt-Wiesen-Flockenblume Korbblütler (Asteraceae)
Centaurea jacea subsp. pannonica<ref name="BotGes2" /> Ungarische Flockenblume Korbblütler (Asteraceae)
Centaurea scabiosa<ref name="BotGes1" /> Skabiosen-Flockenblume Korbblütler (Asteraceae)
Centaurea triumfetti<ref name="BotGes2" /> Filz-Flockenblume Korbblütler (Asteraceae)
Cerastium arvense<ref name="BotGes1" /> Acker-Hornkraut Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Cerastium holosteoides<ref name="BotGes1" /> Gewöhnliches Hornkraut Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Chaenorrhinum minus<ref name="BotGes1" /> Kleines Leinkraut Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Chamaecytisus ratisbonensis<ref name="BotGes1" /> Regensburger Zwergginster Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Cirsium arvense<ref name="BotGes1" /> Acker-Kratzdistel Korbblütler (Asteraceae)
Convolvulus arvensis<ref name="BotGes1" /> Acker-Winde Windengewächse (Convolvulaceae)
Coronilla vaginalis<ref name="BotGes1" /> Scheiden-Kronwicke Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Coronilla varia<ref name="BotGes1" /> Bunte Kronwicke Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Crepis alpestris<ref name="BotGes2" /> Alpen-Pippau Korbblütler (Asteraceae)
Crepis praemorsa<ref name="BotGes2" /> Abgebissener Pippau Korbblütler (Asteraceae)
Cuscuta epithymum<ref name="BotGes1" /> Quendel-Seide Windengewächse (Convolvulaceae)
Dactylis glomerata<ref name="BotGes1" /> Gewöhnliches Knäuelgras Süßgräser (Poaceae)
Danthonia decumbens<ref name="BotGes1" /> Dreizahn Süßgräser (Poaceae)
Danthonia alpina<ref name="BotGes2" /> Kelch-Traubenhafer Süßgräser (Poaceae)
Daphne cneorum<ref name="BotGes1" /> Rosmarin-Seidelbast Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae)
Dianthus carthusianorum<ref name="BotGes2" /> Kartäusernelke Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Dryas octopetala<ref name="BotGes2" /> Silberwurz Rosengewächse (Rosaceae)
Echium vulgare<ref name="BotGes2" /> Gewöhnlicher Natternkopf Raublattgewächse (Boraginaceae)
Erica herbacea<ref name="BotGes1" /> Schneeheide Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Euphorbia cyparissias<ref name="BotGes1" /> Zypressen-Wolfsmilch Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Euphorbia verrucosa<ref name="BotGes1" /> Warzen-Wolfsmilch Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Euphrasia rostkoviana<ref name="BotGes1" /> Gemeiner Augentrost Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Euphrasia salisburgensis<ref name="BotGes2" /> Salzburger Augentrost Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Festuca spp.<ref name="BotGes2" /> Schwingel Süßgräser (Poaceae)
Filipendula vulgaris<ref name="BotGes1" /> Kleines Mädesüß Rosengewächse (Rosaceae)
Galium boreale<ref name="BotGes1" /> Nordisches Labkraut Rötegewächse (Rubiaceae)
Galium album<ref name="BotGes1" /> Weißes Labkraut Rötegewächse (Rubiaceae)
Galium pumilum<ref name="BotGes1" /> Triften-Labkraut Rötegewächse (Rubiaceae)
Galium verum<ref name="BotGes1" /> Echtes Labkraut Rötegewächse (Rubiaceae)
Genista tinctoria<ref name="BotGes1" /> Färber-Ginster Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Gentiana ciliata<ref name="BotGes2" /> Gewöhnlicher Fransenenzian Enziangewächse (Gentianaceae)
Gentiana clusii<ref name="BotGes2" /> Clusius-Enzian Enziangewächse (Gentianaceae)
Gentiana verna<ref name="BotGes1" /> Frühlings-Enzian Enziangewächse (Gentianaceae)
Gentianella germanica<ref name="BotGes1" /> Deutscher Fransenenzian Enziangewächse (Gentianaceae)
Geranium columbinum<ref name="BotGes1" /> Stein-Storchschnabel Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
Globularia cordifolia<ref name="BotGes1" /> Herzblättrige Kugelblume Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Globularia bisnagarica<ref name="BotGes2" /> Echte Kugelblume Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Helianthemum nummularium<ref name="BotGes2" /> Gewöhnliches Sonnenröschen Zistrosengewächse (Cistaceae)
Helianthemum ovatum<ref name="BotGes1" /> Großblütiges Sonnenröschen Zistrosengewächse (Cistaceae)
Hieracium hoppeanum<ref name="BotGes1" /> Hoppes Habichtskraut Korbblütler (Asteraceae)
Hieracium pilosella<ref name="BotGes1" /> Kleines Habichtskraut Korbblütler (Asteraceae)
Hieracium piloselloides<ref name="BotGes1" /> Florentiner Habichtskraut Korbblütler (Asteraceae)
Hippocrepis comosa<ref name="BotGes1" /> Gewöhnlicher Hufeisenklee Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Hypericum perforatum<ref name="BotGes1" /> Echtes Johanniskraut Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Hypochaeris maculata<ref name="BotGes1" /> Geflecktes Ferkelkraut Korbblütler (Asteraceae)
Inula hirta<ref name="BotGes1" /> Rauer Alant Korbblütler (Asteraceae)
Iris variegata<ref name="BotGes2" /> Bunte Schwertlilie Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Jacobaea vulgaris<ref name="BotGes1" /> Jakobs-Greiskraut Korbblütler (Asteraceae)
Knautia arvensis<ref name="BotGes1" /> Acker-Witwenblume Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Koeleria macrantha<ref name="BotGes1" /> Zierliches Schillergras Süßgräser (Poaceae)
Koeleria pyramidata<ref name="BotGes1" /> Großes Schillergras Süßgräser (Poaceae)
Leontodon hispidus<ref name="BotGes1" /> Steifhaariger Löwenzahn Korbblütler (Asteraceae)
Leontodon incanus<ref name="BotGes1" /> Grauer Löwenzahn Korbblütler (Asteraceae)
Leucanthemum ircutianum<ref name="BotGes1" /> Fettwiesen-Margerite Korbblütler (Asteraceae)
Linaria vulgaris<ref name="BotGes1" /> Echtes Leinkraut Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Linum catharticum<ref name="BotGes1" /> Purgier-Lein Leingewächse (Linaceae)
Linum perenne<ref name="BotGes1" /> Ausdauernder Lein Leingewächse (Linaceae)
Lotus corniculatus subsp. corniculatus<ref name="BotGes1" /> Gewöhnlicher Hornklee Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Lotus corniculatus subsp. hirsutus<ref name="BotGes1" /> Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Lotus germanicus<ref name="BotGes1" /> Seiden-Backenklee Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Medicago lupulina<ref name="BotGes1" /> Hopfenklee Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Melilotus officinalis<ref name="BotGes1" /> Gelber Steinklee Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Minuartia fastigiata (Minuartia rubra)<ref name="BotGes1" /> Büschel-Miere Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Molinia caerulea agg.<ref name="BotGes1" /> Blaues Pfeifengras Süßgräser (Poaceae)
Ononis repens<ref name="BotGes1" /> Kriechende Hauhechel Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Orchis morio<ref name="BotGes2" /> Kleines Knabenkraut Orchideen (Orchidaceae)
Orchis ustulata<ref name="BotGes2" /> Brandknabenkraut Orchideen (Orchidaceae)
Peucedanum oreoselinum<ref name="BotGes1" /> Berg-Haarstrang Doldenblütler (Apiaceae)
Pimpinella saxifraga<ref name="BotGes1" /> Kleine Bibernelle Doldenblütler (Apiaceae)
Plantago lanceolata<ref name="BotGes1" /> Spitzwegerich Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Plantago media<ref name="BotGes1" /> Mittlerer Wegerich Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Platanthera bifolia<ref name="BotGes1" /> Zweiblättrige Waldhyazinthe Orchideen (Orchidaceae)
Poa pratensis<ref name="BotGes1" /> Wiesen-Rispengras Süßgräser (Poaceae)
Polygala amarella<ref name="BotGes1" /> Sumpf-Kreuzblume Kreuzblumengewächse
Polygala chamaebuxus<ref name="BotGes1" /> Buchs-Kreuzblume Kreuzblumengewächse
Polygala vulgaris<ref name="BotGes2" /> Gewöhnliche Kreuzblume Kreuzblumengewächse
Polygonatum odoratum<ref name="BotGes1" /> Echtes Salomonssiegel Spargelgewächse (Asparagaceae)
Polygonum viviparum<ref name="BotGes1" /> Knöllchen-Knöterich Spargelgewächse (Asparagaceae)
Potentilla alba<ref name="BotGes1" /> Weißes Fingerkraut Rosengewächse (Rosaceae)
Potentilla anserina<ref name="BotGes1" /> Gänsefingerkraut Rosengewächse (Rosaceae)
Potentilla arenaria<ref name="BotGes1" /> Sand-Fingerkraut Rosengewächse (Rosaceae)
Potentilla heptaphylla<ref name="BotGes1" /> Rötliches Fingerkraut Rosengewächse (Rosaceae)
Primula veris<ref name="BotGes1" /> Echte Schlüsselblume Primelgewächse (Primulaceae)
Prunella grandiflora<ref name="BotGes1" /> Großblütige Braunelle Lippenblütler (Lamiaceae)
Pulsatilla patens<ref name="BotGes1" /> Finger-Kuhschelle Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Pulsatilla vulgaris agg.<ref name="BotGes1" /> Gewöhnliche Kuhschelle Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Ranunculus bulbosus<ref name="BotGes1" /> Knolliger Hahnenfuß Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Ranunculus nemorosus<ref name="BotGes1" /> Wald-Hahnenfuß Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Reseda lutea<ref name="BotGes1" /> Gelber Wau Resedagewächse (Resedaceae)
Rhamnus saxatilis<ref name="BotGes1" /> Felsen-Kreuzdorn Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
Rhinanthus angustifolius<ref name="BotGes2" /> Großer Klappertopf Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Rhinanthus glacialis<ref name="BotGes1" /> Grannen-Klappertopf Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Rubus caesius<ref name="BotGes1" /> Kratzbeere Rosengewächse (Rosaceae)
Salvia pratensis<ref name="BotGes1" /> Wiesensalbei Lippenblütler (Lamiaceae)
Salvia verticillata<ref name="BotGes1" /> Quirlblütiger Salbei Lippenblütler (Lamiaceae)
Sanguisorba minor<ref name="BotGes1" /> Kleiner Wiesenknopf Rosengewächse (Rosaceae)
Scabiosa canescens<ref name="BotGes1" /> Duft-Skabiose Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Scabiosa columbaria<ref name="BotGes1" /> Tauben-Skabiose Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Scorzonera purpurea<ref name="BotGes2" /> Rote Schwarzwurzel Korbblütler (Asteraceae)
Selaginella helvetica<ref name="BotGes2" /> Schweizer Moosfarn Moosfarngewächse (Selaginellaceae)
Seseli annuum<ref name="BotGes2" /> Steppenfenchel Doldenblütler (Apiaceae)
Sesleria varia<ref name="BotGes1" /> Kalk-Blaugras Süßgräser (Poaceae)
Silene nutans<ref name="BotGes1" /> Nickendes Leimkraut Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Silene vulgaris<ref name="BotGes1" /> Taubenkropf-Leimkraut Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Sonchus arvensis<ref name="BotGes1" /> Acker-Gänsedistel Korbblütler (Asteraceae)
Betonica officinalis<ref name="BotGes1" /> Echte Betonie (Heil-Ziest) Lippenblütler (Lamiaceae)
Taraxacum officinale agg.<ref name="BotGes1" /> Gewöhnlicher Löwenzahn Korbblütler (Asteraceae)
Teucrium montanum<ref name="BotGes1" /> Berg-Gamander Lippenblütler (Lamiaceae)
Thesium linophyllon<ref name="BotGes1" /> Mittleres Leinblatt Sandelholzgewächse (Santalaceae)
Thymus praecox<ref name="BotGes1" /> Frühblühender Thymian Lippenblütler (Lamiaceae)
Tragopogon minor<ref name="BotGes1" /> Wiesen-Bocksbart Korbblütler (Asteraceae)
Trifolium dubium<ref name="BotGes1" /> Faden-Klee Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Trifolium montanum<ref name="BotGes1" /> Berg-Klee Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Trifolium pratense<ref name="BotGes1" /> Wiesen-Klee Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Trifolium rubens<ref name="BotGes2" /> Purpurklee Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Valeriana wallrothii<ref name="BotGes1" /> Schmalblättriger Arznei-Baldrian Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Verbascum nigrum<ref name="BotGes1" /> Schwarze Königskerze Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)
Veronica austriaca<ref name="BotGes1" /> Österreichischer Ehrenpreis Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Veronica spicata<ref name="BotGes1" /> Ähriger Ehrenpreis Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Vicia sepium<ref name="BotGes1" /> Zaun-Wicke Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Viola arenaria<ref name="BotGes2" /> Sand-Veilchen Veilchengewächse (Violaceae)
Viola hirta<ref name="BotGes1" /> Raues Veilchen Veilchengewächse (Violaceae)
Viola rupestris<ref name="BotGes1" /> Sand-Veilchen Veilchengewächse (Violaceae)

Moose[Bearbeiten]

Es konnten 34 Moosarten nachgewiesen werden, 17 akrokarpe und 14 pleurokarpe Laubmoosen und 3 Lebermoose, die nicht typisch für Kalkmagerrasen sind. Frullania tamarisci kommt in Vegetationslücken vor und Zweizähniges Kammkelchmoos (Lophocolea bidentata) in dichten Polstem pleurokarper Moose. In den feuchteren und stärker bewachsenen Schützenlöchern kommt das Gewöhnliche Kratzmoos (Radula complanata) vor.<ref name="Jeschke Kiehl" />

Wissenschaftlicher Name Deutscher Name Familie Gefährdung Morphologische Großgruppe
Plagiomnium affine Gewöhnliches Sternmoos Mniaceae akrokarpe Moose
Bryum caespititium akrokarpe Moose
Weissia brachycarpa RLD V akrokarpe Moose
Fissidens cristatus Kamm-Spaltzahnmoos Fissidentaceae RLD V akrokarpe Moose
Bryum argenteum Silbermoos Bryaceae akrokarpe Moose
Dicranum polysetum Gewelltblättriges Gabelzahnmoos Dicranaceae akrokarpe Moose
Rhodobryum cf. ontariense Fels-Rosenmoos Bryaceae akrokarpe Moose
Ceratodon purpureus Purpurstieliges Hornzahnmoos Ditrichaceae akrokarpe Moose
Tortella inclinata Geneigtes Spiralzahnmoos Pottiaceae RLD V akrokarpe Moose
Tortella tortuosa Gekräuseltes Spiralzahnmoos Pottiaceae RLD V akrokarpe Moose
Ditrichum flexicaule Verbogenstieliges Doppelhaarmoos Ditrichaceae RLD V akrokarpe Moose
Encalypta streptocarpa Gedrehtfrüchtiges Glockenhutmoos Encalyptaceae akrokarpe Moose
Grimmia pulvinata Polster-Kissenmoos Grimmiaceae akrokarpe Moose
Schistidium apocarpum Verstecktkapseliges Spalthütchen Grimmiaceae akrokarpe Moose
Polytrichum juniperinum Wacholder-Widertonmoos Polytrichaceae akrokarpe Moose
Tortula ruralis sensu stricto Dach-Drehzahnmoos Pottiaceae akrokarpe Moose
Barbula unguiculata Gespitztblättriges Bärtchenmoos Pottiaceae akrokarpe Moose
Rhytidiadelphus triquetrus Großes Kranzmoos Hylocomiaceae RLD V pleurokarpe Moose
Thuidium abietinum pleurokarpe Moose
Rhytidium rugosum Runzelmoos Rhytidiaceae RLD 3 pleurokarpe Moose
Homalothecium lutescens Gelbliches Seidenmoos Brachytheciaceae pleurokarpe Moose
Entodon concinnus Entodontaceae RLD V pleurokarpe Moose
Hylocomium splendens Etagenmoos Hylocomiaceae RLD V pleurokarpe Moose
Campylium chrysophyllum Echtes Goldschlafmoos Amblystegiaceae RLD V pleurokarpe Moose
Hypnum cupressiforme var. lacunosum Zypressenschlafmoos Hypnaceae pleurokarpe Moose
Rhytidiadelphus squarrosus Hylocomiaceae pleurokarpe Moose
Thuidium philibertii Haarspitzen-Thujamoos Thuidiaceae RLD V pleurokarpe Moose
Brachythecium rutabulum Gemeines Kurzbüchsenmoos Brachytheciaceae pleurokarpe Moose
Scleropodium purum Gemeines Grünstängelmoos Brachytheciaceae pleurokarpe Moose
Brachythecium albicans Weißes Kurzbüchsenmoos Brachytheciaceae pleurokarpe Moose
Pleurozium schreberi Rotstängelmoos Hylocomiaceae pleurokarpe Moose
Lophocolea bidentata Zweizähniges Kammkelchmoos Geocalycaceae RLD 3, RLBy 3 Lebermoose
Frullania tamarisci Jubulaceae Lebermoose
Radula complanata Gewöhnliches Kratzmoos Radulaceae RLD 3, RLBy 3 Lebermoose

Angaben zur Gefährdung nach Rote Liste der Moose Bayerns von 1996 und Rote Liste der Moose Deutschlands von 1996.

Flechten[Bearbeiten]

Insgesamt konnten 40 Flechtenarten nachgewiesen werden. Beispielsweise die Gabel-Säulenflechte (Cladonia furcata), die in allen Bereichen der Garchinger Heide zu finden ist. Auf abgestorbenen Moospolstern und Feinerde kommen außerdem einige besonders schützenswerte Vertreter und Rote-Liste-Listen-Arten der Bunten Erdflechtengesellschaft vor: die schwarze Bacidia bagliettoana, die bläuliche Toninia sedifolia, die schwarze Catapyrenium squamulosum und die rote Psora decipiens.<ref name="Jeschke Kiehl" />

Wissenschaftlicher Name Deutscher Name Familie Wuchsform Gefährdung / Anmerkungen
Cladonia furcata subsp. furcata Cladoniaceae Strauchflechten
Cladonia furcata subsp. subrangiformis Cladoniaceae Strauchflechten RLD 3
Cladonia pyxidata subsp. pocillum Echte Becherflechte Cladoniaceae Strauchflechten
Cladonia symphycarpa Cladoniaceae Strauchflechten RLD 3
Cladonia rangiformis Strauchflechten RLD 3
Physcia adscendens Helm-Schwielenflechte Physciaceae Laubflechten
Xanthoria parietina Gewöhnliche Gelbflechte Teloschistaceae Laubflechten
Phaeophyscia nigricans Laubflechten
Xanthoria elegans Zierliche Gelbflechte Teloschistaceae Laubflechten
Cetraria islandica Isländisches Moos Parmeliaceae Laubflechten RLD 3
Peltigera rufescens Laubflechten RLD 3
Phaeophyscia orbicularis Physciaceae Laubflechten
Evernia prunastri Eichenmoos Parmeliaceae Laubflechten außerhalb des NSG
Physcia tenella Physciaceae Laubflechten RLD 3, außerhalb des NSG
Verrucaria nigrescens Krustenflechten
Candelariella vitellina Krustenflechten
Sarcogyne regularis Krustenflechten
Verrucaria muralis Krustenflechten
Verrucaria dolosa Krustenflechten
Lecania erysibe Krustenflechten
Lecidella stigmatea Krustenflechten
Aspicilia moenium Krustenflechten
Caloplaca holocarpa Krustenflechten
Lecanora muralis Mauerflechte Lecanoraceae Krustenflechten
Lecanora dispersa Lecanoraceae Krustenflechten
Acarospora fuscata Krustenflechten
Lecidella carpathica Krustenflechten
Protoblastenia rupestris Krustenflechten
Trapelia placodioides Krustenflechten
Rhizocarpon geographicum Landkartenflechte Rhizocarpaceae Krustenflechten außerhalb des NSG
Caloplaca decipiens Krustenflechten außerhalb des NSG
Acarospora cervina Krustenflechten RLD 3, außerhalb des NSG
Aspicilia contorta Krustenflechten
Verrucaria murorum Krustenflechten
Collema limosa Blaualgenflechten RLD 3
Collema tenax Blaualgenflechten
Bacidia bagliettoana Erdflechten RLD 3
Catapyrenium squamulosum Erdflechten RLD 3
Psora decipiens Psoraceae Erdflechten RLD 2
Tonninia sedifolia Erdflechten RLD 3

Angaben zur Gefährdung nach Rote Liste der Flechten Deutschlands von 1996.

Fauna[Bearbeiten]

Zur Fauna der Garchinger Heide gehörte der erst 1984 von Herrmann Daffner beschriebene und hier entdeckte Palpenkäfer (Pselaphidae) Tychobythinus bavaricus, der mittlerweile als ausgestorben gilt.<ref name="Daffner" /><ref name="bfn" /> Daneben wurden noch die Ameisenkäfer (Scydmaenidae) Cyinindis angularis und Neuraphes angulatus, der Raubplattkäfer (Silvanidae) Airaphilus elongatus und die Palpenkäfer Bryaxis femoratus und Amauronyx maerkeli nachgewiesen. Die ehemals hier nachgewiesene Heideschrecke (Gampsocleis glabra) gilt als ausgestorben.<ref name="bfn" />

Pflege[Bearbeiten]

Datei:Garchinger Heide typisch.jpg
Lückige Trockenvegetation in der Garchinger Heide mit blühendem Seiden-Backenklee (Lotus germanicus)

Als Pflegenutzung wird im Naturschutzgebiet „Garchinger Heide“ eine Streifenmahd durchgeführt. Dabei wird die Zentralfläche in Streifen von ca. 40 m Breite eingeteilt, die bis 1998 jährlich alternierend im Oktober gemäht wurden, seit 1999 wird für die Mähgutübertragung früher (Ende Juli bis September) gemäht. Für jeden einzelnen Streifen entsprach dies einer Mahd im zweijährigen Turnus. Die Streifenmahd soll die Verbuschung verhindern und im ungemähten Streifen Kleintieren das Überwintern ermöglichen.<ref name="Heideflächenverein" />

Um der Verfilzung der Vegetation und der Zunahme der Streuschicht entgegenzuwirken, wurde seit 2004 der „Bracheanteil“ reduziert, so dass nun jährlich wechselnd jeweils drei Streifen gemäht werden und nur der vierte Streifen „brach“ liegt. Die Randbereiche und der ehemalige Acker werden jährlich Ende Juli/Anfang August gemäht.<ref name="Röder" />

Schutzgebietsvernetzung und Erweiterung[Bearbeiten]

Das Arten- und Biotopschutzprogramm des Landkreises Freising und der Heideentwicklungsplan der benachbarten Landkreise streben an, eine Biotopvernetzung zu den benachbarten Schutzgebieten Echinger Lohe, Mallertshofer Holz mit Heiden und den Isarauen herzustellen. Dazu wurden im Rahmen eines Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens (E+E) von 1992 bis 1998 landwirtschaftlich genutzten Flächen angekauft oder gepachtet und die humusreichen Erdschichten abgetragen. Die insgesamt 62 ha für die Heideentwicklung setzen sich aus 30 ha Grunderwerb, 5,5 ha Gemeindeflächen und 27 ha langfristige Pacht von „Kirchengrund“ zusammen. Auf den ausgemagerten Böden wurde Mähgut aus dem Kerngebiet mit den darin enthaltenen Samen ausgebracht. Auf diesen Kiesstandorten für besonders trockenheitsliebende Arten wurden dadurch bis zu 80 Heidearten angesiedelt. Von 1992 bis 2002 wurden wissenschaftliche Untersuchungen durch die TU München durchgeführt. Als Ergebnis konnten 68 Zielarten, darunter 12 Rote-Liste-Arten, angesiedelt werden, wie die Finger-Kuhschelle (Pulsatilla patens) auf 10 ha.

Um die Heide gibt es eine Pufferzone extensiv genutzter Wiesen, um den Nährstoffeintrag von außen zu verringern.<ref name="Heideflächenverein" /><ref name="Heideflächenverein2" /><ref name="E+E" /> Die Kosten von über 2,7 Millionen Euro trugen das Bundesamt für Naturschutz, der Bayerische Naturschutzfonds und der Heideflächenverein Münchener Norden.<ref name="E+Epdf" /> Über die Autobahn A9 wurde eine Brücke errichtet, die wandernden Tierarten den Übergang zwischen der Garchinger Heide und der Echinger Lohe östlich und des Mallertshofer Holz westlich der Autobahn ermöglicht. Über diese werden auch die Schafe getrieben, die zur Biotoppflege in der Heidelandschaft eingesetzt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Odward Geisel: Garchinger Heide, Echinger Lohe – Naturschutzgebiete in der Gemeinde Eching, Landkreis Freising. Herausgegeben von der Gemeinde Eching, 1989.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Naturschutzgebiet Garchinger Heide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Röder">Daniela Röder, Michael Jeschke, Kathrin Kiehl: Vegetation und Böden alter und junger Kalkmagerrasen im Naturschutzgebiet „Garchinger Heide“ im Norden von München. In: Detlev Drenckhahn (Hrsg.): Forum Geobotanicum - An Electronic Journal Of Geobotanical Research. Nr. 2, 2006, ISSN 1867-9315, S. 24–44 (online [PDF; abgerufen am 3. Mai 2015]).</ref> <ref name="Jeschke Kiehl">Michael Jeschke, Kathrin Kiehl: Vergleich der Kryptogamenvegetation alter und junger Kalkmagerrasen im Naturschutzgebiet "Garchinger Heide". In: Bayerische Botanische Gesellschaft e. V. (Hrsg.): Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Nr. 76, 2006, ISSN 0373-7640, S. 221–234 (online [PDF; abgerufen am 3. Mai 2015]).</ref> <ref name="BotGes1">Jörg Pfadenhauer, C. Liebermann: Eine geobotanische Dauerbeobachtungsfläche im Naturschutzgebiet Garchinger Heide. In: Bayerische Botanische Gesellschaft e. V. (Hrsg.): Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Band 57, 31. Dezember 1986, ISSN 0373-7640, S. 99–110 (online [PDF; abgerufen am 15. Juni 2015]).</ref> <ref name="BotGes2">Ernst Hepp, Josef Poelt: Die Garchinger Heide. In: Bayerische Botanische Gesellschaft e. V. (Hrsg.): Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Band 42, Dezember 1970, ISSN 0373-7640, S. 5–14 (online [PDF; abgerufen am 15. Juni 2015] Nachdruck aus dem Jahresberichts des Vereins zum Schutz der Alpentiere und Pflanzen von 1957).</ref> <ref name="Daffner">Hermann Daffner: Der erste Nachweis einer neuen Art der Gattung Tychobythinus Ganglbauer aus Deutschland (Coleoptera, Pselaphidae). In: Münchner Entomologische Gesellschaft (Hrsg.): Nachrichtenblatt Bayerischer Entomologe. Band 33, 1984, S. 86–88 (Vorlage:ZOBODAT/URL [PDF; abgerufen am 15. Juni 2015]).</ref> <ref name="bfn">Harald Plachter, Alexandra Kruse und Helmut Kruckenberg: Screening potenzieller deutscher Naturwerte für das UNESCO-Welterbeübereinkommen. (PDF) S. 92, abgerufen am 18. Juni 2015.</ref> <ref name="Heideflächenverein">Garchinger Heide. Heideflächenverein Münchener Norden e.V, abgerufen am 7. Juli 2015.</ref> <ref name="Heideflächenverein2">Biotopverbund. Heideflächenverein Münchener Norden e.V, abgerufen am 7. Juli 2015.</ref> <ref name="E+E">E+E-Vorhaben. Heideflächenverein Münchener Norden e.V, abgerufen am 7. Juli 2015.</ref> <ref name="E+Epdf">Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E) "Sicherung und Entwicklung der Heiden im Norden von München". (PDF) Heideflächenverein Münchener Norden e.V, abgerufen am 7. Juli 2015.</ref> </references>

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