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Martin Vincentz

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Datei:Vincentz, Martin - AfD.jpg
Martin Vincentz (2022)

Martin Vincentz (* 22. April 1986 in Tönisvorst) ist ein deutscher Politiker (AfD). Er ist seit 2017 Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen, seit Februar 2022 Landesvorsitzender der AfD Nordrhein-Westfalen und seit Mai 2022 Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Vincentz besuchte die Grundschule und das Gymnasium in Krefeld und legte dort 2005 das Abitur ab. Von 2006 bis 2013 studierte Vincentz an der Universität zu Köln Humanmedizin, beendete das Studium mit der ärztlichen Prüfung und erhielt im Sommer 2013 seine Approbation. Danach arbeitete er als Assistenzarzt in der Inneren Medizin im Krankenhaus Maria Hilf in Krefeld. Im Februar 2015 wurde Vincentz, ebenfalls an der Kölner Universität, mit der Arbeit What is the right dose of physical activity that can decrease the risk of developing colon cancer? A review and look out on possible training guides zum Doktor der Medizin promoviert.<ref></ref><ref>Martin Vincentz. In: AfD Fraktion NRW. Abgerufen am 13. August 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seit 2019 ist Vincentz Facharzt für Allgemeinmedizin.<ref>Allgemeinmediziner Dr. Vincentz führt AfD-Landesverband NRW. 7. Februar 2022, abgerufen am 12. Juni 2022.</ref>

Politik[Bearbeiten]

Seit 2014 ist Martin Vincentz AfD-Mitglied im Kreisverband Krefeld<ref name=LI>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Porträt: Dr.med. Martin Vincentz (AfD) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. Dezember 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landtag.nrw.de, in: Landtag intern, Ausgabe 6 vom 16. Juli 2019, S. 23</ref> und seit Herbst 2015 gesundheitspolitischer Sprecher der AfD Nordrhein-Westfalen. Er ist zudem stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisverbandes Krefeld.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Gesundheitspolitik – Sprecher: Dr. med. Martin Vincentz bei afd.nrw (Memento des Vorlage:IconExternal vom 18. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/afd.nrw abgerufen am 16. Mai 2017.</ref> Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 kandidierte er auf Platz zwölf der Landesliste und zog so in den Landtag ein.<ref>Der Landeswahlleiter: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Sitzverteilung (Memento vom 19. Juni 2017 im Internet Archive), abgerufen am 16. Mai 2017.</ref>

Bei den Kommunalwahlen 2020 wurde er in den Rat der Stadt Krefeld gewählt.<ref>Kommunalwahl: Jeweils 17 Sitze für SPD und CDU im neuen Stadtrat</ref>

Am 5. Februar 2022 wurde Vincentz auf dem Landesparteitag der AfD Nordrhein-Westfalen in Siegen mit 63,03 % der Stimmen zum neuen Landesvorsitzenden der AfD Nordrhein-Westfalen gewählt.<ref>NRW-AfD wählt neuen Landesvorstand. Abgerufen am 6. Februar 2022.</ref><ref>Julia Rathcke: Landesparteitag in Siegen: NRW-AfD geht mit neuem Vorstand in den Wahlkampf. 5. Februar 2022, abgerufen am 6. Februar 2022.</ref> Am 25. Februar 2024 und am 7. März 2026 wurde er im Amt bestätigt.<ref>Martin Vincentz bleibt AfD-Landeschef. In: www1.wdr.de. 7. März 2026, abgerufen am 8. März 2026.</ref>

Nach der Landtagswahl 2022, bei der er auf Platz 2 der Landesliste ins Parlament eingezogen war, wurde er am 17. Mai 2022 zum Vorsitzenden der AfD-Landtagsfraktion gewählt.<ref>AfD-Fraktion wählt Parteichef Vincentz zu neuem Vorsitzenden. In: Zeit Online. 17. Mai 2022, abgerufen am 19. Mai 2022.</ref>

Bei der Landtagswahl 2027 steht er auf Platz 1 der Landesliste und ist zugleich Spitzenkandidat der AfD.

Innerparteiliche Auseinandersetzungen[Bearbeiten]

Auseinandersetzungen im nordrhein-westfälischen Landesverband[Bearbeiten]

Im Juni 2024 gab es vor dem Bundesparteitag der AfD innerparteiliche Kritik an Martin Vincentz. Der WDR berichtete, dass Vincentz gegen die Jugendorganisation Junge Alternative (JA) vorgehe. Der WDR zitierte namentlich nicht genannte Kritiker mit den Worten: „Wer sich unterordnet, könne sich mehr erlauben“, Vincentz messe mit zweierlei Maß. Unterstützer der JA seien für kritische Positionen härter bestraft worden, „während der Vorstand Milde im Umgang mit den Posts der Anhänger von Vincentz walten lasse“.<ref>WDR: Von Chemtrails und „Viecher“ – die explosive Stimmung in der NRW-AfD. 4. Juni 2024, abgerufen am 21. Juni 2024.</ref>

Die Wahl des fraktionslosen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich als Beisitzer im Landesvorstand der AfD-NRW wurde als „Niederlage für das Lager um Landespartei- und Landtagsfraktionschef Martin Vincentz gewertet“.<ref>AfD setzt Parteiausschlussverfahren gegen Helferich in Gang. In: n-tv Nachrichten. Abgerufen am 21. Juni 2024.</ref> Wenige Wochen nach der Wahl eröffnete der Landesvorstand der AfD-NRW ein Parteiordnungsverfahren gegen Helferich. Berichterstatter sahen einen „Machtkampf“ in der Partei.<ref>AfD in Nordrhein-Westfalen: Ein Machtkampf tobt in der Partei. 6. Juni 2024, abgerufen am 21. Juni 2024.</ref> Am 5. Juli 2025 wurde Helferich vom Landesschiedsgericht aus der Partei ausgeschlossen.<ref>Matthias Helferich: AfD schließt Matthias Helferich aus der Partei aus. In: zeit.de. 5. Juli 2025, abgerufen am 5. Juli 2025.</ref>

Die Westfalenpost merkte neben dem WDR im Juni 2024 ebenfalls an, dass die Landes-AfD den bisher gegenüber Vincentz kritischen Siegener AfD-Kreisvorstand um Roland Steffe vor die Tür setze und Henning Zoz als Verbündeten einsetze.<ref>WDR: AfD-Spitze in Siegen-Wittgenstein abgesetzt. 18. Juni 2024, abgerufen am 21. Juni 2024.</ref><ref>Steffen Schwab: Siegen: Landes-AfD setzt Siegener Kreisvorstand vor die Tür. 17. Juni 2024, abgerufen am 21. Juni 2024.</ref> Zoz betrieb die Siegener Autokorsos, die im Verfassungsschutzbericht Nordrhein-Westfalens Erwähnung finden, und pflegte Kontakte zur Partei DieBasis.<ref>Benjamin Reuter: Pack die Partikel in den Tank. In: Die Zeit. 6. Juli 2011, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 21. Juni 2024]).</ref>

Roger Beckamp, Bundestagsabgeordneter der AfD, übte scharfe Kritik am Landesvorstand der AfD Nordrhein-Westfalen unter Vincentz. In einem öffentlichkeitswirksamen Statement warf Beckamp dem Vorstand vor, die Partei durch organisatorische Fehler und mangelndes Handeln zu schwächen. Insbesondere kritisierte er die Verweigerung der Unterschriften für seine und Helferichs Kandidaturen für die Bundestagswahl, obwohl beide von ihren Kreisverbänden aufgestellt wurden.<ref name="Joswig">Gareth Joswig: Streit in der AfD Nordrhein-Westfalen: Landesvorstand blockiert Direktkandidaturen. In: Die Tageszeitung: taz. 9. Dezember 2024, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 19. Dezember 2024]).</ref> Darüber hinaus bemängelte Beckamp den Umgang des Vorstands mit dem Landtagsabgeordneten Klaus Esser, einem Vertrauten von Vincentz, gegen den Ermittlungen wegen Urkundenfälschung und Geldwäsche liefen. Trotz Kenntnis dieser Vorwürfe habe der Vorstand nicht reagiert. Beckamp warf dem Landesvorstand vor, wie „Altparteien“ zu agieren und den innerparteilichen Wettbewerb zu manipulieren.<ref name="Joswig" />

Richtungsstreit um die strategische Mäßigung der AfD[Bearbeiten]

2025 offenbarte sich vor dem Hintergrund eines etwaigen Parteiverbotsverfahrens innerhalb der AfD Dissens um die Ausrichtung der Partei. Dabei stand Vincentz laut Bericht des Spiegel für ein innerparteiliches Lager, das sich um eine Mäßigung und Koalitionsfähigkeit mit der Union bemühe, auch weil die AfD den Umfragen zufolge auf Bundesebene nicht allein regieren könnte. Vinzenz erklärte darauf angesprochen: „Wir dürfen ein mögliches Verbotsverfahren nicht auf die leichte Schulter nehmen und unnötig Angriffsfläche bieten“. Die AfD brauche einen „Ton, der gemäßigt ist“.<ref>Die AfD streitet über Mäßigung. Dahinter steht ein Machtkampf. In: spiegel.de. 10. Juli 2025, abgerufen am 10. Juli 2025.</ref>

Gründung des NRW-Landesverbandes der Generation Deutschland[Bearbeiten]

Vincentz war bei der Gründung des Landesverbandes NRW der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ (GD) am 17. Januar 2026 zwar zugegen, durfte jedoch kein Grußwort an die Delegierten richten und verließ die Veranstaltung bereits wieder vor der Abstimmung.<ref>Wie radikal wird die neue AfD-Jugendorganisation in NRW? Landesverband-Gründung in Iserlohn. 17. Januar 2026, abgerufen am 23. Januar 2026.</ref> Sein Wunschkandidat für den Landesvorsitzenden, Manuel Krauthausen aus Eschweiler, unterlag mit 88 zu 165 Stimmen Luca Hofrath, dem Kandidaten aus dem Lager des rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich.<ref>tagesschau.de: Nordrhein-Westfalen: Neue AfD-Jugend in NRW: Das völkische Lager übernimmt. Abgerufen am 23. Januar 2026.</ref>

Listenaufstellung zur NRW-Landtagswahl 2027[Bearbeiten]

Im Juli 2026 eskalierte während der Aufstellung der AfD-Landesliste für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2027 ein innerparteilicher Machtkampf zwischen dem Lager von Vincentz und dem Lager um seinen Parteikollegen Matthias Helferich. Nachdem sich das Lager um Vincentz bei der Vergabe der vorderen Listenplätze weitgehend durchgesetzt hatte und mehrere Bewerber aus Helferichs Umfeld unterlegen waren, wurden für Listenplatz 22 nahezu 100 Kandidaten vorgeschlagen. Die dadurch erforderlichen Vorstellungsreden verzögerten die weitere Listenaufstellung erheblich, wodurch die Aufstellung vertagt werden musste.<ref>Christoph Ullrich; Nicolas Vordonarakis: AfD-Landesliste: Misstrauen, Machtspiel, Eskalation. In: WDR. 13. Juli 2026, abgerufen am 17. Juli 2026.</ref> Am Rande der Versammlung warf Helferich dem Parteikollegen Knuth Meyer-Soltau vor, ihn beleidigt und von einem Stuhl geschubst zu haben. Meyer-Soltau bestritt den Vorwurf; in der Folge erstatteten beide Politiker Strafanzeige gegeneinander.<ref>AfD-Abgeordneter Helferich erhebt Gewaltvorwurf gegen Parteikollegen. In: Die Zeit. 13. Juli 2026, abgerufen am 17. Juli 2026.</ref><ref name="Times2026">Oliver Moody: How tension at top of AfD threatens party’s momentum. In: The Times. 14. Juli 2026, abgerufen am 17. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die britische Tageszeitung The Times bezeichnete Helferich in diesem Zusammenhang als einen der bekanntesten Abgeordneten des „hart ethnonationalistischen“ Parteiflügels und ordnete die Auseinandersetzung als Teil eines umfassenderen Richtungs- und Machtkampfes innerhalb der AfD ein.<ref name="Times2026" />

Nachdem die Parteiführung um Alice Weidel und Tino Chrupalla vergeblich den Abbruch des NRW-Parteitags gefordert hatte, beantragte die Landespartei unter Führung von Vincentz beim Düsseldorfer Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen die Bundesspitze. Da Vincentz nach Ansicht des Bundesvorstands zunächst das Bundesschiedsgericht der AfD hätte anrufen müssen, leitete der Bundesvorstands daraufhin ein Parteiordnungsverfahren gegen Vincentz und seine Mitstreiter ein.<ref>AfD in Nordrhein-Westfalen: AfD-Bundesvorstand geht gegen NRW-Chef Martin Vincentz vor. In: zeit.de. 27. Juli 2026, abgerufen am 27. Juli 2026.</ref>

Position zur Klimakrise[Bearbeiten]

2026 schrieb der Westfälische Anzeiger, dass „[d]er angeblich so gemäßigte Landeschef“ ein Paket gegen die Klimakrise als Reaktion auf die Hitzewelle in Europa im Juni 2026 ablehnte und von „Panikmache“ sprach. In Europa gebe es insgesamt zehnmal mehr Kälte- als Hitzetote. Die Anzahl der klimabedingten Todesfälle nehme durch die Erwärmung insgesamt sogar ab, weil weniger Menschen an Kälte versterben und die höhere Anzahl der Hitzetoten das gar nicht aufwiege. Die offizielle Statistik zu den Todesfällen zog er in Zweifel. Letztlich sei auch die Erkältung durch eine veraltete Klimaanlage statistisch mitverantwortlich für Hitzetote, so Vincentz.<ref>Reden sorgen für Empörung: Wie die AfD in NRW Hitzetote verhöhnt. 29. Juli 2026, abgerufen am 18. August 2026.</ref>

Kritik[Bearbeiten]

Beim Neujahrsempfang 2024 der AfD in Duisburg sorgte Landessprecher Vincentz, der sich „sonst betont zurückhaltend“ gebe, für einen Eklat durch einen als rassistisch bewerteten Witz über Amazon-Paketboten.<ref>AfD-Landeschef sorgt mit Amazon-Witz für Rassismus-Eklat. Focus, abgerufen am 21. Juni 2024.</ref><ref>Jens Voss: AfD-Neujahrsempfang in Duisburg: Krefelder AfD-Ratsherr Martin Vincentz sorgt mit Bemerkung über Amazon-Paketboten für Empörung. 16. Januar 2024, abgerufen am 21. Juni 2024.</ref>

Persönliches[Bearbeiten]

Martin Vincentz ist römisch-katholisch und Sohn einer Postbeamtin und eines Kaufmanns.<ref name=LI23>Porträt: Dr. Martin Vincentz (AfD), in: Landtag intern, Ausgabe 7 vom 31. Oktober 2023, S. 19</ref> Er ist mit einer aus Frankreich stammenden Ärztin verheiratet.<ref name=LI></ref> Gemeinsam haben sie drei Töchter.<ref name=LI23></ref><ref>Kommunalwahl in Krefeld – Die Neuen im Rat</ref><ref>Martin Vincentz (AfD) im Gespräch – RTL WEST Sommerinterview mit dem NRW-Vorsitzenden | RTL WEST </ref>

Er war im Fechtsport aktiv und stand 2003/04 auf Platz 35 der deutschen Rangliste der Herren im Degenfechten.<ref>DFB-Rangliste Aktive Herrendegen Saison 2003/4.</ref> Vincentz war mehrfach NRW-Meister und Deutscher Meister im Mannschaftsfechten.<ref name=LI23></ref>

In den Jahren 2011 bis 2013 trat er an verschiedenen Veranstaltungen als Slam-Poet auf.<ref>Suchbegriff: Martin Vincentz Slam YouTube</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Porträt: Dr. Martin Vincentz (AfD), in: Landtag intern, Ausgabe 7 vom 31. Oktober 2023, S. 19

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Martin Vincentz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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