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Ocna de Fier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ocna de Fier
Eisenstein
Vaskö
Datei:ROU CS Ocna de Fier CoA.png
Ocna de Fier (Rumänien)
Ocna de Fier (Rumänien)
Basisdaten
Staat: Rumänien Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Caraș-Severin
Koordinaten: Vorlage:Infobox Ort in Rumänien/adm2iso_type:city(569) 45° 20′ N, 21° 47′ OKoordinaten: Vorlage:Infobox Ort in Rumänien/adm2iso_type:city(569) 45° 20′ 24″ N, 21° 46′ 30″ O
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Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Fläche: 22,11 km²
Einwohner: 569 (1. Dezember 2021<ref name="vz2021">Volkszählung 2021 in Rumänien, Populația rezidentă după etnie, 1. Dezember 2021 (rumänisch).</ref>)
Bevölkerungsdichte: 26 Einwohner je km²
Postleitzahl: 327290
Telefonvorwahl: (+40) 02 55
Kfz-Kennzeichen: CS
Struktur und Verwaltung (Stand: 2020<ref>Angaben bei prezenta.roaep.ro, abgerufen am 6. März 2021 (rumänisch).</ref>)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Ocna de Fier
Bürgermeister : Petru-Petrișor Panescu (PNL)
Postanschrift: Str. Vale Nr. 107B
loc. Ocna de Fier, jud. Caraș-Severin, RO–327290
Website:

Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata

Datei:Ocna de Fier jud Caras-Severin.png
Lage von Ocna de Fier im Kreis Caraș-Severin
Datei:Ocna de Fier.jpg
Ansicht von Ocna de Fier

Ocna de Fier ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Gemeinde im Kreis Caraș-Severin in der Region Banat in Rumänien.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Berzovia Bocșa Ezeriș
Fizeș Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Moniom
Doclin Dognecea Reșița

Geografische Lage[Bearbeiten]

Ocna de Fier liegt im Dognecea-Gebirge im Banater Bergland an der Kreisstraße DJ 586 Bocșa–Dognecea, 25 Kilometer von der Kreishauptstadt Reșița und 100 Kilometer von der Großstadt Timișoara entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten bergbaulichen Nachweise stammen aus der Bronzezeit vor etwa 4000 Jahren, als man hier natürliches Kupfer im Tagebau gewann. Nach der Eroberung des Gebietes durch die Römer um das Jahr 106 wurde der Bergbau auch untertage vorangetrieben. Nördlich von Ocna de Fier, am Goldhügel („Cracul cu aur“) sind heute noch alte römische Einrichtungen zur Goldgewinnung zu erkennen. Der mittelalterliche Goldbergbau wurde zuletzt in einer Urkunde aus dem Jahr 1552 erwähnt. Während der osmanischen Herrschaft (1554–1718) war das Interesse an Bodenschätzen gering und das Gebiet nur dünn besiedelt. Erst während der Zeit der Habsburgermonarchie nach 1718 wurde über die Entdeckung reicher Eisenerzlagerstätten im Morawitzatal berichtet. Aufgrund des stark steigenden Bedarfes an Arbeitskraft wurde 1760 die Bergbausiedlung „Morawitzadorf“ gegründet und hauptsächlich mit walachischen Flüchtlingen, Bufänen, Waldarbeitern und Bergleuten aus der Gegend um Baia de Aramă besiedelt. Auf der Josephinischen Landkarte von 1772 ist diese Siedlung als „Pogschaner Eisenstein“ eingetragen.<ref name="bbd">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.banater-berglanddeutsche.de (Memento vom 29. Januar 2013 im Internet Archive), Eisenstein.</ref>

Die eigentliche Ortschaft „Eisenstein“ wurde 1815 gegründet. Zugleich wurden auch deutsche Facharbeiter angesiedelt. 1855 verkaufte die Wiener Hofkammer die Eisensteiner Eisengruben mit dem Banater Montangebiet an die Österreichisch-ungarische Staatseisenbahngesellschaft (StEG). 1919 fiel das gesamte Banater Bergland an Rumänien. Damit wurde die StEG in eine rumänische Aktiengesellschaft „Uzinele de Fier și Domeniile din Reșița“ (UDR) umgewandelt.<ref>banater-aktualitaet.de, Dognatschka und Eisenstein.</ref>

Nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich (1867) wurde das Banat dem Königreich Ungarn innerhalb der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn angegliedert.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gesetz zur Magyarisierung der Ortsnamen (Ga. 4/1898) umgesetzt.<ref>Gerhard Seewann: Geschichte der Deutschen in Ungarn, Band 2 1860 bis 2006, Herder-Institut, Marburg 2012.</ref> Der amtliche Ortsname war Vaskö. Die ungarischen Ortsbezeichnungen blieben bis zur Verwaltungsreform von 1923 im Königreich Rumänien gültig, als die rumänischen Ortsnamen eingeführt wurden.

Der Vertrag von Trianon am 4. Juni 1920 hatte die Dreiteilung des Banats zur Folge, wodurch Ocna de Fier an das Königreich Rumänien fiel.

Bergbau[Bearbeiten]

Als Ergebnis einer Studienreise durch das Banater Bergland schrieb Bernhard von Cotta 1864 sein Referenzwerk und benannte die hier auftretende Textur der Eruptivgesteine „Banatite“. 1874 lieferte der Bergbauingenieur „Anton Veszelyi“ (1820–1888) Eisensteiner Erzproben, in denen der Wiener Professor Gustav Tschermak 1874 das bis dahin unbekannte Mineral Ludwigit<ref>G. Tschermak: Ludwigit, ein neues Mineral aus dem Banate. In: Mineralogische Mittheilungen. Band 1, 1874, S. 59–66 (rruff.info [PDF; 418 kB; abgerufen am 9. Januar 2018]).</ref> und Albrecht Schrauf das Mineral Veszelyit<ref>A. Schrauf: Untersuchung eines neuen Minerals, genannt Veszelyit. In: Anzeiger der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Band 11, 1874, S. 135–137 (rruff.info [PDF; 245 kB; abgerufen am 9. Januar 2018]).</ref> entdeckte.

Im Jahr 1972 entdeckte der Geologe Gruescu in der Eisengrube „Reichenstein“ mehrere kreuzförmige Quarzkristalle, neuartige Kristallisationsformen, die den Namen des Entdeckers bekamen, die „Gruescu-Koaxialzwillinge“.

Nach 1990 fand kein aktiver Bergbau mehr statt, zwischen 1992 und 1997 wurde nur noch das Material der alten Halden verwertet. Seit 2001 wurde auch diese Bergbautätigkeit endgültig eingestellt. Insgesamt wurden aus Eisensteiner Erzen über die Zeit geschätzte 11 Millionen Tonnen Eisen- und 3 Millionen Tonnen Buntmetalle gewonnen.<ref name="bbd" />

Museum der ästhetischen Mineralogie des Eisens[Bearbeiten]

Der Sammler Constantin Gruescu gründete in seinem Haus in Ocna de Fier eine äußerst wertvolle Mineralogiesammlung, wo besondere Minerale beobachtet werden können. Einige sind weltweit einzigartig. Das private „Museum der ästhetischen Mineralogie des Eisens“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) beherbergt verschiedene seltene Minerale (Andradit, Ludwigit) und Gesteine (Dognácskait<ref>Mindat – Dognácskaite</ref>, Warthait<ref>Mindat – Warthite.</ref>). Ende des 20. Jahrhunderts stellte Gruescu seine Mineralogiesammlung vor und schenkte einige Exemplare rumänischen und ausländischen Privatpersonen und öffentlichen Institutionen. Lehrer und Fachmänner, Studenten und prominente Persönlichkeiten, Touristen und Besucher aus aller Welt bewunderten schon die mehr als 2000 Exemplare zählende Sammlung. Sein prominentester Besucher war die niederländische Königin Beatrix.<ref>thematicroutes.dkmt.eu, Museum der ästhetischen Mineralogie.</ref><ref>banatulmontan.wordpress.com, Constantin Gruescu şi Muzeul de Mineralogie Estetică a Fierului.</ref>

Bildergalerie[Bearbeiten]

Seltene Minerale aus dem Bergbaugebiet Ocna de Fier, ausgestellt im Museum der ästhetischen Mineralogie des Eisens:

Tourismus[Bearbeiten]

Aufgrund der schönen Landschaft hat sich Eisenstein nach und nach zu einem Touristenmagnet entwickelt. Immer mehr Ortsfremde kauften sich hier Häuser und wandelten diese in Ferienhäuser um. Die Karstlandschaft mit zahlreichen Senken, Schluchten Höhlen ist vor allem für Sportkletterer attraktiv. Circa 17 Höhlen sowie die größte senkrechte Steinwand des Banats (116 Meter) sind hier anzutreffen. Alte Abraumhalden und Tagebauten bieten den Hobbymineralogen zahlreiche Funde. Für Bergbauarchäologen bietet sich das Areal „Goldhügel“ mit seinem noch nicht erforschten römischen Galeriesystem an. Höhepunkt jeder Erkundungstour ist der Besuch des Museums der ästhetischen Mineralogie des Eisens.<ref name="bbd" />

Demografie[Bearbeiten]

Die größte Bevölkerungszahl hatte Ocna de Fier in den 1960er Jahren aufzuweisen. Seither sinkt die Einwohnerzahl stetig. Das Dorf verwandelt sich nach und nach in einen Ferien- und Freizeitort.

Volkszählung<ref>Varga E. Árpád: Volkszählungen 1880–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung am 2. November 2008 (PDF; 838 kB; ungarisch).</ref> Ethnie
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche Andere
1880 1012 0919 10 078 05
1910 1332 1174 33 120 05
1966 1853 1716 44 038 55
1977 1422 1328 29 033 32
1992 0907 0855 07 021 24
2002 0792 0769 05 010 08
2011 0656 0627 04 010 15
2021 0569 0520 02 002 45

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die sich durch ihr Werk und Wirken in und um Ocna de Fier verdient gemacht haben:

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ignaz von Born: Briefe über mineralogische Gegenstände, Brief 9. Frankfurt, 1774.
  • Edmund Schelken: Die Mineralien von Dognecea und Ocna de Fier in Rumänien. Lapis-Magazin, München 1993
  • Carol Brandza: Contribuții la cunoașterea minelor vechi aurifere din zona Bocșa-Ocna de Fier-Dognecea. Banatica, Reșița 1986.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ocna de Fier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende