Poppau
Poppau Gemeinde Beetzendorf
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(288)&title=Poppau 52° 41′ N, 11° 8′ O
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| Höhe: | 46 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 6,48 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 288 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 44 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 20. Juli 1950 | |||||
| Eingemeindet nach: | Bandau | |||||
| Postleitzahl: | 38489 | |||||
| Vorwahl: | 039000 | |||||
Lage von Poppau in Sachsen-Anhalt
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Poppau ist ein Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.
Geographie[Bearbeiten]
Lage[Bearbeiten]
<mapframe latitude="52.68020" longitude="11.13477" zoom="13" width="300" height="200" align="right" /> Poppau, ein Rundplatzdorf mit Kirche auf dem Platz, liegt rund vier Kilometer südöstlich von Beetzendorf und sechs Kilometer nordwestlich der Stadt Klötze in der Altmark.<ref name="HOB-12" /><ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Nordwestlich des Dorfes erhebt sich der etwa 50 Meter hohe Schalaienberg.<ref name="Top50" />
Ortsteilgliederung[Bearbeiten]
Zum Ortsteil gehört neben dem Dorf Poppau das einen Kilometer nordöstlich gelegene Ökodorf Sieben Linden, eine sozial-ökologische Modellsiedlung.
Geologie[Bearbeiten]
Mindestens 810 Meter unter der Geländeoberkante in Poppau liegt ein Salzstock mit einer Fläche von 7 Quadratkilometern und einer Mächtigkeit von maximal 690 Metern.<ref name="BGE" /> Die Bundesgesellschaft für Endlagerung führt den Salzstock in einem Zwischenbericht als einen von 90 möglichen Standorten für die Endlagerung radioaktiver Abfälle auf.<ref name="VS 2020" />
Geschichte[Bearbeiten]
Mittelalter bis 20. Jahrhundert[Bearbeiten]
Das Dorf wurde erstmals im Jahre 1363 als Poppow in einem Lehnbrief über Beetzendorf und Apenburg erwähnt.<ref name="Riedel-5" />
Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 heißt es:
“Poppove pertinet illis de Schulenburg cum supremo et cum 12 marcis denariorum levium. Altare ecclesie Niendorp habet ibi 8 marcas den. levium. Non tenentur ad precariam.”
„Poppove gehört Deren von der Schulenburg mit Obergericht und mit 12 Mark an Leichten Pfennig. Der Altar der Kirche zu Niendorf hat dort 8 Mark Leichte Pfennig. Nicht verpflichtet zur Bede.“<ref name="Landbuch, S. 405" />
Weitere Nennungen sind 1541 Poppow, 1687 Poppow<ref name="HOB-12" /> und 1804 Poppau, ein Dorf mit 11 Halbbauern, 4 Einliegern und einem Krüger.<ref name="Bratring-1" />
Am 20. Oktober 1814 brannte fast der gesamte Ort ab. Wie durch ein Wunder blieb die Kirche von den Flammen verschont.<ref name="VS 2016" />
Spätestens im 19. Jahrhundert wurden die Großsteingräber bei Poppau zerstört.
Im Südwesten des Dorfes bestand eine Ziegelei, die bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts erwähnt wurde.
Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 26 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 586 Hektar, der Kirche gehörten ein Hektar, der Gemeinde 9 Hektar. 1946 waren 77 Hektar Land enteignet worden. 1948 waren die Nutznießer der Bodenreform 21 Erwerber, davon 5 Neusiedler.<ref name="HOB-12" />
Im Jahre 1960 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ I „Mittn in de Welt“.<ref name="Schmidt-1978" /><ref name="HOB-12, S. 123" /><ref>Rohrlach schreibt den Namen als: „Mitten in der Welt“.</ref>
Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]
Jürgen Udolph führt den Ortsnamen auf das slawische Wort „Pop“ für „Priester“ zurück.<ref name="Friske 2021" />
Heinrich Sültmann erkennt im Namen 1363 Poppow die slawischen Worte „pup, pop“ für „kleine Erhöhung, Berg, Buckel“, ursprünglich „Nabel“. Sültmann meint: „Daraus erklärt sich wohl die Sage von der Kette in Poppau, mit der die Welt gemessen ist“.<ref name="Sültmann 1931" />
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Poppau gehörte ursprünglich zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Von 1807 bis 1808 lag es im Kanton Klötze, anschließend bis 1813 im Kanton Jübar auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kam es 1816 in den Kreis Salzwedel, den späteren Landkreis Salzwedel im Regierungsbezirk Magdeburg in der Provinz Sachsen in Preußen.<ref name="HOB-12" />
Am 20. Juli 1950 wurde Poppau in die Gemeinde Bandau eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" /> Nach Eingemeindung der Gemeinde Bandau in die Gemeinde Beetzendorf am 1. Januar 2009 wurde Poppau ein Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf.
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946<ref name="HOB-12" />
Religion[Bearbeiten]
Die evangelische Kirchengemeinde Poppau, die früher zur Pfarrei Jeeben gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Beetzendorf im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Hildegard in Gardelegen im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Bauwerke[Bearbeiten]
- Poppau wurde als Hufeisendorf (Rundling) erbaut.
- Das Haus am Eingang zum Rundling, die Lohnmosterei, ist eines der ältesten Gebäude im Dorf.<ref name="VS 2016" />
- Die heutige evangelische Dorfkirche Poppau ist ein rechteckiger neoromanischer Backsteinbau aus dem Jahre 1905. Die Kirche war eine Filialkirche der Kirche in Jeeben. Der Vorgängerbau aus dem Jahre 1706 war eine Fachwerkkirche.<ref name="Altmarkkirchen" /><ref name="VS 2016" />
- Zentral im Ort befindet sich das Kriegerdenkmal Poppau.
- Ein großer Feldstein mit einer Kette in einem Teich im Dorf ist der historische Mittelpunkt der Welt, so berichtet es eine Sage.
Sagen aus Poppau[Bearbeiten]
Mittelpunkt der Welt[Bearbeiten]
Adalbert Kuhn berichtete 1843 aus örtlicher mündlicher Überlieferung. In Poppau ist der Mittelpunkt der Welt. Die Kette, womit das ausgemessen wurde, liegt schon seit vielen Jahren in einem kleinen Teich am Dorfausgang in Richtung Siedengrieben unter einem kantigen und spitzen Stein, der aus dem Wasser ragt. Vor einigen Jahren wollte man in der Nähe des Teiches ein Haus bauen und schütte ihn daher an der einen Seite zu, da fand einer der Bauern ein Stück der Kette aus Eisen mit Ringen, so groß wie die einer Halfterkette.<ref name="Kuhn 1843" />
Hanns H. F. Schmidt ergänzte im Jahr 1978: Von der Stein aus wurde vor langer Zeit die Welt vermessen. In alle Himmelsrichtungen, wie die 8 Wege, die sich hier kreuzen, anzeigen. Als die langwierige Messung beendet war, wickelte man einen Teil der Kette um den Stein. Vor einigen Jahren musste der Teich entschlammt werden, da entdeckte man die rostige Kette wieder. Manche behaupteten, gewitzte Poppauer hätte in finstrer Nacht vorher dort eine Kette versenkt.<ref name="Schmidt-1978" />
Die Sage inspirierte den Kinderbuchautor Georg Bötticher zum Gedicht „Der Mittelpunkt der Welt“,<ref name="Schmidt-1978" /> das er in „Balladen, Legenden und Schwänke“ nach 1898 veröffentlichte.
Drehender Stein[Bearbeiten]
In der Nähe des Dorfes liegt auch ein Stein. Wenn er den Hahn krähen hört, dreht er sich dreimal um.<ref name="Kuhn 1843" />
Literatur[Bearbeiten]
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
- Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Band VIII, 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940 (außer Begleittexten auf Lateinisch, S. 405 Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.uni-potsdam.de ( vom 22. März 2019 im Internet Archive)).
Weblinks[Bearbeiten]
- Poppau im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="2VO-LSA-1950"> Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl, S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 279 (PDF). </ref> <ref name="Almanach1903"> Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903 </ref> <ref name="Altmarkkirchen"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="Bistum-MD"> Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 9. August 2022. </ref> <ref name="BGE"> Bundesgesellschaft für Endlagerung: Zwischenbericht Teilgebiete. Anlage (zu „Anwendung Mindestanforderungen gemäß § 23 StandAG“) IG-Steckbriefe. 25. September 2020, S. 373 (bund.de [PDF; 39,4 MB; abgerufen am 8. August 2022]). </ref> <ref name="Bratring-1"> Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 383 (Digitalisat). </ref> <ref name="EW-2018"> Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019. </ref> <ref name="EW-2021"> Anke Pelczarski: Nur Wallstawe und Jübar legen zu. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 15. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 17. </ref> <ref name="EW-2022"> Anke Pelczarski: Wenn die Männer das Sagen haben. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 14. Januar 2023, DNB 1047268213, S. 17. </ref> <ref name="EW-2023"> Anke Pelczarski: 65 Geburten und 190 Sterbefälle. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 17. Januar 2024, DNB 1047268213, S. 15. </ref> <ref name="Friske 2021"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783867323796 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="HOB-12"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="HOB-12, S. 123"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="Kuhn 1843"> Adalbert Kuhn: Märkische Sagen und Märchen nebst einem Anhange von Gebräuchen und Aberglauben. Berlin 1843, S. 11 (Digitalisat). </ref> <ref name="Landbuch, S. 405"> Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Antiqua marchia. Equitatura terre Soltowedel foris Portam Buchornighe. Poppove, S. 405. </ref> <ref name="Pfarrbereich"> Pfarrbereich Beetzendorf. In: ekmd.de. Abgerufen am 13. Mai 2023. </ref> <ref name="Riedel-5"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref> <ref name="Schmidt-1978"> Hanns H. F. Schmidt: Skizzen aus der Altmark. 1. Auflage. Greifenverlag, Rudolstadt 1978, DNB 780302389, S. 8–9. </ref> <ref name="Sültmann 1931"> Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Salzwedel (= Wochenblatt-Schriften. Folge IX.). 1931, DNB 362852693, S. 23. </ref> <ref name="Top50"> Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1:50.000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003 </ref> <ref name="VS 2016"> Walter Mogk: Mitt'n in de Welt: Fast jedes Hus hat eine Geschichte. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Klötze. 25. September 2016 (volksstimme.de [abgerufen am 27. Januar 2018]). </ref> <ref name="VS 2020"> Walter Mogk: Wird der Mittelpunkt der Welt zum Atomklo? 29. Oktober 2020 (volksstimme.de [abgerufen am 8. August 2022]). </ref> <ref name="Zahn-1928"> Vorlage:BibOCLC </ref> </references>
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