Siedengrieben
Siedengrieben Gemeinde Beetzendorf
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(55)&title=Siedengrieben 52° 42′ N, 11° 7′ O
{{#coordinates:52,707222222222|11,120555555556|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Siedengrieben | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 37 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 4,8 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 55 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 11 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 20. Juli 1950 | |||||
| Eingemeindet nach: | Hohentramm | |||||
| Postleitzahl: | 38489 | |||||
| Vorwahl: | 039000 | |||||
Lage von Siedengrieben in Sachsen-Anhalt
| ||||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Siedengrieben ist ein Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.
Geographie[Bearbeiten]
Lage[Bearbeiten]
<mapframe latitude="52.707" longitude="11.121" zoom="15" width="300" height="200" align="right" /> Das Dorf Siedengrieben liegt 2 Kilometer östlich von Beetzendorf und 17 Kilometer südlich der Kreisstadt Salzwedel in der Altmark. Im Südosten erhebt sich der 51,2 Meter hohe Wahrsberg.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Nachbarorte[Bearbeiten]
| Audorf | Käcklitz | Stapen |
| Beetzendorf | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: | Hohentramm |
| Hohentramm |
Geschichte[Bearbeiten]
Mittelalter[Bearbeiten]
Siedengrieben war ursprünglich ein Sackgassendorf.
Siedengrieben wurde erstmals im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 urkundlich genannt. Griben, Gryben gehörte den von der Schulenburg. Das Hufenland des Dorfs umfasste 18 abgabenpflichtige Hufen. Für diese zahlten die Vollbauern 19 Pfund und 4 Schilling an Leichten Pfennig. Von der Bede waren sie befreit.<ref name="Landbuch, S. 405" />
Der Historiker Peter P. Rohrlauch weist darauf hin,<ref name="HOB-12" /> dass die von Wilhelm Zahn aufgeführten früheren Erwähnungen von 1140 und 1184 nicht zutreffen.<ref name="Zahn-1928" />
Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]
Jürgen Udolph führt den Ortsnamen Grieben auf das slawische Wort „grib“ für „Pilz“ zurück. „Sieden“ stammt vom mittelniederdeutschen „side“ für „niedrig“ ab.<ref name="Friske 2021" />
Heinrich Sültmann nennt eine weitere Deutung für Grieben, die slawischen Worte „hriby, griben“ für „Kamm, Höhenrücken“ und übersetzt den Ortsnamen zu „Steilhang“.<ref name="Sültmann 1931" />
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Siedengrieben gehörte ursprünglich zum Salzwedelischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Von 1807 bis 1813 lag es im Kanton Beetzendorf auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen kam es ab 1816 in den Kreis Salzwedel, den späteren Landkreis Salzwedel im Regierungsbezirk Magdeburg in der Provinz Sachsen in Preußen.<ref name="HOB-12" />
Am 20. Juli 1950 wurde die Gemeinde Siedengrieben in die Gemeinde Hohentramm eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" /> Nach der Eingemeindung von Hohentramm in Beetzendorf am 1. Januar 2009 wurde Siedengrieben ein Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf.
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
|
|
|
|
Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946:<ref name="HOB-12" />
Religion[Bearbeiten]
Die evangelische Kirchengemeinde Siedengrieben, die früher zur Pfarrei Beetzendorf gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Beetzendorf im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Die Dorfkirche Siedengrieben, ein kleiner, dreiteiliger Bau (Schiff, Chor, Apsis) mit aufgesetztem Turm, ist gegen Ende des 12. Jahrhunderts, spätestens zu Beginn des 13. Jahrhunderts entstanden. Die Feldsteinkirche aus unbearbeiteten Lesesteinen zeigt ein unregelmäßiges Mauerwerk, das mit der klaren architektonischen Struktur kontrastiert. Die spätromanischen Formen (vor allem die kleinen, hoch stehenden, rundbogigen Fenster) blieben größtenteils erhalten. Das Apsis-Dach besteht noch teilweise aus Mönchs-und-Nonnen-Ziegeln. Die Rankenmalerei im Inneren schafft eine feierliche Stimmung.<ref name="Altmarkkirchen" /><ref name="Friske 2021" />
Sage – Siedengriebener Butterstein[Bearbeiten]
<mapframe latitude="52.704" longitude="11.093" zoom="15" width="200" height="200" align="right"> {
"type": "FeatureCollection",
"features": [
{
"type": "Feature",
"properties": {},
"geometry": {
"type": "Point",
"coordinates": [
11.0964,
52.7042
]
}
}
]
} </mapframe> Adalbert Kuhn berichtete 1843 aus örtlicher mündlicher Überlieferung. In der Nähe von Grieben stritten einmal zwei Bauern um ein Stück Acker und jeder behauptete, es gehöre ihm. Einer der beiden sprang schließlich auf einen großen Stein, rief: „So soll dieser Stein gleich zu Butter werden, wenn der Acker nicht mir gehört“, und siehe da! augenblicklich wurde der Stein so weich, dass er ganz tief mit dem Fuße einsank, und sein Meineid klar an den Tag kam.<ref name="Kuhn 1843" /> Es gibt noch zwei weitere Sagen zum Stein.<ref name="Mittag 2006" />
Der Stein, ein rötlichgrauer Granitfindling mit natürlichen schalenförmigen Vertiefungen, lag bis vor 100 Jahren auf der Feldmark zwischen Beetzendorf und Siedengrieben. Heute liegt er unweit der Ruine der alten Burg im Schlosspark Beetzendorf.<ref name="Mittag 2006" />
Literatur[Bearbeiten]
- Vorlage:BibOCLC
- Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin. Band VIII, 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940 (außer Begleittexten auf Lateinisch), S. 405 Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.uni-potsdam.de ( vom 22. März 2019 im Internet Archive)
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. Siedengrieben wnw Klötze, S. 846–849.
Weblinks[Bearbeiten]
- Siedengrieben im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 278 (PDF).</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="EW-2018">Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.</ref>
<ref name="EW-2021">Anke Pelczarski: Nur Wallstawe und Jübar legen zu. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 15. Januar 2022, DNB 1047268213, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2022">Anke Pelczarski: Wenn die Männer das Sagen haben. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 14. Januar 2023, DNB 1047268213, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2023">Anke Pelczarski: 65 Geburten und 190 Sterbefälle. In: Klötzer Volksstimme, Klötzer Rundschau (E-Paper). 17. Januar 2024, DNB 1047268213, S. 15.</ref>
<ref name="Friske 2021">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783867323796 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Kuhn 1843">Adalbert Kuhn: Märkische Sagen und Märchen nebst einem Anhange von Gebräuchen und Aberglauben. Berlin 1843, S. 27, Der Fußstapfen im Stein (Digitalisat).</ref>
<ref name="Landbuch, S. 405">Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Antiqua marchia. Equitatura terre Soltowedel foris Portam Buchornighe. Griben, S. 405, Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.uni-potsdam.de ( vom 22. März 2019 im Internet Archive)</ref>
<ref name="Mittag 2006">Lothar Mittag: Sagenhafte Steine. Großsteingräber, besondere Steine und Steinkreuze in der altmärkischen Sagenwelt (= Schriften zur Regionalgeschichte der Museen des Altmarkkreises Salzwedel. Band 5). 2006, ISBN 3-00-020624-8, S. 66–68.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Beetzendorf. In: ekmd.de. Abgerufen am 13. Mai 2023.</ref>
<ref name="Sültmann 1931">Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Salzwedel (= Wochenblatt-Schriften. Folge IX.). 1931, DNB 362852693, S. 15.</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
Audorf | Bandau | Beetzendorf | Darnebeck | Groß Gischau | Klein Gischau | Hohentramm | Jeeben | Käcklitz | Mellin | Neumühle | Peertz | Poppau | Siedengrieben | Stapen | Tangeln | Wohlgemuth
