Uniper
| Uniper SE
| |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | | |
| Rechtsform | Societas Europaea |
| ISIN | DE000UNSE026 |
| Gründung | 2016 |
| Sitz | Düsseldorf, |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | Rund 7.464<ref name="Uniper GB24" /> |
| Umsatz | 69,6 Mrd. Euro (2023)<ref name="Uniper GB24">Geschäftsbericht 2024. Uniper SE, abgerufen am 16. September 2025.</ref> |
| Branche | Energieversorgungsunternehmen |
| Website | www.uniper.energy |
| Stand: 31. Dezember 2024 | |
Die Uniper SE [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] ist eine börsennotierte Gesellschaft, die 2016 durch Abspaltung der konventionellen Stromerzeugung aus Kohle, Gas, Wasserkraft (ohne Kernenergie) und des globalen Energiehandels von E.ON entstanden ist.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gemeinsamer Spaltungsbericht der Vorstände der E.ON SE, Düsseldorf, und der Uniper SE, Düsseldorf über die Abspaltung einer Mehrheitsbeteiligung an der Uniper Gruppe, ( vom 27. Juni 2016 im Internet Archive) S. 8, Ziff. 1</ref> Seit Dezember 2022 gehört Uniper zu 99,12 Prozent der Bundesrepublik Deutschland.<ref>Site verification. Abgerufen am 24. Dezember 2022.</ref>
Das Unternehmen beschäftigt mehr als 7.000 Mitarbeiter in über 40 Ländern. Der Unternehmenssitz ist Düsseldorf. Dort ist das Hauptquartier im Capricorn-Haus (Holzstraße 6) im Medienhafen angesiedelt. Ein Drittel der Mitarbeiter ist in Deutschland beschäftigt.<ref name=":9">Unser Profil. Abgerufen am 25. Juli 2019.</ref><ref name=":Süd1">Michael Bauchmüller und Benedikt Müller: Vier Euro als Argument. In: Süddeutsche Zeitung. 7. Dezember 2017, abgerufen am 15. Juli 2022.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Gründung und Anfänge (2016–2021)[Bearbeiten]
Im Rahmen komplexer Umwandlungs- und Abspaltungsmaßnahmen bei E.ON, die überwiegend während der Jahre 2015 und 2016 stattfanden, entstand im April 2016 die Uniper SE (SE = Societas Europaea) als konzerninterne Gesellschaft.<ref name="HRB">Eintragung im Handelsregister des AG Düsseldorf vom 14.04.2016 unter Nr. HRB 77425. Auf: Unternehmensregister</ref> Unterhalb der Uniper SE wurden die Uniper Beteiligungs GmbH und die Uniper Holding GmbH angeordnet. Letztere fungiert als Holdinggesellschaft für die operativen Unternehmen,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Spaltungsbericht ( vom 27. Juni 2016 im Internet Archive) S. 11, Schaubild der Beteiligungsverhältnisse.</ref> insbesondere die Uniper Kraftwerke GmbH.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Spaltungsbericht ( vom 27. Juni 2016 im Internet Archive) S. 184, Aufstellung des Anteilsbesitzesx.</ref> Im Juni 2016 entschieden die Hauptversammlungen der E.ON und der Uniper, Uniper von E.ON abzuspalten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Spaltungsbericht ( vom 27. Juni 2016 im Internet Archive) S. 47, Ziff. 3.4.6.</ref> Die wirtschaftliche Ausgründung erfolgte durch eine rückwirkend zum 1. Januar 2016 gültige Übertragung des Uniper-Geschäfts auf 195 Millionen per Erhöhung des Sachkapitals geschaffene neue Aktien.<ref>Wertpapierprospekt, Abschnitt 4.2</ref> Es war beabsichtigt, die Uniper im ersten Halbjahr 2017 von der E.ON zu entkonsolidieren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Spaltungsbericht ( vom 27. Juni 2016 im Internet Archive) S. 115, Ziff. 8.1.2.</ref> Der Name Uniper ist ein Kunstwort aus unique („einzigartig“) und Performance („Leistungsfähigkeit“).<ref>Neue E.on-Gesellschaft heißt Uniper. In: Spiegel Online. 27. April 2015, abgerufen am 5. November 2022.</ref> Der Aufsichtsrat wählte den Namensvorschlag eines langjährigen Mitarbeiters aus rund 3000 eingebrachten Ideen aus.<ref>Daniel Wetzel: E.on spaltet Kraftwerkssparte unter dem Namen „Uniper“ ab. In: Die Welt. 27. April 2015, abgerufen am 16. Mai 2018.</ref> Der Börsengang der Uniper SE erfolgte am 12. September 2016.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />E.ON Spin-off Uniper – Chancen und Risiken der Kraftwerkstochter ( vom 3. Juli 2018 im Internet Archive). In: Source For Alpha vom 15. September 2016.</ref> Die Aktie wurde einen Tag lang in den DAX einbezogen.<ref>Rolf Obertreis: Ungewöhnlicher Börsengang – Eon-Tochter Uniper für einen Tag im Dax. In: tagesspiegel.de. 12. September 2016, abgerufen am 5. November 2022.</ref> Das Unternehmen startete mit rund 15.000 Mitarbeitern.<ref>Eon zieht nach Essen - Neue Gesellschaft heißt Uniper. 27. April 2015, abgerufen am 28. April 2015.</ref> Die Besitzer von zehn E.ON-Aktien erhielten kostenlos eine Uniper-Aktie. Nach dem ersten Jahr an der Börse verzeichnete das Energieunternehmen eine Verdopplung von Aktienkurs und Marktkapitalisierung.<ref name=":1">Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2017, In: Uniper SE Geschäftsbericht 2017, Geschäftsergebnisse, abgerufen am 16. Mai 2018.</ref>
Im Jahr 2017 stieg Uniper über die hundertprozentige Tochtergesellschaft LIQVIS GmbH in den Betrieb von LNG-Tankstellen in Deutschland ein.
Im November 2017 schloss Uniper die Veräußerung der Beteiligung am russischen Gasfeld Juschno-Russkoje ab. Der Uniper-Anteil von 25 Prozent wurde für 1749 Mio. Euro zuzüglich der übertragenen liquiden Mittel an die österreichische OMV-Gruppe veräußert.<ref name=":1" />
Am 7. November 2017 unterbreitete die finnische Fortum ein Übernahmeangebot für Aktien von Uniper. Daraufhin beschloss E.ON am 8. Januar 2018, das Angebot für seine restlichen Anteile an Uniper anzunehmen. Neben den 46,65 % von E.ON gingen weitere 0,47 % an Fortum, für 22 Euro je Aktie.<ref>Maximilian Völkl: Uniper: Fortum-Übernahme gescheitert – was jetzt? In: Der Aktionär. Abgerufen am 7. Februar 2018.</ref> Zwischenzeitlich stieg der Aktienkurs auf einen Höchststand von 26 Euro, nachdem die Aktie mit einem Kurs von 13,12 Euro in das Jahr 2017 gestartet war.<ref name=":1" /><ref name=":Süd1" /> Die Übernahme von insgesamt 47,35 % durch Fortum ist nach Erteilung der Zustimmung verschiedener Behörden am 26. Juni 2018 vollzogen worden.<ref name=":3">Uniper-Statement: Fortum schließt Erwerb von circa 47,35 Prozent an Uniper ab. In: finanznachrichten.de. 26. Juni 2018, abgerufen am 15. Juli 2020.</ref>
Nach Druck durch den aktivistischen Investor Elliott unter Paul Singer ließ Uniper die Hauptversammlung am 22. Mai 2019 über die Vorbereitung eines Beherrschungsvertrags abstimmen.<ref>Uniper geht auf Forderung von Investor Elliott ein. Abgerufen am 18. April 2019.</ref> Der Vertrag sollte Fortum die Kontrolle über Uniper ermöglichen.
Am 4. Juli 2019 haben Uniper und Energetický a Průmyslový Holding (EPH) die Vereinbarungen über den Verkauf der Uniper-Aktivitäten in Frankreich unterzeichnet. Der Verkauf umfasst das französische Vertriebsgeschäft von Uniper, zwei Gaskraftwerke in Saint-Avold (Lothringen), zwei Steinkohlekraftwerke in Saint-Avold und in Gardanne (Provence), das Biomasse-Kraftwerk „Provence 4 Biomasse“ in Gardanne sowie Wind- und Solarstromanlagen.<ref>Uniper unterzeichnet Vereinbarungen zum Verkauf des Erzeugungsgeschäfts und der Vertriebsaktivitäten in Frankreich an EPH. Abgerufen am 24. Juli 2019.</ref> Der neue Name des Unternehmens ist GazelEnergie.<ref>EP Business areas: EP Power Europe Segments: Gazel Energie. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 10. Oktober 2020.</ref>
Geschäftskrise und Verstaatlichung 2022[Bearbeiten]
In Folge des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 und der Reduzierung russischer Gaslieferungen als Reaktion auf die gegen Russland verhängten Sanktionen geriet Uniper in wirtschaftliche Schwierigkeiten, da bei deutlich reduzierter und verteuerter Lieferung von russischem Gas gleichzeitig die vertraglichen Lieferverpflichtungen weiterbestanden.<ref>Michael Gassmann: Ein Riese auf tönernen Füßen, Die Welt, 4. Juli 2022. WELT-Ranking-Deutsche Wirtschaft Abgerufen am 9. Juli 2022.</ref> Am 8. Juli 2022 stellte Uniper daher beim Bund einen Antrag auf Stabilisierungsmaßnahmen, um den Liquiditätsbedarf zu decken,<ref>Gasimporteur Uniper beantragt Staatshilfen. In: tagesschau.de. Abgerufen am 8. Juli 2022.</ref> die am 22. Juli 2022 bewilligt wurden. Die Bundesregierung und der finnische Mutterkonzern Fortum schnürten ein Stabilisierungspaket im Umfang von 15 Milliarden Euro:
- Die Kreditlinie der staatlichen KfW für Uniper wird von 2 Milliarden auf 9 Milliarden Euro erhöht.
- Die Bundesrepublik Deutschland erwirbt im Zuge einer Kapitalerhöhung um rund 267 Millionen Euro eine Beteiligung von etwa 30 Prozent an Uniper zum Nominalwert von 1,70 Euro pro Aktie. Der Anteil von Fortum sinkt damit von knapp 80 Prozent auf etwa 56 Prozent.
- Bis zu 7,7 Milliarden Euro wird die Bundesrepublik Deutschland zudem über ein Pflichtwandelinstrument zur Verfügung stellen.<ref>René Höltschi: Was im deutschen 15-Milliarden-Hilfspaket für Uniper steckt, Neue Zürcher Zeitung: Rettungspaket für Uniper, NZZ online, 22. Juli 2022. Abgerufen am 26. Juli 2022.</ref>
Am 29. August 2022 teilte Uniper mit, dass die bewilligte KfW-Kreditlinie von neun Milliarden Euro ausgeschöpft sei und man eine Erhöhung um weitere 4 Milliarden Euro beantragt habe.<ref>Uniper beantragt weitere 4 Milliarden Euro, Frankfurter Allgemeine Zeitung: [1]. Abgerufen am 29. August 2022.</ref> Am 21. September 2022 verständigte sich die Bundesregierung auf ein erweitertes Rettungspaket, das durch die Übernahme von rund 99 % der Uniper-Kapitalanteile durch den Bund eine Verstaatlichung bedeutet:<ref>BMWK-Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: Bundesregierung verständigt sich auf Anpassung des Stabilisierungspakets für Uniper: Bund übernimmt 99% an Uniper. Abgerufen am 27. Dezember 2022.</ref><ref>Energiekonzern Uniper wird verstaatlicht. In: tagesschau.de. 21. September 2022, abgerufen am 5. November 2022.</ref>
- Im Rahmen einer 8 Mrd. Euro umfassenden Kapitalerhöhung erwirbt der Bund eine Aktienbeteiligung zum Nominalwert von 1,70 Euro je Aktie.
- Der Bund übernimmt die Aktienbeteiligung von Fortum zum Nominalwert von 1,70 Euro je Aktie, was einem Kaufpreis von etwa 0,48 Mrd. Euro entspricht.
- Ein von Fortum gewährtes Gesellschafterdarlehen sowie eine Garantielinie werden durch Uniper zurückgezahlt bzw. abgelöst, da Fortum jeweils ein Kündigungsrecht bei einer Änderung der Beteiligungsstruktur hat. Die entstehende Liquiditätslücke wird durch Bundesmittel gedeckt.
- Der Bund sichert die Finanzierung des Unternehmens bis zur Umsetzung der Kapitalerhöhung.
- Die übrigen Auflagen der Vereinbarung vom 22. Juli gelten weiterhin, insbesondere Dividendenverbot und Vergütungsbeschränkungen für das Management.
Das Paket konnte erst nach Erfüllen verschiedener regulatorischer Anforderungen und nach Genehmigung durch eine außerordentliche Hauptversammlung von Uniper umgesetzt werden und bedurfte der beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission.
Am 25. Oktober 2022 sah sich der Konzern zu einer Mitteilung nach § 92 AktG gezwungen, da „nunmehr ein Verlust in Höhe von mehr als der Hälfte des Grundkapitals der Gesellschaft eingetreten ist“.<ref>Uniper SE: Uniper erwartet für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2022 signifikant negatives Ergebnis aufgrund von russischen Gaslieferbeschränkungen und zeigt Verlust gemäß § 92 AktG an. In: eqs.com vom 25. Oktober 2022. Zuletzt abgerufen am 26. Oktober 2022.</ref>
Verkäufe infolge der Geschäftskrise[Bearbeiten]
Die Europäische Kommission erteilte im Zuge der beihilferechtlichen Genehmigung im Dezember 2022 Verkäufe von Unternehmensbeteiligungen als Auflagen, die bis Ende 2026 abgeschlossen sein müssen:
- Verkauf des Steinkohle-Kraftwerks Datteln IV mit 1100 MW Leistung (2025 Einigung über Verkauf an ResInvest Group a.s.<ref>Uniper verkauft Kohlekraftwerk an ResInvest. In: Handelsblatt. 19. September 2025, abgerufen am 5. Oktober 2025.</ref>)
- Verkauf des Gaskraftwerk Gönyű im ungarischen Gönyű mit 428 MW Leistung (im Februar 2024 an Veolia verkauft<ref>Electrical flexibility: Veolia Acquires a State-of-the-art Power Plant in Hungary From Uniper. In: marketwatch.com. 19. Februar 2024, abgerufen am 20. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>)
- Verkauf des Fernwärmegeschäfts in Deutschland (Uniper Wärme GmbH; 2025 an Steag Iqony verkauft<ref>Steag Iqony Group übernimmt Uniper Wärme GmbH, Pressemitteilung, www.uniper.energy, 4. August 2025, abgerufen am 31. August 2025.</ref>)
- Verkauf des Stromgeschäfts in Nordamerika mit Niederlassungen in Houston, Chicago und Calgary (bis Februar 2025 an mehrere Vertragspartner verkauft<ref>Uniper hat die Veräußerung seines nordamerikanischen Stromportfolios abgeschlossen, Pressemitteilung, www.uniper.energy, 5. Februar 2025, abgerufen am 1. Juli 2025.</ref>)
- Verkauf des Handelsgeschäftes mit Schiffstreibstoffen im Mittleren Osten (Uniper Energy DMCC) (Verkauf an ein Konsortium aus Montfort-Group und dem Private Office des Scheichs Ahmed Dalmook Al Maktoum per 31. Mai 2023)<ref>https://www.unternehmeredition.de/uniper-verkauft-geschaeftsbereich-marine-fuels/.</ref>
- Verkauf des internationalen Handelsgeschäftes mit Helium und Niederlassungen in Düsseldorf, Singapur und Houston
- Verkauf der 18-%-Beteiligung an der lettischen Gasgesellschaft Latvijas Gaze (2025 an Energy Investments SIA verkauft<ref>Uniper verkauft seinen Anteil von 18,26 % an AS Latvijas Gaze an Energy Investments SIA, Pressemitteilung, www.uniper.energy, 9. Juli 2025, abgerufen am 31. August 2025.</ref>)
- Verkauf der 20-%-Beteiligung an der BBL-Gaspipeline zwischen den Niederlanden und Großbritannien (im Mai 2023 an die Joint-Venture-Partner Gasunie und Fluxys verkauft<ref>Uniper hat den Verkauf ihrer 20-prozentigen indirekten Beteiligung an der BBL-Pipeline abgeschlossen, uniper.energy, 15. Mai 2023, abgerufen am 2. Dezember 2024.</ref>)
- Verkauf der 20-%-Beteiligung an der OPAL-Pipeline
- Verkauf der 84-%-Beteiligung an der russischen Unipro (seit April 2023 unter staatlicher Kontrolle Russlands, Beteiligung abgeschrieben<ref>Unipro: Kreml stellt russische Uniper-Töchter unter staatliche Aufsicht. In: wiwo.de. 26. April 2023, abgerufen am 2. Dezember 2024.</ref>)
Im Januar 2025 wurde die LNG-Tankstellengesellschaft LIQVIS von Uniper an Envitec Biogas verkauft.<ref>EnviTec Biogas übernimmt Uniper-Tochter LIQVIS, Pressemitteilung, www.uniper.energy, 31. Januar 2025, abgerufen am 1. Juli 2025.</ref><ref>EnviTec Biogas übernimmt Uniper-Tochter LIQVIS, Pressemitteilung, envitec-biogas.de, 31. Januar 2025, abgerufen am 1. Juli 2025.</ref>
Entwicklung der Aktionärsstruktur[Bearbeiten]
Im April 2016<ref>Aktionärsstruktur auf der Website der Uniper</ref> hielt E.ON über die E.on Beteiligungen GmbH 47 % der Aktien, 34 % waren zum selben Zeitpunkt im Besitz von institutionellen Investoren, 11 % lagen bei Privatanlegern. Die Halter der restlichen 8 % waren nicht identifiziert.
E.ON kündigte am 8. Januar 2018 an, ihren Anteil von 46,65 % an den Aktien der Uniper SE dem finnischen Energiekonzern Fortum anzudienen.<ref>Pekka Lundmark: Fortum-Chef wirbt um die Uniper-Aktionäre. 2. Februar 2018, abgerufen am 16. Mai 2018.</ref> Neben dem Aktienpaket von E.ON wurden Fortum im Rahmen des Übergabeangebots weitere 0,47 % der Aktien angedient.<ref name=":5">Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2017. In: Uniper SE Geschäftsbericht 2017, Geschäftsergebnisse, abgerufen am 16. Mai 2018, S. 2 f.</ref> Nach Erhalt behördlicher Genehmigungen ist die Übernahme dieses Anteils durch Fortum am 26. Juni 2018 abschließend vollzogen worden.<ref name=":3" /> Im Januar 2019 gab Fortum bekannt, dass sie am Jahresende 2018 49,99 % der Aktien hielt.<ref name=":6">Annual Report 2018. (PDF) Fortum, abgerufen am 6. Februar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 8. Oktober 2019 gab Fortum bekannt, sich mit Elliott Management und Knight Vinke Energy Advisors über die Übernahme von weiteren 20,5 % der Anteile geeinigt zu haben.<ref>Fortum übernimmt für 2,3 Milliarden Euro weitere 20 Prozent an Uniper. Abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref> Nach behördlicher Zustimmung wurde die Transaktion im Volumen von 2,3 Mrd. Euro im März 2020 abgeschlossen.<ref>Fortum bei Uniper am Ziel - Hedgefonds-Anteile übernommen. In: Finanznachrichten.de. 26. März 2020, abgerufen am 26. März 2020.</ref>
Das Grundkapital der Gesellschaft war 2018 aufgeteilt in rund 366 Millionen Stückaktien.<ref>Uniper SE - Basisdaten. Abgerufen am 20. Dezember 2018.</ref> Die Anteile von Fortum wurden als Festbesitz angesehen, die übrigen Anteile galten als Streubesitz.<ref>Uniper SE - Aktionärsstruktur. Abgerufen am 20. Dezember 2018.</ref> Nach Presseinformationen vom Juli 2022 gehörte Uniper „zu 78 Prozent dem finnischen Konzern Fortum, an dem wiederum die Republik Finnland mit knapp 51 Prozent beteiligt ist“.<ref>Boris Herrmann, Kai Strittmatter: Gaskrise – Finnland drängt auf Rettung von Uniper. Süddeutsche Zeitung, 14. Juli 2022, abgerufen am 15. Juli 2022.</ref>
Am 19. Dezember 2022 fand eine außerordentliche Hauptversammlung statt. Nachfolgend gab Fortum am 22. Dezember 2022 bekannt, dass der Anteil an Uniper auf 0 % gefallen sei. Gleichzeitig gab die UBG Uniper Beteiligungsholding GmbH am 21. Dezember 2022 bekannt, dass ihr nun 98,56 % der Uniper-Aktien gehören. Die UBG ist eine Beteiligungs-Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland.
Im Zuge der beihilferechtlichen Genehmigung vom Dezember 2022 wurde durch die Europäische Kommission die Auflage erteilt, dass der direkt oder indirekt von der Bundesrepublik Deutschland gehaltene Anteil bis Ende 2028 auf 25 % + 1 Aktie (also auf den geringstmöglichen Anteil zur Ausübung einer Sperrminorität) vermindert werden muss.
Im Mai 2026 kündigte der Bund an, die Reduzierung seines Mehrheitsanteils an Uniper bis auf die Sperrminorität einzuleiten. Die bevorzugte Lösung sei der Direktverkauf der Anteile an einen langfristigen Investor. Alternativ werde ein Börsengang in Betracht gezogen, dieser berge jedoch das Risiko, geringere Erlöse zu erzielen. Eine Aufspaltung des Konzerns schloss der Bund aus.<ref>Bund leitet Wiederverkauf von Uniper ein. In: Tagesschau.de. 19. Mai 2026, abgerufen am 19. Mai 2026.</ref>
Tätigkeitsfelder[Bearbeiten]
Globaler Energiehandel[Bearbeiten]
Die finanziellen Aktivitäten der Uniper sind im Tochterunternehmen der Uniper Global Commodities SE (UGC) gebündelt. Die Handelsaktivitäten beziehen sich auf das Strom- und Gasportfolio sowie auf die Gasspeicher- und Gastransport-Infrastruktur der Uniper.<ref>Energiehandel | Uniper. Abgerufen am 16. Mai 2018.</ref> Hierzu handelt die UGC am Spot- und Terminmarkt für Gas, Kohle, Fracht, Öl, Flüssigerdgas (LNG) und Emissionsrechten an unterschiedlichen Börsen sowie am Over-the-Counter-Market.<ref>Uniper SE Geschäftsbericht 2017, Geschäftsergebnisse, abgerufen am 16. Mai 2018, S. 111.</ref> Gemäß dem Geschäftsbericht 2017 strebte das Energieunternehmen einen Ausbau der Handelsaktivitäten in den Märkten Nordamerika und Asien an.<ref name=":5" />
Stromerzeugung[Bearbeiten]
Uniper zählt international mit 34 GW Erzeugungskapazität<ref name=":9" /> zu den großen Erzeugern elektrischer Energie.<ref>Listicle - Die größten Stromversorger Europas. In: energie-winde.de. Abgerufen am 16. Mai 2018.</ref><ref name=":7" /><ref>Uniper Bilanz, Gewinn und Umsatz | Uniper Geschäftsbericht | UNSE01. Abgerufen am 16. Mai 2018.</ref><ref>Kennzahlen im Überblick, In: Uniper SE Geschäftsbericht 2017, Geschäftsergebnisse, abgerufen am 16. Mai 2018.</ref> Den Kraftwerksanlagen des Energiekonzerns liegt eine organisatorische Flottengliederung nach den Energieerzeugungssparten Wasser, Kohle, Gas und Kernenergie zugrunde. Kernmärkte sind neben Deutschland Großbritannien, Schweden und die Benelux-Länder.<ref name=":7">Kraftwerkspark | Uniper. Abgerufen am 16. Mai 2018.</ref><ref>Unsere Standorte. Abgerufen am 24. Juli 2019.</ref><ref>Poker um Versorger-Töchter − Übernahmegerüchte treiben Uniper weiter an. In: Manager Magazin. 1. Juni 2017, abgerufen am 16. Mai 2018.</ref> In Russland wurden in den Industrieregionen Zentralrussland, Ural und Westsibirien fünf Kraftwerke über die Unipro betrieben, die 5 Prozent des landesweiten Strombedarfs abdeckten.<ref name=":7" />
Energiespeicherung[Bearbeiten]
Als Tochter der Uniper-Gruppe ist die Uniper Energy Storage GmbH eine eingetragene Gasspeichergesellschaft, die die Aktivitäten Unipers zur Speicherung von Gas europaweit zentralisiert. Sie betreibt Gasspeicher mit ungefähr 9 Milliarden m3 Arbeitsgas an Standorten in Deutschland, Österreich und Großbritannien. Laut Medienberichten beabsichtigt das Energieunternehmen mit den Gaskraftwerken einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.<ref name=":Süd1" /> Die Uniper Energy Storage GmbH strebt an, zukünftig auch die Speicherung von Strom mithilfe von großtechnischen Batterielösungen zu realisieren.<ref>Energy Storage | Uniper. Abgerufen am 16. Mai 2018.</ref>
Mit den Power-to-Gas-Anlagen WindGas Falkenhagen<ref>https://energieagentur.wfbb.de/de/Interne-Termine/Besichtigung-WindGas-Falkenhagen abgerufen am 31. August 2022.</ref> und WindGas Hamburg werden daneben erneuerbare Energie in Form von Strom, Gas oder Wärme zwischengespeichert. Durch Elektrolyse wird die gewonnene Windenergie in Wasserstoff umgewandelt und in das Gasnetz vor Ort eingespeist.<ref>Energy Storage - Über uns | Uniper. Abgerufen am 16. Mai 2018.</ref> Im Mai 2018 wurde die Anlage in Falkenhagen um eine Methanisierungsanlage erweitert, um eine breitere konventionelle Nutzung zu ermöglichen.
Betriebene Kraftwerke und Anlagen[Bearbeiten]
Deutschland[Bearbeiten]
Eine Liste der in Deutschland betriebenen Kraftwerke befindet sich im Artikel Uniper Kraftwerke.
Sonstiges Europa[Bearbeiten]
Uniper betreibt darüber hinaus weitere Kraftwerke in mehreren europäischen Ländern:<ref>List of Assets 2016. (PDF) Uniper, Dezember 2016, abgerufen am 7. Februar 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
| Standort | Land | Energieträger | Vorlage:KopfZelle Leistung | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|
| Connah’s Quay | Wales | Erdgas | 1380 MW | |
| Cottam | England | Erdgas | 395 MW | |
| Isle of Grain | England | Erdgas | 1275 MW | |
| Enfield | England | Erdgas | 408 MW | |
| Killingholme | England | Erdgas | 600 MW | |
| Taylors Lane (Willesden) | England | Erdgas | 132 MW | |
| Ratcliffe-on-Soar | England | Steinkohle | 2000 MW | |
| Kernkraftwerk Oskarshamn | Schweden | Kernenergie | 2308 MW | 54,5 % Beteiligung |
| Kernkraftwerk Ringhals | Schweden | Kernenergie | 3820 MW | 29,6 % Beteiligung |
| Kernkraftwerk Forsmark | Schweden | Kernenergie | 3157 MW | 8,5 % Beteiligung |
| Maasvlakte | Niederlande | Steinkohle | 2180 MW | |
| Rotterdam | Niederlande | Erdgas | 269 MW | |
| Den Haag | Niederlande | Erdgas | 112 MW | |
| Leiden | Niederlande | Erdgas | 83 MW | |
| Maasvlakte | Niederlande | Erdgas | 78 MW |
Außer den hier aufgeführten thermischen Kraftwerken gehören Uniper in Schweden über 70 Wasserkraftwerke mit einer Kapazität von 1.553 MW.
Kennzahlen[Bearbeiten]
Die Unternehmenskennzahlen haben sich wie folgt entwickelt:<ref>UNIPER Umsatz, Kennzahlen, Bilanz/GuV. Abgerufen am 19. März 2024.</ref>
| Jahr | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz (in Mio. Euro) | 72.238 | 78.176 | 65.804 | 50.968 | 163.979 | 274.121 | 107.915 |
| Ergebnis nach Steuer (in Mio. Euro) | −656 | −452 | 610 | 397 | −4.169 | −18.979 | 6.308 |
| Bilanzsumme (in Mio. Euro) | 48.302 | 57.675 | 49.424 | 44.637 | 157.478 | 146.489 | 64.694 |
| Anzahl Mitarbeiter | 12.180 | 11.780 | 11.532 | 11.751 | 11.494 | 7.008 | 6.863 |
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
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