HelloFresh
| HelloFresh SE
| |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | HelloFresh Logo 2020.png | |
| Rechtsform | Europäische Gesellschaft (SE) |
| ISIN | DE000A161408 |
| Gründung | 2011 |
| Sitz | Berlin, |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 19.065 (2025)<ref name="GB2025">Geschäftsbericht 2025. (PDF) HelloFresh SE, abgerufen am 24. Juni 2026.</ref> |
| Umsatz | 6,8 Mrd. EUR (2025)<ref name="GB2025" /> |
| Branche | Lebensmitteleinzelhandel |
| Website | www.hellofresh.de |
| Stand: 31. Dezember 2025 | |
Die HelloFresh SE ist ein 2011 gegründetes Unternehmen mit Sitz in Berlin. HelloFresh bietet „Kochboxen“ für Verbraucher an: Pakete mit vorbereiteten Zutaten und einem Rezept, die im Abonnement erhältlich sind.
Geschichte[Bearbeiten]
HelloFresh wurde im Jahr 2011 von Dominik Richter, Jessica Nilsson und Thomas Griesel sowie unter finanzieller Beteiligung von Rocket Internet in Berlin gegründet.<ref>HelloFresh-Gründer Trio: Kochen aus der Box. In: gruender.de. 19. Dezember 2024, abgerufen am 24. Juni 2026 (deutsch).</ref> Ende 2012 beteiligte sich zudem die Vorwerk-Gruppe an dem Start-up-Unternehmen.<ref>WirtschaftsNews. In: Berliner Morgenpost. Nr. 340, 2012, S. 5.</ref> Im Jahr 2013 beteiligten sich Phenomen Ventures und weitere Investoren mit 7,5 Millionen US-Dollar.<ref>Hellofresh sammelt von Phenomen Ventures und Co. 7,5 Millionen Dollar ein. In: deutsche-startups.de. 30. September 2013, abgerufen am 16. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mitte 2014 erhielt HelloFresh erneut Venture Capital in Höhe von 50 Mio. US-Dollar<ref>Jens Koenen, Robert Landgraf: Samwer-Brüder planen Großes. In: Handelsblatt. Nr. 117, 2014, S. 18.</ref> und konnte somit seine Gesamtfinanzierung auf 70 Mio. US-Dollar erhöhen.<ref name="Hackmann" /> Anfang 2015 erwarb Rocket Internet weitere Unternehmensanteile in Höhe von rund 130 Mio. Euro und ist seither Mehrheitsgesellschafter von HelloFresh.<ref>500 Millionen Euro für Lieferdienst. In: Hamburger Abendblatt. Nr. 32, 2015, S. 33.</ref>
Im Jahr 2014 verzeichnete das Unternehmen nach Informationen der Berliner Morgenpost einen Umsatzzuwachs um 380 % auf 70,1 Mio. Euro, bei einem Verlust von 11,9 Mio. Euro.<ref>Björn Hartmann: Gewaltiges Wachstum bei roten Zahlen. In: Berliner Morgenpost. Nr. 122, 2015, S. 6.</ref> Laut eigenen Angaben des Unternehmens waren es 69,6 Mio. Euro Umsatz und 15,4 Mio. Euro Verlust.<ref name="gb2015" />

Nach einer weiteren Kapitalerhöhung im September 2015 stieg der geschätzte Wert des Unternehmens auf 2,6 Mrd. Euro.<ref>Finanzen Kompakt. In: Die Welt. Nr. 218, 2015, S. 13.</ref> Der ursprünglich noch für 2015 geplante Börsengang von HelloFresh wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.<ref>Robert Landgraf, Peter Köhler: Edag und die Suche nach frischem Geld. In: Handelsblatt. Nr. 217, 2015, S. 32.</ref>
Im Geschäftsjahr 2015 stieg der Unternehmensumsatz um 338 % auf 305 Mio. Euro so wie der Verlust um 660 % auf 117 Mio. Euro. Dabei lieferte HelloFresh monatlich mehrere Millionen Mahlzeiten in sieben Ländern (Deutschland, USA, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Österreich, Australien) und beschäftigte rund 800 Mitarbeiter.<ref name="gb2015">Stephan Dörner, Nina Trentmann: Auf der Suche nach Einhörnern. In: Die Welt. Nr. 27, 2016, S. 14.</ref><ref>Peter Köhler, Miriam Schröder: Anspruchsvoll, aber faul. In: Handelsblatt. 28. Oktober 2015, abgerufen am 3. Februar 2016.</ref>
Seit April 2016 sind die Kochboxen auch in der Schweiz verfügbar.<ref>Vinzenz Greiner: HelloFresh kommt in die Schweiz: Zalando-Schwester liefert Rösti. In: Blick. 14. April 2016, abgerufen am 5. Oktober 2017.</ref>
Nachdem der für 2015 geplante Börsengang nicht zustande gekommen war,<ref>Hello Fresh will bei Börsengang rund 360 Millionen Euro einsammeln. In: spiegel.de. 22. Oktober 2017, abgerufen am 23. Oktober 2017.</ref> gelang der Schritt auf den Kapitalmarkt zwei Jahre darauf: Seit dem 2. November 2017 wird die HelloFresh-Aktie im Frankfurter Prime Standard gehandelt und war seit März 2020 im Aktienindex MDAX enthalten. Bei einem Ausgabepreis von 10,25 Euro je Aktie wurde das Unternehmen mit rund 1,7 Milliarden Euro bewertet.<ref>Wirtschaftswoche: Rocket-Internet-Startup: Hello Fresh gelingt der Börsengang. 1. November 2017, abgerufen am 14. Oktober 2023.</ref>
Im Frühjahr 2018 verkaufte Vorwerk sämtliche an HelloFresh gehaltenen Anteile.<ref>Hello Fresh: Thermomix-Hersteller Vorwerk verkauft alle Anteile. In: Handelsblatt. 4. Mai 2018, abgerufen am 12. April 2019.</ref> Hauptaktionär wurde das Beteiligungsunternehmen Rocket Internet.<ref>Katrin Terpitz: Kochboxen-Versender : Vorwerk verkauft alle Anteile an Hello Fresh. In: Wirtschaftswoche. Abgerufen am 12. April 2019.</ref>
Im Januar 2019 hatte Rocket Internet seine Beteiligung an HelloFresh von 48 % auf unter 30 % gesenkt. Im Mai 2019 gab Rocket Internet bekannt, seine Anteile zu verkaufen.<ref>Rocket Internet verkauft alle Anteile an Hello Fresh. In: finance-magazin.de. 14. Mai 2019, abgerufen am 5. November 2019.</ref> Im gleichen Monat verkaufte Rocket Internet seine gesamten Anteile im Wert von 373 Millionen Euro.<ref>Lieferdienst: Rocket Internet steigt bei Hello Fresh aus. In: Handelsblatt. 13. Mai 2019, abgerufen am 21. Juni 2020.</ref>
Im zweiten Quartal 2019 konnte erstmals ein bereinigter Vorsteuer-Gewinn von 18,3 Mio. € erwirtschaftet werden<ref>Handelsblatt. Abgerufen am 14. Oktober 2023.</ref> und auch das dritte Quartal 2019 verlief positiv.<ref>HelloFresh SE weiter mit hervorragenden Ergebnissen. 5. November 2019, abgerufen am 14. Oktober 2023.</ref>
Zum 20. September 2021 wurde das Unternehmen, im Zuge einer Indexreform,<ref>tagesschau.de: Leitindex wächst auf 40 Titel – So sieht der neue DAX aus. Abgerufen am 6. September 2021.</ref> in den DAX aufgenommen.<ref>Gruppe Deutsche Börse – DAX mit zehn neuen Mitgliedern. Abgerufen am 6. September 2021.</ref> Am 19. September 2022 wechselte es in den MDAX.<ref>Indexwechsel: Siemens Energy ersetzt HelloFresh im Dax. Abgerufen am 20. September 2022.</ref> Am 22. Dezember 2025 stieg die Hellofresh-Aktie in den SDAX ab.<ref>U-Boot-Bauer ersetzt Kochbox-Lieferanten im MDAX. Abgerufen am 19. Januar 2026.</ref>
Am 6. Mai 2026 kündigte das Unternehmen eine Neustrukturierung seiner Produktionsstandorte in Verden und Barleben an.<ref>Theresa Kalmer, Lebensmittel Praxis: Hellofresh schrumpft weiter – und baut Produktion massiv aus. Abgerufen am 6. Mai 2026.</ref> Die bisherige Produktion von Kochboxen soll für Deutschland und Österreich nur noch in Barleben erfolgen, wozu der Standort ausgebaut werden soll. Von dort erfolgt derzeit der Versand über DPD in Lehrte. Am Standort Verden sollen zukünftig nur noch Fertiggerichte für die 2020 akquirierte Marke Factor<ref>Christoph M. Kluge, Tagesspiegel: HelloFresh entdeckt die Koch-Muffel: Berliner Kochbox-Anbieter setzt auf Fertiggerichte. Abgerufen am 6. Mai 2026.</ref> produziert werden.
Geschäftszahlen[Bearbeiten]

| Jahr | Umsatz (Mio. €) |
Mitarbeiter (Jahresende) |
Ergebnis v.St. (Mio. €) |
|---|---|---|---|
| 2014<ref name="vp">Share. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 19. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> | 67 | 118 | |
| 2015<ref name="vp" /> | 305 | 525 | |
| 2016<ref name="vp" /> | 597 | 1.331 | −94,1 |
| 2017<ref>Statista: Umsatz von HelloFresh in den Jahren 2012 bis 2017</ref> | 905 | 2.715 | −95,1 |
| 2018<ref>Hellofresh reduziert Verluste. In: n-tv. Abgerufen am 12. April 2019.</ref> | 1.300 | 4.276 | −78,6 |
| 2019<ref>HelloFresh KGV | BILANZ | GuV | Fundamentaldaten. Abgerufen am 16. Mai 2020.</ref> | 1.809 | 4.477 | −3,3 |
| 2020<ref name="report2020">Geschäftsbericht 2020. (PDF) HelloFresh SE, abgerufen am 6. März 2021.</ref> | 3.750 | 6.432 | 408,9 |
| 2021<ref name="GB2021" /> | 5.993 | 14.635 | 395,4 |
| 2022<ref name="GB2023">Geschäftsbericht 2023. (PDF) HelloFresh SE, abgerufen am 22. August 2024.</ref> | 7.607 | 19.922 | 200,0 |
| 2023<ref name="GB2023" /> | 7.597 | 19.012 | 73,3 |
| 2024<ref name="GB2024">Geschäftsbericht 2023. (PDF) HelloFresh SE, abgerufen am 22. August 2024.</ref> | 7.661 | 21.783 | −179,4 |
| 2025<ref>Geschäftsbericht 2025. 31. Dezember 2025, abgerufen am 24. Juni 2026 (deutsch).</ref> | 6.761 | 19.065 | 62,9 |
Produkte[Bearbeiten]

HelloFresh ist in Deutschland, nach Unternehmensangaben auch weltweit, der größte Lieferdienst für Lebensmittel nach Rezept.<ref>Ann-Kathrin Nezik: Der Superliefermarkt. In: Der Spiegel. 19. September 2015, abgerufen am 26. Februar 2018.</ref> Das Unternehmen entwickelt Kochrezepte und stellt dazu passende Lebensmittel zusammen, mit denen sich die Rezepte nachkochen lassen. Diese Pakete nennt das Unternehmen Kochbox. Verbraucher können die Kochbox im Abonnement bestellen und erhalten einmal wöchentlich die aktuelle Lieferung mit den Zutaten für eine Mahlzeit für unterschiedlich viele Portionen bzw. Personen. Viele Rezepte zurückliegender Lieferungen stellt HelloFresh auf der eigenen Internetseite kostenlos zur Verfügung; sie können also auch mit anderweitig erworbenen Zutaten gekocht oder als Inspiration genutzt werden.
Ein unabhängiger Produkttest der Verbraucherzentrale Berlin hat ein positives Qualitätsurteil zu den Rezepten und gelieferten Lebensmitteln ergeben.<ref>Marie Rövekamp: Was taugt das Essen aus der Box? In: Der Tagesspiegel. 25. Januar 2016, abgerufen am 3. Februar 2016.</ref>
HelloFresh bewarb seine Produkte mit dem britischen Fernsehkoch Jamie Oliver.<ref>Miriam Schröder, Carsten Herz: Der Star und das Start-up. In: Handelsblatt. Nr. 18, 2016, S. 46.</ref> Laut Unternehmensdarstellung wurde jeweils ein Rezept jeder Kochbox von Jamie Oliver entworfen. Inzwischen gibt es allerdings keine festen Kochboxen mehr.
Daneben werden mit HelloFresh Go auch fertig zubereitete Gerichte und Snacks am Automaten angeboten.
Kritik[Bearbeiten]
Im Oktober 2021 berichteten Medien, HelloFresh versuche in den USA, eine Gewerkschaftsinitiative zu verhindern. In Kalifornien und Colorado wollten sich mehr als 1300 Mitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne einsetzen und sich gewerkschaftlich organisieren. Mithilfe von Unite here, einer Gewerkschaft in den USA und Kanada für den Gastronomie- und Service-Bereich, plante die Belegschaft, eine Arbeitnehmervertretung zu wählen. Bekannt wurde, dass sich zwei Mitarbeiter aufgrund mangelnder Sicherheitsvorkehrungen schwere Verletzungen zuzogen. Das Magazin Vice berichtete, dass Toilettenpausen mit der Stechuhr kontrolliert würden. Bei gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtversammlungen der Beschäftigten sprächen vom Unternehmen bezahlte anti-gewerkschaftliche Berater.<ref>Lauren Kaori Gurley: HelloFresh Workers Unionize to Improve Brutal Working Conditions. In: Vice. 16. September 2021, abgerufen am 14. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Lisa Ksienrzyk: Hellofresh gerät in den USA mit Gewerkschaft aneinander. 8. Oktober 2021, abgerufen am 14. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Julian Heißler, Stephan Knieps: Betriebsrat angestrebt: Hellofresh-Mitarbeiter: Wenn der Blick aufs Konto Angstzustände auslöst. 16. Oktober 2021, abgerufen am 14. Oktober 2023.</ref>
Ab Sommer 2022 wurde in den Medien über Vorwürfe berichtet, HelloFresh versuche die Gründung eines Betriebsrates in Deutschland zu verhindern und erschwere Gewerkschaftern die Arbeit.<ref>Marie Frank: Arbeitskampf bei Hellofresh: Frische Zutaten für Union Busting. In: Die Tageszeitung: taz. 1. Juli 2022, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 14. Oktober 2023]).</ref><ref>Führung von Hellofresh versucht, Betriebsrat zu verhindern – Verdi stellt sich quer. 15. August 2022, abgerufen am 14. Oktober 2023.</ref><ref>Kein Betriebsrat für Hellofresh: Das Hickhack in Berlin geht weiter. 13. Januar 2023, abgerufen am 14. Oktober 2023.</ref>
Die Tierschutzorganisation PETA kritisiert HelloFresh, dass dem Unternehmen seit Jahren der zügellose Einsatz von Affenarbeit in der Kokosnussindustrie Thailands bekannt sei. Filmaufnahmen bei Kokosmilchlieferanten von HelloFresh belegten sklavenähnliche Arbeiten angeketteter Affen.<ref>Exposed: Thai Coconut Industry Abuses Primates. Abgerufen am 14. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> HelloFresh betonte gegenüber dem Sender CBS, dass seine Verträge mit Kokosmilchlieferanten diese Tierquälereien untersagen.<ref>HelloFresh accused of using coconut milk obtained from monkey labor – CBS News. 15. November 2022, abgerufen am 14. Oktober 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Deutsche Umwelthilfe wirft dem Unternehmen Greenwashing vor und reichte im Mai 2023 eine Klage wegen Verbrauchertäuschung ein, da das Unternehmen mit angeblicher Klimaneutralität werbe.<ref>Dreiste Verbrauchertäuschung mit angeblicher Klimaneutralität: Deutsche Umwelthilfe verklagt Danone, Eurowings, HelloFresh und Netto und leitet weitere juristische Verfahren ein. Deutsche Umwelthilfe, 17. Mai 2023, abgerufen am 13. Juli 2023.</ref><ref>Greenwashing? Deutsche Umwelthilfe verklagt Hello Fresh, Netto und Danone. In: BASIC thinking. 17. Mai 2023, abgerufen am 13. Juli 2023.</ref> Das Landgericht Berlin gab der DUH in seiner Entscheidung vom Oktober 2023 (Aktenzeichen: 102 O 15/23) Recht.<ref>Deutsche Umwelthilfe siegt vor Gericht: HelloFresh darf sich nicht mehr klimaneutral nennen. Abgerufen am 14. Oktober 2023.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive> <ref name="GB2021">Geschäftsbericht 2021. (PDF) HelloFresh SE, abgerufen am 16. März 2022.</ref> </references>
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