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BMW RS 54

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Datei:BMW RS 54, Bj. um 1955, Foto 1987.jpg
BMW RS 54, Baujahr um 1955

Die BMW RS 54 war ein Rennmotorrad, das von den Bayerischen Motorenwerken ab 1953 in einer geringen Stückzahl für Privatfahrer angeboten wurde. 24 Exemplare gingen vom Werk an ausgewählte Motorsportler.<ref name="BMW">BMW Profile: Motorräder aus München 1923–1969. 2. Auflage 1998, BMW Best.-Nr. 01090035252., ISBN 978-3-932169-09-0, S. 50</ref><ref name="Rauch">Siegfried Rauch: Berühmte Rennmotorräder – 150 alte und neue Rennmaschinen für den Grand-Prix-Einsatz. 2. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1980, ISBN 3-87943-590-1, S. 34</ref><ref name="Reese">Karl Reese: Motorräder aus Berlin. Johann Kleine Vennekate Verlag, Lemgo, 1. Auflage 2002, ISBN 3-935517-05-X, S. 38</ref><ref group="Anm.">Rauch geht von 20 Exemplaren aus.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte BMW zunächst das Vorkriegsmodell mit Kompressor, die RS 255, bei nationalen Rennsportveranstaltungen einsetzen, musste jedoch durch das FIM-Reglement ab 1951 auf eine kompressorlose Variante wechseln und griff zunächst auf den Stoßstangenmotor ohne Aufladung zurück.<ref name="Rauch" /> 1951/52 wurde unter Leitung von Alexander von Falkenhausen und Rudolf Schleicher ein neuer luftgekühlter 2-Zylinder-Boxermotor entwickelt.<ref name="Reese" /> Auf der IAA 1953 präsentierte BMW die RS;<ref group="Anm.">Rauch spricht in diesem Zusammenhang von der Modellbezeichnung „RS 53“, BMW hingegen von „RS 54“.</ref> auch der Bundesminister für Wirtschaft, Ludwig Erhard, ließ sich das Motorrad zeigen,<ref name="BMW_645451_Vorstellung_1953" /> das auch für Privatfahrer erhältlich sein sollte.

Nur Walter Zeller war mit dem Werksmotorrad international erfolgreich. Während der Preis des Motorrads damals etwa 10.000 DM betrug, werden heute noch existierende Modelle für den 20-fachen Preis gehandelt.<ref group="Anm.">Bonhams hatte im Januar 2013 eine RS 54 für 110.000 Euro in der Auktion. → [1]</ref>

Technik[Bearbeiten]

Datei:BMW RS 54 1954.jpg
RS 54 von 1954

Die RS 54 mit 493 cm³ Hubraum und Amal-Vergaser wurde mit zwei Motorvarianten hergestellt. Die Langhuberversion mit 4-Gang-Getriebe ging an Privatfahrer, die Kurzhuberversion mit 5-Gang-Getriebe wurde in die Werksmaschine – später auch bei den Gespannen – eingebaut.<ref name="Reese" />

Der Saugmotor leistete in der ersten Version 45 PS (33 kW) bei 8000 bzw. 8500 min−1<ref Group="Anm.">Die Leistungsangaben unterscheiden sich je nach Quelle geringfügig, wahrscheinlich bedingt durch die Weiterentwicklung des Motors.</ref> und in den Werksmaschinen 58 PS. Maschinen für schnelle Strecken wie Monza, Spa oder Hockenheim wurden mit einer mechanischen Benzineinspritzung von Bosch eingesetzt und erreichten 60 PS (44 kW).<ref name="BMW" /> Das Drehmoment des Vergasermotors war jedoch höher, weshalb er für enge Strecken besser geeignet war. Zwei obenliegende Nockenwellen je Zylinder mit Königswellenantrieb und die kurze Kurbelwelle erlaubten mit dem Kurzhubmotor Drehzahlen bis zu 9500 min−1.<ref name=motorradonline />

Das Fahrwerk der RS 54 bestand aus einem Doppelschleifen-Rohrrahmen, Langarmschwinge (Earles-Gabel) zur Führung des Vorderrades<ref Group="Anm."> 1953 war die RS 54 noch mit Teleskopgabel vorgestellt worden.</ref>, Hinterradschwinge, Duplex-Vollnabenbremse vorn, Vollnaben-Trommelbremse hinten. Das Hinterrad wurde nach BMW-Standard über eine Kardanwelle angetrieben, die hier erstmals im rechten Schwingenholm lief. Der Radstand wird mit 1370 mm, das Trockengewicht mit 132<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.motorradonline.de (Memento vom 5. Oktober 2013 im Internet Archive) BMW RS 54 (abgerufen am 4. Oktober 2013)</ref> bzw. 135 kg angegeben;<ref name="Reese" /> Tankinhalt 24 Liter. Das Chassis der BMW RS 54 galt als „nervös“, wahrscheinlich bedingt durch den kurzen Radstand. Die Höchstgeschwindigkeit lag über 220 km/h ohne und bei bis zu 235 km/h mit Vollverkleidung.<ref name=motorradonline>Bo Rindar, Jan Leek: Produktionsracer auf Basis der 500er-Werksmaschine. Abgerufen am 16. Oktober 2020.</ref>

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngrößen Langhuber Kurzhuber
Hubraum 493 cm³ 493 cm³
Bohrung/Hub 66 × 72 mm 70 × 64 mm
Verdichtung 8 : 1 10 : 1
Leistung 45 PS bei 8500 min−1 60 PS bei 9500 min−1
Höchstgeschwindigkeit > 200 km/h 230 km/h<ref name="Reese" />

Rennerfolge[Bearbeiten]

Solo[Bearbeiten]

Den größten Erfolg einer RS 54 als Solomaschine erzielte Walter Zeller, als er 1956 hinter John Surtees auf MV Agusta Zweiter in der Weltmeisterschaft wurde. Die BMW war leichter als die Konkurrenz mit Vierzylindermotoren, und mit der Vollverkleidung soll sie entgegen anderen Angaben, die von einer geringeren Geschwindigkeit sprechen, 245 km/h erreicht haben. Zeller erzielte mehrere zweite Plätze, doch ein Ausfall auf der Solitude und ein Boxenstopp in Monza machten die Aussichten auf den Weltmeistertitel zunichte. Als Zeller 1957 seine Motorsportkarriere beendete, um sich dem elterlichen Geschäft zu widmen, folgten 1958 Geoff Duke und Dickie Dale (1927–1961) als Werksfahrer. Duke erzielte jedoch nur einen Sieg in Hockenheim, während Dickie Dale Dritter in der 500er-Weltmeisterschaft wurde. Wahrscheinlich bekanntester „Gastfahrer“ auf einer BMW RS 54 war 1955 der damals 21-jährige John Surtees, der sie beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring fuhr.<ref name="Zeyen/Leek">Wolfgang Zeyen, Jan Leek: BMW Motorräder seit 1923. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02401-2, S. 134–136.</ref><ref name=motorradonline />

Gespanne[Bearbeiten]

Der RS-54-Motor wurde mit großem Erfolg in der Gespannweltmeisterschaft eingesetzt. BMW gewann damit in ununterbrochener Reihenfolge von 1954 bis 1974 die Konstrukteurswertung der Motorrad-Weltmeisterschaft.<ref name="Rauch" /><ref group="Anm.">Die Fahrerwertung ging in dem genannten Zeitraum auch an BMW bis auf 1968 an Helmut Fath und 1971 an Horst Owesle auf URS.</ref> Der Buchautor Karl Reese (1930–2019) schrieb: „21 Weltmeisterschaftstitel in der Gespannklasse. Standfestigkeit und Zuverlässigkeit machten den BMW-RS-Motor […] zum erfolgreichsten Rennmotor im zwanzigsten Jahrhundert.“<ref name="Reese" />

Insbesondere durch die geringe Bauhöhe war der BMW-Boxermotor für Gespanne von Vorteil. Er senkte den Schwerpunkt und er ermöglichte eine geringere Stirnfläche, um hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Überdies galt der RS-54-Motor als sehr zuverlässig. Die Leistung soll zuletzt bei 65 PS gelegen haben; manche Quellen nennen 80 PS für die letzte Ausbaustufe des Königswellenboxers.<ref>MOTORRAD Katalog 1973, S. 233</ref> Den letzten Weltmeistertitel für BMW und seinen sechsten Titel erzielte Klaus Enders 1974.<ref name=motorradonline />

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Januar 2013 wurde bei Bonhams ein Renn-Gespann von 1954 für 123.600 Euro versteigert.<ref name="Bonhams" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: BMW RS 54 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • BMW RS 54. In: BMW Geschichte. BMW AG, abgerufen am 17. Januar 2016 (Dossier des BMW Group Archivs).
  • RS 54 auf YouTube
  • Fred Siemer: 60 Jahre BMW RS 54. 14. Januar 2014, abgerufen am 17. Januar 2016: „aus Motorrad classic 02/2014“

Anmerkungen[Bearbeiten]

<references group="Anm." />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Bonhams"> 1954 BMW Rennsport RS54 Sidecar. Bonhams, abgerufen am 30. Oktober 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „This RS54 and sidecar bear engine #549007 and chassis #254007“ </ref> <ref name="BMW_645451_Vorstellung_1953"> Ludwig Erhard bei der Vorstellung der BMW RS 54. In: BMW Geschichte. BMW AG, 1953, abgerufen am 17. Januar 2016. </ref> </references>

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Boxer

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Zweiter Weltkrieg

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Nachkriegszeit

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Vollschwingen-BMW
1955–1969

R 26 • R 27 • R 50 • RS 54 (Rennmotorrad) • R 60 • R 69 • R 50/2 • R 60/2 • R 50 S • R 69 S

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