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BMW R 50

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BMW
Dominikanisches Blau R50/2
Dominikanisches Blau R50/2
Dominikanisches Blau R50/2
R 50
Hersteller BMW
Bauzeit 1955–1969
Stückzahl 34.180
Vorgängermodell BMW R 51
Nachfolgemodell BMW R 50/5
Technische Daten
Motor Zweizylinder-Viertakt-Boxer
Hubraum 494 cm³
Leistung 19 kW bei 5800/min
Getriebe Vierganggetriebe mit Klauenschaltung
Antrieb Kardanantrieb
Leergewicht 195 kg
Höchstgeschwindigkeit 145 km/h
Bremsen Trommelbremsen
Tankinhalt 17 l
Kraftstoffverbrauch
Datei:BMW-Renngespann, Basis R 50, Bj. 1958 (2007-06-16 Sp).jpg
Renngespann auf Basis der R 50 (Eigenbau)

Das Modell R 50 ist ein von BMW in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre hergestelltes Motorrad mit 2-Zylinder-Viertakt-OHV-Boxermotor. Es ist das Basismodell einer Baureihe von weitenteils baugleichen Touren- und Sportmotorrädern mit unterschiedlich starken Motoren, die in diesem Artikel mit den technischen Daten insgesamt dargestellt werden. Die „Sportmaschinen“ R 50 S, R 69 und R 69 S werden im gesonderten Artikel BMW R 50 S beschrieben. Der Vorgänger der R 50 war das Modell BMW R 51/3 mit 18 kW Nennleistung, mit Teleskopgabel und Geradwegfederung. Von ihr unterscheidet sich die ab 1955 gebaute R 50 durch das ein Vollschwingen-Fahrwerk mit geschobener Langschwinge und Hinterradschwinge sowie gekapselter Federung und die leicht auf 19 kW gesteigerte Motorleistung.

Konstruktionsmerkmale[Bearbeiten]

Der Doppelrohr-Rahmen ist aus Stahlrohr geschweißt mit seitlich angebrachten Kugelköpfen für den Seitenwagen-Betrieb. Der TR 500 von Steib war ein angemessener Seitenwagen, der jedoch eine spezielle Zahnradübersetzung des Kardanantriebes erfordert. Die Schutzbleche und der Tank sind aus Stahlblech. Die Felgen und die Vollnaben sind aus Aluminium.

Der Motorblock ist wie das Getriebe und der Hinterachsantrieb aus Aluminiumguss. Motor und Auspuffanlage sind direkt mit dem Rahmen verschraubt. Nur die obere Befestigung des Motors am Rahmen ist mit Gummischeiben ausgeführt. Das Getriebegehäuse ist am Motorblock angeschraubt.

Motor[Bearbeiten]

Der Motor ist wie beim Vorgängermodell ein längs eingebauter Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor. Die Zylinder sind aus Grauguss, die Zylinderköpfe aus Aluminium. Die über ein Zahnradpaar angetriebene Nockenwelle liegt über der Kurbelwelle. Sie betätigt über Stößel, in verchromten Stahlrohren laufende Stoßstangen und Kipphebel die hängenden Ventile. In Bronzebuchsen gelagert sind die Kipphebel und der Kolbenbolzen im oberen Pleuelauge. Die Ölpumpe ist vorn unterhalb der Kurbelwelle eingebaut. Sie wird als eine einfache Zahnradpumpe (mit entsprechender Untersetzung) von der Kurbelwelle über Zahnräder angetrieben. Auf dem vorderen Kurbelwellenstumpf sitzt hinter dem Aluminiumdeckel die wasserdicht gekapselte Gleichstrom-Lichtmaschine. Der Laderegler für den Bleiakkumulator ist unter dem Deckel der Lichtmaschine platziert. Auf dem hinteren Kurbelwellenstumpf sitzt die schwere Schwungscheibe (mit im Schauloch einsehbarer Zündeinstellmarkierung), die die Einscheibentrockenkupplung aufnimmt. Die Kupplung wird über ein Drucklager und eine durch die hohle Getriebehauptwelle verlaufende Druckstange betätigt.

Die Schiebervergaser sind 24er Bing-Schwimmerkammervergaser (Modell: 1/22/45, -46, 1/22/131 oder -132) mit konischer Nadel im Rundschieber. Das Nass-Luftfilterelement sitzt auf dem Getriebe. Der Ansaugfilter ist ein Stahlnetz, das mit Öl benetzt wird, an dem der Staub sich festsetzt. Er dient der groben Filterung der Ansaugluft. Der Luftfilter wird zur Wartung nicht gewechselt, sondern gereinigt und mit Öl neu benetzt.

Antrieb[Bearbeiten]

Die R 50 hat ein fußgeschaltetes Vierganggetriebe mit Klauenschaltung, Leerlaufanzeige und Kickstarter. Ein bei den früheren BMW-Motorrädern oft zu findender zusätzlicher Handschalthebel fehlt bei diesem Modell. Der Antriebsstrang erfordert am Getriebeausgang wegen der beweglichen Schwinge ein winkelbewegliches und längentolerantes Drehmomentübertragungselement. Dazu befindet sich am Getriebeausgang ein Kardangelenk und am Eingang der Hinterradübersetzung ein Längenausgleich. Eine Hardyscheibe ist, wie bei den Vorgängermodellen noch üblich, nicht verwendet worden. Die Kardanwelle zum Hinterrad läuft im Stahlrohr der Hinterradschwinge, die am Ende das Aluminium-Winkelgetriebe mit Spiralkegelradverzahnung (90°-Umlenkung) aufnimmt. Der gesamte Antriebsstrang ist gegen Verschmutzungen und Feuchtigkeit gekapselt und bis auf den alle 12.000 km erforderlichen Ölwechsel wartungsfrei.<ref name="BMW_3091131_Handbuch_1955" />

Räder und Bremsanlage[Bearbeiten]

Die R 50 war das erste Zweizylinder-Motorrad von BMW nach der R 51/3, das Aluminium-Vollnabenbremsen und Alufelgen hatte. Das Vorgängermodell R 51/3 hatte noch Stahlhalbnaben-Bremsen („Dosendeckel“-Bremsen) mit Stahlfelgen, die nicht die Verzögerungswerte erreichen wie die modernen Aluminiumnaben mit größerer Bremsfläche.

Fahrwerk[Bearbeiten]

Das Fahrgestell ist ein geschweißter Doppelrohrrahmen aus Stahl. Es wurde bis auf Detailänderungen im Zuge der Modellpflege bei der gesamten Serie von der R 50 bis zur R 69 S verwendet. Das Vorderrad wird an einer geschobenen Langarmschwinge mit zwei Federbeinen und Öldruckstoßdämpfern geführt, das Hinterrad an einer Langschwinge, ebenfalls von zwei Federbeinen mit integrierten Öldruckstoßdämpfern gefedert und gedämpft. Die hintere Federvorspannung kann auf den Betrieb mit Sozius in zwei Stufen umgestellt werden. Eine Besonderheit ist die bis ins Detail vorbereitete Beiwagen-Betriebsmöglichkeit: Die vordere Langschwinge kann mit einer umsteckbaren Gewindestange – auf kurzen Nachlauf – zwecks leichter Lenkbarkeit im Gespannbetrieb umgestellt werden. Mit zwei zusätzlichen Bolzenaugen unter dem Lenkkopf, die das Verstellen der vorderen Stoßdämpfer erlauben, können andere obere Anlenkpunkte bezüglich der Lenkgeometrie für eine größere Bodenfreiheit genutzt werden. Bei Seitenwagenbetrieb muss die Hinterradübersetzung geändert werden und somit auch der Tachometer.

Datei:BMW R 60-2, Bj. 1965, Hoske-Tank (2014-09-13 7017).jpg
BMW R 60/2, Baujahr 1965, mit Hoske-Tank

Typologie[Bearbeiten]

Die BMW R 50 als Zweizylinder-Basismodell steht in der großen Tradition der Vorkriegs-Boxer-Motorräder R 5, R 6 und anderen. Das Grundkonzept des Antriebs mit längsliegender Kurbelwelle, Boxermotor und Kardanantrieb zum Hinterrad blieb immer gleich, jedoch änderte sich mit der R 50 insbesondere am Fahrwerk so viel, dass diese Maschine, ihre „Sport“-Variante BMW R 50 S, ihre hubraumstärkeren Parallelmodelle BMW R 60 und BMW R 69 zusammen eine neue Kategorie bilden. Ab der Vollschwingen-Modellreihe bzw. seit 1955 laufen die Kardanwellen der Zweizylinder-BMW-Motorräder im Ölbad (bis zur Einführung des Paralever-Systems).

Die Baureihe R 50/R 60 wurde 1960 als R 50/2 und R 60/2 überarbeitet, mit gleichen Motoren und einem in Details verstärkten Fahrwerk.

Siehe auch den Artikel Vollschwingen-BMW.

Technische Daten[Bearbeiten]

Datei:Earles-three.jpg
Drei BMWs: rote R60/2 – blaue R50/2 – schwarze R60/2
  R 50 R 60 R 69 R 50/2 R 60/2 R 50 S R 69 S
Bauart Touren-/Sportmotorrad mit Kardanantrieb
Motor Zweizyl.- Boxer, OHV-Viertakt
Bauzeit 1955–1960 1960–1969
Bohrung (mm) 68 72 72 68 72 68 72
Hub (mm) 68 73 73 68 73 68 73
Hubraum (cm³) 490 590 590 490 590 490 590
Leistung (kW/PS) 19/26 21/28 26/35 19/26 22/30 26/35 31/42
Vmax (km/h) 145 150 155 145 150 / mit Seitenwagen 110 155 175
Leergewicht ca. 198 kg
Gesamtgewicht 360 kg, mit Seitenwagen 600 kg
Tankinhalt ca. 18 l

Literatur[Bearbeiten]

  • Jan Leek: BMW: Motorräder seit 1945. 1. Auflage. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-613-03475-4, Seite 24 (Reihe Typenkompass)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: BMW R50 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • BMW R 50. In: BMW Geschichte. BMW AG, abgerufen am 3. Juli 2016 (Dossier des BMW Group Archivs).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="BMW_3091131_Handbuch_1955"> Handbuch Motorräder R 50, R 69. In: BMW Geschichte. BMW AG, März 1955, abgerufen am 3. Juli 2016 (Dokument des BMW Group Archivs). </ref> </references>

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Supersportler

G 310 RR • S 1000 RR • M 1000 RR

Sporttourer

F 900 XR • R 1300 RS • S 1000 XR • M 1000 XR

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R 1300 RT • K 1600 GT • K 1600 GTL • K 1600 B • K 1600 Grand America • R 18 B • R 18 Transcontinental

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Vorkriegszeit
Einzylinder

R 39 • R 2 • R 3 • R 4 • R 35 • R 20 • R 23 • R 36 (Prototyp)

Boxer

R 32 • R 37 • R 42 • R 47 • R 52 • R 57 • R 62 • R 63 • R 11 • R 16 • R 7 (Prototyp) • R 12 • R 17 • R 5 • R 6 • R 51 • R 61 • R 66 • R 71 • WR 500 (Rekordmaschine) • WR 750 (Rekordmaschine) • RS 500 Kompressor (Rennmotorrad)

Zweiter Weltkrieg

R 75 Gespann (Wehrmachtsgespann)

Nachkriegszeit

R 10 (Prototyp) • R 24 • R 25 • R 25/2 • R 25/3 • R 51/2 • R 51/3 • R 67/2 • R 68

Vollschwingen-BMW
1955–1969

R 26 • R 27 • R 50 • RS 54 (Rennmotorrad) • R 60 • R 69 • R 50/2 • R 60/2 • R 50 S • R 69 S

„Strich-Fünfer“
1969–1973

R 50/5 • R 60/5 • R 75/5

„Strich-Sechser“
1973–1976

R 60/6 • R 75/6 • R 90/6 • R 90 S

„Strich-Siebener“
1976–1985

R 60/7 • R 75/7 • R 80/7 • R 100/7 • R 100 S • R 100 RS • R 100 RT • R 100 CS

„Kleine“ Zweiventil-Boxer
1978–1985

R 45 • R 65 • R 65 S • R 65 GS

Zweiventil-Boxer
1980–1997
Vierventil-Boxer (1. Generation)
1993–2006

R 850 GS • R 850 RT • R 850 R / R Comfort • R 850 C • R 1100 R • R 1100 RS • R 1100 S • R 1100 GS • R 1100 RT • R 1150 RT • R 1150 R • R 1150 R Rockster • R 1150 RS • R 1150 GS • R 1150 GS Adventure • R 1200 C • R 1200 CL

Vierventil-Boxer (2. Generation)
2004–2013

R 1200 GS • R 1200 GS Adventure • R 1200 R • R 1200 RT • R 1200 S • R 1200 ST

Vierventil-Boxer (R nineT)
2014-2023

R nineT • R nineT Pure • R nineT Scrambler • R nineT Racer • R nineT Urban G/S

Wasser-Boxer (1. Generation)
2013–2019

R 1200 GS • R 1200 GS Adventure • R 1200 R • R 1200 RS • R 1200 RT

Wasser-Boxer (2. Generation)
seit 2018

R 1250 GS • R 1250 GS Adventure • R 1250 R • R 1250 RS • R 1250 RT

F- und G-Baureihe
seit 1993
K-Baureihe (Reihenmotor)
seit 1983
Dreizylinder

K 75 • K 75 C • K 75 S • K 75 RT

Vierzylinder

K 100 • K 100 RS • K 100 RT • K 100 LT • K 1 • K 1100 LT • K 1100 RS • K 1200 GT • K 1200 LT • K 1200 R • K 1200 R Sport • K 1200 RS • K 1300 GT • K 1300 S • K 1300 R

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HP4 • HP2 Enduro • HP2 Sport • HP2 Megamoto

Roller

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