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Oberlethe

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Oberlethe
Gemeinde Wardenburg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(542)&title=Oberlethe 53° 4′ N, 8° 10′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(542) 53° 4′ 7″ N, 8° 10′ 6″ O
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Höhe: 8 m ü. NHN
Einwohner: 542 (31. Dez. 2024)<ref name="Wardenburg" />
Postleitzahl: 26203
Vorwahl: 04407
Oberlethe (Niedersachsen)
Oberlethe (Niedersachsen)
Lage von Oberlethe in Niedersachsen

Oberlethe ist ein Ortsteil der Gemeinde Wardenburg im Landkreis Oldenburg in Niedersachsen. Der Ortsname leitet sich von der östlich des Dorfes vorbeifließenden Lethe ab.

Geographie[Bearbeiten]

Oberlethe liegt etwa zweieinhalb Kilometer westlich von Wardenburg und in der Nähe der Stadt Oldenburg. Der als Kreuzungsdorf entstandene Ort besitzt eine dreieckige Grundform, die auf die hier zusammentreffenden Straßenverbindungen zurückzuführen ist. Diese führen nach Westerholt in Richtung Achternmeer und Ammerland, nach Tungeln, nach Wardenburg sowie nach Achternholt und Benthullen in Richtung Friesoythe.

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Ortsschild Oberlethe.JPG
Ortsschild in Oberlethe

Gründung und Aufbau des Dorfes[Bearbeiten]

Der Fund eines Feuersteinbeils weist auf eine menschliche Besiedlung des heutigen Oberlethe bereits in der Steinzeit hin.<ref name=":1">Hermann Drenckhahn: Oberlethe. In: Wardenburger Bürgerverein e.V. (Hrsg.): Im Spiegel der Zeit - 700 Jahre Wardenburg. 1. Auflage. 1970, S. 76–77.</ref>

Das Dorf wurde als „Herbergen“ erstmals urkundlich erwähnt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1275 wird ein adeliger Burgmann aus Oldenburg namens Willehelmus de Herbergen genannt, der vermutlich aus dem heutigen Oberlethe stammte.<ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 25.</ref>

Spätestens ab 1770 erscheint der Name Oberlethe in den Wardenburger Kirchenbüchern. Aus der Formulierung „over de Lethe to Herbergen“ (über die Lethe nach Herbergen, von Wardenburg aus gesehen) leitet sich der heutige Name ab.<ref name=":1" />

1791 wurde für die etwa 70 bis 80 Schulkinder Oberlethes ein Schulgebäude errichtet. Bis zur Errichtung einer eigenen Schule nahmen bis 1823 auch Kinder aus dem benachbarten Westerholt am Unterricht in Oberlethe teil.<ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 140.</ref><ref>Hans Genrich: Die Schulen in der Gemeinde Wardenburg. In: Wardenburger Bürgerverein e.V. (Hrsg.): Im Spiegel der Zeit - 700 Jahre Wardenburg. 1. Auflage. 1970, S. 126–131.</ref>

Datei:Oberlethe Gemeindebaum.jpg
Symbol für die Ortschaft Oberlethe auf der Skulptur „Gemeindebaum“, geschaffen 2006 von Daniel Hübner

Im Jahr 1803 war Oberlethe mit 64 erfassten Gebäuden nach Wardenburg der zweitgrößte Ort im heutigen Gemeindegebiet.<ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 124.</ref> Von 1811 bis 1813 gehörte Wardenburg infolge der Eingliederung des Herzogtums Oldenburg in das Französische Kaiserreich unter Napoleon zu Frankreich. Das Amtshaus wurde während der französischen Herrschaft von Wardenburg nach Oberlethe verlegt.<ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 132–136.</ref><ref>Carl Popken: Aus der Franzosenzeit 1808 bis 1813. In: Wardenburger Bürgerverein e.V. (Hrsg.): Im Spiegel der Zeit - 700 Jahre Wardenburg. 1. Auflage. 1970, S. 74–75.</ref>

Vermutlich zu dieser Zeit ließ sich die Schmiederei Teebken im Dorf nieder. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts war zudem die Schneiderei Otten in Oberlethe ansässig. Im Jahr 1870 wurde in Oberlethe eine Windmühle vom Tischler Johann Heinrich Hüneke errichtet, die am 9. Juni 1910 abbrannte.<ref name=":0">Erich Martens: Wardenburg in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1984, ISBN 90-288-2730-7, S. 51–56.</ref> In einem lokalen Ortsbericht hieß es:

„Bölts seine Mühle in Oberlethe brennt, es war ein mächtiges Feuer. Es sah schrecklich schön aus, als die großen Flügel und die Welle brennend heruntersanken. Nur die Mühle und die Nebengebäude sind abgebrannt, Wohnhaus und Schweinestall sind stehen geblieben. Viele Leute waren zur Brandstätte geeilt.“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.B. Wellmann: Bericht<ref name=":0" />

Oberlethe im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Der Oberlether Krug aus dem 19. Jahrhundert entwickelte sich zum gesellschaftlichen Mittelpunkt des Dorfes und erfüllt diese Funktion bis heute. 1885 gründete sich dort der Oberlether Männergesangsverein Germania. Im Jahr 1904 wurde die Straße nach Tungeln gepflastert.<ref name=":0" />

Im Jahr 1936 übernahm Familie Willers die Gaststätte, in der sich bisher ein Kolonialwarengeschäft sowie eine Poststelle befand.<ref>Marén Bettmann: Gastronomie in der Gemeinde Wardenburg: Christina Rüther führt in der vierten Generation den Oberlether Krug weiter. In: NWZonline.de. 8. Januar 2025, abgerufen am 7. September 2026.</ref>

Datei:Kriegsdenkmal Oberlethe.jpg
Denkmal der beiden Weltkriege in Oberlethe (2026)

Im Zweiten Weltkrieg waren im Oberlether Krug durchschnittlich 25 belgische und französische Kriegsgefangene im Kegelbahn- und Bühnensaal untergebracht. Sie mussten auf den Höfen im Dorf unter schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen Zwangsarbeit leisten.<ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 317–321.</ref>

Im Juni 1940 stürzte der 26-jährige britische Pilot John Herbert Nicholson über Oberlethe ab. Er gilt als erstes erfasstes Kriegsopfer des Zweiten Weltkriegs im Gemeindegebiet.<ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 313.</ref>

Am Abend des 30. April 1945 wurde die Lethebrücke in Richtung Wardenburg von der Wehrmacht gesprengt, um den Vormarsch kanadischer Truppen in Richtung Oldenburg zu erschweren. In der folgenden Nacht wurde der Ort mit Granaten angegriffen.<ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 327.</ref>

Gegen Kriegsende wurden zwei junge Wehrmachtssoldaten erschossen, denen Fahnenflucht vorgeworfen wurde. Ihre Leichen wurden anschließend an Bäumen entlang der Oberlether Hauptstraße aufgehängt und öffentlich zur Schau gestellt. Damit sollte der Bevölkerung die Konsequenz einer Abkehr von der Kriegsführung vor Augen geführt und ihre Bereitschaft zum Durchhalten aufrechterhalten werden.<ref>Julia Tag, Christoph Matros: Chronik der Kirchengemeinde Wardenburg (1901 bis 1950). 1. Auflage. Evangelische Kirchengemeinde Wardenburg, Oldenburg 2016, S. 151.</ref>

Im Jahr 1956 wurde in Oberlethe ein Schulneubau errichtet. Neben der Dorfschule bestand auch eine landwirtschaftliche Berufsschule. Von 1957 bis 1966 gab es zudem eine ländliche Hauswirtschaftsschule für junge Frauen. Heute ist in Oberlethe nur noch die Letheschule als Förderschule mit den Schwerpunkten Geistige Entwicklung und Lernen vorhanden, welche am 1. August 1968 ihren Betrieb aufnahm.<ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 374.</ref><ref>Hans Genrich: Die Schulen in der Gemeinde Wardenburg. In: Wardenburger Bürgerverein e.V. (Hrsg.): Im Spiegel der Zeit - 700 Jahre Wardenburg. 1. Auflage. 1970, S. 126–131.</ref>

Jüngere Vergangenheit[Bearbeiten]

Der Ort hatte im Jahr 2001 etwa 530 Einwohner.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Datei:Oberlether Krug.jpg
Oberlether Krug (2026)

Im Ort befinden sich der Oberlether Krug, die Letheschule sowie das Seminarhaus "Hof Oberlethe".

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Lethestifte: Dorfchronik Oberlethe. Isensee Verlag, Oldenburg 2024 (480 S.) ISBN 978-3-7308-2150-3

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Wardenburg">Einwohnerzahlen. Gemeinde Wardenburg, abgerufen am 18. Oktober 2025.</ref> </references>

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