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Charlottendorf West

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Charlottendorf West
Gemeinde Wardenburg
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Postleitzahl: 26203
Vorwahl: 04407
Charlottendorf West (Niedersachsen)
Charlottendorf West (Niedersachsen)
Lage von Charlottendorf West in Niedersachsen
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Charlottendorf West ist ein Ortsteil der Gemeinde Wardenburg im niedersächsischen Landkreis Oldenburg. Namensgeberin des Ortes war Sophie Charlotte von Oldenburg (1879–1964).

Geographie[Bearbeiten]

Charlottendorf West liegt etwa siebeneinhalb Kilometer südwestlich des Kernbereichs von Wardenburg zwischen der westlich fließenden Lethe und der östlich verlaufenden Landesstraße L 870. Charlottendorf Ost befindet sich sechs Kilometer östlich, Littel zweieinhalb Kilometer östlich und Benthullen drei Kilometer nordwestlich der Siedlung.

Sechs Kilometer südwestlich von Charlottendorf West liegt Nikolausdorf, welches bereits zur Gemeinde Garrel im Landkreis Cloppenburg gehört. Die Grenze zwischen dem Landkreis Oldenburg und dem Landkreis Cloppenburg nahe Charlottendorf West stellt eine Konfessionsgrenze dar.

Das 185 ha große Naturschutzgebiet Böseler Moor liegt westlich und das 201 ha große Naturschutzgebiet Sager Meere, Kleiner Sand und Heumoor südlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung der Heidekolonie Charlottendorf 1910[Bearbeiten]

Datei:Charlottendorf West Gemeindebaum.jpg
Symbol für Charlottendorf West auf der Skulptur „Gemeindebaum“, geschaffen 2006 von Daniel Hübner

Das Gebiet des heutigen Charlottendorfes bestand ursprünglich überwiegend aus Moor- und Heideflächen. Zur Regierungszeit von Graf Anton Günther von Oldenburg befand sich dort ein Bienenstand, der von der Bevölkerung aus Littel betrieben wurde. Der Bienenkorb ist bis heute das Symbol von Charlottendorf West.<ref name=":0">Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 247–253.</ref><ref name=":1">Bernhard Gardeler: Charlottendorf-Ost und Charlottendorf-West: Siedlungen auf Heideflächen der Geest. In: Wardenburger Bürgerverein e.V. (Hrsg.): Im Spiegel der Zeit - 700 Jahre Wardenburg. 1. Auflage. 1970, S. 96–101.</ref>

Das Großherzogtum Oldenburg erwarb ab 1906 unkultivierte Flächen südlich von Wardenburg, um diese landwirtschaftlich zu erschließen. Dazu wurden Entwässerungsgräben angelegt und Wege gebaut. Bis 1911 hatte der Staat rund 560 Hektar Land erworben, von denen 420 Hektar an 44 Kolonisten vergeben worden waren.<ref name=":0" />

Der Wardenburger Gemeinderat bestätigte in seiner Sitzung vom 20. August 1912 die Benennung und Aufteilung Charlottendorfs in Ost und West. Anders als die im Gemeindegebiet später geteilten Dörfer Harbern I und Harbern II entwickelten sich Charlottendorf Ost und Charlottendorf West nach ihrer Gründung unabhängig voneinander.<ref>Ernst Heinje: Charlottendorf West: Ein Häuser- und Familienbuch. 1. Auflage. Garrel 2010, S. 11.</ref>

Nach einer zunächst erfolgreichen Entwicklung veränderten die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs die Lebensbedingungen der Kolonisten. Viele Männer aus Charlottendorf wurden zum Kriegsdienst eingezogen, während zugleich Düngemittel knapp wurden. Die Bewirtschaftung der noch jungen Höfe lag während der Kriegsjahre daher zu einem großen Teil in den Händen der Frauen.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Der Kriegsausbruch verhinderte die geplante Errichtung einer eigenen Schule in Charlottendorf West.<ref name=":2">Ernst Heinje: Charlottendorf West: Ein Häuser- und Familienbuch. 1. Auflage. Garrel 2010, S. 236–238.</ref>

Charlottendorf als Moorgut Rote Erde[Bearbeiten]

Während der Weimarer Republik wurde die landwirtschaftliche Erschließung Charlottendorfs weiter vorangetrieben. Im März 1924 erwarb der Schwerindustrielle Albert Vögler größere Landflächen in Charlottendorf. Bereits zuvor hatte er als Reichstagsabgeordneter der nationalliberalen DVP mit dem Wardenburger Gemeindevorsteher und Abgeordneten Diedrich Dannemann zusammengearbeitet.<ref name=":0" /><ref name=":1" />

Datei:Charlottendorf West Vehnberg.jpg
Straße „Vehnberg“ (2026)

Im Jahr 1927 wurden die Gebäude des Moorgutes Rote Erde fertiggestellt. An das ehemalige Gut erinnert heute der Rote-Erde-Weg. Das Moorgut entwickelte sich mit etwa 120 Beschäftigten zu einem wichtigen Arbeitgeber im Dorf. Eine weitere kleine Siedlung namens Vehnberg entstand ab 1938, die seither zu Charlottendorf West gehört.<ref name=":0" /><ref name=":1" />

Während des Zweiten Weltkriegs wurde im Moorgut Rote Erde ein Lager für Kriegsgefangene eingerichtet. Auf dem Moorgut sowie den landwirtschaftlichen Höfen Charlottendorfs mussten etwa zwanzig französische Männer sowie vier polnische Familien unter schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen Zwangsarbeit leisten.<ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 317–321.</ref><ref>Ernst Heinje: Charlottendorf West: Ein Häuser- und Familienbuch. 1. Auflage. Garrel 2010, S. 191–194.</ref>

Jüngere Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Charlottendorf West Fahrradhütte.jpg
Fahrradhütte „Vehnbergs-Eck“ in Charlottendorf West, errichtet 2016

Im Jahr 1954 wurde in Charlottendorf West eine einklassige Schule eingerichtet, die bis 1971 bestand und im Laufe ihrer Geschichte 56 Kinder beschulte.<ref name=":0" /><ref name=":2" /><ref>Hans Genrich: Die Schulen in der Gemeinde Wardenburg. In: Wardenburger Bürgerverein e.V. (Hrsg.): Im Spiegel der Zeit - 700 Jahre Wardenburg. 1. Auflage. 1970, S. 126–131.</ref>

Ein Dorfgemeinschaftshaus wurde nach einjähriger Bauzeit am 7. Juli 2006 eingeweiht. Am 31. Oktober desselben Jahres wurde ein Dorfgemeinschaftsverein, der das gesellschaftliche Dorfleben ehrenamtlich gestaltet.<ref>Ernst Heinje: Charlottendorf West: Ein Häuser- und Familienbuch. 1. Auflage. Garrel 2010, S. 241.</ref>

Datei:Charlottendorf-Eiche.JPG
Charlottendorfer Eichenfund (2013)

2013 wurde in Charlottendorf West in 4,50 Meter Tiefe die Reste einer 5118 Jahre alten Eiche gefunden. Der Baumstamm kann im Moor- und Bauernmuseum Benthullen besichtigt werden.<ref>Werner Fademrecht: Eiche noch älter als die Pyramiden. In: NWZonline.de. 6. April 2013, abgerufen am 10. Mai 2013.</ref><ref>Alte Eiche ist neue Attraktion. In: NWZonline.de. 10. Mai 2013, abgerufen am 10. Mai 2013.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Wardenburg">Einwohnerzahl. Gemeinde Wardenburg, abgerufen am 2. November 2025.</ref> </references>

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