Südmoslesfehn
Südmoslesfehn Gemeinde Wardenburg
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1090)&title=S%C3%BCdmoslesfehn 53° 6′ N, 8° 8′ O
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| Einwohner: | 1090 (31. Dez. 2024)<ref name="Wardenburg" /> | |||||
| Postleitzahl: | 26203 | |||||
| Vorwahl: | 04486 | |||||
Lage von Südmoslesfehn in Niedersachsen
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Südmoslesfehn ist ein Ortsteil der Gemeinde Wardenburg im niedersächsischen Landkreis Oldenburg.
Geografie[Bearbeiten]
Südmoslesfehn liegt nordwestlich von Wardenburg am Küstenkanal. Am gegenüberliegenden Ufer des Kanals verläuft außerhalb des Gemeindegebiets die Bundesstraße 401. Auf der anderen Seite des Küstenkanals befindet sich Nordmoslesfehn, das zum Oldenburger Stadtteil Eversten gehört. Westlich entlang des Kanals liegt Harbern I, südlich grenzt Achternmeer mit dem Ortsteil Korsorsberg an. Östlich befindet sich Hundsmühlen.
Nördlich liegt das 105 ha große Naturschutzgebiet Everstenmoor, südwestlich liegen die Naturschutzgebiete Harberner Heide (45,5 ha), Jeddeloher Moor (50 ha) und Benthullener Moor (270 ha).
Am 31. Dezember 2013 hatte der Ort 1081 Einwohner.
Geschichte[Bearbeiten]
Entstehung als Moorkolonie im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]
Südmoslesfehn entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Moorkolonie. Mit dem Beginn der Bauarbeiten am Hunte-Ems-Kanal durch das Großherzogtum Oldenburg im Jahr 1855 setzte eine verstärkte Erschließung der Moorgebiete südwestlich von Oldenburg ein. Der Kanal diente sowohl der Entwässerung der angrenzenden Moorflächen als auch dem Transport des gewonnenen Torfes. Dadurch wurden die Voraussetzungen für die weitere Kultivierung und Besiedlung der Moorgebiete in der Gemeinde Wardenburg geschaffen.<ref name=":1">Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 208–209.</ref><ref name=":3">Carl Popken: Südmoslesfehn: Von der Plaggenhütte zum Kolonat. In: Wardenburger Bürgerverein e.V. (Hrsg.): Im Spiegel der Zeit - 700 Jahre Wardenburg. 1. Auflage. 1970, S. 89–90.</ref>
Namensgeber des Dorfes ist der oldenburgische Generalmajor Johann Ludwig Mosle, der die Anregung zum Bau des Kanals gab. Später wurde der Hunte-Ems-Kanal zum Küstenkanal ausgebaut. Im Jahr 1878 war das Teilstück zwischen Hundsmühlen und Südmoslesfehn bereits beschiffbar.<ref name=":1" /><ref name=":3" />
Ab 1865 erwarben Landwirte Land entlang des neu angelegten Kanals, das zunächst als Mosleshöhe bezeichnet wurde. Seit 1882 ist die Siedlung durch den Kanal auch politisch in einen nördlichen und einen südlichen Teil gegliedert. Der Südteil gehört seitdem zur Gemeinde Wardenburg, der Nordteil zur Stadt Oldenburg. Die Aufteilung erfolgte auch mit dem Ziel, die mit der Erschließung und Besiedlung verbundenen Lasten zu verteilen.<ref name=":2">Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 212–216.</ref>
Die Teilung spiegelte sich auch in der konfessionellen Zusammensetzung der Bevölkerung wider. Während sich im Südteil überwiegend katholische Familien ansiedelten, war der Nordteil stärker evangelisch geprägt. Aufgrund der konfessionellen Trennung besuchten die Kinder unterschiedliche Schulen und mussten dafür teilweise den Kanal über eine neu errichtete Brücke überqueren.<ref name=":2" />
Im Mai 1887 lebten 18 Kolonisten in Moslesfehn. Seit 1890 wird die Siedlung offiziell unter dem Namen Moslesfehn geführt.<ref name=":2" />
Entwicklung ab dem 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Das ehemalige Moslesfehner Moorgut mit der Torfstreufabrik Wittemoor umfasste eine Fläche von 168 Hektar. Schwarztorf aus Südmoslesfehn war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein begehrtes Brennmaterial in Stadt und Land. Auch die Brennöfen der umliegenden Ziegeleien wurden mit diesem Torf betrieben. Die Torfsaison begann meist Ende April oder Anfang Mai, sobald kein Frost mehr zu erwarten war.<ref name=":0">Erich Martens: Wardenburg in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1984, ISBN 90-288-2730-7, S. 70–74.</ref>
Im Jahr 1910 eröffneten das Brückenwärterpaar Johann und Elise Büsselmann die Gastwirtschaft „Moslesfehner Brückenhaus“ in einem Gebäude, das etwa 1881 neben der damaligen Zugbrücke am Kanal errichtet worden war. Im Jahr 1928 wurde die Gastwirtschaft um einen Tanzsaal und eine Kegelbahn erweitert und entwickelte sich dadurch zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt des Dorfes. Ende 2021 wurde das traditionsreiche, weiterhin von der Familie Büsselmann geführte Gasthaus geschlossen.<ref name=":0" /><ref>Thomas Husmann: Gasthof mit langer Geschichte schließt für immer die Türen. In: NWZonline.de. 29. Dezember 2021, abgerufen am 1. August 2026.</ref>
Das Torfwerk des Ortes wurde seit etwa 1917 von der Stadt Dortmund gepachtet. Zu dieser Zeit wurden in Südmoslesfehn insgesamt rund 1.600 Hektar bewirtschaftet. Der im Moor gewonnene Weißtorf wurde mit Loren zum am Küstenkanal gelegenen Werk transportiert, wo er zu Torfstreu verarbeitet wurde. Anschließend wurden die Torfprodukte auf Schleppkähne verladen und über den Kanal in das Ruhrgebiet transportiert. Ab 1935 entstand auf dem weitläufigen Gelände mit Harbern I eine neue Kolonatsiedlung.<ref name=":0" />
Während des Zweiten Weltkriegs befand sich im Südmoslesfehner Torfstreuwerk Wittemoor ein Kriegsgefangenenlager, in dem 47 zumeist polnische Männer unter schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen Zwangsarbeit verrichten mussten.<ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 317–321.</ref>
In den letzten Kriegstagen wurden im Gemeindegebiet zahlreiche Brücken von der Wehrmacht gesprengt, um den Vormarsch alliierter Truppen auf Oldenburg zu erschweren. Auch die Brücken über den Küstenkanal wurden zerstört. Bis 1953 musste die Verbindung zwischen Nord- und Südmoslesfehn daher durch einen kleinen Fährbetrieb aufrechterhalten werden.<ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 337–349.</ref>
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
In der Ortsmitte befindet sich die 1937 erbaute und unter Denkmalschutz stehende katholische Kirche St. Marien.
Sport[Bearbeiten]
Der SV Moslesfehn ist für seine Faustballabteilung bekannt. Sie spielt in der Faustball-Bundesliga und gewann bei den Männern und Frauen jeweils eine deutsche Meisterschaft.
Weblinks[Bearbeiten]
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Einwohnerzahl in der Gemeinde Wardenburg, Stand: 31.12.2013 ( vom 13. April 2014 im Internet Archive)
- 1890 | Südmoslesfehn in: „Wardenburger Geschichten“
- Ortsverein Südmoslesfehn e.V.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Wardenburg">Einwohnerzahl. Gemeinde Wardenburg, abgerufen am 2. November 2025.</ref> </references>
Achternholt | Achternmeer | Astrup | Benthullen | Charlottendorf Ost | Charlottendorf West | Harbern I | Harbern II | Höven | Hundsmühlen | Klein Bümmerstede | Littel | Oberlethe | Südmoslesfehn | Tungeln | Wardenburg | Westerburg | Westerholt
