Achternmeer
Achternmeer Gemeinde Wardenburg
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1281)&title=Achternmeer 53° 5′ N, 8° 7′ O
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| Höhe: | 14 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 1281 (31. Dez. 2024)<ref>Daten & Fakten - Gemeinde Wardenburg. Abgerufen am 18. Oktober 2025.</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 26203 | |||||
| Vorwahl: | 04407 | |||||
Lage von Achternmeer in Niedersachsen
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Achternmeer ist ein Ortsteil der Gemeinde Wardenburg im Landkreis Oldenburg im nordwestlichen Niedersachsen.
Geographie[Bearbeiten]
Achternmeer liegt etwa zehn Kilometer südwestlich von Oldenburg in der Gemeinde Wardenburg. Westerholt liegt etwa 2,5 Kilometer südöstlich, Südmoslesfehn 3 Kilometer nördlich, Harbern I 2 Kilometer nordwestlich und Harbern II 3,5 Kilometer südwestlich von Achternmeer. Der Hauptort Wardenburg liegt etwas mehr als 7 Kilometer entfernt.
In der Umgebung von Achternmeer verlaufen der Küstenkanal und die Bundesstraße 401. Südwestlich des Ortes befinden sich die Naturschutzgebiete Harberner Heide und Benthullener Moor.
Korsorsberg[Bearbeiten]
Der Korsorsberg war 1985 mit einer Höhe von 19,5 Metern über Normalnull der höchste Punkt der Gemeinde Wardenburg. Durch den Sandabbau ist seine Höhe inzwischen auf 12,5 Meter gesunken. Der Hügel entstand während der letzten Eiszeit und war Teil eines Geestrückens, der sich von Achternmeer aus nach Südosten und Nordwesten erstreckt. Im Nordwesten ragt der Korsorsberg als Sporn in das Vehnemoor hinein.<ref name=":4">Nils Coordes: Entstanden vor tausenden Jahren. In: NWZonline.de. 20. Juli 2017, abgerufen am 9. September 2026.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Namensgebung und Ursprünge[Bearbeiten]
Der Name „Achternmeer“ stammt aus dem plattdeutschen „Achtern Meer“ und bedeutet ‚Hinter dem Meer‘. Der Name entstand, da der Ort bis dahin lediglich aus Heide und Moor bestand und deshalb „Meer“ genannt wurde.<ref name=":2">Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 207.</ref><ref name=":7">Fritz Wiemken: Achternmeer. In: Wardenburger Bürgerverein e.V. (Hrsg.): Im Spiegel der Zeit - 700 Jahre Wardenburg. 1. Auflage. 1970, S. 87–88.</ref>
Offiziell gegründet wurde die Siedlung Achternmeer im Jahr 1817. Während 1821 bereits 16 Einwohner erfasst waren, hatten sich bis 1855 bereits 35 Menschen in Achternmeer angesiedelt.<ref name=":2" /> Die ersten drei Höfe mit etwa 7 Hektar Land wurden „hinter dem großen Meer“, dem heutigen Denkmalsweg, errichtet.
Moorkultivierung und Siedlungsgeschichte ab 1855[Bearbeiten]
Mit dem Beginn der Bauarbeiten am Hunte-Ems-Kanal durch das Großherzogtum Oldenburg im Jahr 1855 setzte eine verstärkte Erschließung der Moorgebiete südwestlich von Oldenburg ein. Der Kanal diente sowohl der Entwässerung der angrenzenden Moorflächen als auch dem Transport des gewonnenen Torfes. Dadurch wurden die Voraussetzungen für die weitere Kultivierung und Besiedlung der Moorgebiete um Achternmeer geschaffen. Im Jahr 1878 war das Teilstück zwischen Hundsmühlen und Südmoslesfehn bereits beschiffbar.<ref name=":7" /><ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 208–209.</ref>
Die weitläufigen Flächen des Vehnemoors und die Heidegebiete rund um den Korsorsberg dienten seit jeher als Jagdgebiet, insbesondere für die Jagd auf Rebhühner und Hasen. Spätestens seit dem frühen 20. Jahrhundert organisierten sich ortsansässige Jäger in Jagdgesellschaften und gründeten zudem eine Bläsergruppe.<ref name=":0">Erich Martens: Wardenburg in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1984, ISBN 90-288-2730-7, S. 65.</ref>
Ab etwa 1890 gewann der Korsorsberg an Bedeutung, als das ehemalige Oldenburgische Dragoner-Regiment Nr. 19 das Gelände als Exerzierplatz nutzte. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 exerzierten dort Soldaten des Regiments. An die mutmaßliche Marschroute der Oldenburger Soldaten erinnert heute der Straßenname Soldatenweg, der von Hundsmühlen in Richtung Korsorsberg führt.<ref name=":4" /><ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 228–229.</ref>
In Achternmeer wurde im Jahr 1903 erstmals eine Schule gebaut, die 1913 einen Anbau erhielt.<ref>Hans Genrich: Die Schulen in der Gemeinde Wardenburg. In: Wardenburger Bürgerverein e.V. (Hrsg.): Im Spiegel der Zeit - 700 Jahre Wardenburg. 1. Auflage. 1970, S. 126–131.</ref>
1925 wurde ein Findling vom Korsorsberg nach Wardenburg transportiert, um dort als Gedenkstein auf dem Tillyhügel aufgestellt zu werden. Der etwa sieben Tonnen schwere Findling wurde auf einer Feldbahnlore über eine rund acht Kilometer lange Strecke befördert. Da die Feldbahngleise während des Transports fortlaufend umgesetzt werden mussten, wurden die hinter der Lore liegenden Schienen aufgenommen und vor ihr erneut verlegt. Dieser Vorgang soll sich während des Transports etwa 1000 Mal wiederholt haben. Für den Transport waren 22 Männer erforderlich.<ref name=":02">Erich Martens: Wardenburg in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1984, ISBN 90-288-2730-7, S. 19–20.</ref><ref>Werner Fademrecht: Findling erinnert an die Kriegsopfer. In: NWZonline.de. 18. November 2006, abgerufen am 28. Juli 2026.</ref>
Achternmeer im Nationalsozialismus (1933 bis 1945)[Bearbeiten]
Während des Zweiten Weltkriegs mussten auf den Höfen in und um Achternmeer zahlreiche Menschen unter schwierigen Lebensbedingungen Zwangsarbeit leisten. Viele von ihnen stammten aus Osteuropa und waren zuvor aus ihrer Heimat verschleppt worden. Neben der Unterbringung auf den landwirtschaftlichen Höfen bestand in Achternmeer ein zentrales Kriegsgefangenenlager, in dem durchschnittlich 19 Männer untergebracht waren.<ref name=":3">Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 317–321.</ref>
Mehrere Fälle sind dokumentiert, in denen besonders junge Zwangsarbeitende von Achternmeer aus in die Alte Pathologie der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen gebracht und dort ermordet wurden. Zu den bekannten Opfern gehörten die polnische Zwangsarbeiterin Janina M., die am 29. April 1944 ermordet wurde sowie der 17-jährige Pole Jan K., der am 25. März 1944 ermordet wurde. Auch der 22-jährige Pole Konstantin W. wurde am 24. Juni 1944 ermordet.<ref name=":3" />
Jüngere Geschichte seit 1945[Bearbeiten]
Im Jahr 1963 wurde ein neues Schulgebäude gebaut, die Grundschule Achternmeer besteht bis in die Gegenwart.<ref name=":5">Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 374–376.</ref>
Mitte 1966 entstand die Siedlung „Am Korsorsring“. Sie war die erste Siedlung in Niedersachsen, die über eine eigene biologische Kläranlage und eine gemeinschaftliche Antennenanlage verfügte. Die Entstehung der Siedlung war Teil der stetigen Entwicklung und Veränderung Achternmeers, die insbesondere seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs einsetzte.<ref>Werner Fademrecht: Mustersiedlung steckt Rückschlag weg. In: NWZonline.de. 20. Oktober 2006, abgerufen am 9. September 2026.</ref>
Die ehemalige Gaststätte „Zum Korsorsberg“, auch als Gaststätte Wiemken bekannt, war einst ein sozialer Mittelpunkt von Achternmeer. Das Gebäude aus den 1950er und 1970er Jahren wurde 2021 von der Gemeinde Wardenburg erworben. Im Juli 2024 schloss die Gemeinde einen Nutzungsvertrag mit dem Bürgerverein Achternmeer-Harbern I, der das Gebäude seit Mai 2025 zu einem multifunktionalen „Dörpshus“ umbaut und das benachbarte Dorfgemeinschaftshaus ergänzt.<ref>Marén Bettmann: Aus Kneipe in Achternmeer wird Dorfhaus: Bürgerverein baut Gaststätte zum Multifunktionsgebäude um. In: NWZonline.de. 4. März 2026, abgerufen am 9. September 2026.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Museum Rauchhaus Wille[Bearbeiten]
Das denkmalgeschützte Rauchhaus Wille stellt eines der ältesten erhaltenen Rauchhäuser im Oldenburger Land dar. In dem 1834 bis 1836 errichteten Gebäude wurden Wurst- und Fleischwaren der umliegenden Höfe geräuchert und dadurch haltbar gemacht.<ref>Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 155.</ref> Im Mai 2001 wurde das Museum eröffnet.<ref name=":1">Blaue Tür lenkt Blick auf Schmuckstück. In: NWZonline.de. 2. Dezember 2020, abgerufen am 6. September 2026.</ref><ref>Hof Wille ("Rauchhaus"). In: Denkmalatlas Niedersachsen. Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 6. September 2026.</ref>
Vereine[Bearbeiten]
Der Bürgerverein Achternmeer-Harbern I wurde 1966 gegründet und setzt sich für die Interessen der Ortschaften Achternmeer und Harbern I ein. Zu den regelmäßigen Aktivitäten des Vereins gehören Sommerfeste, Grillabende und Kohlfahrten sowie ein Gedenkgottesdienst zum Volkstrauertag und eine Christvesper am Heiligen Abend. In der Adventszeit organisiert der Verein das Binden eines Adventskranzes und den „Budenzauber“. Darüber hinaus veranstaltet er gemeinsam mit der „Korsorsbarger Speeldeel“ und der Jugendgruppe „Lüttje Korsorsbarger“ Theatertage, beteiligt sich an der Aktion „Saubere Landschaft“ und nahm am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil.<ref>Zwei Dörfer - Ein Bürgerverein. Bürgerverein Achternmeer-Harbern I, abgerufen am 9. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Darüber hinaus gibt es in Achternmeer mehrere Vereine und örtliche Organisationen. Dazu gehören der Gemischte Chor Achternmeer, die Mopedfreunde Achternmeer, die Freiwillige Feuerwehr Achternmeer und der Ortslandvolkverband.<ref>Partner. Bürgerverein Achternmeer-Harbern I, abgerufen am 9. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Sport[Bearbeiten]
In Achternmeer gibt es vielfältige Möglichkeiten sportlichen Aktivitäten nachzugehen. Die beiden bekanntesten Vereine hierfür sind der 1969 gegründete Sportverein SV Achternmeer<ref>SV Achternmeer - Chronik. Abgerufen am 30. September 2018.</ref> und der 1974 gegründete Judoclub Achternmeer / Hundsmühlen<ref>über den JCAH e. V. - Judo-Club Achternmeer-Hundsmühlen e. V. In: Judo-Club Achternmeer-Hundsmühlen e. V. (jcah.de [abgerufen am 30. September 2018]).</ref>.
Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]
Am Osterwochenende findet traditionell das ehrenamtlich vom Bürgerverein organisierte Osterfeuer statt, meistens am Feuerwehrhaus Achternmeer.<ref>Osterfeiertage in Wardenburg: Hier brennen am Samstag und Sonntag die Feuer. In: NWZonline.de. 27. März 2024, abgerufen am 9. September 2026.</ref>
Das Ortslandvolk veranstaltet jährlich im September ein Erntefest mit einem großen Ernteumzug. Im Jahr 2025 fand die Veranstaltung zum 77. Mal statt und zählt zu den größeren Ernteumzügen im Landkreis Oldenburg. Am Umzug beteiligen sich jährlich etwa 70 Festwagen, die von privaten Gruppierungen, Nachbarschaften und Vereinen gestaltet werden.<ref>Christin Hufer: Erntefest in Achternmeer: 75 Festwagen bereichern großen Umzug im Landkreis Oldenburg. In: NWZonline.de. 22. September 2025, abgerufen am 9. September 2026.</ref>
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Unternehmen[Bearbeiten]
In Achternmeer gibt es verschiedene kleinere Gewerbebetriebe und Dienstleistungsangebote. Dazu zählen unter anderem eine Bäckerei mit Cateringangebot, ein Friseurbetrieb, ein Bauunternehmen, eine Dachdeckerei, ein Motorradcenter, ein Tierarzt sowie mehrere Ferienwohnungen. Der nahegelegene Badesee mit Kiosk ist über den Korsorsberg erreichbar, gehört jedoch zum Ortsteil Westerholt.<ref name=":6">Ortsprofil Achternmeer. Gemeinde Wardenburg, 2025, S. 1–3, abgerufen am 9. September 2026.</ref>
Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]
- Freiwillige Feuerwehr
- Tierfriedhof
Bildung[Bearbeiten]
Im Ortskern befindet sich die Grundschule Achternmeer, die als volle Halbtagsschule organisiert ist. Ihr Einzugsgebiet umfasst die etwa 160 Schulkinder aus Achternmeer, Südmoslesfehn, Westerholt, Benthullen und Harbern. Seit 1998 nimmt die Schule regelmäßig an den Ausschreibungen der europäischen Umweltbildungsstiftung „Umweltschule in Europa“ teil. Neben der Grundschule mit Hort befindet sich der 1976 gegründete Kindergarten.<ref name=":5" /><ref name=":6" />
Weblinks[Bearbeiten]
- Achternmeer. In: „Wardenburger Geschichten“
- Homepage von Achternmeer
- Digitaler Rundgang durch das Rauchhaus Wille in Achternmeer
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>
Achternholt | Achternmeer | Astrup | Benthullen | Charlottendorf Ost | Charlottendorf West | Harbern I | Harbern II | Höven | Hundsmühlen | Klein Bümmerstede | Littel | Oberlethe | Südmoslesfehn | Tungeln | Wardenburg | Westerburg | Westerholt
