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Ballersdorf

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Ballersdorf
Datei:Blason de la ville de Ballersdorf (68).svg
Ballersdorf (Frankreich)
Ballersdorf (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin / Europäische Gebietskörperschaft Elsass (68)
Arrondissement Altkirch
Kanton Masevaux-Niederbruck
Gemeindeverband Sud Alsace Largue
Koordinaten 47° 37′ N, 7° 10′ OKoordinaten: 47° 37′ N, 7° 10′ O
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Höhe 292–387 m
Fläche –
Einwohner 818 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte – Einw./km²
Postleitzahl 68210
INSEE-Code 68017
Website www.ballersdorf.fr
Datei:Ballersdorf, Mairie-école.jpg
Rathaus- und Schulgebäude

Ballersdorf ist eine französische Gemeinde mit 818 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Altkirch und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sud Alsace Largue.

Geografie[Bearbeiten]

Die Sundgau-Gemeinde Ballersdorf liegt an der Straße und der Bahnlinie von Altkirch nach Dannemarie auf halbem Wege zwischen Belfort und Mülhausen im Tal des Roesbachs. Ballersdorf besaß auch einen Bahnhof an der Bahnstrecke Paris–Mulhouse, dieser musste aber mit der Inbetriebnahme der LGV Rhin-Rhône geschlossen werden.

Ballersdorf liegt im löss(-lehm)bedeckten Sundgauer Tertiärhügelland. Der bei Ballersdorf entspringende Roesbach (das Roesbaechlein) mündete einst in die Larg, heute wird er bei Hagenbach in den Rhein-Rhône-Kanal geleitet.

Geschichte[Bearbeiten]

Ballersdorf wird erstmals im Jahre 823 als Balderisdorff in einer Urkunde erwähnt, deren Echtheit jedoch umstritten ist. Im Jahre 1188 wird dann ein Johannes von Badricort erwähnt und 1215 schließlich ein Jordanus von Baerdstorff.

Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt und kam dann durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Im Westfälischen Frieden 1648 ging der Ort mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone.

Ballersdorf und das unmittelbar benachbarte Mettersdorf wurden während des Hundertjährigen Krieges mehrmals geplündert und zerstört. 1375 wurden beide Dörfer Opfer eines Großbrandes und zwischen 1441 (Erwähnung einer Martinskapelle in Mettersdorf) und 1576 (nur noch die Kapelle ist vorhanden) fehlt dann jede Erwähnung von Mettersdorf. Es wurde vermutlich durch die Armagnaken oder die Eidgenossen zerstört.<ref>E. Reinhard: Die Siedlungen im Sundgau. Bühl/Baden 1965, S. 90.</ref> Westlich Ballersdorf steht heute noch die Kapelle St. Martin aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die aber zum Teil wesentlich ältere Bausubstanz enthält. Sie ist der letzte Rest des abgegangenen Ortes Mettersdorf.

Zwischen 1813 und 1815 hatte Ballersdorf derart unter den Abgaben zur Finanzierung der französischen Armeen zu leiden, dass es sich bei den Nachbarorten verschulden musste.

Von 1871 bis 1918 gehörte der Ort zum deutschen Reichsland Elsaß-Lothringen. Im Ersten Weltkrieg wurde Ballersdorf schon zu Kriegsbeginn von französischen Truppen besetzt und blieb während des Kriegs in französischer Hand. Die französische Administration führte den Ort als Badricourt.

Im Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 die deutsche Besatzung. Als Anfang 1943 mehr als ein Dutzend Männer aus Ballersdorf und Umgebung versuchten, der zwangsweisen Rekrutierung für die deutsche Wehrmacht bzw. der Deportation zur Zwangsarbeit in Deutschland durch die Flucht in die Schweiz zu entgehen, wurden sie an der Grenze aufgegriffen und drei von ihnen direkt erschossen, 13 weitere Männer wurden nach der Verurteilung durch ein Militärgericht in Straßburg am 17. Februar 1943 im Konzentrationslager Natzweiler-Struthof hingerichtet. Angehörige der Hingerichteten wurden in Sippenhaft genommen und verschleppt. Am 26. November 1944 wurde der Ort nach heftigen Kämpfen, die einen Teil der Bevölkerung zur Flucht veranlasst hatten, durch die 1. französische Armee unter General de Lattre de Tassigny von der Naziherrschaft befreit. Dies geschah im Zuge der Offensive der Alliierten gegen den von den Deutschen hartnäckig verteidigten "Brückenkopf Elsass".

Ursprünglich eine rein landwirtschaftlich geprägte Gemeinde, verfügt Ballersdorf heute über eine Gaststätte, sowie eine Reihe von Kleinbetrieben (Autowerkstatt, Fernsehreparaturen, Kunsttischlerei u. a.).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2020
Einwohner 600 602 617 659 642 719 851 812
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Johannes-Kirche (Saint-Jean l'Évangéliste): neugotischer Bau, errichtet 1878–81 nach Plänen des Schweizer Architekten Wilhelm Joseph Tugginer, im Innern eine Rinckenbach-Orgel von 1886 und Gemälde von Heinrich Kayser; vor der Kirche Gedenkstein für die 1943 Hingerichteten (s. o. unter Geschichte)
  • Kapelle St. Martin: aus der schon vor 1576 abgegangenen Siedlung Mettersdorf; Neubau von 1747 mit gotischen Fensterrahmungen des Vorgängerbaues; alte Grabsteine
  • Viadukt von Ballersdorf der Bahnlinie Paris-Mülhausen-Basel, historisches Großbauwerk von 1857 mit 34 Bögen von bis zu 18 m Höhe und gekrümmter Streckenführung
  • zahlreiche gut erhaltene Fachwerkbauten, darunter mehrere in der altertümlichen Ständerbauweise, auch sehr alte Häuser um 1550. Zum Beispiel Nr. 2 an der Rue de la Paix (1554, altertümliche Ständerbauweise, mit auf Pfosten gestützter Laube unter dem tief herabgezogenen Dach) und Nr. 6 an der Rue du Ruisseau (ebenfalls in Ständerbauweise mit geschweiften Andreaskreuzen im Giebeldreieck). - In der jüngeren Stockwerkbauweise dagegen, bei der jedes Stockwerk für sich abgezimmert wurde, z. Bsp. Nr. 3 Rue des Vergers (mit Stichbogenfenstern auf der Giebelseite, Erdgeschoss-Traufseiten nachträglich durch Mauerwerk ersetzt) und Nr. 12.
  • Mairie-École: (Rathaus- und Schulgebäude), ein spätklassizistischer Bau im Stil der Louis-Philippe-Zeit mit großzügiger toskanischer Säulenvorhalle.

Wappen[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung: „In Gold drei blaue schrägrechte Balken, der obere mit drei silberne Kugeln belegt.“

Literatur[Bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 42–43.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ballersdorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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