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Balschwiller

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Balschwiller
Datei:Blason de la ville de Balschwiller (68).svg
Balschwiller (Frankreich)
Balschwiller (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Altkirch
Kanton Masevaux-Niederbruck
Gemeindeverband Sud Alsace Largue
Koordinaten 47° 40′ N, 7° 10′ OKoordinaten: 47° 40′ N, 7° 10′ O
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Höhe 273–348 m
Fläche –
Einwohner 729 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte – Einw./km²
Postleitzahl 68210
INSEE-Code 68018
Website www.balschwiller.fr
Datei:Balschwiller, Ecole-mairie.jpg
Schul- und Rathausgebäude

Balschwiller ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine französische Gemeinde mit 729 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Balschwiller liegt im Arrondissement Altkirch und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sud Alsace Largue. Die Gemeinde Balschwiller liegt an der Largue und ihrem Zufluss Soultzbach sowie am Rhein-Rhône-Kanal im Sundgau, sechs Kilometer nördlich von Dannemarie.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf der Gemarkung wurden Spuren römischer Besiedlung entdeckt. Der Herrenweg oder Steinweg folgt der Trasse einer Römerstraße. Erste Erwähnung im Jahr 728 als Baltowillare. Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt, kam dann durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Mit der Abtretung des elsässischen Besitzes der Habsburger im Westfälischen Frieden 1648 an die Krone Frankreichs wurde Balschwiller französisch. Das Schloss der Herren von Balschwiller wurde 1780 abgebrochen (einstiger Standort bei der Kirche, das Pfarrhaus wurde auf Mauern von Gebäulichkeiten des Schlosses errichtet).

Im Dorf waren mehrere Klöster begütert. Die Habsburger besaßen hier einen Fronhof, die Abtei Masevaux (Masmünster) einen Dinghof.

1375 überfielen die Wilden Engländer, marodierende, zeitweilig unbeschäftigte Söldnertruppen unter Enguerrand de Coucy den Ort. Das Dorf wurde 1444 durch die von den Habsburgern im Kampf gegen die Eidgenossen ins Land gerufenen Armagnaken und 1474 durch die Söldner des Stefan von Hagenbach (des Bruders des hingerichteten burgundischen Landvogts) heimgesucht. Es handelte sich um einen Rachefeldzug wegen der Hinrichtung des Peter von Hagenbach. Im Dreißigjährigen Krieg hausten die Schweden 1632 im Dorf.

Bei Balschwiller lag das im 16. Jahrhundert abgegangene Dorf Ütweiler, von dem es keine Spuren mehr gibt. Die Erwähnung einer üttweyler allmend 1576 erfolgt bereits nach dem Verschwinden des Dorfes.<ref>E. Reinhard: Die Siedlungen im Sundgau. Bühl/Baden 1965, S. 98.</ref>

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörten Balschweiler und der heutige Ortsteil Überkümen (heute Ueberkumen) als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Altkirch, Bezirk Oberelsaß). Im Ersten Weltkrieg lag Balschwiller zeitweise nahe Frontlinie und erlitt deshalb schwere Kriegsschäden durch Artilleriebeschuss. Der Ort war ab September 1914 bis zum Kriegsende in französischer Hand. Die Einwohner wurden zeitweise in die Gegend von Montreux-Vieux (Alt-Münsterol) evakuiert. Auch im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort in Mitleidenschaft gezogen. Der Ort erlebte seine Befreiung von der Naziherrschaft durch die 1. französische Armee unter General de Lattre de Tassigny am 27. November 1944, wurde aber bis Januar 1945 noch von den Kampfhandlungen um den Brückenkopf Elsass (poche de Colmar) bedroht. Bei der Befreiung wurden der Kirchturm, das Pfarrhaus und mehrere Scheunen beschädigt.

Am 26. September 1972 wurde Ueberkumen nach Balschwiller eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 726<ref>Balschwiller: 528, Ueberkuemen: 198; Kreis Altkirch. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Januar 2023; abgerufen am 13. Februar 2026.</ref> 529 553 542 600 669 762 824 731

Wappen[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung: In Rot ein durchgehendes goldenes Andreaskreuz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die in den schlichten klassizistischen Formen der Louis-Philippe-Zeit errichtete Sankt Morand-Kirche von 1848 wurde nach der Zerstörung im Ersten Weltkrieg wieder aufgebaut. Altaraufbauten und gediegene Wandverkleidung des Chorraumes in klassizistischen Formen aus den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts. Haupt- und rechter Seitenaltar besitzen Gemälde von René Kuder. Moderne Fresken von Ortigari mit Szenen aus dem Leben Jesu. Farbig gefasste Holzfiguren um 1500, die Heiligen Stefan, Oswald und Lorenz, konnten vor der Zerstörung 1915 gerettet werden.
  • In der Friedhofskapelle ein Ölberg um 1500 und die barocke Steinskulptur eines Heiligen.
  • Aus dem 19. Jahrhundert stammendes, restauriertes Lavoir (Waschhaus), die Überdachung eine Gusseisenkonstruktion.
  • einige Sundgauer Fachwerkhäuser. Beispiel: 31 rue du 27 Novembre: (vielleicht um 1600) Altertümlich weitabständiges Fachwerk, in der im Sundgau dominierenden Stockwerkbauweise. Giebel mit Halbwalm und Wetterdächlein. Backofenanbau an der Straßenseite. Ausnahmsweise traufständig zur Straße (Abb. s. u.). Dagegen Nr. 37 (um 1800) mit regelmäßigem, mehr auf Symmetrie bedachtem Fachwerk. – An der Rue de Mulhouse Haus Nr. 17 noch in der altertümlichen Ständerbauweise mit einer traufwandhohen Langstrebe auf der Giebelseite. Altertümlich auch der Halbwalm (statt des üblichen Krüppelwalms). – Haus Nr. 19 an der Rue du 27 Novembre in Stockwerkbauweise, 1778 erbaut, im 19. Jahrhundert verändert, besitzt ein sehr symmetrisches, engmaschiges Giebelfachwerk mit zu einem Rautenmuster kombinierten Andreaskreuzen. Segmentbogenfenster im Erdgeschoss. – Nr. 2 Rue des Vosges ein typisches Haus des 19. Jahrhunderts (1842) mit regelmäßigem, engmaschigem, symmetrischem Fachwerk und Segmentbogenfenstern.
  • Schulhaus, heute Mairie. Einfacher Satteldachbau mit Ecklisenen, Rundbogenfenstern im Erdgeschoss und zwei Rundbogenportalen in der Gebäudemitte. Mitte 19. Jahrhundert.

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Literatur[Bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 283–285.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Balschwiller – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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