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Emeleusit

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Emeleusit
Datei:Emeleusite-494126.jpg
Emeleusit (weiße Krusten) von der Insel Illutalik vor Grönland (Größe: 2,4 cm × 1,8 cm × 1,1 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1977-021<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

IMA-Symbol

Eme<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Na2LiFe3+[Si6O15]<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate – Ketten- und Bandsilikate (Inosilikate)
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/E.22-100

9.DN.05
66.03.04.03
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol orthorhombisch-dipyramidal; 2/m2/m2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe Cmce<ref name="RG_ehem_Ccma"> Die ehemalige Bezeichnung dieser Raumgruppe lautete Ccma. </ref> (Nr. 64)Vorlage:Raumgruppe/64
Gitterparameter a = 14,00 Å; b = 17,34 Å; c = 10,07 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 8<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 5 bis 6<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,76(7); berechnet: 2,81<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit fehlt<ref name="Lapis" />
Farbe farblos, cremerosa
Strichfarbe weiß<ref name="Lapis" />
Transparenz durchsichtig
Glanz Glasglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,596<ref name="Mindat" />
nβ 1,597<ref name="Mindat" />
nγ 1,597<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,001<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ

Emeleusit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ mit der chemischen Zusammensetzung Na2LiFe3+[Si6O15]<ref name="StrunzNickel" /> und ist damit chemisch gesehen ein Natrium-Lithium-Eisen-Silikat, das strukturell zu den Ketten- und Bandsilikaten zählt.

Emeleusit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, entwickelt aber nur winzige farblose oder cremerosa Kristalle bis etwa zwei Millimeter Länge mit tafeligem oder durch Zwillingsbildung pseudohexagonalem Habitus. Meist tritt er in Form körniger Mineral-Aggregate auf.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Emeleusit in der Ilimaussaq-Intrusion im Kangerdluarssuq-Fjord nahe Narsaq (Kommune Kujalleq) im Südwesten von Grönland und beschrieben durch B. G. J. Upton, P. G. Hill, O. Johnsen und O. V. Petersen, die das Mineral zu Ehren von Dr. Charles Henry Emeleus von der University of Durham in England benannten.

Typmaterial des Minerals wird an der Universität Kopenhagen in Dänemark; in der Geologischen Abteilung der University of Edinburgh in Schottland; Natural History Museum in London, Großbritannien (Katalog-Nr. 1987,118) und im National Museum of Natural History in Washington, D. C., USA (Katalog-Nr. 146464) aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Emeleusit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/E.22-100. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Ringsilikate“, wo Emeleusit zusammen mit Agakhanovit-(Y), Almarudit, Armenit, Berezanskit, Brannockit, Chayesit, Darapiosit, Dusmatovit, Eifelit, Faizievit, Friedrichbeckeit, Klöchit, Lipuit, Merrihueit, Milarit, Oftedalit, Osumilith, Osumilith-(Mg), Poudretteit, Roedderit, Shibkovit, Sogdianit, Sugilith, Trattnerit, Yagiit und Yakovenchukit-(Y) die „Doppelte Sechserringe [Si12O30]12− – Milarit-Osumilith-Gruppe“ mit der Systemnummer VIII/E.22 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Emeleusit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung „Ketten- und Bandsilikate (Inosilikate)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Ketten- und Bandsilikate mit 6-periodischen Doppelketten“ zu finden, wo es zusammen mit Tuhualith und Zektzerit die „Tuhualithgruppe“ mit der Systemnummer 9.DN.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Emeleusit die System- und Mineralnummer 66.03.04.03. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Doppelte unverzweigte Ketten, W=2“. Hier findet er sich in der „Tuhualithgruppe“, in der auch Tuhualith und Zektzerit eingeordnet sind.<ref name="Dana-1997" />

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Emeleusit kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Cmce<ref name="RG_ehem_Ccma"> Die ehemalige Bezeichnung dieser Raumgruppe lautete Ccma. </ref> (Raumgruppen-Nr. 64)Vorlage:Raumgruppe/64 mit den Gitterparametern a = 14,00 Å; b = 17,34 Å und c = 10,07 Å sowie 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Emeleusit bildete sich als akzessorischer Bestandteil eines peralkalischen Trachyt-Dykes, in aegirin- und albitreichen Schichten. Neben den bereits genannten traten noch Apatit, Calcit, verschiedene Glimmer, titanhaltiger Narsarsukit, zinkhaltiger Nordit, Pektolith, Quarz, Riebeckit, Thorit und Zirkon als Begleitminerale auf.

Außer seiner Typlokalität, der Ilimaussaq-Intrusion bei Narsaq in Grönland, sind bisher keine weiteren Fundorte für Emeleusit bekannt.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • B. G. J. Upton, P. G. Hill, O. Johnsen, O. V. Petersen: Emeleusite: a new LiNaFeIII silicate from south Greenland. In: Mineralogical Magazine. Band 42, 1978, S. 31–34 (rruff.info [PDF; 422 kB]).
  • O. Johnsen, K. Nielsen, I. Sotofte: The crystal structure of emeleusite, a novel example of sechser-doppelkette. In: Zeitschrift für Kristallographie. Band 147, 1978, S. 297–306 (rruff.info [PDF; 386 kB]).

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Emeleusite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Dana-1997"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Emeleusit beim Mineralienatlas und bei Mindat </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> Emeleusite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 72,9 kB) </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Mindat – Emeleusite </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 651. </ref> <ref name="Webmineral"> Webmineral - Emeleusite </ref> </references>