Osumilith-(Mg)
| Osumilith-(Mg) | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Nummer |
2011-083<ref name="IMA-Liste" /> |
| IMA-Symbol |
Osm-Mg<ref name="Warr" /> |
| Chemische Formel | K Mg2Al3Si10Al2O30<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Silikate und Germanate – Ringsilikate |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
VIII/E.22 VIII/E.22-080<ref name="Lapis" /> 9.CM.05 63.02.01a.07 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | hexagonal |
| Kristallklasse; Symbol | dihexagonal-dipyramidal; 6/m2/m2/m<ref name="Webmineral" /> |
| Raumgruppe | P6/mcc (Nr. 192)<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Gitterparameter | a = 10,0959 Å; c = 14,3282 Å<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Formeleinheiten | Z = 2<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Häufige Kristallflächen | {0001}, {1110}, untergeordnet {1011}, {1120}<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 6,5<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Dichte (g/cm3) | 2,59 (gemessen), 2,595 (berechnet)<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Spaltbarkeit | nicht beobachtet<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Bruch; Tenazität | muschelig<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Farbe | farblos bis hellblau, braun<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Strichfarbe | weiß<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Transparenz | durchsichtig<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Glanz | Glasglanz<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | nω 1,539<ref name="Chukanov et al. 2013" /> nε 1,547<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Doppelbrechung | δ 0,008<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
| Optischer Charakter | einachsig positiv<ref name="Chukanov et al. 2013" /> manchmal leicht zweiachsig |
| Pleochroismus | schwach, farblos; e zu blass blau; o<ref name="Chukanov et al. 2013" /> |
Das Mineral Osumilith-(Mg) ist ein selten vorkommendes Ringsilikat aus der Milaritgruppe und hat die Endgliedzusammensetzung K□2Mg2Al3Si10Al2O30. Es kristallisiert mit hexagonaler Symmetrie und entwickelt hellblaue oder bräunliche, sechsseitig plattige oder kurzprismatische Kristalle von unter einem Millimeter Größe.<ref name="Chukanov et al. 2013" />
Osumilith-(Mg) bildet sich bei hohen Temperaturen um 900 °C und findet sich in silikatreichen Gesteinen, die entweder oberflächennah von heißen alkalireichen Magmen (sanidinitfazielle Kontaktmetamorphose) oder unter Bedingungen der unteren Erdkruste metamorph überprägt worden sind (Granulite).
Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]
Bereits die ersten 1953 entdeckten Osumilithe enthielten ungefähr so viel Magnesium wie Eisen<ref name="Miyashiro 1956"/> und in den Jahren danach wurden in zahlreichen Magmatiten und den angrenzenden kontaktmetamorph veränderten Nebengesteinen sowie in metamorphen Granuliten magnesiumreiche Osumilithe entdeckt.
1962 führten erste experimentelle Untersuchungen zur Stabilität von Mg-Osumilith zu dem Ergebnis, dass reine Mg-Osumilithe unter den Versuchsbedingungen nicht stabil waren und die gefundenen natürlichen Osumilithe möglicherweise metastabil gebildet wurden.<ref name="Schreyer & Schairer 1962"/>
Chinner und Dixon beschrieben 11 Jahre später nahezu eisenfreien K-Mg-Osumilith aus Gesteinen am Kontakt zu Dolerit, der offenbar thermodynamisch stabil gebildet wurde. Sie schlugen den Namen Osumilith-(K,Mg) vor, der aber nie offiziell als Mineralname anerkannt wurde.<ref name="Chinner and Dixon 1973"/>
2008 untersuchten Seryotkin et al. ebenfalls fast reine Mg-Osumilithe, die beim Abbrand der Abraumhalde eines Kohlebergwerkes im Südural gebildet wurden. Da Substanzen, die bei Grubenbränden gebildet wurden, nicht der Definition eines Minerals genügen,<ref name="Nickel 1995"/> führte auch dieser Bericht nicht zu einer Anerkennung von Osumilith-(Mg) als Mineral.<ref name="Seryotkin 2008"/>
Erst 2009 lieferten Chukanov und Mitarbeiter eine vollständige chemische und strukturelle Charakterisierung eines Mg-Osumilith natürlichen Ursprungs, eines Gneis-Xenoliths vom Ettringer Bellerberg in der Eifel, Deutschland, die zur Anerkennung von Osumilith-(Mg) als Mineralname durch die CNMNC der IMA führte.<ref name="Chukanov et al. 2013"/>
Klassifikation[Bearbeiten]
Da der Osumilith-(Mg) erst 2011 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der zuletzt 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich im Aufbau noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VIII/E.22-090. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Ringsilikate“, wo Osumilith-(Mg) zusammen mit Agakhanovit-(Y), Almarudit, Armenit, Berezanskit, Brannockit, Chayesit, Darapiosit, Dusmatovit, Eifelit, Emeleusit, Faizievit, Friedrichbeckeit, Klöchit, Lipuit, Merrihueit, Milarit, Oftedalit, Osumilith, Poudretteit, Roedderit, Shibkovit, Sogdianit, Sugilith, Trattnerit, Yagiit und Yakovenchukit-(Y) die „Doppelte Sechserringe [Si12O30]12− – Milarit-Osumilith-Gruppe“ mit der System-Nr. VIII/E.22 bildet.<ref name="Lapis" />
Die zuletzt 2009 von der International Mineralogical Association (IMA) aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik führt den Osumilith-(Mg) mit einer veralteten Endgliedzusammensetzung in der Abteilung der „Ringsilikate“ auf. Diese ist weiter unterteilt nach der Struktur der Ringe, so dass das Mineral in der Unterabteilung „[Si6O18]12−-Sechser-Doppelringe“ zu finden ist. Darin gehört es mit Almarudit, Armenit, Berezanskit, Brannockit, Chayesit, Eifelit, Darapiosit, Dusmatovit, Friedrichbeckeit, Klöchit, Merrihueit, Milarit, Oftedalit, Osumilith, Poudretteit, Roedderit, Shibkovit, Sogdianit, Sugilith, Trattnerit und Yagiit zur „Milaritgruppe“ mit der System-Nr. 9.CM.05.<ref name="IMA-Liste-2009" />
Die Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage) wird vom „Hudson Institute of Mineralogy“ in der Mineraldatenbank „Mindat.org“ weitergeführt. Hier gehört Osumilith-(Mg) unverändert in die Abteilung der „Ringsilikate“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)). Diese ist weiter unterteilt nach der Zähligkeit und Multiplizität der Silikatringe, und Osumilith-(Mg) wird in der Unterabteilung „Sechser-Doppelringe“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) mit der Systemnummer 9.CM geführt, zusammen mit den zuvor aufgeführten Mineralen der Milarit-Gruppe, den neu hinzugekommenen Mineralen Aluminosugilith und Laurentthomasit sowie dem verwandten Mineral Faizievit.<ref name="Mindat-Classification" />
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Osumilith-(Mg) in die Klasse der „Silikate und Germanate“, dort allerdings in die bereits feiner unterteilte Abteilung der „Ringsilikate: Kondensierte Ringe“ ein. Hier ist er in der „Milarit-Osumilith-Gruppe (Milarit-Osumilith-Untergruppe)“ mit der System-Nr. 63.02.01a innerhalb der Unterabteilung „Ringsilikate: Kondensierte, 6-gliedrige Ringe“ zu finden.<ref name="Dana" />
Chemismus[Bearbeiten]
Osumilith-(Mg) hat die Endgliedzusammensetzung [C]K[B]□2[A]Mg2[T2]Al3[T1](Si10Al2)O30 und ist das Mg-Analog von Osumilith. Die empirische Zusammensetzung aus der Typlokalität ist
- [C](K0.72Na0.03Ca0.01) [A](Mg1.97Mn0.04) [T2](Al2,53Fe3+0.45) [T1][Si10.32Al1,68]O30,
wobei in den hochgestellten, eckigen Klammern die Position in der Kristallstruktur angegeben ist.<ref name="Chukanov et al. 2013" />
Mg auf der A-Position kann vollständig durch Fe2+ ersetzt werden, und Osumilith-(Mg) bildet eine lückenlose Mischkristallreihe mit Osumilith.
Die Kaliumgehalte aller natürlichen Osumilithe liegen deutlich unter dem idealen Wert von 1 Kalium pro Formeleinheit. Kompensiert wird dies durch den Ersatz von Mg/Fe durch Al sowie von Al in den Doppelsecherringen durch Si entsprechend den gekoppelten Substitutionen
- [C]K+ + [A]Mg2+ = [C]□ + [A]Al3+
- [C]K+ + [T1]Al3+ = [C]□ + [T1]Si4+
Beide Austauschreaktionen treten zusammen im Verhältnis 3:1 auf, und ein hypothetischer K-freier Osumilith-(□,Mg) hätte die Zusammensetzung □ □2 (Mg1,65 Al0,35) Al3 [Si10.4Al1,6]O30.<ref name="Armbruster, Oberhänsli 1988 2"/>
Kristallstruktur[Bearbeiten]
Osumilith-(Mg) kristallisiert mit hexagonaler Symmetrie der Raumgruppe P6/mcc (Raumgruppen-Nr. 192) mit den Gitterparametern a = 10,0959 Å und c = 14,3282 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="Chukanov et al. 2013" />
Osumilith-(Mg) ist isotyp zu Milarit, d. h., es kristallisiert mit der gleichen Struktur wie Milarit. Die 12-fach koordinierte C-Position ist nicht ganz vollständig besetzt mit Kalium (K+). Die 9-fach koordinierte B-Position ist leer. Magnesium (Mg2+) und geringe Mengen Mangan (Mn2+) füllen die 6-fach koordinierte A-Position, und die tetraedrisch koordinierten T2-Position enthält die dreiwertigen Kationen Aluminium (Al3+) und Eisen (Fe3+). Die T1-Position, die die 6er-Doppelringe aufbaut, ist gemischt besetzt mit 10 Silizium (Si4+) und 2 Al3+.<ref name="Chukanov et al. 2013" />
Bildung und Fundorte[Bearbeiten]
Osumilith-(Mg) ist ein sehr seltenes Mineral und weltweit nur an 43 Fundorten dokumentiert worden (Stand 2024).<ref name="Fundorte" />
Stabilität[Bearbeiten]
Osumilith-(Mg) bildet sich nur bei hohen Temperaturen oberhalb von 750 °C. Bei Anwesenheit von Wasser ist Osumilith-(Mg) nur bei Drücken unter 1 kbar und Temperaturen zwischen 765 und 800 °C stabil. Dies sind Bedingungen, wie sie bei Vulkaniten nahe der Erdoberfläche und der dort stattfindenden Kontaktmetamorphose auftreten. Mit zunehmenden Temperaturen bildet sich Osumilith-(Mg) bei der Reaktion von Cordierit + Kalifeldspat + Phlogopit + Quarz. Bei hohen Temperaturen ab 800 °C wird Osumilith-(Mg) abgebaut zu Cordierit + Kalifeldspat + Phlogopit + Schmelze.<ref name="Olesch & Seifert 1981"/>
Trockenere Bedingungen, z. B. durch die Verdünnung des Wassers in der Gasphase durch Kohlendioxid oder dem kompletten Fehlen einer Gasphase, führen zu einer Ausdehnung des Stabilitätsbereiches von Osumilith-(Mg) zu höheren und etwas tieferen Temperaturen und vor allem zu höheren Drücken bis ~12 kbar. Dies sind Bedingungen, wie sie in wasserfreien Granulithen in der unteren Erdkruste in ~30-35 km Tiefe auftreten. Bei Drucken über 12 kbar reagiert Osumulith-(Mg) zwischen 950 und 1100 °C zu Cordierit + Enstatit + K-Feldspat + Quarz bzw. Sapphirin + Enstatit + K-Feldspat + Quarz.<ref name="Olesch & Seifert 1981"/><ref name="MOTOYOSHI et al. 1993"/>
Dies ist der maximale Stabilitätsbereich von reinem Osumilith-(Mg). Natürliche Osumilithe enthalten immer auch Eisen, was ihre obere Druck- und Temperaturstabilität herabsetzt. Auch weitere Minerale im Gestein können mit Osumilith reagieren und zu einem Abbau von Osumilith im Gestein innerhalb des Stabilitätsbereiches von reinem Osumilith-(Mg) führen.<ref name="AUDIBERT et al. 1995"/><ref name="CARRINGTON & HARLEY 1995"/><ref name="Das et al. 2003"/><ref name="KELSEY et a. 2004"/>
Kontaktmetamorphose: Sanidinitfazielle Hornfelse[Bearbeiten]
Bei niedrigen Drücken nahe der Erdoberfläche bilden sich magnesiumreiche Osumilithe bei Temperaturen um 900 °C in Anwesenheit einer wasserreichen Dampfphase kontaktmetamorph in Sedimenten oder Fremdgesteinseinschlüssen (Xenolithen) in magmatischen Schmelzen. Die für die Bildung von Osumilith benötigten hohen Temperaturen werden nur von siliziumarmen, basischen Schmelzen, z. B. Basaltschmelzen, erreicht. Oxidierende Bedingungen, wie sie z. B. durch das Vorkommen von Hämatit (Fe3+2O3) angezeigt werden, begünstigen die Bildung von sehr magnesiumreichen Osumilithen.
Bereits im Jahr 1973, 38 Jahre bevor Osumilith-Mg als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, wurde magnesiumreicher Osumilith in einem Sandstein aus Tieveragh, County Antrim, Nordirland, beschrieben, der am Kontakt zu einem Olivin-Dolerit-Gang kontaktmetamorph verändert worden ist. Osumilith tritt hier mit Tridymit, Enstatit, Cordierit, Feldspat, Hämatit und Magnetit auf.<ref name="Chinner and Dixon 1973"/>
Gut dokumentiert ist das Auftreten von magnesiumreichen Osumilith an mehreren Fundorten in der Vulkaneifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland. Er tritt hier meist als Abscheidung aus einer Gasphase in Drusenräumen kontaktmetamorph veränderter Nebengesteinseinschlüsse in basaltischen Magmen auf.<ref name="Schreyer et al. 1983"/><ref name="Chukanov et al. 2013" />
Eines der Vorkommen, der Steinbruch der Firma A. Casper am Ettringer Bellerberg, 2 km nördlich von Mayen, in der Laacher-See-Region der Eifel, ist die Typlokalität von Osumilith-Mg. Er tritt hier mit Fluor-Phlogopit, Sanidin, Cordierit, Mullit, Sillimanit, Topas, Pseudobrookit und Hämatit auf.<ref name="Chukanov et al. 2013" />
In Neufundland wurde ungewöhnlich rosa farbener Osumilith-Mg in der Kontaktaureole eines Anorthosit-Plutons gefunden. Begleitminerale dort sind Quarz, Hypersthen, Kalifeldspat, Cordierit, Plagioklas, Graphit und Pyrrhotin. Der für dieses Vorkommen geschätzte Druck um 5 kbar (700-900 °C) setzt wasserfreie Bedingungen voraus.<ref name="Berg & Wheeler 1976"/>
Pyrometamorphose: Metapelitische Klinker[Bearbeiten]
Bei Bränden auf Kohlehalden bildet sich Osumilith-(Mg) bei einem Bar Druck und Temperaturen zwischen 870 °C und 1000 °C unter Sauerstoffabschluss in tieferen Bereichen der brennenden Halden bei der Umwandlung von im Abraum enthaltenen Sedimenten.<ref name="Seryotkin 2008"/>
Gut untersucht wurden die durch Selbstentzündung abgebrannten Abraumhalden des Kohlebergbaus im Tscheljabinsker Kohlebecken im Südural, Russland. In den dabei gebildeten Klinkern findet sich Osumilith-(Mg) zusammen mit K-Na-Feldspat, Tridymit, Mullit, Graphit, amorphem Kohlenstoff und untergeordnet Korund, metallisches Eisen, Pyrrothin, Schreibersit (Fe3P) und Cohenit (Fe3C).<ref name="Seryotkin 2008"/> Diese Paragenese, insbesondere das Auftreten von Schreibersit, deutet auf extrem sauerstoffarme Bedingungen hin, die eher denen in Eisenmeteoriten entsprechen. In solchen Meteoriten sind zuvor bereits andere Minerale der Milaritgruppe gefunden worden, z. B. Roedderit im Indarch-Meteoriten.
Regionalmetamorphose: pelitische Granulithe[Bearbeiten]
Ein weiteres, Vorkommen von Osumilith-(Mg) sind quarzhaltige Sedimente, die unter den Bedingungen der unteren Erdkruste bei sehr hohen Temperaturen (800-1000 °C, 7-12 kbar) metamorph verändert worden sind. Das Auftreten von Osumilith in diesen Gesteinen deutet auf sehr niedrigen H2O-Partialdruck, d. h. sehr trockene Bedingungen hin. Bei höheren Wassergehalten wird Osumilith-(Mg) ersetzt durch cordierithaltige Paragenesen.<ref name="Ellis et al. 1980"/><ref name="Adjerid et al. 2013"/>
Im spätarchaischen Napier-Komplex, Enderbyland (50-52'E), Antarktis, tritt magnesiumreicher Osumilit in Granulithen mit verschiedenen Begleitmineralen auf:
- Osumilith, Granat, Sillimanit +- Spinell, Quarz, Plagioklas
- Osumilith, Sapphirin, Sillimanit, Quarz, Plagioklas
- Osumilith, Orthopyroxen, Granat, Sillimanit, Quarz, Plagioklas
- Osumilith, Orthopyroxen, Biotit, Quarz, Plagioklas
Die Bildungsbedingungen werden auf 900-980 °C und 7-10 kbar geschätzt.<ref name="Ellis et al. 1980"/><ref name="Grew 1982"/>
Vergleichbare Al–Mg-reiche Granulithe finden sich z. B. auch im Khanfous-Gebiet (Tekhamalt, in Ouzzal, Hoggar, Algerien). Hier tritt Osumilith zusammen mit Sapphirin, Biotit, Orthopyroxen und Sillimanit bzw. Orthopyroxen, Sillimanit, Quarz, Biotit und Feldspat auf. Auch hier wird eine Bildung in Abwesenheit von H2O bei 8,5 bis 9 kbar und 930 bis 980 °C angenommen. Retrograd, d. h. während der Abkühlung der Gesteine beim Aufstieg, wurde Osumilith teilweise abgebaut zu Cordierit, Orthopyroxen, Kalifeldspat und Quarz.<ref name="Adjerid et al. 2013"/>
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 714.
Weblinks[Bearbeiten]
- Osumilith-(Mg). In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung
- Vorlage:Mindat
- Osumilite-(Mg) Mineral Data. In: webmineral.com. David Barthelmy (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Osumilite-(Mg) search results. In: rruff.info. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF) (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database – Henritermierite. In: rruff.geo.arizona.edu. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive> <ref name="Adjerid et al. 2013"> Z. Adjerid, G. Godard, KH. Ouzegane and J.-R. Kienast: Multistage progressive evolution of rare osumilite-bearing assemblages preserved in ultrahigh-temperature granulites from In Ouzzal (Hoggar, Algeria). In: Journal of Metamorphic Geology. Band 31, Nr. 5, Februar 2013, S. 505–524, doi:10.1111/jmg.12031 (researchgate.net [PDF; 4,8 MB]). </ref> <ref name="Armbruster, Oberhänsli 1988 2"> </ref> <ref name="AUDIBERT et al. 1995"> </ref> <ref name="Berg & Wheeler 1976"> </ref> <ref name="CARRINGTON & HARLEY 1995"> </ref> <ref name="Chinner and Dixon 1973"> </ref> <ref name="Chukanov et al. 2013"> N. V. Chukanov, I. V. Pekov, R. K. Rastsvetaeva, S. M. Aksenov, D. I. Belakovskiy, K. V. Van, W. Schüller, B. Ternes: Osumilite-(Mg): Validation as a mineral species and new data. In: Geology of Ore Deposits. Band 55, Nr. 7, 14. Januar 2014, S. 587–593, doi:10.1134/S1075701513070064. </ref> <ref name="Dana"> Webmineral - New Dana Classification of Cyclosilicates Cyclosilicate Condensed Rings. In: webmineral.com. Abgerufen am 19. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Das et al. 2003"> </ref> <ref name="Ellis et al. 1980"> D. J. Ellis, J. W. Sheraton, R. N. England, W. B. Dallwitz: Osumilite-sapphirine-quartz granulites from Enderby Land Antarctica — Mineral assemblages and reactions. In: Contributions to Mineralogy and Petrology. Band 72, Nr. 2, April 1980, S. 123–143, doi:10.1007/BF00399473. </ref> <ref name="Fundorte"> Fundorte für Osumilith-(Mg) beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 2. November 2024. </ref> <ref name="Grew 1982"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 1. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="KELSEY et a. 2004"> </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat-Classification"> Classification of Osumilite-(Mg). In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 14. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), siehe auch Anker „Strunz-Mindat“). </ref> <ref name="Miyashiro 1956"> </ref> <ref name="MOTOYOSHI et al. 1993">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Zusammenfassung ( vom 31. Mai 2016 im Internet Archive) </ref> <ref name="Nickel 1995"> E. H. Nickel: The Definition of a Mineral. In: The Canadian Mineralogist. Band 33, 1995, S. 689–690 (web.archive.org [PDF; 264 kB; abgerufen am 1. September 2021]). </ref> <ref name="Olesch & Seifert 1981"> </ref> <ref name="Schreyer & Schairer 1962"> </ref> <ref name="Seryotkin 2008"> Yurii V. Seryotkin, Ella V. Sokol, Vladimir V. Bakakin, Anna Y. Likhacheva: Pyrometamorphic osumilite: occurrence, paragenesis, and crystal structure as compared to cordierite. In: European Journal of Mineralogy. Band 20, Nr. 2, März 2008, S. 191–198, doi:10.1127/0935-1221/2008/0020-1805 (researchgate.net [PDF; 2,0 MB]). </ref> <ref name="Schreyer et al. 1983"> W. Schreyer, G. Hentschel, K. Abraham: Osumilith in der Eifel und die Verwendung dieses Minerals als petrogenetischer Indikator. In: Tschermaks mineralogische und petrographische Mitteilungen. Band 31, 1983, S. 215–234, doi:10.1007/BF01081370. </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> Osumilith-(Mg) Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 19. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>