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Roedderit

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Roedderit
Datei:Roedderite.jpg
Gelbe Roedderit-Kristalle vom Ettringer Bellerberg, Eifel, Deutschland
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1965-023<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Rdr<ref name="Warr" />

Chemische Formel
  • KNaMg2(Mg3Si12)O30<ref name="IMA-Liste" />
  • (Na,K)2(Mg,Fe2+)5[Si12O30]<ref name="Lapis" />
  • K[12](NaH2O)2[9](Mg,Fe)2[6]Mg3[4][Si12O30]<ref name="StrunzNickel" />
  • (K,Na)NaMg5Si12O30<ref name="Fuchs et al. 1966" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate – Ringsilikate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/C.10
VIII/E.22-040<ref name="Lapis" />

9.CM.05
63.02.01a.14
Ähnliche Minerale Cordierit, Osumilith, Chayesit
Kristallographische Daten
Kristallsystem hexagonal<ref name="Fuchs et al. 1966" /><ref name="Armbruster 1989" />
Kristallklasse; Symbol ditrigonal-dipyramidal; 6m2
Raumgruppe P62c (Nr. 190)Vorlage:Raumgruppe/190<ref name="Armbruster 1989" />
Gitterparameter a = 10,141 Å; c = 14,286 Å<ref name="Armbruster 1989" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="Armbruster 1989" />
Zwillingsbildung -
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 6,5<ref name="Lapis" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,6; berechnet: 2,63<ref name="Fuchs et al. 1966" />
Spaltbarkeit fehlt<ref name="Fuchs et al. 1966" />
Farbe farblos<ref name="Fuchs et al. 1966" />
Strichfarbe weiß<ref name="Lapis" />
Transparenz Bitte ergänzen!
Glanz nicht angegeben<ref name="Fuchs et al. 1966" />
Kristalloptik
Brechungsindizes nω 1,537<ref name="Fuchs et al. 1966" />
nε 1,542<ref name="Fuchs et al. 1966" />
Doppelbrechung δ 0,005<ref name="Fuchs et al. 1966" />
Optischer Charakter einachsig positiv<ref name="Fuchs et al. 1966" />

Das Mineral Roedderit ist ein sehr selten vorkommendes Ringsilikat aus der Milaritgruppe innerhalb der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ mit der Endgliedzusammensetzung K(Na◻)Mg2Mg3Si12O30 und damit chemisch gesehen ein Kalium-Natrium-Magnesium-Silikat.

Roedderit kristallisiert mit hexagonaler Symmetrie und entwickelt farblose bis blaue gefärbte, plattige bis prismatische Kriställchen von meist unter einem Millimeter Größe.<ref name="Fuchs et al. 1966" />

Roedderit findet sich in geringen Mengen in chondritischen Meteoriten<ref name="Fuchs et al. 1966" />,<ref name="Hsu 1998" /> in Aubriten,<ref name="Hsu 1998" /> im interstellaren Staub und Kometen<ref name="Ishii et al. 2008" /><ref name="Noguchi et al. 2015" /> sowie in Fremdgesteinseinschlüssen in basaltischen Magmen vom verschiedenen Vulkanen in der Eifel, Deutschland,<ref name="Mindat-Casparquarry" /> dem Basaltsteinbruch Klöch, im Burgenland, Österreich<ref name="Ettinger et al. 1996" /><ref name="Mindat-Klöch" /> und einigen Vulkanen in der Auvergne, Frankreich.<ref name="Mindat-MontDenise" />

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Edwin Woods Roedder (1919–2006) war der erste, der 1951 bei der systematischen Untersuchung der Verbindungen im System K2O-MgO-SiO2 eine Verbindung mit der Zusammensetzung K2Mg5Si12O30 beschrieb.<ref name="Roedder 1951" /> Das Na-Analog Na2Mg5Si12O30 synthetisierten Schairer, Yoder und Keene 3 Jahre später.<ref name="Schairer et al. 1954" />

Das Mineral Roedderit wurde von Luis H. Fuchs, Clifford Frondel und Cornelis Klein, Jr. im Indarch-Meteoriten<ref name="MBD-Indarch" /> entdeckt, einem Enstatit-Chondrit, der am 7. April 1891 im teilweise zu Aserbaidschan gehörenden Südkaukasus (auch Transkaukasien, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) niederging. Benannt wurde das neue Mineral der Milaritgruppe nach Edwin Woods Roedder. Fuchs, Frondel und Klein sandten ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1965 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1965-023<ref name="IMA-Liste" />), die den Roedderit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung erfolgte ein Jahr später,<ref name="Fuchs et al. 1966" /> die Bestätigung der Anerkennung allerdings erst 1969 im Fachmagazin American Mineralogist.<ref name="Fleischer" />

Ein Aufbewahrungsort für das Typmaterial des Minerals ist nicht dokumentiert.<ref name="Handbookofmineralogy" /><ref name="IMA-Typmineralkatalog" />

Das erste terrestrische Vorkommen von Roedderit, silikatreiche Xenolithe in einem Basalt aus dem Laacher Vulkangebiet in der Eifel, beschrieben Hentschel, Abraham, Schreyer 1977.<ref name="Hentschel et al. 1977" /><ref name="Hentschel et al. 1980" />

Klassifikation[Bearbeiten]

In der letztmalig 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Roedderit zur Mineralklasse der „Silikate“ und dort zur Abteilung „Ringsilikate (Cyclosilikate)“, wo er gemeinsam mit Armenit, Merrihueit, Milarit, Osumilith, Sogdianit und Yagiit in der „Milaritgruppe“ mit der Systemnummer VIII/C.10 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/E.22-040. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Ringsilikate“, wo Roedderit zusammen mit Agakhanovit-(Y), Almarudit, Armenit, Berezanskit, Brannockit, Chayesit, Darapiosit, Dusmatovit, Eifelit, Emeleusit, Faizievit, Friedrichbeckeit, Klöchit, Lipuit, Merrihueit, Milarit, Oftedalit, Osumilith, Osumilith-(Mg), Poudretteit, Shibkovit, Sogdianit, Sugilith, Trattnerit, Yagiit und Yakovenchukit-(Y) die „Doppelte Sechserringe [Si12O30]12− – Milarit-Osumilith-Gruppe“ mit der Systemnummer VIII/E.22 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Roedderit in die erweiterte Klasse der „Silikate und Germanate“, dort aber ebenfalls in die Abteilung „Ringsilikate (Cyclosilikate)“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der Struktur der Silikatringe, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „[Si6O18]12−-Sechser-Doppelringe“ zu finden ist, wo es zusammen mit Almarudit, Armenit, Berezanskit, Brannockit, Chayesit, Darapiosit, Dusmatovit, Eifelit, Friedrichbeckeit, Klöchit, Merrihueit, Milarit, Oftedalit, Osumilith, Osumilith-(Mg), Poudretteit, Shibkovit, Sogdianit, Sugilith, Trattnerit und Yagiit die „Milaritgruppe“ mit der Systemnummer 9.CM.05 bildet.<ref name=IMA-Liste-2009 />

Die Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage) wird von „Hudson Institute of Mineralogy“ in der Mineraldatenbank „Mindat.org“ weitergeführt. Hier gehört Roedderit in die Klasse „Silicate und Germanate“ und die Abteilung der „Ringsilikate“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)). Diese ist weiter unterteilt nach der Zähligkeit und Multiplizität der Silicatringe und Roedderit wird in der Unterabteilung „sechser-Doppelringe“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) mit der Systemnummer 9.CM geführt, zusammen mit den zuvor aufgeführten Mineralen der Milarit-Gruppe, den neu hinzugekommenen Mineralen Aluminosugilith und Laurentthomasit sowie dem verwandten Mineral Faizievit.<ref name="Mindat-Classification" />

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Roedderit die System- und Mineralnummer 63.02.01a.14. Auch dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Ringsilikate: Kondensierte Ringe“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Ringsilikate: Kondensierte, 6-gliedrige Ringe“ in der „Milarit-Osumilith-Gruppe (Milarit-Osumilith-Untergruppe)“, in der auch Brannockit, Chayesit, Darapiosit, Eifelit, Merrihueit, Osumilith, Osumilith-(Mg), Poudretteit, Sugilith, Yagiit, Dusmatovit, Milarit, Sogdianit, Berezanskit, Shibkovit, Trattnerit, Almarudit, Oftedalit, Klöchit und Friedrichbeckeit eingeordnet sind.

Chemismus[Bearbeiten]

Roedderit hat die Endgliedzusammensetzung K(Na◻)Mg2Mg3Si12O30, ist das Mg2+-Analog von Merrihueit und bildet lückenlose Mischkristallreihen mit Merrihueit, Eifelit und Chayesit entsprechend den Austauschreaktionen:

  • [A, T2]Mg2+ = [A, T2]Fe2+ (Merrihueit)<ref name="Fuchs et al. 1966" />
  • [B]□ + [A]Mg2+ = [B]Na+ + [A]Na+ (Eifelit)<ref name="Hentschel et al. 1980" />
  • [B]Na + [T2]Mg2+ = [B]□ + [T2]Fe3+ (Chayesit)<ref name="Hentschel et al. 1980" /><ref name="Alietti et al. 1994" />

Die empirische Zusammensetzung aus der Typlokalität ist [C,B](K1,30Na0,69)[A,T2](Mg4,86Fe2+0,27)[T1][Si11,88Al0,07O30], wobei in den eckigen Klammern die Positionen in der Kristallstruktur angegeben sind.<ref name="Fuchs et al. 1966" />

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Roedderit kristallisiert mit hexagonaler Symmetrie der Raumgruppe P62c (Raumgruppen-Nr. 190)Vorlage:Raumgruppe/190 mit den Gitterparametern a = 10.141 Å und c = 14.286 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="Armbruster 1989" />

Roedderit ist isotyp zu Milarit, d. h., es kristallisiert mit der gleichen Struktur wie Milarit.

Die T1-Position ist aufgespalten in zwei Subpositionen T1 und T11, die die 6er-Doppelringe aufbauen und beide voll besetzt sind mit Silicium (Si4+).<ref name="Armbruster 1989" />

Die 12-fach koordinierte C-Position ist voll besetzt mit Kalium und etwas Natrium.<ref name="Armbruster 1989" />

Die 9-fach koordinierte B-Position ist in zwei Positionen aufgespalten und enthält Na, das fast vollständig geordnet auf der B1-Position eingebaut wird, die damit zur Hälfte besetzt ist. Die B2-Position ist nahezu unbesetzt.<ref name="Armbruster 1989" />

Die T2-Position und A-Position sind vollständig mit Magnesium und geringen Mengen Eisen besetzt.<ref name="Armbruster 1989" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Roedderit bildet sich bei sehr hohen Temperaturen um 900 bis 1000 °C und niedrigem Druck. Unter extrem sauerstoffarmen (reduzierenden) Bedingungen wie z. B. in Meteoriten liegt das Eisen nur in metallischer Form vor und nahezu eisenfreier Rodderit kann sich auch in eisenreicher Umgebung bilden.

Unter oxidierenden Bedingungen wie z. B. in vielen Vulkaniten liegt Eisen als Fe3+ vor und in eisenhaltiger Umgebung bilden sich Roedderit-Chayesit-Mischkristalle.<ref name="Alietti et al. 1994" /> Reiner Roedderit bildet sich in dann nur in eisenfreier Umgebung wie z. B. einigen Xenolithen in den basaltischen Magmen der Eifel-Vulkane.

Stabilität[Bearbeiten]

Experimentell untersucht ist nur die Stabilität von synthetischem Na-freien K-Roedderit (K2Mg5Si12O30). Bei Anwesenheit von Wasser ist dessen Sabilitätsfeld begrenzt auf hohe Temperaturen bei niedrigen Druck. Bei Temperaturen unterhalb einer Linie von 595 °C/1 kbar bis 820 °C/6,5 kbar wird K-Roedderit abgebaut zu Glimmer (K Mg2,5 Si4O10 (OH)2) und Quarz. Bei Temperaturen oberhalb einer Linie von 820 °C/6,5 kbar bis ca. 1100 °C/1 kbar schmilzt Roedderit inkongruent zu Forsterit und Schmelze.<ref name="Seifert & Schreyer 1969" />

Weicht die Zusammensetzung des Gesteins von der Roedderitzusammensetzung ab, verkleinert sich dessen Stabilitätsfeld. K-Richterit z. B. ist bis 1000 °C stabil und zersetzt sich bei einem Druck unter 150 bar zu K-Roedderit, K-Mg-Silikat, Forsterit, Diopsid, Dampf und Schmelze. Bei höheren Druck tritt Roedderit hier nicht mehr auf.<ref name="Charles 1975" />

In wasserfreier Umgebung ist K-Roedderit auch bei 35 kbar noch stabil. Da sich keine wasserhaltigen Verbindungen wie Glimmer oder Richterit bilden können tritt K-Roedderit bei niedrigeren Temperaturen auf. Auch die Schmelzreaktionen verschieben sich zu höheren Temperaturen.<ref name="Seifert & Schreyer 1969" />

Roederit wurde weltweit an rund 30 Fundorten nachgewiesen, die Hälfte davon Meteorite.<ref name="Fundorte" />

Meteorite[Bearbeiten]

Roedderit tritt in Silikateinschlüssen chondritischer Meteorite, Eisenmeteoriten und in Aubriten auf.

Im Kaidun Meteorit, gefallen am 3. Dezember 1980 südlich von Budah, Gouvernement Hadramaut, Jemen tritt Roedderit in Silikateinschlüssen zusammen mit SiO2, Glas mit albitischer Zusammensetzung, Enstatit und Na2S2 auf.<ref name="IVANOV et al. 1996" />

Enstatit-Chondrite

In seiner Typlokalität, dem Indarch-Meteoriten, ein Enstatit-Chondrit aus der Klasse EH4, tritt Roedderit zusammen mit Enstatit, Klinoenstatit, Albit, Tridymit, Troilit, Ni-Eisen, Schreibersit, Oldhamit und amorphen Kohlenstoff auf.<ref name="Fuchs et al. 1966" />

Im Quingzhen EH3 Chondrit findet sich Roedderit mit SiO2 und Albit in silikatischen Einschlüssen in Kamazit-, Troilit-Oldhamit-Aggregaten, in Gängen in Troilit, Kamazit, Perryit und Schreibersit sowie als längliche Kriställchen in Niningerit, bevorzugt am Kontakt zu Troilit.<ref name="Rambaldi & Rajan 1986" /><ref name="Hsu 1998" />

Im Mezö-Madaras Meteoriten (Mădăraș, Kreis Mureș (Siebenbürgen), Rumänien), einem unequelibrierten L3 Chondrit-Meteoriten, wurde Roedderit und Merrihuetit als Einschluss in Enstatit gefunden. Weitere begleitende Minerale sind Troilit und SiO2.<ref name="Krot & Wasson 1994" />

Im L3.5 Chondrit ALHA-77011 tritt eisenhaltiger Roedderit zusammen mit Enstatit SiO2 und Troilit auf. Im LL3.7 Chondrit ALHA-77278 ist Roedderit vergesellschaftet mit Pyroxen, SiO2, Olivin und Troilit.<ref name="Krot & Wasson 1994" />

Aubrite:

Im Bustee Meteorit, Gorakhpur, Basti District, Basti Division, Uttar Pradesh, Indien tritt Roedderit zusammen mit Forsterit und Diopsid auf.<ref name="Hsu 1998" />

Im Peña Blanca Spring Aubrit werden ein bis zwei Millimeter große Roedderitkristalle umranded und teilweise ersetzt von Diopsid, Albit und Enstatit.<ref name="McCoy and Bullock 2015" />

Im Aubrite-Meteoriten Yamato-793592 aus der Antarktis wurde Roedderit in der feinkristallienen Grundmasse zusammen mit Enstatit, Diopsid, Forsterit, Plagioklas, SiO2, Glas, Nickel-Eisen, Schreibersit, Troilit, Alabandin, Daubréelith, Djerfisherit und Na-Cr-Sulfid gefunden.<ref name="Kimura et al. 1993" />

Auch der Khor-Temiki-Meteorit, gefallen am 18. April 1932 bei Oleb im Gash-Delta, Wilayah Kassala, Sudan sowie die antarktischen Meteorite vom Lewis Cliff, Buckley Island quadrangle LEW-87020 und LEW-87294 enthalten Roedderit.<ref name="Fogel 2002" />

Eisenmeteorite:

Im Wichita County Meteorit, Wichita County (Texas), USA, einem IA Eisenmeteoriten, findet sich Roedderit in Silikateinschlüssen zusammen mit Forsterit, Albit, Richterit, Whitlockit, Graphit und Krinovit.<ref name="Olsen 1967" /><ref name="Rambaldi & Rajan 1986" />

Im Canion Diabolo IA Eisenmeteoriten tritt Roedderit zusammen mit Ureyit, Richterit, Chromit, Sphalerit, Troilit, Graphit und Krinovit auf.<ref name="Rambaldi & Rajan 1986" />

Im San Cristobal IAB-Eisenmeteoriten konnte Roedderit zusammen mit Olivin, Orthopyroxen, Plagioklas und Phosphaten in Silikateinschlüssen nachgewiesen werden.<ref name="Prinz et al. 1983" /><ref name="Rambaldi & Rajan 1986" />

Kometen[Bearbeiten]

Material vom Kometen 81P/Wild 2, das die Raumsonde Stardust zur Erde brachte, enthielt Roedderit zusammen mit Melilith, Anorthit, Korund und Osbornit. Diese Minerale sind typisch für chondritische Meteorite und werden im inneren Solaren Nebel gebildet, fehlen aber im interplanetarischen Staub. Ihr Auftreten in Kometen wird als Hinweis auf eine großräumige Durchmischung des solaren Nebels gewertet.<ref name="Ishii et al. 2008" />

2014 wurden poröse, chondritische Mikrometeorite aus dem antarktischen Schnee und Eis geborgen, die Proben interplanetarischer Staubpartikel gleichen, die von Flugzeugen in der Stratosphäre gesammelt wurden. Diese Staubpartikel repräsentieren das ursprünglichste Material aus der Entstehungszeit unseres Sonnensystems und enthielten neben Enstatit und Kosmochlor auch Roedderit.<ref name="Noguchi et al. 2015" />

Kontaktmetamorphe Pelite[Bearbeiten]

Roedderit bildet sich bei der Kontaktmetamorphose von aluminium- und eisenarmen Xenolithen durch basaltische Magmen und scheidet sich direkt aus einer alkali- silizium- und magnesiumreichen Gasphase ab.<ref name="Hentschel et al. 1980" /> Zu diesem Typ zählen Fundorte in der Vulkaneifel, Deutschland,<ref name="Mindat-Casparquarry" /> im Burgenland, Österreich<ref name="Ettinger et al. 1996" /> und einigen Vulkanen in der Auvergne, Frankreich.<ref name="Mindat-MontDenise" />

An der Stradner Kogel bei Wilhelmsdorf (Oststeiermark) tritt Roedderit in Hohlräumen von Xenolithen zusammen mit Amphibol, Enstatit, Ägirin und Tridymit auf.<ref name="Ettinger et al. 1996" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Roedderite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive> <ref name="Alietti et al. 1994"> </ref> <ref name="Armbruster 1989"> </ref> <ref name="Charles 1975"> </ref> <ref name="Ettinger et al. 1996"> </ref> <ref name="Fleischer"> </ref> <ref name="Fogel 2002"> </ref> <ref name="Fuchs et al. 1966"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Roederit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 20. Oktober 2024. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Hentschel et al. 1977"> </ref> <ref name="Hentschel et al. 1980"> </ref> <ref name="Hsu 1998"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmineralkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – R. (PDF 169 kB) Commission on Museums (IMA), 10. Februar 2021, abgerufen am 12. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Gesamtkatalog der IMA). </ref> <ref name="Ishii et al. 2008"> </ref> <ref name="IVANOV et al. 1996"> </ref> <ref name="Kimura et al. 1993"> </ref> <ref name="MBD-Indarch"> Indarch. In: lpi.usra.edu. Meteoritical Bulletin Database l, abgerufen am 12. August 2024. </ref> <ref name="Mindat-Casparquarry"> Typlokalität Caspar quarry, Bellerberg volcano, Ettringen, Mayen, Eifel, Rhineland-Palatinate, Germany. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 20. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mindat-Classification"> Classification of Roedderite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 12. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), siehe auch Anker „Strunz-Mindat“). </ref> <ref name="Mindat-Klöch"> Typlokalität Basalt quarry, Klöch, Bad Radkersburg, Styria, Austria. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 20. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mindat-MontDenise"> Typlokalität Mont Denise, Espaly-Saint-Marcel, Le Puy-en-Velay, Haute-Loire, Auvergne, France. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 20. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Krot & Wasson 1994"> </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="McCoy and Bullock 2015"> </ref> <ref name="Noguchi et al. 2015"> </ref> <ref name="Olsen 1967"> </ref> <ref name="Prinz et al. 1983"> </ref> <ref name="Rambaldi & Rajan 1986"> </ref> <ref name="Roedder 1951"> </ref> <ref name="Schairer et al. 1954"> </ref> <ref name="Seifert & Schreyer 1969"> </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>