Pödelwitz
Pödelwitz Stadt Groitzsch
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(134)&title=P%C3%B6delwitz 51° 9′ N, 12° 21′ O
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| Fläche: | 2,53 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Pödelwitz, Stadt Groitzsch. In: GEOindex. Abgerufen im März 2026.</ref> | |||||
| Einwohner: | 134 (9. Mai 2011)<ref>Kleinräumiges Gemeindeblatt für Groitzsch, Stadt. (PDF; 0,9 MB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 17. Februar 2015.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 53 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. April 1966 | |||||
| Eingemeindet nach: | Großstolpen | |||||
| Postleitzahl: | 04539 | |||||
| Vorwahl: | 034296 | |||||
Lage von Pödelwitz in Sachsen
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Pödelwitz ist ein Ortsteil der Ortschaft Großstolpen der Stadt Groitzsch im sächsischen Landkreis Leipzig.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 155 kB) § 16. In: Webauftritt. Stadt Groitzsch, abgerufen im März 2026.</ref> Der Ort wurde 1966 nach Großstolpen eingemeindet und kam mit diesem im Jahr 1996 als Ortsteil zur Stadt Groitzsch.
Geografie[Bearbeiten]
Pödelwitz liegt etwa 22 Kilometer südlich der sächsischen Großstadt Leipzig. Südlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 176 Bad Langensalza–Hartha. Der Ort befindet sich im geplanten Abbaugebiet des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain. Im Norden befindet sich der gestundete Tagebau Peres, für den der Ortsteil Leipen im Jahr 1966 geräumt worden ist. Im Südosten befindet sich der Tagebau Schleenhain, der seit 1994 als Tagebau Vereinigtes Schleenhain weiter betrieben wird.
Nachbarorte von Pödelwitz sind Lippendorf im Norden, Neukieritzsch im Osten sowie Großstolpen im Westen.
Geschichte[Bearbeiten]

Die erste belegte Ortsnamenform datiert von 1350 als Pedelwicz.<ref name="HOV">Vgl. Pödelwitz im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref> August Schumann nennt 1821 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Pödelwitz betreffend u. a.:
„Es hat 22 Häuser, 130 Einwohner (welche 23 Hufen besitzen) und eine Pfarrkirche nebst Schule, […]. Eingepfarrt in die hiesige Kirche sind die Dörfer Droskau, Großstolpen, Kleinstoplen, Leipen, Oellschütz und Piegel. Der Boden ist hier sehr ergiebig, und der Ackerbau einträglich. Man erbauet auch Rübsen und Hierse; man hält mehrere Schaafe und hat herrlichen Kleebau. […] Das hiesige Kirchspiel gehörte bis zum Jahre 1578 noch zur Parochie Groitzsch, wo es einen eignen Pfarrer erhielt.“<ref>Vgl. Pedelwitz, Pödelwitz. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 8. Band. Schumann, Zwickau 1821, S. 143.</ref>
Pödelwitz lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Pegau.<ref>Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 62 f.</ref> Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Pegau und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Borna.<ref>Die Amtshauptmannschaft Borna im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. April 2023; abgerufen am 18. Juli 2025.</ref> Am 1. Oktober 1909 erhielt Pödelwitz mit der gleichnamigen Station einen Eisenbahnanschluss an der Bahnstrecke Neukieritzsch–Pegau. Am 1. Juni 1997 wurde der Reiseverkehr endgültig eingestellt.<ref>Eisenbahnstationen in Sachsen, abgerufen am 11. Januar 2014.</ref> Teile der früheren Strecke wurden inzwischen vom Tagebau Vereinigtes Schleenhain überbaggert.
Am 1. Oktober 1948 erfolgte die Eingemeindung des einen Kilometer nordwestlich gelegenen Leipen.<ref>Leipen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> Pödelwitz kam 1952 zum Kreis Borna im Bezirk Leipzig. 1964 wurde mit dem Schacht 1 bei Pödelwitz der erste Entwässerungsschacht des künftigen Tagebaus Peres nördlich des Orts abgeteuft. Die Tagesanlagen des Tagebaus Peres wurden östlich von Pödelwitz angelegt. In Vorbereitung der Freiräumung des Aufschlussareals musste der damals 82 Einwohner zählende Ortsteil Leipen dem Tagebau weichen. Da das Dorf in der Nähe der Ausgangsstellung des Tagebaus Peres lag, wurde er 1965/66 komplett abgerissen.<ref>Beschreibung des Tagebaus Peres in einem Dokument der LMBV</ref> Am 1. April 1966 erfolgte die Eingemeindung von Pödelwitz mit der devastierten Flur von Leipen nach Großstolpen.<ref name="HOV" /> Seit den 1970er Jahren lag Pödelwitz auf einer schmalen Landzunge zwischen den Tagebauen Peres im Norden und Schleenhain im Süden, wobei letzterem der Nachbarort Droßdorf zum Opfer fiel. Am 1. Januar 1996 wurde Großstolpen mit Pödelwitz nach Groitzsch eingemeindet. Die Tagesanlagen des Tagebaus Peres werden seit den 1990er Jahren durch den Tagebau Vereinigtes Schleenhain genutzt.
Gegenwart[Bearbeiten]
Am 16. November 2012 unterzeichneten die zuständigen Entscheidungsträger der Stadt Groitzsch sowie der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (MIBRAG) in Großstolpen den Grundlagenvertrag zur Umsiedlung der Ortslage Pödelwitz (Pödelwitz-Vertrag) und den Nachbarschaftsvertrag mit der Stadt Groitzsch. Im Ergebnis der vorangegangenen Gespräche sprachen sich 90 Prozent der Pödelwitzer für einen Umzug aus.<ref>Gerettetes Kohledorf: „Die Idee einer Umsiedlung kam von den Pödelwitzern selbst“ – Gerhard Gey und Andreas Berkner planten nach der Wende die Zukunft des Leipziger Kohlereviers. Das Dorf Pödelwitz schlossen sie damals für eine Umsiedlung aus – bis sich dessen Bewohner mit einem überraschenden Vorschlag bei ihnen meldeten, abgerufen am 27. März 2021</ref> Die Umsiedlung sollte spätestens 2018 abgeschlossen sein.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Pödelwitzer wollen umsiedeln. ( vom 17. Februar 2015 im Internet Archive), abgerufen am 12. Januar 2014.</ref> Am 11. Juli 2013 beschloss der Stadtrat die Erschließung zweier neuer Baugebiete, das geplante Wohngebiet „Schiefer Weg“ war ein Umsiedlungsvorhaben der MIBRAG für die Bewohner der Ortslage Pödelwitz. Zu dieser Zeit beabsichtigen ca. 15 Familien am neuen Standort zu bauen.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Zwei neue Baugebiete für Groitzsch ( vom 12. Januar 2014 im Internet Archive), abgerufen am 12. Januar 2014.</ref> Einige Umsiedlungsgegner gründeten die „Initiative Pro Pödelwitz“, welche juristisch gegen die Pläne vorging.<ref>Torsten Hampel: Fördern und fordern. In: Der Tagesspiegel. 29. Januar 2014.</ref><ref>Braunkohleabbau in Sachsen: Kämpfen, bis die Bagger kommen, abgerufen am 12. Januar 2014.</ref> 2018 war ein Vertreter der Bürgerinitiative Pro Pödelwitz als Sachverständiger für das Mitteldeutsche Revier zur Sitzung der Kohlekommission am 24.09. in Halle/Saale geladen. In den Jahren 2018 und 2019 fand in Pödelwitz das Klimacamp Leipziger Land statt. Im Februar 2019 gründete die Bürgerinitiative zusammen mit anderen Initiativen und Tagebaubetroffenen aus der gesamten Bundesrepublik das deutschlandweite Bündnis „Alle Dörfer bleiben“. Nach der sächsischen Landtagswahl im Jahr 2019 haben sich die Koalitionspartner der neuen sächsischen Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag für den Erhalt von Pödelwitz festgelegt. Am 21. Januar 2021 wurde bekannt gegeben, dass sich die sächsische Regierung mit der MIBRAG auf die Nichtabbaggerung des Orts geeinigt hat.<ref>mdr.de: Endgültig beschlossen: Pödelwitz wird nicht weggebaggert | MDR.DE. Abgerufen am 13. Mai 2021.</ref>
Die Bürgerinitiative „Pro Pödelwitz“ erarbeitete bereits 2020 mit den verbliebenen Bewohnern und zahlreichen Bündnispartnern ein Maßnahmenpapier zur Zukunft des Ortes als „lebendige Dorfgemeinschaft [...], die mit neuen und alten Konzepten den kommenden Umwelt- und Wirtschaftskrisen trotzen kann“.<ref>mdr.de: Pödelwitz will mit klassischem Konzept Dorf der Zukunft werden | MDR.DE. Abgerufen am 4. November 2021.</ref> Das Dorf soll zu einem Modellprojekt für Strukturwandel werden. Im Februar 2021 gründete sich der Verein „Pödelwitz hat Zukunft e. V.“, der die sozial und ökologisch nachhaltige Revitalisierung des zu 80 % leergesiedelten Ortes<ref>Pödelwitz bleibt! Abgerufen am 4. November 2021.</ref> umsetzen möchte.
Kirche Pödelwitz[Bearbeiten]
Am nördlichen Rand des Ortes befindet sich, weithin sichtbar, die evangelische Pfarrkirche. Dem heutigen Erscheinungsbild nach Barock und Historismus zuzuschreiben, handelt es sich jedoch um eine romanische Chorturmkirche mit romanischen Bogenfenstern. Als Bauzeit wird die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts angenommen. Die Kirche ist saniert und steht auf einem Friedhof.<ref>Dorfkirche zu Pödelwitz. Abgerufen am 31. März 2021.</ref>
Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]
| Jahr | 1548/51 | 1764 | 1834 | 1871 | 1890 | 1910 | 1925 | 1939 | 1946 | 1950 | 1964 | 2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner<ref name="HOV" /> | Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. a) | Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. b) | 148 | 145 | 166 | 170 | 160 | 169 | 268 | 354 | 337 | 35<ref>Michael Bartsch: Ort in Sachsen vor Baggern gerettet: Pödelwitz bleibt. In: Die Tageszeitung. 22. Januar 2021 (taz.de [abgerufen am 25. Januar 2021]).</ref> |
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a) b) 22 besessene Mann, 22 Hufen | ||||||||||||
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Persönlichkeiten, die mit dem Ort in Verbindung stehen
- Christian Victor Kindervater (1758–1806), Theologe, 1790–1804 Pfarrer in Pödelwitz
Literatur[Bearbeiten]
- Pedelwitz, Pödelwitz. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 8. Band. Schumann, Zwickau 1821, S. 143.
- Richard Steche: Poedelwitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 15. Heft: Amtshauptmannschaft Borna. C. C. Meinhold, Dresden 1891, S. 95.
Weblinks[Bearbeiten]
- Pödelwitz im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum
- Stadtgebiet & Ortsteile. In: Webauftritt der Stadt Groitzsch.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
• Großpriesligk 4 • Wischstauden 1 • Großwischstauden • Kleinwischstauden 1 3
Audigast 6 • Kobschütz • Schnaudertrebnitz 4 5
Auligk 4 • Hemmendorf 4 11 • Langenhain • Oellschütz 4 12 13 • Cöllnitz 4 15 • Nöthnitz 4 7 8
Berndorf 4 • Gatzen • Kleinprießligk • Löbnitz-Bennewitz (1895 vereinigt) • Saasdorf 4 6 • Methewitz • Michelwitz 4 7 • Kleinhermsdorf • Nehmitz 4 10 • Hohendorf 4 12
Großstolpen 4 • Obertitz 4 16 17
Käferhain • Zschagast • Schleenhain • Leipen • Droßdorf 18 • Pödelwitz • Droßkau 4 16 • Altengroitzsch • Brösen 18 • Maltitz • Pautzsch 4 7 9 • Kleinstolpen 4 14
1 1974~.. –1996 zu Berndorf 2 seit 1948 3 1948–1966 zu Droßkau 4 seit 1935 5 1933–1948 zu Wischstauden vereinigt
6 1948–1996 zu Auligk 7 1973–1996 zu Auligk 8 1948–1973 zu Michelwitz
9 1934~.. 10 Wüstung, durch Bergbau devastiert 11 1957~.. 12 1948–1974 zu Hohendorf 13 1948~.. 14 seit 1996 15 1948–1996 zu Audigast 16 1948–1973 zu Methewitz 17 1966~.. –1996 zu Großstolpen
18 1935~..
